Integration
Besa, die Geschichte der albanischen Opferbereitschaft zur Rettung von Juden
Am Donnerstag letzter Woche ist in Basel die Ausstellung "Besa, ein Ehrenkodex: Wie die Albaner die Juden während des Zweiten Weltkrieges retteten" eröffnet worden.
“Albanien rettete die Moral der Welt!” Eine solche Aussage klingt übertrieben und pathetisch, wenn es die Albaner sagen. Doch wer dies sagte und mehrmals vor dem Schweizer und albanischen Publikum wiederholte, war Johanna Neumann, die jüdische Frau, welche zusammen mit ihrer Familie und vielen Angehörigen ihres Volkes dank der Besa beziehungsweise der albanischen Gastfreundschaft vor dem Holocaust gerettet worden war.
Am Donnerstag vergangener Woche war in Basel die Ausstellung “Besa – ein Ehrenkodex: Wie die Albaner während des Zweiten Weltkrieges die Juden retteten” eröffnet worden. Sie ist die erste im Rahmen von zehn Ausstellungen und weiteren, über ein Jahr verteilten, Anlässen in der Schweiz zu diesem Thema.
An der feierlichen Eröffnung im bis auf den letzten Platz mit albanischem, schweizerischem und jüdischem Publikum besetzten Saal waren auch die Botschafter von Israel, Yigal Baruch Caspi, von Albanien, Ilir Gjoni, und von Kosova, Naim Malaj, anwesend.
Im Namen der beiden Gastgeber, der Stadt Basel sowie dem Kanton Basel-Stadt, begrüsste der Vertreter des Basler Grossen Rats, Daniel Goepfert, das Publikum.
Die Fotoausstellung “Besa” ist ein Beitrag des Holocaustmuseums Yad Vashem. Sie war bereits in vielen Metropolen der Welt zu sehen, um über die selbstlose Haltung der Albaner zu informieren, die während den Jahren des Zweiten Weltkrieges hunderte von Juden vor Deportation und Tod retteten. In die Schweiz gekommen ist diese Ausstellung als Ergebnis eines grossen Engagements einer Gruppe israelischer und schweizerischer Initianten, die von den Botschaften Israels, Albaniens und Kosovas unterstützt worden waren und welchen sich zudem albanische Vereinigungen wie der Rat der Albanerinnen und Albaner in der Schweiz, albanische Einzelpersonen und Geschäftsleute etc. angeschlossen hatten. Auch die Plattform albinfo.ch war von Beginn weg als Medienpartner bei der Organisation der Ausstellungsreihe “Besa” engagiert.
In der Eröffnungsrede sprach Esther Hörnlimann, Co-Projektleiterin, über das Ziel der Ausstellung, welche nicht zufällig am 8. Mai eröffnet wurde, am Vorabend des Europatags beziehungsweise des 9. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nazismus. Der Aufbau von Brücken zwischen den Völkern, die Erinnerung und die Würdigung der beispiellosen Solidarität der Albaner mit den Juden während des Zweiten Weltkrieges, und die Pflege dieses positiven Erbes in der heutigen Zeit sind die Ziele, für welche diese Ausstellungsreihe initiiert wurde.
Auch Daniel Goepfert vom baselstädtischen Grossen Rat, Guy Rueff, der Präsident der Israelitischen Gemeinschaft in Basel, und Gzim Hasanaj im Namen des Rats der Albaner in der Schweiz, hielten Begrüssungsansprachen.
Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt von Frau Johanna Neumann, die als Kind die Solidarität und die Opferbereitschaft der Albaner für die Juden persönlich erlebt hatte. Neumann arbeitet für die US Holocaust Memorial Museum in Washington DC. Die zarte, aber für ihre 84 Jahre äusserst vitale und scharfsinnige Frau weckte mit ihrer spontanen Rede starke Gefühle bei den Anwesenden. Sie evozierte mit viel Hingabe die Erinnerungen an die warmherzige Gastfreundschaft, die die Albaner ihrer Familie und den Angehörigen ihres Volkes entgegenbrachten. Es war eine beispiellose Geschichte, die von einer einzigartigen Tugend zeugt, die die Albaner in jener Zeit aufbrachten, sagte Neumann, welche extra aus Washington gekommen war, um an der Veranstaltung teilzunehmen.
In den folgenden Tagen werden noch weitere Aktivitäten im Zusammenhang mit der Ausstellung stattfinden, wie etwa ein kollektiver Besuch der Schüler der Basler Schulen, Filmvorführungen etc.
Die Ausstellung dauert bis zum 22. Mai.
(B.SH.)
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