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Das Elina Duni Quartett und ihre magischen Geschichten

Eine ausdrucksstarke Stimme, ein Klaviervirtuose, mystische Bassklänge und einer der schweizweit besten Jazz-Schlagzeuger. Die Koryphäen der Schweizer Jazzszene begeistern im Zürcher Volkshaus.

 

  • Visar Kryeziu - Different Shows

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  • Fatmir Haziri - Different Shows

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Dallëndyshe“, die Schwalbe, heisst das neuste Album der schweizerisch–albanischen Sängerin Elina Duni und ihrem Quartett. Ein Album, das jedem Liebhaber, jeder Liebhaberin der albanischen Volksmusik das Herz höher schlagen lässt. Die Lieder unserer Heimat interpretiert auf eine einzigartige Art: modern und poetisch, ohne jeglichen Kitsch. Ein Kunststück, das nur das Elina Duni Quartett zu schaffen vermag. Am Samstagabend verzauberten sie damit das Zürcher Publikum.

Wenn Elina Duni den ersten Ton anstimmt, wissen die Zuhörer und Zuhörerinnen, dass die Reise beginnt. Eine Traumreise durch die albanischsprachigen Gebiete des Balkans, über verschiedene Epochen hinaus, durch magische Geschichten schlängelnd. Zu Beginn führte das Quartett das Publikum mit Cobankat nach Südalbanien, bevor Elina Duni durch Delja Rude erzählte, wie eine Hirtin in Nordalbanien den Ausflug mit ihrem Lamm als Alibi nutzte, um ihren Liebhaber zu treffen. In kur më del n’sokak sagt ein Verehrer zu seiner Herzensdame, er liebe sie so sehr, dass er sie am liebsten gleich auffressen würde, erklärte die Sängerin, bevor sie mit dem Song startete. Melancholisch stimmten die Künstler das Publikum mit dem 500 Jahre alten Lied Dallëndyshe. Ein Lied über die Sehnsucht nach der Heimat. In ihr geliebtes Albanien zurück kehren zu wollen, sangen die Arbreshen schon vor so vielen Jahren. Die im weissen Saal anwesenden Albanerinnen und Albaner wussten, dass die Arbreshen dies genau so wenig getan haben, wie sie es tun würden.

Zwischendurch riss der Schlagzeuger Norbert Pfammater mit seinen rhythmischen Kunststücken das Publikum aus seiner Trance, welches sichtlich bemüht war, nicht gleich aufzustehen, um dazu zu tanzen. Jedoch liessen die Fans sich nicht nehmen, die Musiker mit meist passendem Klatschen zu begleiten.

Künstlerische Variationen

Das aus Elina Dunis Heimatstadt Tirana stammende Lied Bukuroshe Lales ist eine Liebeserklärung eines jungen Mannes an seine Geliebte. Dieses Liebesmärchen, früher von Fitnete Rexha gesungen, tauchten die Künstler in den Jazzbrunnen und brachten eine frische, schnellere Version empor. Auch Fëllënza wurde ganz neu harmonisiert. Im Allgemeinen ist das neue Album nach Duni mehr karmamusikalisch, feiner und subtiler als beispielsweise ihr erstes.

Ein wesentlicher Unterschied zu den ersten zwei Alben des Quartetts besteht auch in der Auswahl der Lieder. Während auf Baresha und Lume Lume Volkslieder unterschiedlicher Herkunft und Sprache zu hören sind, beschränken sich die Musiker seit ihrem zweitletzten Album Matanë Malit auf albanischsprachige Songs.

Duni erklärt im Interview mit Albinfo, dass dieser Wechsel ein ganz natürlicher Prozess war. Für das renommierte Label EMC wollte sie ein Konzeptalbum machen und sich somit konsequent nur auf albanische Lieder konzentrieren. Für Matanë Malit hat sie deshalb Songs aus verschiedenen Regionen und Zeiten ausgewählt, um die Geschichte des albanischen Volkes darzustellen. In Dallëndyshe spielen hingegen die Themen Exil, unter anderem weil es sehr aktuell ist, und Liebe eine zentrale Rolle.

Kritisiert wurde das Quartett für die Transferierung der Volkslieder ins Modern Jazz laut Duni noch nie. Es gibt nämlich viele Musiker, die aus diesen Schätzen der albanischen Kultur Turbo Folk und Tallava machen, weshalb die Leute froh sind, durch ihre Interpretation die Poesie dieser Lieder zurück zu gewinnen. „Es gibt“, sagt Duni, „einen Hunger nach dieser intimen, gut klingenden Musik.“

Wie bei jedem ihrer Konzerte, interpretierten die Sängerin und ihre hervorragenden Mitmusiker nicht nur Lieder aus dem aktuellen Album, sondern präsentierten weitere Schätze aus ihrem Repertoire. Baresha, geschrieben vom Poeten Rifat Kukaj, gesungen von der grossen Nexhmije Pagarusha, erkannten kundige Fans vom ersten Ton an. Dabei wechselten die drei Instrumentalisten zwischen 7/8 und 9/8 Takten, als hätten sie Balkanrhythmen mit der Muttermilch aufgesogen und beendeten mit diesem Schmuckstück das Konzert. Das Publikum bedankte sich mit einer Standing Ovation.

Begeisterte Konzertbesucher

Von den Konzertbesucherinnen und Besucher fielen allerlei positive Aussagen über die mehr als einstündige Darbietung. Eine Frau versuchte in Worte zu fassen, wie sie emotional gefesselt war, wie sie ein Teil des Ganzen gewesen sei und von dieser Musik in den Bann gerissen wurde. Eine andere Zuhörerin schwärmte von Elinas fantastischer Stimme, während ein junger Mann Norbert Pfammater in den Himmel hoch lobte. Auch die nicht albanischsprachigen Anwesenden, wie die junge Frau aus Indien oder der belgische Balletttänzer, erklärten, dass ihnen die Musik sehr gut gefallen hat und sie dieser weiterhin folgen möchten.

Aufgrund der Organisation durch Fatmir Haziri, dem Gründer von Different Show, waren die meisten Anwesenden jedoch Albanerinnen und Albaner, was Elina Duni erfreute, da dies bei anderen Konzerten in der Schweiz weniger der Fall ist.

Für einen gelungenen Abend sorgte zudem das 15 jährige Ausnahmetalent Ron Atiqi aus Winterthur. Der äusserst begabte Gitarrist hatte die Ehre als Voract aufzutreten. Mit seinem beeindruckenden Gitarrenspiel stimmte er das Publikum auf den Hauptact ein. Nervös sei er überhaupt nicht gewesen, sagte der charismatische junge Mann kurz nach seinem Auftritt. Er will Musik studieren, Konzertgitarrist werden und auf Tournee gehen. Vielleicht wird der Neffe von Faton Macula sich eines Tages dafür entscheiden, seine Interpretation albanischer Hits zu präsentieren, um uns genau so viel Freude zu bereiten, wie das Elina Duni Quartett.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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