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Zwischen zwei Kulturen, ein Erfolg: Die Geschichte von Algjerina Ruhani
Mit zwei Hochschulabschlüssen in den Bereichen Prozessmanagement, Datenanalyse und Supply Chain Management ist sie heute beruflich in der Technologiebranche, der digitalen Industrie sowie im IT-Sektor in Österreich tätig. Zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, hat Algjerina Ruhani Disziplin und Engagement zur Grundlage ihres akademischen und beruflichen Erfolgs gemacht.

Algjerina Ruhani
Albinfo.ch: Können Sie uns erzählen, welches Studienfach Sie studiert haben und wie die Universität heißt?
Ich habe mein Bachelorstudium an der FH Oberösterreich am Campus Steyr im Studiengang “Prozessmanagement und Business Intelligence” abgeschlossen.
Dieser Studiengang verbindet Prozessmanagement in Unternehmen mit Datenanalyse. Während des Studiums lernt man, Prozesse zu optimieren, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und wirtschaftliche Aspekte mit digitalen Technologien zu verknüpfen. Es handelt sich heute um ein sehr gefragtes Fachgebiet, da Unternehmen zunehmend effizienter und datenorientierter arbeiten möchten.
Nach dem Bachelorabschluss habe ich direkt das Masterstudium an derselben Hochschule im Studiengang “Supply Chain Management” begonnen.
Dieses Programm konzentriert sich auf das Management von Lieferketten, also auf die Organisation und Vernetzung von Prozessen von der Produktion und Beschaffung bis hin zur Verteilung von Produkten. Es umfasst Themen wie Logistik, Datenanalyse und das Management globaler Prozesse, mit einem starken Praxisbezug und enger Verbindung zur Industrie.
Diese Kombination von Studiengängen hat mir eine sehr solide wirtschaftliche und analytische Grundlage vermittelt und mich optimal auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.
Albinfo.ch: Können Sie die Emotionen während der Abschlussfeierlichkeiten auf Bachelor- und Masterstufe beschreiben?
Der Bachelorabschluss war für mich ein ganz besonderer Moment, da ich damit zum ersten Mal einen akademischen Abschluss erlangt habe. Da das Studium anspruchsvoll war, empfand ich eine Mischung aus Stolz, Erleichterung und Freude. Noch besonderer wurde dieser Moment durch eine Überraschungsfeier, die meine Eltern für mich organisiert hatten und zu der auch meine Freundinnen eingeladen waren.
Auch der Masterabschluss war ein sehr bedeutender Erfolg für mich. Während der Zeremonie stellte ich das Thema meiner Masterarbeit kurz vor und beantwortete einige Fragen der Professoren. Es war ein Moment des Stolzes und der Reflexion über meinen gesamten akademischen Weg.
Diese Erfahrungen waren für mich etwas ganz Besonderes, vor allem weil ein solcher Erfolg in meinem Umfeld nicht selbstverständlich war, was diese Leistung noch bedeutungsvoller macht.
Albinfo.ch: Was war der schwierigste Moment auf Ihrem Weg zum Studienabschluss?
Die größte Herausforderung während meines akademischen Weges war die Vereinbarkeit von Studium und Beruf, sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium.
Während dieser gesamten Zeit war ich berufstätig, und die Kombination aus Vorlesungen, Aufgaben, Gruppenprojekten und Prüfungen sowie den beruflichen Verpflichtungen erforderte viel Disziplin und Organisation. Das bedeutete oft auch persönliche Opfer im Privatleben.
In einem Alter, in dem viele junge Menschen mehr Freiheit genießen, habe ich mich bewusst dafür entschieden, mich auf meine Ziele zu konzentrieren. Es war nicht immer einfach, aber es hat mir geholfen, Verantwortungsbewusstsein und Engagement zu entwickeln.
Albinfo.ch: Wie ist es, zwischen zwei Kulturen, der österreichischen und der albanischen, zu leben und zu studieren? Hat Ihnen das bei Ihrer persönlichen Entwicklung geholfen?
Zwischen zwei Kulturen, der österreichischen und der albanischen, zu leben und zu studieren, war ein sehr wichtiger Teil meines Lebensweges.
Durch das Aufwachsen in Österreich wurde ich in einem System geprägt, das Disziplin, Struktur und Verantwortung schätzt, insbesondere im akademischen und beruflichen Bereich. Gleichzeitig haben mir meine albanischen Wurzeln und meine Familie eine starke Motivation, ein Gefühl der Zugehörigkeit und die Beharrlichkeit vermittelt, meine Ziele zu erreichen.
Es war nicht immer einfach, diese beiden Welten miteinander zu verbinden, doch genau diese Erfahrung hat mir geholfen, Flexibilität zu entwickeln, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und mich leichter an neue Situationen anzupassen.
Heute betrachte ich dies als einen großen Vorteil, weil es meinen Horizont erweitert und mich nicht nur als Studentin und Berufstätige, sondern auch als Mensch geprägt hat.

Albinfo.ch: Welche Pläne haben Sie nach dem Studienabschluss? Denken Sie darüber nach, Ihre Ausbildung in Österreich weiterzuführen? Sind Sie derzeit berufstätig?
Nach dem Abschluss meines Studiums liegt mein Hauptfokus darauf, mich beruflich weiterzuentwickeln und weitere Berufserfahrung zu sammeln. Nach zwei Hochschulabschlüssen in relativ jungen Jahren betrachte ich dies als den idealen Zeitpunkt, mich auf die Praxis und den Aufbau meiner Karriere zu konzentrieren. Für die Zukunft schließe ich jedoch nicht aus, mein Studium weiterzuführen, beispielsweise mit einer Promotion.
Derzeit arbeite ich bei voestalpine group-IT, einem Unternehmen, das zu einer international anerkannten Industriegruppe im Bereich Technologie und Stahlproduktion gehört. Ich bin im IT-Bereich tätig und verfüge über rund zwei Jahre Berufserfahrung. In dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln und Unterstützung zu erhalten. Das motiviert mich, meinen beruflichen Weg fortzusetzen und mich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln.
Albinfo.ch: Welche Botschaft möchten Sie jungen Albanerinnen und Albanern mitgeben, die davon träumen, in Ihrem Fachbereich zu studieren?
Meine Botschaft an junge Albanerinnen und Albaner, die in diesem Bereich studieren möchten, lautet, offen für neue Entwicklungen zu bleiben und eine analytische sowie strukturierte Denkweise zu entwickeln.
Heute gewinnen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Als Generation tragen wir die Verantwortung, Ressourcen sorgfältig zu nutzen und Verschwendung zu reduzieren. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie Prozesse in Unternehmen funktionieren und wie sie verbessert werden können.
Ich selbst habe als junges Mädchen mit großen Träumen begonnen und es durch viel Einsatz geschafft, diese im akademischen Bereich zu verwirklichen und die ersten Schritte meiner beruflichen Laufbahn zu machen. Deshalb bin ich überzeugt, dass mit Willenskraft, Geduld und harter Arbeit alles möglich ist.
Albinfo.ch: Zum Schluss, wie stark fühlen Sie sich mit dem Kosovo verbunden und wie oft besuchen Sie das Land?
Ich fühle mich dem Kosovo sehr verbunden, und diese Verbundenheit begleitet mich seit meiner Kindheit.
Ich möchte meinen Eltern danken, die meinem Bruder und mir die albanische Sprache sowie die Liebe zu ihrer Heimat vermittelt haben. Schon als Kinder haben wir fast jeden Sommer im Kosovo verbracht, was wesentlich dazu beigetragen hat, unsere Verbindung zur Kultur und zur Familie aufrechtzuerhalten.
Auch heute besuche ich den Kosovo regelmäßig. Für mich bleibt er ein ganz besonderer Ort, an dem ich mich wie zu Hause fühle.

Kurzer Lebenslauf
- Name FamiliennameAlgjerina Ruhani
- Heimatort:Austri
- WohnortLinz
- Beruf:Specialiste në IT dhe Business Intelligence
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