Seit 20 Jahren fördern die Nachmittage “Schenk mir eine Geschichte”, die in der ganzen Schweiz stattfinden, die Sprachkompetenzen von Kindern. Ein direkter Einblick in Zürich zeigt dies deutlich.
Wer seine Muttersprache gut beherrscht, lernt andere Sprachen leichter. Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren, ihre älteren Geschwister, Eltern und Großeltern sind eingeladen, Reime und Lieder zu lernen, Bilderbücher anzuschauen, zu spielen, zu zeichnen, zu basteln und die Bibliothek zu entdecken.
Die Verbindung zur Herkunftssprache aufrechtzuerhalten, auch in der zweiten oder dritten Generation, ist eine der vielen Motivationen, warum Eltern heute mit ihren Kindern an den Nachmittagen “Schenk mir eine Geschichte” teilnehmen, berichtet albinfo.ch. Andere kommen, weil sie sich wie in einer großen Familie fühlen oder einfach ihrem Kind beim Spracherwerb helfen möchten.
Für Familien mit Migrationshintergrund ist die Integration in der Schweiz zentral, und diese erfolgt häufig über die Sprache. Dass das Angebot nicht hauptsächlich auf Deutsch, sondern in über 20 verschiedenen Sprachen stattfindet, erklärt Gina Domeniconi, Projektleiterin beim Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien, gegenüber SRF.
“Studien zeigen, dass Kinder andere Sprachen wie Deutsch leichter lernen, wenn sie in ihrer Muttersprache über einen möglichst umfangreichen Wortschatz verfügen.” Je kompetenter Eltern in der Sprache sind, die sie weitergeben, desto besser. Eine frühe Förderung der Muttersprache erscheint daher sinnvoll.
Dieses Konzept stand am Anfang des Programms, das vor 20 Jahren vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien lanciert wurde. Es war eine Reaktion auf die schwachen Ergebnisse, die Schweizer Jugendliche in den PISA-Studien der 2000er-Jahre im Lesen und Schreiben erzielten, berichtet albinfo.ch.
“Damals erkannten wir, dass wir viel früher ansetzen müssen”, sagt Domeniconi. Auch die Zeit, bevor Kinder sprechen können, ist entscheidend. Bilderbücher, Hinweistafeln im Bus oder kleine Alltagsgeschichten sind wichtige Momente für die Entwicklung sprachlicher Fähigkeiten.
Das Programm ermutigt auch Eltern, die sich sprachlich unsicher fühlen, ihren Kindern solche Erfahrungen außerhalb dieses Rahmens zu ermöglichen. Dass das Angebot inzwischen in über 20 Sprachen an mehr als 70 Standorten in der Deutsch- und Westschweiz durchgeführt wird und aktiv genutzt wird, spricht für seinen Erfolg.












