Meinungen

Ein Land und eine Gesellschaft im Umbruch

Befreit seit 23 Jahren, unabhängig seit 14 Jahren…und  wir schauen wie es weiter geht. Voll Hoffnung, dass die Demokratie, die Institutionen und der Wille nach Fortschritt zum Gesamtwohle der Bevölkerung in Kosova gefestigt werden. In der der Zuversicht, dass  immer mehr Frauen und Männer sich aktiv an der Entwicklung der Gesellschaft beteiligen werden.  Mit dem Wunsch, dass sich die Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern positiv weiterentwickeln. Mit dem dringenden Wunsch, dass die Regierung die gewünschten Reformen realisieren kann, und die Oppositionsparteien sich als konstruktive Opposition erweisen.

Kosova braucht Stabilität im Lande. Die ganze Region braucht Stabilität!  Dazu braucht es eine Aufarbeitung der Verantwortlichkeit von Verbrechen und Korruption in der ganzen Region, natürlich auch in Kosova. Schuldige sollen bestraft und Unschuldige als solche behandelt werden.

Für eine friedliche und harmonische  Entwicklung braucht es eine unmissverständliche Haltung der Europäischen Union und den internationalen Gremien. Versprechen, gerade betreffend der Annäherung und der Integration in die EU müsste den Europäern ein ernstes Anliegen sein, wenn sie wirklich eine friedliche, möglichst stabile Region wollen. Leider ist dem im Moment nicht so!  Schikanen gegenüber Visagesuchstellern, müssen endlich aufhören. Eine grosszügige intelligente Öffnung auf unseren Arbeitsmarkt für Kosovaren ist leider immer noch nicht auf der Tagesordnung unserer Diplomaten und Politiker und sollte jetzt für Kosovaren und ihre Freunde dringend auf die Tagesordnung!

Eine sechzig jährige Immigrationsgeschichte verbindet unsere beiden Länder. Sie hat zum Reichtum der Schweiz beigetragen und hat unabdingbar dazu mitgeholfen, dass kosovarische Familien und Dörfer in den achtziger und neunziger Jahren wirtschaftlich überleben und sozial verbessern konnten. Während  dem Krieg half das hart erarbeitet Geld der Diaspora zum Überleben  und nach dem Krieg  zum Wiederaufbau und Weiterentwicklung.

Heute ist die kosovarische und albanische Gemeinschaft in der Schweiz gut angekommen und „punktet“ nicht nur im Fussball, sondern auch in Wirtschaft, Bildung, Kultur und Politik.

Zum Anlass des Unabhängigkeitstages grüsse ich recht herzlich alle meine bekannten und unbekannten Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen und all jene die in Kosova und der Diaspora sich verantwortungsvoll für die Zukunft Kosovas und die Entwicklung  ausgezeichneter Beziehungen zwischen Kosova und der Schweiz, zwischen der Schweiz und Kosova einsetzen!

  • Aus Anlass zum Unabhängigkeitstag Kosovas. Ueli Leuenberger, Altnationalrat der Grünen, Gründer und ehemaliger Leiter der Albanischen Volkshochschule (UPA) in Genf .


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