{"id":93222,"date":"2015-09-18T09:25:52","date_gmt":"2015-09-18T07:25:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=93222"},"modified":"2015-09-18T09:31:26","modified_gmt":"2015-09-18T07:31:26","slug":"unterschatzen-wir-die-wahlen-nicht-es-stimmt-nur-wenn-sie-stimmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.ch\/de\/unterschatzen-wir-die-wahlen-nicht-es-stimmt-nur-wenn-sie-stimmen\/","title":{"rendered":"Untersch\u00e4tzen wir die Wahlen nicht: Es stimmt nur, wenn Sie stimmen!"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Sie auf die Wahrnehmung Ihres Wahlrechtes verzichten, dann erlauben Sie jenen, die nicht ihre Interessen vertreten, einfacher eine Mehrheit zu finden.<\/p>\n<p>Es gibt eine alte Falle in der schweizerischen Demokratie, in welche die jungen und neuen Schweizerinnen und Schweizer nicht hineinfallen sollten: Der Durchschnittsschweizer untersch\u00e4tzt die Bedeutung der Parlamentswahlen und ist deshalb oft versucht, nicht daran teilzunehmen. Er weiss, dass unabh\u00e4ngig von denjenigen, die im Parlament sitzen werden, er auf jeden Fall immer \u00fcber jegliche Verfassungs\u00e4nderung und \u00fcber jedes Gesetzt, zu dem das Referendum ergriffen worden war, Stellung nehmen und entscheiden kann.<\/p>\n<p>Der Beweis, dass etwa ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer dieser Verusuchung erliegen ist einfach zu erbringen: Die Wahlbeteiligung liegt in der Schweiz im Vergleich zu anderen westeurop\u00e4ischen Staaten etwa 20 bis 30 Prozent unter dem europ\u00e4ischen Durchschnitt. Die einzige alte Demokratie, die in diesem Sinn mit der Schweiz vergleichbar ist, sind die USA. Weil es dort keine kommunalen Zivilregister gibt, muss man sich erst Monate vorher eingeschrieben haben, wenn man sp\u00e4ter w\u00e4hlen will. Deshalb nehmen viel zu wenig an den Pr\u00e4sidentschaftswahlen teil.<\/p>\n<p>In der Schweiz ist die Folge dieses Irrtums von zu vielen Schweizerinnen und Schweizer erstaunlich: Die Beteiligung an einer wichtigen Volksabstimmung ist mittlerweile oft h\u00f6her als diejenigen an den Parlamentswahlen, die nur alle vier Jahre stattfinden. Die Beteiligung an den Volksabstimmungen ist oft h\u00f6her als 50%, jene an den letzten Parlamentswahlen war immer unter 50% !<\/p>\n<p>Diesen Irrtum erkl\u00e4ren bedeutet nicht ihn zu rechtfertigen oder gar zu billigen. Denn er ist schwerwiegend. Denn ein Parlament muss wirklich alle Bev\u00f6lkerungskreise repr\u00e4sentieren, wenn es f\u00e4hig sein soll, in seinen Beschl\u00fcssen dem Willen der Allgemeinheit zu\u00a0 entsprechen. Um diesen zu finden, m\u00fcssen alle verschiedenen Gruppen und Klassen der Gesellschaft sich ausdr\u00fccken k\u00f6nnen. Doch je geringer die Beteiligung an den Wahlen ist, desto mehr sind jene Menschen, die wenig priviliegiert sind, untervertreten im Parlament und dieses hat dann die Tendenz, deren Bed\u00fcrfnisse zu marginalisieren. Wenn Sie auf die Wahrnehmung Ihres Wahlrechtes verzichten, dann erlauben Sie jenen, die nicht ihre Interessen vertreten, einfacher eine Mehrheit zu finden.<\/p>\n<p>Die Idee, dass die Direkte Demokratie alle Irrt\u00fcmer der indirekten, parlamentarischen Demokratie korrigieren kann, ist ein zweiter Irrtum. Denn nur 95% aller Entscheide des Parlamentes kommen zur Volksabstimmung. Das heisst nur 5% aller Parlamentsentscheide k\u00f6nnen vom Volk korrigiert werden. Die anderen gilt es zu akzeptieren. Auch wenn jenen, die nicht an der Wahl des Parlamentes teilgenommen haben. So leiden sie unter den Entscheidungen jener, die andere gew\u00e4hlt haben.<\/p>\n<p>Das ist der Grund, weshalb ich Sie bitte, nicht in diese Falle zu treten. Informieren Sie sich doch lieber \u00fcber die Positionen der verschiedenen Parteien zu den Fragen, die Ihnen wichtig sind. W\u00e4hlen Sie dann jene Partei, deren Antworten Ihren Ueberzeugzungen am n\u00e4chsten kommen. Verdoppeln Sie die Namen jener Kandidaten, die Sie besonders \u00fcberzeugen, streichen Sie jene, welche Sie nicht ansprechen.<\/p>\n<p>Vergessen Sie nicht, dass Ihnen das schweizerische Wahlrecht viel mehr Freiheiten erlaubt als vergleichbare Wahlrechte anderer Staaten. In keinem anderen Land sind die Listen offen und Sie k\u00f6nnen sonst nirgend Kandidaten verdoppeln oder solche von anderen Parteien auf Ihre Liste schreiben.<\/p>\n<p>Doch diese Freiheiten n\u00fctzen nichts, wenn sie nicht wahrgenommen werden. Sie m\u00fcssen handeln, wenn Sie wirklich frei sein wollen. Wenn Sie darauf verzichten, dann k\u00f6nnten Sie manipuliert werden. Doch dies h\u00e4tten Sie wirklich nicht verdient.<\/p>\n<p>Deshalb bitte ich Sie, das Wahlcouvert mit allen Unterlagen aus dem Briefkasten zu nehmen, auf dem K\u00fcchentisch auszubreiten und zu studieren, vielleicht auch dann ruhen lassen einige Zeit und in einem ruhigen Moment dann Ihre Liste so zu w\u00e4hlen und auszuf\u00fcllen, wie Sie es richtig finden. Und dann bitte nicht vergessen, die Wahlkarte zu unterschreiben und zusammen mit den Wahlzetteln im Hauptcouvert wieder in einen gelben Briefkasten der Schweizer Post zu werden. Und dies alles vor dem 10.10., damit die Post genug Zeit hat, Ihr Couvert auf die Gemeindekanzlei zu bringen. Und dort z\u00e4hlen dann Ihre Stimmen und werden nicht vergessen, wenn die Sitze im Parlament verteilt werden . Vielen Dank !<\/p>\n<p><strong><em>Sie sollten w\u00e4hlen weil\u2026<\/em><\/strong><br \/>\n<em> \u2026je geringer die Beteiligung an den Wahlen ist, desto mehr sind jene Menschen, die wenig privilegiert sind, untervertreten im Parlament und dieses hat dann die Tendenz, deren Bed\u00fcrfnisse zu marginalisieren. Wenn Sie auf die Wahrnehmung Ihres Wahlrechtes verzichten, dann erlauben Sie jenen, die nicht ihre Interessen vertreten, einfacher eine Mehrheit zu finden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Sie auf die Wahrnehmung Ihres Wahlrechtes verzichten, dann erlauben Sie jenen, die nicht ihre Interessen vertreten, einfacher eine Mehrheit zu finden. 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