Integration
Teuta Kryeziu, zwischen Kommunikation und Verständnis im Familienleben
Als systemische Beraterin und Mediatorin arbeitet sie über Familienberatung plus im Kanton Bern mit albanischen Familien, die mit komplexen Lebenssituationen konfrontiert sind
Im Alltag vieler Familien, die fern ihres Herkunftslandes leben, sind Spannungen nicht immer sichtbar. Sie zeigen sich in der Art zu sprechen, im Vermeiden schwieriger Themen und in unausgesprochenen Erwartungen. In diesem Raum, in dem persönliche Erfahrungen auf die Anforderungen einer anderen Gesellschaft treffen, sucht die Familie oft ein Gleichgewicht, das nicht leicht zu finden ist.
In dieser Realität arbeitet Teuta Kryeziu, systemische Beraterin und Mediatorin, die über Familienberatung plus im Kanton Bern mit albanischen Familien tätig ist, die mit komplexen Lebenssituationen konfrontiert sind. Ihre Arbeit beginnt nicht beim Problem als Kategorie, sondern bei der Beziehung als Prozess, bei der Art und Weise, wie Menschen sich verbinden, kommunizieren und einander beeinflussen.
Der Ansatz, den sie verfolgt, ist systemisch und transkulturell. Die Familie wird als lebendige Struktur verstanden, die durch ihre Geschichte, durch Migrationserfahrungen und durch die fortlaufende Beziehung zum Umfeld geprägt ist. In diesem Sinne werden Konflikte nicht als isolierte Ereignisse betrachtet, sondern als Ausdruck einer umfassenderen Dynamik, die verstanden und neu gestaltet werden muss.
In ihrer Praxis umfasst dies die Beratung von Eltern in Trennungsprozessen und bei der Neuorganisation des Familienlebens, die Mediation in oft emotional komplexen Konflikten sowie die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Fragen, die Schule, Identität und Lebensorientierung betreffen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist auch die Einschätzung elterlicher Kompetenzen sowie die Vermittlung im Umgang mit Institutionen, indem sie Familien hilft, sich in einem System zurechtzufinden, das ihnen oft fremd erscheint.
Dieses Profil basiert auf einer langjährigen Erfahrung in Bildung, Migration und Sozialarbeit. Ihr Engagement in der direkten Unterstützung von Familien, ihre Arbeit in interkulturellen Kontexten und ihre Erfahrung im Bildungsbereich haben eine stabile Grundlage geschaffen, um nicht nur individuelle Situationen, sondern auch die dahinterstehenden Mechanismen zu verstehen. Die Ausbildung in systemischer Beratung, interkultureller Mediation und fortgeschrittenen Methoden der Sozialarbeit verleiht ihrer Arbeit eine klare und nachhaltige Struktur.
In dieser Praxis verbindet sich die berufliche Erfahrung mit der persönlichen Erfahrung. Als Migrantin und Mutter kennt sie die Komplexität des Lebens zwischen zwei Kulturen aus eigener Perspektive. Das macht ihren Ansatz näher, aber auch präziser in der Einschätzung von Situationen, in denen familiäre Erwartungen auf soziale Realität treffen.
Ein zentrales Element ihrer Arbeit ist die Sprache. Die Möglichkeit, die Beratung auf Albanisch durchzuführen, schafft einen Raum, in dem Menschen sich ohne Filter ausdrücken können und ihre Erfahrungen und Emotionen klar formulieren. In vielen Fällen beginnt genau hier der eigentliche Veränderungsprozess.
In diesem Zusammenhang erklärt sie: “Die Familie ist keine statische Struktur, die repariert werden muss, sondern ein lebendiges System, das in seiner Gesamtheit verstanden werden muss, in seiner Geschichte, in seinen Schweigen und in der Art, wie die Mitglieder miteinander verbunden sind. Professionelle Intervention beginnt nicht mit der Lösung eines Konflikts, sondern mit der Schaffung von Bedingungen, in denen jeder gehört werden kann, ohne sich zu verteidigen oder zurückzuziehen.”
Ihre Arbeit macht auch eine stille Realität sichtbar: Viele Familien suchen erst Hilfe, wenn sich die Situationen bereits verschärft haben. Eine rechtzeitige Intervention beseitigt Konflikte nicht sofort, schafft jedoch Bedingungen, damit sie die Beziehungen nicht bestimmen. Besonders für Kinder bedeutet dies einen stabileren Entwicklungsraum.
Wie sie betont: “Wenn die Kommunikation abbricht, beginnt die Beziehung still zu schwächen; ihre Wiederherstellung braucht Zeit, aber vor allem die Bereitschaft, auch die Perspektive des anderen zu sehen. Was in diesen Prozessen geschieht, ist nicht spektakulär, sondern grundlegend: die Rückkehr der Kommunikation, das Setzen klarer Grenzen, die Schaffung einer neuen Form des Zusammenlebens. Wenn viele Beziehungen unter dem Tempo und dem Druck des Alltags erschöpfen, bleibt diese Arbeit eine stille, aber nachhaltige Form der Fürsorge.”
Für diejenigen, die professionelle Unterstützung suchen, kann Teuta Kryeziu über Familienberatung plus in Bern kontaktiert werden, an der Adresse Sternengässchen 1, telefonisch unter +41 76 233 30 80 oder per E Mail an info@familienberatung plus.ch. Weitere Informationen sind verfügbar unter: https://familienberatung-plus.ch/
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