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Grenzgängerzahl wächst seit der Jahrtausendwende stetig
Fast alle Grenzgängerinnen und Grenzgänger stammten Ende 2020 aus einem Nachbarstaat. Über die Hälfte (55%) hatte ihren Wohnsitz in Frankreich, dahinter folgen Italien (23%) und Deutschland (18%)
Ende 2020 arbeiteten rund 343 000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz. Vor 25 Jahren waren es noch halb so viele. Fast alle stammten aus einem Nachbarstaat und arbeiteten in einem Grenzkanton. Und während im Kanton Genf ihre absolute Zahl am höchsten war, hatten sie im Kanton Tessin den grössten Anteil an der Gesamtbeschäftigung. Dies sind einige Ergebnisse aus der Publikation «Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz 1996–2020» des Bundesamtes für Statistik (BFS).
Die 343 000 Grenzgängerinnen und Grenzgänger, die Ende 2020 in der Schweiz arbeiteten, machten 6,7% der Erwerbstätigen aus. Sie haben jedoch eine spezielle Bedeutung für den Schweizer Arbeitsmarkt: Erstens konzentrieren sie sich stark auf die Grenzregionen, wo sie einen beträchtlichen Anteil der Beschäftigten ausmachen. Zweitens hat sich ihre Zahl seit Mitte der 1990er-Jahre von 140 000 auf 343 000 mehr als verdoppelt.
Zunahme ab 1998
Die Entwicklung der Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger in der Schweiz während den 25 letzten Jahren hing von zahlreichen Faktoren ab, unter anderem von der Einführung der Personenfreizügigkeit und dem Wirtschaftswachstum.
Zu Beginn der Beobachtungsperiode (1996) ging die Anzahl Grenzgängerinnen und Grenzgänger sogar noch leicht zurück, ab 1998 pendelten dann jedes Jahr mehr in die Schweiz. Seit 2004, dem Beginn der Liberalisierung des Schweizer Arbeitsmarktes für Personen mit einer Grenzgängerbewilligung, ist ein stärkeres Wachstum zu beobachten: Zwischen 1996 und Ende 2004 arbeiteten jedes Jahr im Durchschnitt 2,7% mehr in der Schweiz. In der Periode ab Ende 2004 bis Ende 2020 betrug dieses Wachstum dann durchschnittlich 4,4% pro Jahr. Insgesamt hat ihre Zahl von 1996 bis 2020 um 143% zugenommen.
Hoher Anteil im Kanton Tessin
Die meisten Grenzgängerinnen und Grenzgänger arbeiteten Ende 2020 in einem Grenzkanton. Während ihre absolute Anzahl im Kanton Genf mit über 90 000 am höchsten war, ergibt sich ein anderes Bild, wenn man ihren Anteil an den Gesamtbeschäftigten betrachtet: am grössten war dieser mit 29% im Kanton Tessin, im Kanton Genf lag er bei 24%. Weitere Kantone mit einem hohen Grenzgängeranteil waren die Kantone Jura (19%), Basel-Stadt (18%), Basel-Landschaft (14%) und Neuenburg (12%).
Mehr als die Hälfte stammt aus Frankreich
Fast alle Grenzgängerinnen und Grenzgänger stammten Ende 2020 aus einem Nachbarstaat. Über die Hälfte (55%) hatte ihren Wohnsitz in Frankreich, dahinter folgen Italien (23%) und Deutschland (18%). Weniger als 3% pendelten aus Österreich oder Liechtenstein in die Schweiz, die übrigen 0,7% stammten aus anderen Staaten. Davon kamen die meisten Personen aus Polen (640), der Slowakei (400) und Ungarn (360).
Häufiger in der Industrie als inländische Erwerbstätige
Verglichen mit den inländischen Erwerbstätigen waren Grenzgängerinnen und Grenzgänger im 4. Quartal 2020 häufiger in der Industrie tätig. Von den inländischen Erwerbstätigen arbeiteten nur 21% im sekundären Sektor, bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern waren es 33%.
Trotzdem war die Mehrheit, wie auch bei den inländischen Erwerbstätigen, im tertiären Sektor tätig. Während 77% aller inländischen Erwerbstätigen im Dienstleistungsbereich arbeiteten, waren es bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern lediglich 67%. In der Landwirtschaft arbeiteten nur 0,7% von ihnen – bei den inländischen Erwerbstätigen waren es im Vergleich dazu 2,3%.
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