Integration

Ein Romeo aus Gjilan, eine Julia aus Basel, und andere mehr

Am Freitag wurde in Basel die Premiere des Stücks "Besuch aus Gjilan, Kosova" gegeben, das sich um die Liebesgeschichte zwischen Halil und Heidi, aber auch um die Widersprüche, die sich aus der Konfrontation zweier Kulturen ergeben, dreht.

 

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Ist von Theater die Rede, sind wir uns gewohnt, dass meistens auch von den Brettern des Theaters oder der Theaterbühne gesprochen wird. Doch nicht so dieses Mal. Die TheaterFalle Basel schuf gemeinsam mit dem Stadttheater Gjilan und dem Zentrum für zeitgenössische Kunst “Varg e vi” etwas Ungewöhnliches: ein mobiles Theater.

Halil, Kosovare, Sohn von Hamdi, und Heidi, Schweizerin, Tochter von Hugo, sind zwei junge Leute, die einander gefallen und sich verlieben. Doch etwas haben die beiden nicht bedacht: Wie werden ihre Eltern diese Liebe aufnehmen? Ihre Eltern, das sind Hugo, ein etwas konservativer Schweizer, und auf der andern Seite Hamdi, ein  ehemaliger Bauarbeiter in der Schweiz.

Die Stereotypen und Missverständnisse, aber auch die rare gegenseitige Information, die zwischen den zwei Kulturen existiert, werden sichtbar, als die Familie von Halil in die Schweiz reist, um die Familie von Heidi kennenzulernen. Eine Reise, die noch einmal die Unterschiede zwischen zwei Kulturen zeigt, aber auch, dass nicht alles so bleibt wie es war. Weil das gegenseitige Kennenlernen und die Kontakte die Barrieren abbauen.

Ridvan Murati, oder Halil, war die Person, die praktisch die gesamte Verantwortung für diese Aktivität trug. Nachdem er zuvor Schauspieler am Theater in Gjilan gewesen war und jetzt in der TheaterFalle, als einer, der beide Arbeitsmethoden kennt, war er in dieser Aufführung nebst dem Träger der Hauptrolle auch das Bindeglied zwischen der kosovarischen und der schweizerischen Truppe.

Als albinfo.ch nach der Premiere mit ihm sprach, zeigt er sich, trotz der Erschöpfung ob all der Verantwortung, sehr zufrieden mit dem Resultat der Aufführung. Er sagt, wenn es in der Schweiz um die Integration von Ausländern gehe, verdienten viele ihr persönliches Einkommen mit mancherlei Projekten, doch dem Projekt „Besuch in Basel“ sei trotz der knappen finanziellen Mittel, die zur Verfügung standen, etwas sehr Grosses gelungen.

Attila Gaspar, exekutiver Leiter der TheaterFalle, ist ebenfalls beschwingt vom Projekt. Da das Stück sich in zwei ziemlich verfeindeten Teilen Basels abspielt, war dies der perfekte Ort, um Brücken der Freundschaft aufzubauen, oder Stereotypen und Widersprüche zwischen Menschen welcher Kultur, Herkunft oder welchen Geschlechts auch immer aufzubrechen.

Sabine Schädler – Heidi, eine zukünftige kosovarische Braut, beurteilt die kosovarische Seite ausgesprochen positiv. Sie glaubt, dass diese das Ziel, das sie sich als Truppe selbst gesetzt hat, erreichte und ungeduldig auf nächstes Jahr wartet, um mit dem zweiten Teil des Stücks fortzufahren, wo die schweizerische Seite auf Besuch nach Gjilan geht.

Für Avni Shkodra waren die Methoden oder auch die Art selbst der Aufführung völlig neu, anders als das traditionelle Theater. Ihm gefiel diese Methode, und er kann es kaum erwarten, nach Gjilan zurückzukehren, wo er die bei dieser Erfahrung gewonnenen Kenntnisse mit den anderen Kollegen teilen will.

An der Aufführung nahmen folgende Schauspielerinnen und Schauspieler teil: Avni Shkodra, Rolf Brügger, Kushtrim Qerimi, Ursina Gregori und Alban Shahiqi. Noemie Schwank beteiligte sich als Musikerin und Kushtrim Zeqiri als bildender Künstler.

 


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