Nachrichten
Ferati reagiert auf Debatte um Community-Voting: „Es geht um lokale Demokratie, nicht um ein organisiertes System“
In den Genfer Gemeinden Vernier und Meyrin haben einige statistische Auffälligkeiten erneut eine Diskussion über das sogenannte „Community-Voting“ entfacht. Der aus dem Kosovo stammende Abgeordnete im Genfer Grossen Rat, Léonard Ferati, hat sich mit einer klaren Stellungnahme zu Wort gemeldet. Er fordert mehr Differenzierung und bezeichnet die Debatte als „heuchlerisch und überfällig“, berichtet albinfo.ch.
Ferati weist die Behauptung eines organisierten Systems zugunsten der albanischen Gemeinschaft entschieden zurück: „Es gibt genauso viele Gewählte wie Nicht-Gewählte aus dieser Community. Es existiert keine systematische Logik. “
Er kritisiert auch eine politische Doppelmoral: „Niemand ist schockiert, wenn Parteiführer kulturelle Veranstaltungen besuchen, um Stimmen aus verschiedenen Communities zu gewinnen. Aber sobald Personen aus diesen Communities selbst kandidieren, wird es plötzlich zum Problem. “
„Ich würde nicht von Community-Voting sprechen, sondern eher von ‚Nähe-Wahl ‘“, erklärte Ferati gegenüber Schweizer Medien. Au’s seiner Sicht ist es selbstverständlich, dass Wähler Kandidatinnen und Kandidaten unterstützen, mit denen sie sich verbunden oder ähnlich fühlen. „In diesen Randgemeinden leben Menschen, die aus denselben Communities stammen wie jene auf den Wahllisten. Auch das ist Teil der lokalen Demokratie“, betont er.
Zudem verweist Ferati auf systematische Diskriminierung: „Ausländische Kandidaten werden immer noch häufiger von den Listen gestrichen. Sie starten oft von weiter unten und müssen härter arbeiten, um gewählt zu werden.“
Für ihn ist es bemerkenswert, dass diese Debatte gerade jetzt neu entfacht wird: „Warum gerade jetzt diese Irritation, wo diese Menschen endlich Verantwortung übernehmen und Einfluss auf lokale Institutionen gewinnen?“
Der sozialistische Abgeordnete hält es für unfair, dass von Kandidaten mit Migrationshintergrund verlangt werde, ihre Identität aufzugeben: „Sie absolvieren Hochschulstudien, engagieren sich in Vereinen, leisten Beiträge für die Gesellschaft. Es ist nicht gerecht, ihnen zuzumuten, ihre Herkunft zu verleugnen.“
Weitere aus Nachrichten
E-Diaspora
-
In Bern findet ein Literaturabend zum 95. Geburtstag von Dritëro Agolli statt. Die von der Albanischen Botschaft organisierte Veranstaltung brachte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Künstlerinnen und Künstler sowie... -
Professorin aus dem Kosovo hält einen Vortrag an der Universität Regensburg in Deutschland. -
Der kosovarische Komponist Ardian Gega präsentiert sich in Prag mit seinem Werk “On the Edge of Silence”. -
Venera vertritt den Kosovo auf dem Weltkongress für Endokrinologie in den USA. -
Vom Kosovo an die Michigan Law School: Ilir Hajraj erzielt einen bedeutenden akademischen Erfolg.
Leben in der Schweiz
-
Die Sängerin A R B Ë R E S H Ë, ein intuitiver Zugang zum Gesang und zur Neuinterpretation der albanischen Musiktradition. In diesem Interview mit albinfo.ch spricht die Sängerin A R B Ë R E S H... -
“She Leads 2026” brachte albanische Unternehmen aus der Schweiz, dem Kosovo und Nordmazedonien zusammen. -
Florim Kadriu: Die Solidarität der Gesellschaft hat die Verbreitung der Angst besiegt -
Heute Abend bestreitet die Schweiz ihr erstes Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. -
Zvicër
Die größte Messe für Unternehmerinnen öffnet ihre Türen, “She Leads 2026” startet in der Schweiz.












