Coronavirus: Minute für Minute

Ausländerstatistik 2020

Die Auswanderung ging gegenüber dem Vorjahr um 9703 Personen zurück. Bei den EU/EFTA/UK-Staatsangehörigen betrug der Rückgang 7312 Personen, bei den Drittstaatsangehörigen 2391 Personen

Die Zuwanderung in die Schweiz nahm gegenüber 2019 um 2,6 Prozent ab, während die Auswanderung der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung um 12,1 Prozent zurückging. Die stark rückläufige Auswanderung hat zu einem Wanderungssaldo von 61 390 Personen geführt, das sind 6373 Personen mehr als im Vorjahr. Ende Dezember 2020 lebten 2 151 854 Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz. Die Coronakrise bremste die Zuwanderung im zweiten Quartal und trug zum Rückgang der Auswanderung bei.

Im Jahr 2020 nahm die Zuwanderung in die ständige ausländische Wohnbevölkerung gegenüber dem Vorjahr um 3592 Personen ab. Während aus der EU, der EFTA und dem Vereinigten Königreich 98 043 Personen in die Schweiz einwanderten (+487 Personen), waren es bei den Drittstaatsangehörigen 38 919 Personen (–4079 Personen).

Gleichzeitig haben 70 270 Personen der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung die Schweiz verlassen. Die Auswanderung ging gegenüber dem Vorjahr um 9703 Personen zurück. Bei den EU/EFTA/UK-Staatsangehörigen betrug der Rückgang 7312 Personen, bei den Drittstaatsangehörigen 2391 Personen.

Infolgedessen stieg der Wanderungssaldo bei den EU/EFTA/UK-Staatsangehörigen um 25 Prozent (+7997 Personen) auf 39 962 Personen. Bei den Drittstaatsangehörigen ging er um 7 Prozent zurück (–1624 Personen) und beträgt 21 428 Personen. Die Zunahme des Wanderungssaldos um insgesamt 11,6 Prozent (+6373 Personen) gegenüber dem Vorjahr lässt sich durch die stark rückläufige Auswanderung erklären.

Hauptgrund für die Zuwanderung aus der EU/EFTA/UK war sowohl beim Kurz- als auch beim Langzeitaufenthalt die Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Im Jahr 2020 wanderten 119 606 Staatsangehörige der EU/EFTA/UK in die Schweiz ein, um eine Arbeitsstelle anzutreten. Dies entspricht 72,5 Prozent der gesamten Zuwanderung aus diesen Staaten. Die Zahl der EU/EFTA/UK-Staatsangehörigen, die für eine Erwerbstätigkeit von höchstens zwölf Monaten in die Schweiz einreisten, ging um 22,8 Prozent (–17 301 Personen) zurück. Die Zuwanderung zwecks Langzeitaufenthalt nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5,9 Prozent (–‍3801 Personen) ab.

Im Jahr 2020 machte der Familiennachzug 28 Prozent der Zuwanderung zwecks Langzeitaufenthalt aus. Im Rahmen des Familiennachzugs wanderten 38 278 Personen in die Schweiz ein (–4,8 % gegenüber 2019), von denen 18,7 Prozent Familienangehörige einer Schweizerin bzw. eines Schweizers waren. 16 788 Personen reisten zu Aus- oder Weiterbildungszwecken in die Schweiz ein, 8 Prozent mehr als 2019 (+1242 Personen). Diese Aufenthalte machten 12,3 Prozent der Zuwanderung zwecks Langzeitaufenthalt aus.

Auswirkungen der Pandemie

Das Jahr 2020 war in einem wirtschaftlich unsicheren Umfeld in der Schweiz und weltweit von erheblichen Schwankungen bei der Migration geprägt. Im ersten Quartal 2020 verzeichnete die Schweiz aufgrund der guten Konjunkturaussichten eine relativ starke Zuwanderung. Der Rückgang im zweiten Quartal war in erster Linie auf die Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zurückzuführen. Nach Aufhebung der Einschränkungen zeigten sich im dritten und vierten Quartal Nachholeffekte, wobei die Zuwanderung insbesondere bei Studierenden zunahm. Aufgrund der Betriebsschliessungen in gewissen Branchen wanderten deutlich weniger Personen in die Schweiz ein, um hier eine befristete oder unbefristete Stelle anzutreten.

Die Auswanderung ging vor allem im zweiten und dritten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahr stark zurück. Dies war durch die Pandemie, den schwierigen Arbeitsmarkt und das allgemeine Klima der Unsicherheit bedingt. Im vierten Quartal 2020 haben etwa gleich viele Ausländerinnen und Ausländer die Schweiz verlassen wie im Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2020 lebten 1 470 945 Bürgerinnen und Bürger der EU/EFTA/UK und 680 909 Drittstaatsangehörige in der Schweiz. Insgesamt wurden 33 873 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Abnahme von 6073 Personen (–15,2 %). Die Italienerinnen und Italiener sind mit 328 270 Personen die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe in der Schweiz. Die zweitgrösste Ausländergruppe bilden die deutschen Staatsangehörigen (311 481 Personen), gefolgt von portugiesischen (260 921 Personen) und französischen (146 367 Personen) Staatsangehörigen.


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