Musik

Argjend Gjigja, der albanische Künstler zwischen urbanem Ausdruck und balkanischer Sensibilität

In seinem künstlerischen Schaffen verbinden sich urbane Rhythmen mit der Sensibilität, die aus seiner Herkunft und seinen persönlichen Erfahrungen entsteht.

Der künstlerische Weg von Argjend Gjigja hat sich Schritt für Schritt entwickelt, geprägt von Erfahrungen in den Medien, auf der Bühne und durch den ständigen Kontakt mit dem Publikum. Vom Modeln und Fernsehen fand er seinen eigenen Weg zur Musik und machte sie zum Mittelpunkt seines künstlerischen Ausdrucks. In seinem Schaffen verbinden sich urbane Rhythmen mit der Sensibilität, die aus seiner Herkunft und seinen persönlichen Erfahrungen entsteht. Jedes Projekt ist mit einer Geschichte, einer Erinnerung oder einer Haltung verbunden, die er mit seinem Publikum teilen möchte. In diesem Interview mit albinfo.ch spricht Argjend Gjigja über seinen Werdegang, die Einflüsse, die ihn geprägt haben, und seine Sicht auf die Musi

albinfo.ch: Dein künstlerischer Weg führte vom Modeln und Fernsehen zur Musik. Wie hat sich dieser Wandel in deiner Karriere entwickelt?

Argjend Gjigja: Da mir die finanziellen Möglichkeiten fehlten, direkt in die Musik einzusteigen, musste ich viele Etappen durchlaufen, um Menschen kennenzulernen und ein Netzwerk in der Medien- und Kunstwelt aufzubauen. So konnte ich schließlich meinen größten Traum verwirklichen: die Musik.

albinfo.ch: Das Publikum lernte dich auch durch die Zusammenarbeit mit dem bekannten Sänger Dino Merlin und durch Auftritte auf großen Bühnen kennen. Wie stark hat diese Erfahrung deine künstlerische Entwicklung beeinflusst?

Argjend Gjigja: Sie hat mich enorm geprägt. Viele Dinge wurden für mich klarer, und gleichzeitig hat sie meinen Anspruch an größere Visionen und höhere Standards wachsen lassen. Das kann für einen jungen Künstler, der seine Projekte selbst finanziert, manchmal auch entmutigend sein, denn die Realität in der albanischen Musikszene ist eine andere.

albinfo.ch: Dein Künstlername “Argjend Gjigja” hat eine sehr persönliche Geschichte. Welche Bedeutung hat er für dich?

Argjend Gjigja: Argjend ist mein echter Vorname, während Gjigja ebenfalls Argjend bedeutet, allerdings in der einzigartigen Sprache meiner Schwester, die mit einer Behinderung geboren wurde. Durch meinen Namen und meine Kunst möchte ich mich mit Menschen mit Behinderungen und ihren Familien solidarisch zeigen und gleichzeitig das Bewusstsein für Themen stärken, die für sie von Bedeutung sind.

albinfo.ch: Deine Musik wird oft als Mischung aus urbanem Stil und balkanischen Emotionen beschrieben. Wie entwickelst du diese musikalische Identität?

Argjend Gjigja: Das bin einfach ich! Ein Mensch des Asphalts, der Stadt, aber in seinen Emotionen ein Balkaner. Ich lege großen Wert auf unsere balkanischen Melodien und Instrumente und halte bewusst an ihnen fest.

albinfo.ch: Mit dem Projekt “Tolerom” bist du erstmals in die “The Top List” eingestiegen. Was bedeutet dieser Erfolg für dich?

Argjend Gjigja: Erfolg! Nach vielen Jahren des Bemühens, meine Arbeit meinem eigenen Volk näherzubringen und gehört zu werden, habe ich es geschafft. Ein Lied, das von Toleranz zwischen Paaren handelt, hat es in die Top List geschafft und vermittelt damit eine sehr schöne und wichtige Botschaft.

albinfo.ch: Dein neuer Song “Rabija” hat viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Wie entstand die Idee zu diesem Projekt?

Argjend Gjigja: Die Idee entstand aus dem Ausdruck: “Möge die Erinnerung an sie ewig bleiben.”

albinfo.ch: Warum hast du den Titel “Rabija” gewählt und welche Geschichte oder Symbolik steckt dahinter?

Argjend Gjigja: Rabija ist ein arabischer Name und bedeutet Beginn des Frühlings. In meinem Lied ist Rabija eine albanische Heldin … Rabija ist meine Mutter. Sie konnte den nächsten Frühling leider nicht mehr erleben und starb in meinen Armen in der Schweiz während eines Familienbesuchs bei meinem Bruder in Bern. So wurde das Lied “Rabija” zu einer ewigen Erinnerung an meine Mutter.

albinfo.ch: Welche Botschaft möchtest du mit diesem Lied an das Publikum vermitteln?

Argjend Gjigja: Aus musikalischer Sicht möchte ich Lieder schaffen, die man gleichzeitig hören und sehen kann, vor allem aber fühlen und erleben. Die Botschaften sind vielfältig und universell. Sie reichen von der Verwendung des Namens meiner Mutter und einer Frau, deren Name in manchen Gesellschaften noch immer ein Tabu ist, bis hin zur Verbindung zwischen Kind und Elternteil, die nicht zwingend traditionelle Begriffe wie “Mutter” oder “Mama” braucht.

albinfo.ch: Da du auch im Modelbereich und in den Medien aktiv bist, wie siehst du deine künstlerische Zukunft in den kommenden Jahren?

Argjend Gjigja: Ich werde immer dort sein, wo ich mich willkommen und geschätzt fühle. Alles, was ich übernehme, werde ich mit großer Leidenschaft, Professionalität, Hingabe und viel Liebe tun.

Der Weg von Argjend Gjigja trägt das Gewicht von Erfahrung und Jahren der Suche nach seiner künstlerischen Identität. Für ihn ist Musik eng mit dem Leben, den Erinnerungen und den Gefühlen verbunden, die niemals verblassen.

Solidarität durch Kunst mit Menschen mit Behinderungen

“Argjend ist mein echter Vorname, während Gjigja ebenfalls Argjend bedeutet, allerdings in der einzigartigen Sprache meiner Schwester, die mit einer Behinderung geboren wurde. Durch meinen Namen und meine Kunst möchte ich mich mit Menschen mit Behinderungen und ihren Familien solidarisch zeigen und gleichzeitig das Bewusstsein für Themen stärken, die für sie von Bedeutung sind.”