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Schweiz übergibt Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance an Italien
Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der italienischen Botschaft in Berlin hat die Schweiz den Vorsitz der IHRA an Italien weitergereicht
Während einem Jahr hat die Schweiz den Vorsitz der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) geführt. Dabei hat sie auf strategischer Ebene wichtige Erfolge erreicht, beschloss die IHRA doch erstmals eine umfassende Strategie und legte die Prioritäten ihrer Arbeit der kommenden Jahre fest. Ausserdem unterstützte die Schweiz während ihres Vorsitzjahrs verschiedene Projekte in den Bereichen Bildung, Jugend und Social Media. Die IHRA hat zum Ziel, die Forschung und Bildung in Bezug auf den Holocaust zu fördern sowie die Erinnerung an die Opfer durch Gedenkfeiern und -stätten wachzuhalten.
Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der italienischen Botschaft in Berlin hat die Schweiz den Vorsitz der IHRA an Italien weitergereicht. Benno Bättig, seit 8. März 2017 und bis heute amtierender Vorsitzender der IHRA, übergab dem italienischen Botschafter Sandro de Bernardin zu dessen neuer Funktion als amtierender IHRA-Vorsitzender die italienische Übersetzung des Abschlussbandes der „Memoiren von Holocaust-Überlebenden“ – ein Projekt, das die Schweiz im Vorfeld und während ihres Vorsitzes vorangetrieben hat. Es steht exemplarisch für das Engagement der Schweiz und die Zielsetzungen der IHRA: Die Erinnerung an den Holocaust aufrechtzuerhalten und jüngere Generationen die Gräuel des Holocaust zur Kenntnis zu bringen, damit junge Menschen ein Bewusstsein entwickeln können, zu was Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung führen können.
Bildung, Jugend und Social Media hatte die Schweiz entsprechend als Prioritäten ihres Vorsitzes definiert. Im Laufe des Vorsitzjahres haben die Schweiz und ihre Aussenvertretungen verschiedene Projekte im Bereich der Holocaust-Bildung initiiert. Zum Beispiel die Übersetzung der „Memoiren der Holocaust-Überlebenden“ auf Französisch und des Abschlussbandes auf Italienisch, eine Publikation zu den Rettungsaktionen von Carl Lutz und seinem Team in den letzten Kriegsjahren in Budapest oder die Entwicklung eine Web-App, dank der Jugendliche im Rahmen des Schulunterrichts, aber auch im privaten Gebrauch, durch neue Medien und deren Interaktionsmöglichkeiten an den Holocaust herangeführt werden sollen.
Während des Schweizer Vorsitzes diskutierte und verabschiedete die IHRA an den Plenarversammlungen in Genf und Bern ausserdem ihr erstes Strategiepapier mit «Vision, Mission, Aims und Objectives» und legte die konkreten Prioritäten ihrer Arbeit für die kommenden fünf Jahre fest. „2017 war ein entscheidendes und herausforderndes Jahr für die IHRA ”, blickte der scheidende IHRA-Vorsitzende Benno Bättig an der heutigen Übergabe-Zeremonie zurück und drückte seine Anerkennung für die Delegierten und das Sekretariat der IHRA aus, dank deren Engagement die IHRA die wichtigen strategischen Schritte vollziehen konnte.
Die IHRA umfasst derzeit 31 Mitgliedstaaten. Unter Schweizer Vorsitz haben zudem Bulgarien und Australien einen wichtigen Schritt zur baldigen Vollmitgliedschaft gemacht. Zu den institutionellen Partnern der IHRA gehören unter anderem die UNO, der Europarat, das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte der OSZE und die UNESCO. Die Schweiz ist seit 2004 Mitglied der IHRA – der Beitritt wurde damals unter dem ersten italienischen Vorsitz der IHRA vollzogen.
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