Integration

Vom Flüchtlingsmädchen zur Managerin eines Zehnmillionendollarfonds

Miranda Ademaj, Gründerin und CEO der Skënderbeg Alternative Investments AG in Zürich.

Miranda Ademaj kam in Shtime in Kosova zur Welt, wuchs aber seit 1994 im Ausland auf, nachdem sie als kleines Mädchen mit ihrer Familie illegal nach Deutschland geflohen war.
Miranda erzählt im Gespräch mit albinfo.ch, dass sie grosse Schwierigkeiten hatte, sich als Kosovarinin in die neue Kultur in Deutschland zu integrieren. Sie war damals, als sie das neue Leben in einem fremden Land anfing, erst zehnjährig.
Sie spricht fliessend Albanisch – die vier Jahre Primarschule, die sie in Kosovo besucht hatte, haben das ihre dazu beigetragen.

Miranda wuchs bis zu ihrem zwanzigsten Altersjahr in Deutschland auf. Weil sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland zu verschlechtern begann, beschloss sie 2006, nach Zürich zu ziehen, wo sie auch Wirtschaft studierte.
Während fünf Jahren arbeitete sie in den bedeutendsten schweizerischen Instituten: BrunnerInvest AG, Sallfort Privatbank und Credit Suisse.

Vertraut in den drei Kulturen von Kosova, Deutschland und der Schweiz, hatte Miranda zusätzlich den Wunsch, in der Welt herumzureisen. Während eines Jahres bereiste sie vier Kontinente mit dem Rucksack; sie war in Amerika, Asien, Australien und Europa. Am längsten blieb sie in Australien, wo sie während einiger Wochen auch in einer Bananenplantage, der “Bananafarm”, im Outback Australiens arbeitete. Sie profitierte viel von dieser Erfahrung, die ihren Horizont erweiterte.  

Miranda denkt jetzt anders über die albanische Kultur.
“Die Kultur, der ich angehöre, schränkt wegen traditioneller und familiärer Aspekte vor allem die Frauen stärker ein, als dies andere Kulturen in Europa tun. Dieser Umstand erschwert den Frauen sicher einen erfolgreichen Lebensweg”, sagte Miranda.

Nach ihrem Weltreiseabenteuer kehrte sie nach Zürich zurück und begann in einem Fonds der Pionierfirma BrunnerInvest AG zu arbeiten. Dort traf sie auf viele intelligente und gebildete Menschen, die ihre Welt verstanden.

“Eines Tages kam mir die Idee, mit meinem vorherigen Arbeitgeber zusammen meine eigene Gesellschaft Skënderbeg Alternative Investments AG zu gründen. Ich arbeitete mit zwei Kollegen von mir zusammen, gemeinsam bilden wir eine ausgezeichnete Equipe. Jetzt bin ich Gründerin und Chief Executive Officer der Skënderbeg Alternative Investments AG, Kandidatin für Chartered Alternative Investment Analyst und Mitglied von ‚100 Woman in Hedge Funds‘.” Der Schweizer Bruno J. Schneller, Chief Investment Officer, hat an der HSG das Masterstudium gemacht und der Deutsche Thomas Fliegner, Chief Risk Manager, war Mathematikprofessor in Cambridge und Bath. Investitionsphilosophie und -strategie stammen von Miranda. Sie hatte in der Wirtschaftskrise von 2008 und in der früheren Firma Erfahrungen gesammelt.

Betreffend Schwierigkeiten im Business sagte Miranda, dass sie sich als Ausländerin natürlich mehr bemühen musste, um etwas zu erreichen. Dies insbesondere im Geschäft der Hedge Funds, welches eine grosse Herausforderung darstellt, weil es eine Männerdomäne ist.

“Du findest kaum Frauen in ähnlichen Positionen wie meiner”, sagt Miranda selbstbewusst.

Da sie hartnäckig ihrer Überzeugung folgte, nach der Frauen eine Sache ebenso erfolgreich wie Männer angehen können, hatte Miranda immer den nötigen Mut, die Ziele, die sie sich gesetzt hatte, auch zu erreichen.

Jedoch sagt sie, sie sei stolz, Albanerin aus Kosova zu sein, weshalb sie auch darauf bestand, den Fonds nach dem Nationalhelden Skenderbeg zu nennen.

Miranda hatte ihre kosovaalbanische Identität nie verborgen.

“Überall in der Welt werde ich gut empfangen, die Leute sind sich an den Namen Skenderbeg gewohnt, die meisten haben von der glorreichen Geschichte unseres Nationalhelden gehört”, betont die Gründerin und Chief Executive Officer von Skënderbeg Alternative Investments AG.

Der Fonds Skënderbeg Alternative Investments AG operiert seit dem 1. Februar 2014 mit zehn Millionen Dollar, was eine Ausnahme darstellt, denn in diesem Segment wird gewöhnlich mit zwei bis fünf Millionen gestartet.

“Der Fonds Skënderbeg garantiert den Investoren einen neutralen Auftritt auf dem Investitionsmarkt”, sagte Miranda.

Der Fonds ist auf Kapital von Strategien mit sogenannter long/ short equity spezialisiert und bietet den Investoren  weltweit einen aussergewöhnlichen Zugang zu Hedge-Fonds.

Der Name der Firma verbindet sich mit der Mission des Nationalhelden Gjergj Kastriot Skenderbeg und gründet auf  Attributen wie Unabhängigkeit, Engagement und Überlegenheit. “Wir setzen uns für unsere Ziele ebenso leidenschaftlich wie Skenderbeg ein”, sagte Miranda.

Gleichzeitig schlüpft Miranda bei Treffen und Kontakten mit ausländischen Investoren auch in die Rolle einer Promoterin für Kosova.

Sie sagt, sie wolle mit kleinen Schritten zum Erfolg gelangen.

Zuletzt wurde Miranda in Tirana von TED vorgestellt, einer weltweit aktiven Konferenzplattform, die von Seoul nach Buenos Aires, von London nach Podgorica und von San Diego nach Tel Aviv reicht.

Die kosovarische Ökonomin sagt, sie wolle sich nicht mit dem bisher Erreichten zufrieden geben und beabsichtigt, ein Buch über ihr Leben zu schreiben.

Als globale Financière, zuhause in einem kosovarisch-deutsch-schweizerischen kulturellen Geflecht, vermag Miranda bestimmt viele Frauen in der ganzen Welt, die Angst haben, ihre Träume zu realisieren, zu inspirieren.

 

 


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