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Genf: Diskussion über die Integration albanischer Frauen in der Schweiz und Vorstellung der Initiative “Zëri i Gruas LIRA”

Ngjarja u mbajt më 6 mars në Gjenevë, ku u bë edhe prezantimi i nismës “Zëri i Gruas LIRA”, pjesë e platformës e-drejtajote.ch

Die Integration albanischer Frauen in die Schweizer Gesellschaft sowie ihre Rolle im sozialen und beruflichen Leben der Diaspora standen im Mittelpunkt eines Diskussionsabends, der Frauen aus der albanischen Gemeinschaft in der Schweiz zusammenbrachte. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Internationalen Frauentags statt und wurde als Raum für Reflexion über Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge albanischer Frauen in der Diaspora konzipiert.

Die Veranstaltung wurde am 6. März in Genf abgehalten, wo auch die Initiative “Zëri i Gruas LIRA” vorgestellt wurde, die Teil der Plattform e-drejtajote.ch ist. Diese Initiative soll den Dialog, das Bewusstsein und die Stärkung albanischer Frauen in der Diaspora fördern.

Das Programm wurde von der Moderatorin Nerxhivane Sejdiu Ferati eröffnet, während die einleitende Rede von Linda Rexhaj Maliqi gehalten wurde, der Gründerin der Initiative und juristischen Beraterin der Schweizer Gewerkschaft Unia. In ihrer Ansprache betonte sie, dass diese Initiative aus dem Bedürfnis entstanden sei, die Erfahrungen und den Beitrag albanischer Frauen in der Diaspora klarer zu artikulieren.

“Heute sind wir hier zusammengekommen, um den 8. März zu begehen und eine Initiative vorzustellen, die aus Erfahrungen und aus dem Bedürfnis entstanden ist, die Stimme der albanischen Frau in der Diaspora stärker hörbar zu machen. ‘Zëri i Gruas LIRA’ möchte Themen behandeln, die mit den Rechten der Frauen, der Geschlechtergleichstellung, dem sozialen Wohlbefinden und der Integration zusammenhängen, indem Räume für Dialog und Reflexion geschaffen werden”, sagte Rexhaj Maliqi.

Bei der Erklärung des Konzepts der Initiative betonte sie, dass der Name LIRA eine doppelte Bedeutung hat: die Freiheit, die Stimme der Frauen auszudrücken und zu bekräftigen, aber auch den Wert, den sie in der Familie, in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft darstellen.

“Der Name LIRA wurde nicht zufällig gewählt. LIRA als Freiheit, die Freiheit unsere Stimme zu erheben und unseren eigenen Weg zu wählen. LIRA als Wert, denn die albanische Frau ist ein wertvoller Beitrag für die Familie, für die Gemeinschaft und für die Gesellschaft”, sagte sie.

In ihrer Reflexion über den Integrationsprozess albanischer Frauen in der Schweiz betonte Linda Rexhaj Maliqi, dass dieser Weg verschiedene Phasen durchlaufen hat und oft von zahlreichen Herausforderungen begleitet war. “Die Integration der albanischen Frauen in die Schweizer Gesellschaft war ein langer und keineswegs einfacher Prozess. Anfang der 1980er Jahre kamen viele Frauen durch Familienzusammenführung oder aus wirtschaftlichen Gründen, oft isoliert und mit begrenzten Sprachkenntnissen. Heute, nach Jahrzehnten von Anstrengungen und Opfern, sind albanische Frauen integriert und in vielen Bereichen des Lebens erfolgreich”, betonte sie.

Die Anwesenden wurden auch von der Leiterin des Generalkonsulats der Republik Kosovo in Genf, Floreta Kabashi Ademaj, begrüßt. Sie würdigte den Beitrag albanischer Frauen zum öffentlichen und beruflichen Leben der Diaspora. “Heute hören wir das Wort Integration häufig in öffentlichen Diskussionen, doch hinter diesem Begriff stehen Geschichten von Opferbereitschaft, schwierigen Entscheidungen und kontinuierlichen Bemühungen, ein neues Leben aufzubauen”, sagte sie.

Ihr zufolge ist die albanische Frau heute eine wichtige Akteurin im gesellschaftlichen und beruflichen Leben. “Albanische Mädchen und Frauen finden wir in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens: als Ärztinnen, Juristinnen, Lehrerinnen, Ingenieurinnen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen und erfolgreiche Fachkräfte”, betonte Kabashi Ademaj.

Einer der zentralen Momente des Abends war die Diskussionsrunde, bei der vier albanische Frauen aus unterschiedlichen Generationen und beruflichen Bereichen ihre Erfahrungen über Integration und ihren persönlichen Weg in der Schweizer Gesellschaft teilten.

Am Panel nahmen Luljete Hoxha Sylejmani, Sozialarbeiterin; Rrezarta Sejdiu Shatri, sozialpädagogische Animatorin und Koordinatorin des Vereins Rinia Contact; Fortesa Mehmeti, klinische Leiterin und Verantwortliche der Pädiatrischen Intensivstation an den Universitätsspitälern Genf; sowie Elda Gashi, Studentin der Erziehungswissenschaften und Präsidentin des Vereins der albanischen Studierenden in Genf, teil.

Die Diskussion konzentrierte sich auf mehrere wichtige Dimensionen der Integration: den persönlichen Weg in einer neuen Gesellschaft, die Bemühungen zum Aufbau einer beruflichen Karriere, die Bewahrung der albanischen Sprache und der kulturellen Identität sowie die Balance zwischen Familienleben und beruflichem Engagement.

Die Teilnehmerinnen teilten konkrete Erfahrungen aus den ersten Jahren der Integration in der Schweiz und betonten dabei die Bedeutung von Bildung, sozialer Teilhabe und der Unterstützung durch die Gemeinschaft. Ein besonderer Teil der Diskussion war auch der Rolle der Familie und der Gemeinschaft bei der Weitergabe der albanischen Sprache und Kultur an die jungen Generationen gewidmet, die in der Diaspora aufwachsen.

Zum Abschluss der Diskussion war die Botschaft der Panelteilnehmerinnen an die jungen Menschen klar: an ihr eigenes Potenzial zu glauben, in Bildung zu investieren und sich den Herausforderungen mit Entschlossenheit zu stellen, während sie gleichzeitig die Verbindung zu ihrer Identität und ihren kulturellen Wurzeln bewahren. Die Debatte wurde auch durch Beiträge der anwesenden Teilnehmer erweitert, die persönliche Erfahrungen über die Integration und die Beteiligung albanischer Frauen in der Schweizer Gesellschaft teilten.

Das Programm wurde zudem durch einen künstlerisch kulturellen Teil bereichert. Die Cellistin Laura Goga interpretierte die Werke “Për ty atdhe”, ein Stück von Astor Piazzolla sowie “Après un rêve”. Anschließend trug Fatime Kallimashi das Gedicht “Ti, grua” vor. Am Ende des Programms hatte das Publikum auch die Gelegenheit, die Flötistin Vesa Ilazi zu hören, die die Stücke “Baresha” und Clair de lune interpretierte. Der Abend endete mit einem Apéro und einem freien Austausch zwischen den Anwesenden.

Diese Diskussionsrunde hat gezeigt, dass der Weg der albanischen Frau in der Diaspora nicht nur eine Geschichte persönlicher Anstrengungen ist, sondern auch eine gemeinsame Erfahrung, die durch Unterstützung, Zusammenarbeit und den Beitrag albanischer Frauen geprägt wird, die in der Schweizer Gesellschaft leben und aktiv sind.

Photo: TvAlbSwiss