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Der Präsident der Schweiz, Guy Parmelin: Gemeinsamer Schmerz erfordert Verantwortung und Handeln

Heute begeht die Schweiz den nationalen Trauertag im Gedenken an die Opfer des verheerenden Brandes in Crans Montana. Der Präsident der Eidgenossenschaft, Guy Parmelin, wendet sich in einem offenen Brief an die Bevölkerung und betont, dass die Folgen dieser Tragödie aufgearbeitet werden und die institutionelle Verantwortung gegenüber den Opfern untrennbar mit konkretem Handeln verbunden bleibt.

“An diesem Tag ist die Schweiz im Herzen und in der Trauer vereint”, erklärt der Präsident der Eidgenossenschaft. Er unterstreicht, dass Respekt, Erinnerung und das Engagement, alles zu tun, um eine Wiederholung einer solchen Katastrophe zu verhindern, eine moralische Verpflichtung gegenüber den Betroffenen, ihren Familien und Angehörigen darstellen. Der Brief wird heute in der Zeitschrift Schweizer Illustrierte veröffentlicht.

Gleichzeitig prüfen die Justizbehörden, ob und in welchem Ausmaß Sicherheitsvorschriften verletzt wurden. “Das schulden wir den Opfern und ihren Angehörigen”, betont der Bundesrat und spricht den Überlebenden sein Beileid und seine Solidarität aus, die sich heute am Anfang eines langen Weges der körperlichen und psychischen Genesung befinden.

Die Ermittlungen nehmen auch eine internationale Dimension an. Die Staatsanwaltschaft in Rom hat ein Verfahren zum Brand von Crans Montana eröffnet, nach ähnlichen Schritten in Frankreich und Belgien. Bei der Neujahrstragödie kamen sechs italienische Staatsangehörige ums Leben, während 14 der 114 Verletzten italienischer Herkunft sind. Die Ermittlungen werden von den Staatsanwälten in Rom geführt, die für Fälle mit im Ausland betroffenen italienischen Staatsbürgern zuständig sind. In den kommenden Tagen trifft der italienische Botschafter in Bern, Gian Lorenzo Cornado, mit der Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis zusammen, um Informationen über den Stand der Untersuchungen auszutauschen.

Im Rahmen des nationalen Trauertages wird heute um 14:00 Uhr landesweit eine Schweigeminute abgehalten. Die Kirchenglocken läuten fünf Minuten lang, während die Flaggen an den Gebäuden des Parlaments und der Bundesinstitutionen auf Halbmast gesetzt sind.

Die zentrale Gedenkfeier findet in Martigny statt, an der der Präsident der Eidgenossenschaft Guy Parmelin, die Bundesräte Beat Jans und Ignazio Cassis sowie Mitglieder der Kantonsregierung des Wallis teilnehmen. Anwesend sind auch Vertreter der Herkunftsländer der Opfer und Verletzten sowie Staaten, die Hilfe leisten. Zu den Gästen zählen der Präsident Italiens, Sergio Mattarella, und der Präsident Frankreichs, Emmanuel Macron.

Der öffentliche Sender RSI sendet heute spezielle Informationsprogramme und Live Übertragungen von der Zeremonie und macht diesen Trauertag zu einem gemeinsamen nationalen Akt der Erinnerung und des Bewusstseins.

In der Stille dieses Tages trauert die Schweiz nicht nur um den Verlust von Menschenleben, sondern bekräftigt auch ihre Verantwortung, Schmerz in Handeln zu verwandeln, Erinnerung in Gerechtigkeit und Solidarität in eine Garantie für das Leben.