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Mehr als die Hälfte der ausgesteuerten Personen ist nach einem Jahr wieder erwerbstätig
Über die fünf Jahre hinweg von 2014 bis 2018 wurden jedes Jahr im Durchschnitt 37 700 Personen ausgesteuert. Mehr als die Hälfte (55%) ist bereits im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig
Seit fünf Jahren werden jährlich knapp 38 000 Personen von der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert. 55% von ihnen sind im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Ausgesteuerte Personen, die sich wieder in die Arbeitswelt eingliedern können, erzielen im Vergleich zu den anderen Arbeitnehmenden allerdings tiefere Löhne und sind häufiger in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig. Die neue Publikation «Situation der ausgesteuerten Personen» des Bundesamts für Statistik (BFS) stützt sich auf die Syntheseerhebung soziale Sicherheit und Arbeitsmarkt (SESAM) und ermöglicht es, die Situation der Personen nach einer Aussteuerung mit jener von allen Erwerbstätigen zu vergleichen.
Die vorliegende Studie zielt darauf ab, die Situation von Personen in den Jahren nach einer Aussteuerung zu beschreiben. Die Situation vor der Arbeitslosigkeit und die Ursachen, welche zu einer Aussteuerung geführt haben, werden hingegen nicht berücksichtigt.
Über die fünf Jahre hinweg von 2014 bis 2018 wurden jedes Jahr im Durchschnitt 37 700 Personen ausgesteuert. Mehr als die Hälfte (55%) ist bereits im ersten Jahr nach der Aussteuerung wieder erwerbstätig. Nach fünf Jahren sind 63% erwerbstätig, während 15% noch eine Stelle suchen und 22% der Ausgesteuerten sich aus dem Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Überrepräsentiert bei den Ausgesteuerten sind die Personen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren: sie stellen 48% der Ausgesteuerten, wobei sie insgesamt 41% der Arbeitslosen und 42% der Erwerbsbevölkerung entsprechen. Auch Personen ohne Berufsausbildung (26% resp. 22% und 14%) und Personen ausländischer Herkunft (44% resp. 46% und 28%) sind wesentlich stärker von einer Aussteuerung betroffen als der Durchschnitt.
Mehr Flexibilität und Teilzeitarbeit
Ausgesteuerte Personen, die im Arbeitsmarkt wieder Tritt fassen, sind öfter als die übrigen Arbeitnehmenden in atypischen Arbeitsverhältnissen tätig. 9% der ausgesteuerten verrichten Arbeit auf Abruf (Arbeitnehmende insgesamt: 5%) und 4% werden von einem Stellenvermittlungsbüro vermittelt und bezahlt (Arbeitnehmende insgesamt: 1%). Während von den Arbeitnehmenden insgesamt 91% einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben, sind es bei den zuvor Ausgesteuerten 86%.
27% der ausgesteuerten Männer arbeiten Teilzeit, während dieser Anteil bei den männlichen Erwerbstätigen insgesamt 15% ausmacht. Auch bei den Frauen zeigt sich dieser Unterschied (69% nach einer Aussteuerung gegenüber 60% bei den erwerbstätigen Frauen insgesamt).
51% der Erwerbstätigen, die nach einer Aussteuerung Teilzeit arbeiten, möchten ein höheres Arbeitspensum und sind innerhalb von drei Monaten dafür verfügbar. Sie gelten als Unterbeschäftigte. Bei den Teilzeiterwerbstätigen ohne Aussteuerung liegt dieser Anteil 2,4 Mal niedriger (21%).
Niedrigere Löhne für Personen, die ausgesteuert waren
Während der Medianstundenlohn (brutto) für Arbeitnehmende Fr. 36.10 beträgt, liegt er bei ausgesteuerten Personen, die wieder erwerbstätig sind, bei Fr. 28.00.
Bei Führungskräften ist das Lohngefälle zwischen den Arbeitnehmenden insgesamt (Fr. 54.90) und den Arbeitnehmenden nach einer Aussteuerung (Fr. 41.20) besonders stark ausgeprägt. Deutlich geringer sind die Lohnunterschiede demgegenüber in der Kategorie der Hilfsarbeitskräfte (Fr. 24.00; Arbeitnehmende insgesamt: Fr. 25.00).
Schlechterer Gesundheitszustand
Die ausgesteuerten Personen weisen unabhängig vom Alter einen schlechteren Gesundheitszustand auf als die Erwerbsbevölkerung. Rund eine von zehn ausgesteuerten Personen (11%) zwischen 45 und 64 Jahren stuft die eigene Gesundheit als schlecht bis sehr schlecht ein, verglichen mit 2% der Erwerbsbevölkerung. Auch bei den 30- bis 44-Jährigen sind starke Unterschiede zu verzeichnen (6% der Ausgesteuerten; 1% der Erwerbsbevölkerung).
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