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Die Schweizer Schauspielerin mit kosovarischen Wurzeln Koso Morina steht mit ihrem Stück “Koso-War” auf der Bühne

Am 25. und 26. Februar in Porrentruy (JU) sowie am 28. Februar in Moutier (JU) erzählt Koso Morina, eine aus der Region stammende Schauspielerin, die heute in Paris lebt, in ihrem Solo “Koso-War” von ihrer doppelten Identität und ihren persönlichen Kämpfen. Das Stück ist energiegeladen und ungefiltert.

Sie wechselt zwischen einem Bildschirm und ihren Fotoalben, steht auf, setzt sich wieder hin, unfähig stillzuhalten. Man kann sie sich leicht als lebhaftes und widerspenstiges Kind in der Primarschule nahe Porrentruy vorstellen, das Lehrpersonen zur Verzweiflung brachte und sich in der Pause mit jedem anlegte, der sie reizte. Ebenso wird deutlich, dass ihr Studium an der inzwischen geschlossenen École Jacques Lecoq in Paris, wo das « Bewegungstheater » gelehrt wird, nicht umsonst war.

” 100 Prozent Jurassierin und 100 Prozent Kosovarin “, so beschreibt sich die energiegeladene Frau in ihren Dreissigern. Sie blickt zurück auf ihre Jugendjahre und vor allem auf die Herausforderungen und Freuden eines Lebens mit doppelter kultureller Identität. Ihr Akzent trägt die Färbung der Juraberge, und selbst ihr Name ist geschichtsträchtig: ” Koso ” stammt von Kosovo, dem Herkunftsland ihrer Familie. Sie hätte sogar ” Republikë ” heißen können, wie ihre Schwester. Wer in eine Familie von Aktivisten im Exil hineingeboren wird, trägt Identität von Anfang an mit sich.

Ein Stück, das das Schweigen bricht

In ihrem Solo “Koso-War”, gemeinsam geschrieben mit der schweizerisch albanischen Schauspielerin Arblinda Dauti und inszeniert von Christophe Thiry von der Pariser Theatercompagnie L’Attrape Théâtre, erzählt Koso Morina von ihrer Geschichte und ihren Auseinandersetzungen.

Thematisiert wird auch der Krieg im Herkunftsland ihrer Eltern, das sie erstmals im Alter von etwa zwölf Jahren nach der Unabhängigkeit besuchte. Ebenso präsent sind jedoch Konflikte, körperliche Auseinandersetzungen, familiäre Streitigkeiten und Geschwisterrivalitäten, die ihre Jahre im Jura prägten, bevor sie nach Paris zog, um sich ganz dem Theater zu widmen, berichtet albinfo.ch.

Wenn sie über die kosovarische Gemeinschaft spricht, verwendet sie den Begriff ” Clan “. Eine Realität, die zugleich stützend und einschränkend, freudvoll und schmerzhaft ist. Ihr persönlicher Kampf ist auch ein Kampf um Emanzipation durch die Bühnenkunst.

Zwischen Humor und harter Realität

“Koso-War” sorgt für viele Lacher, aber auch für nachdenkliche Momente. Das Publikum hört aufmerksam zu, wenn sensible Themen angesprochen werden, etwa Gewalt von Männern gegen Frauen oder übermäßiger Alkoholkonsum. Vor allem macht das Stück eine Realität sichtbar, die außerhalb der Gemeinschaft wenig bekannt ist und in der Schweigen gegenüber Außenstehenden oft als Grundprinzip gilt.

Koso Morina hat den entgegengesetzten Weg gewählt: Sie spricht offen und laut. Eine Aufführung, die vom Publikum sehr positiv aufgenommen wurde, die Vorstellungen in Porrentruy sind bereits ausverkauft.