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Antrag von Bosnien und Herzegovina auf EU-Mitgliedschaft angenommen
Die EU-Mitgliedsstaaten haben den Antrag von Bosnien und Herzegovina auf die Mitgliedschaft in die europäische Union angenommen. Damit beginnt ein langer Entscheidungsprozess der Kandidatur. Die EU-Mitgliedschaft von Bosnien und Herzegovina ist aufgrund der besonderen Regierungs- und Führungsstruktur des Landes sehr kompliziert.
Die EU-Mitgliedsstaaten nahmen an Dienstag den Antrag auf eine EU-Mitgliedschaft von Bosnien und Herzegovina an. Die Exekutivorgane der EU haben nun den Auftrag, die Bereitschaft des Balkanstaates zu prüfen, sich der EU anzuschliessen. Die EU-Kommission wird nun prüfen, ob Bosnien und Herzegovina die Kriterien erfüllt, den Status des Beitrittskandidaten zu erhalten – ein Prozess, der bis zu einem Jahr dauern kann, schreibt Deutsche Welle. Die Kommission kann bestimmen, welche Bedingungen das Land erfüllen muss, bis es die volle Mitgliedschaft erhält. Für Sarajevo wird dies ein langer und komplizierter Prozess.
„Dies ein guter Tag für Bosnien und Herzegovina, aber auch für uns. Wir zeigen, dass die Erweiterungsstrategie funktioniert“, sagte Ivan Korcok, hoher Vertreter des slowakischen Aussenministeriums, dessen Land die EU-Präsidentschaft hält.
Bosnien und Herzegovina wird nun einen Fragekatalog mit Tausenden Fragen beantworten müssen. Daraus wird die Kommission ableiten, ob das Land reif und bereit ist, sich der EU anzuschliessen. Die Kommission wird sich ein Bild über die Wirtschaft Bosniens machen wollen, sowie über die Lage der Menschenrechte, die Rechtsstaatlichkeit und über weiteren Aspekte, die für einen Mitgliedsstaat der EU wichtig und entscheidend sind.
Der Prozess der Mitgliedschaft der EU ist äusserst kompliziert – wenn man bedenkt, dass es im Land in den 1990er Jahren ein verehrender Krieg herrschte. Mit dem Abkommen von Dayton wurde der Krieg beendet, es teilte das Land aber in zwei autonomen Gebieten: die eine Hälfte wird von Bosniern und Kroaten verwaltet, die andere Hälfte von Serben. Jede ethnische Gruppe hat auch einen gesicherten Sitz in der Präsidentschaft des Landes. Diese Regierungsstruktur macht das Land praktisch nicht regierbar. Jede Reform braucht sehr viel Zeit, und darunter leider die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sehr. In den letzten 14 Monaten hat Bosnien und Herzegovina allerdings daran gearbeitet, neue wirtschaftliche Perspektiven für das Land zu öffnen. Die EU-Staaten verlangen, dass das Balkanland weiterhin auf Reformkurs bleibt.
Der bosnische Ministerpräsident Denic Zvizdic sagte, die Annahme des Antrages auf EU-Mitgliedschaft ist ein historischer Moments für die europäische Zukunft seines Landes. „Dies ist eine wirklich gute Nachricht für Bosnien und Herzegovina und besonders für die Jugend unseres Landes“.
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