Integration
Arbeiten ohne Unterlass
Verglichen mit den Nachbarländern und anderswo geht es zwar nicht um einen grossen Prozentsatz, doch trotzdem lässt sich sagen, dass es der albanischsprachigen Bevölkerung in der Schweiz offensichtlich nicht schwer fällt, Arbeit zu finden. Und nicht nur einfach zu arbeiten, sondern viele von ihnen arbeiten gar an zwei Stellen.
Fehmi Sabedini (46) von Luzern lebt seit 25 Jahren in der Schweiz und seit ebenso langer Zeit arbeitet er in der gleichen Baufirma. Sabedini geht jeden Tag nach Beendigung der ordentlichen Arbeit auf dem Bau und nachdem er sich zu Hause etwas ausgeruht hat um ungefähr sechs Uhr abends in sein Büro, das sich in der Nähe seiner Wohnung befindet, und macht sich an die Arbeit in seinem Reisebüro, wo er Flugbillets verkauft.
Wie schwierig es ist, zwei Arbeitsstellen innezuhaben, erzählt Ramadan Sabedini gleich selbst: “Natürlich macht es dich müde, wenn du zwei Stellen hast, das ist klar, aber jede Arbeit, die dich interessiert und von der du einen Gewinn hast, machst du gerne und du vergisst die ganze Müdigkeit. Dieses Reisebüro habe ich vor sechs Jahren eröffnet, Arbeit gibt es, aber freie Zeit habe ich sehr wenig, vor allem an den Wochenenden bin ich sehr beschäftigt.”
Der 46-Jährige, der ursprünglich aus Gjilan kommt, sagt zudem, dass es auch die Unterstützung der Familie brauche und die Arbeitsbedingungen stimmen müssen, um der Arbeit an zwei Stellen nachgehen zu können.
“Ich arbeite den ganzen Tag auf dem Bau, doch bei meiner zweiten Arbeit hilft mir auch mein Sohn ab und zu, und mein Glück ist es, dass ich das Büro hier in der Nähe der Wohnung habe”, sagt Sabedini.
Ein weiteres Beispiel, wie jemand zwei Arbeiten nachgeht, zeigt uns Ramadan Robelli aus St. Gallen, der Gleisarbeiter ist und meistens Nachtschicht arbeitet.
“Als ich diese Wohnung erhielt, wo wir jetzt Mieter sind, nahm ich auch die Arbeit als Hauswart an. Ich bin verantwortlich für den Unterhalt von zwei Blöcken mit 28 Wohnungen. Es gibt wirklich viel zu tun, um dieser ganzen Verantwortung nachzukommen. Ich arbeite auf den Bahngleisen, doch auch die Hauswartarbeit mache ich leidenschaftlich gern. Die grüne Umgebung gefällt mir, und wenn ich in der Natur arbeite, ist es für mich auch einfach Entspannung”, sagt Robelli.
Er sagt, er habe ein klares Ziel, für das er an zwei Arbeitsstellen arbeite.
“Ich wollte, dass meine Kinder in meinem Haus und in der Kultur meiner Familie aufwachsen und erzogen werden, und nicht dass ich sie von einer Krippe zur andern bringen muss. Lieber arbeite ich an zwei Stellen, und meine Frau soll Zeit haben, selber für die Kinder zu schauen. Das andere Ziel, für welches ich an zwei Stellen arbeite, hat damit zu tun, dass ich meinen Vater und meinen Bruder in Kosova habe, und wenn ich ihnen dort nicht helfe, ist es für sie sehr schwer, nur mit einem dortigen Lohn zu leben”, sagt Robelli.
Nicht allen ist es möglich, einen Arbeitsplatz zu finden, geschweige denn, dass sie gleich an zwei Arbeitsstellen einem Erwerb nachgehen könnten, und am schwierigsten ist es für jene, die gerade erst in die Schweiz gekommen sind und sich noch nicht auf dem Arbeitsmarkt zurechtfinden.
Einer von ihnen ist Agron Xhymshiti aus dem Kanton Zürich. Er erzählt: “Ich bin schon seit zwei Jahren in der Schweiz, doch gelang es mir bisher nicht, eine feste Stelle zu finden. Ich weiss nicht, wie die Situation war, bevor ich zum Arbeiten in die Schweiz kam, doch zur Zeit kann ich keine Arbeit finden, obwohl ich ständig am Suchen bin. Ich gehe in einen Deutschkurs, um besser Deutsch sprechen zu können, denn ohne Sprache besteht keine Chance auf Arbeit.”
Trotzdem ist die Schweizer Wirtschaft eine der stabilsten auf der Welt. Ihre langfristige Politik der Währungssicherheit und politischen Stabilität bewirkte, dass die Schweiz ein sicherer Hort für Investoren ist, woraus eine Wirtschaft entstand, die von einem andauernden Nachschub ausländischer Investitionen abhängig ist. Wegen der Kleinheit des Landes und der hohen Arbeitsspezialisierung sind Industrie und Handel die Schlüssel der wirtschaftlichen Existenz der Schweiz. Die Schweiz hat eines der höchsten Prokopfeinkommen der Welt, und eine der niedrigsten Arbeitslosigkeitsraten sowie ein ausgeglichenes Budget.
Zu arbeiten ist eine menschliche Pflicht in der Welt, in der wir leben, um für unsere Nachkommen eine bessere Zukunft zu schaffen.
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