Kuriositäten
“Plisi i bardhë”, la voix de la nation albanaise vers l’UNESCO
Der weiße Plis auf dem Weg zur UNESCO
In einer Welt, die sich rasant in Richtung Uniformität bewegt und in der kulturelle Identitäten im Namen der Globalisierung oft verblassen, bleibt der weiße Plis ein starkes Symbol der albanischen Identität. Einfach in der Form, aber tief in seiner Bedeutung, verkörpert er ein jahrhundertealtes Erbe, das bis heute lebendig ist, berichtet albinfo.ch.
Der Plis, eine handgefertigte Kopfbedeckung aus weißer Wolle, hat die Albaner über Jahrhunderte begleitet, in Zeiten der Freude ebenso wie in Schlachten, bei traditionellen Ritualen und im Alltag. Heute verlangt er mehr als nur Respekt, er verlangt internationale Anerkennung und Wertschätzung.
Eine jüngste Initiative in Form einer Online Petition ruft die zuständigen Institutionen dazu auf, den weißen Plis in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufzunehmen. Diese Initiative ist nicht bloß symbolisch, sondern eine bewusste Reaktion auf die Gefahr, dass das albanische Kulturerbe auf Museen beschränkt bleibt und von der realen Lebenswelt sowie den jungen Generationen abgekoppelt wird.
Der Plis ist nicht nur ein traditionelles Kleidungsstück. Auch bekannt als Qeleshe, Kësulë oder Qylaf in verschiedenen Regionen, steht er für die historische Kontinuität der Albaner und für ein gemeinsames Identitätsmerkmal, das Invasionen, politische Umbrüche und kurzlebige Modetrends überdauert hat. In einem Stück weißer Wolle ist eine Geschichte von Widerstand, Stolz und Zugehörigkeit bewahrt.
Eine Anerkennung durch die UNESCO wäre nicht nur eine symbolische internationale Würdigung. Sie würde den Schutz der traditionellen Herstellungstechnik des Plis bedeuten, die Unterstützung der Handwerker, die ihn bis heute von Hand fertigen, sowie eine Wiederbelebung des Interesses am albanischen Kulturerbe. Gleichzeitig würde sie konkrete Möglichkeiten für die Entwicklung des Kulturtourismus und die Förderung der albanischen Geschichte über die Landesgrenzen hinaus schaffen.
Die Tatsache, dass die Petition innerhalb weniger Tage rund 4 000 Unterschriften gesammelt hat, zeigt deutlich, dass es hierbei nicht um Nostalgie geht, sondern um ein reales Bedürfnis nach Bewahrung der Identität. Jede Unterschrift steht für eine Stimme, die sagt: Dieses Erbe gehört uns und darf nicht verloren gehen.
Der weiße Plis ist eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ihn auf den Weg zur UNESCO zu bringen bedeutet, diese Brücke lebendig zu halten, nicht nur für uns, sondern auch für eine Welt, die die kleinen Geschichten kennen muss, die große Identitäten tragen.
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