Der Bundesrat hat am 29. April entschieden, dass er die corona-bedingten Einreisebeschränkungen parallel zu den wirtschaftlichen Öffnungsetappen schrittweise lockern will. Erste Lockerungen sind am 11. Mai 2020 in Kraft getreten. Für einen weiteren Lockerungsschritt hat Bundesrätin Keller-Sutter in den letzten Tagen mehrere Telefongespräche geführt mit Deutschlands Innenminister Horst Seehofer, mit Frankreichs Innenminister Christophe Castaner sowie dem Bundesminister für Inneres aus Österreich, Karl Nehammer. Alle drei Länder sind wie die Schweiz aktuell in der Transitionsphase und in einer vergleichbaren epidemiologischen Lage.
Gespräche mit Nachbarstaaten
In bilateralen Gesprächen verständigten sich die Ministerinnen und Ministern darauf, die Grenzen zwischen diesen Nachbarländern so rasch wie möglich wieder vollständig zu öffnen und die Reisefreiheit wieder zu gewähren. Sofern die pandemische Lage in diesen Ländern dies erlaubt, soll dieser Schritt am 15. Juni erfolgen.
In der Zwischenzeit sollen zudem umgehend spezifische und reziproke Lösungen zugunsten von binationalen, unverheirateten Paaren sowie allfälligen weiteren Personenkategorien ausgearbeitet werden. Sobald diese Lösungen konkret gefunden sind, wird das Staatssekretariat für Migration (SEM) informieren.
Bundesrätin Keller-Sutter hat den Bundesrat an seiner Sitzung vom 13. Mai 2020 über diesen Lockerungsschritt an der Grenze mit den drei Nachbarstaaten informiert. Der Bundesrat wird die Details noch an seiner Sitzung vom 27. Mai besprechen, zusammen mit den weiteren Lockerungen in den Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen. Das EJPD kann Länder nach Rücksprache mit EDI und EDA in eigener Kompetenz von der Liste der Risikoländer streichen. Der Lockerungsschritt kann selbstverständlich nur unter der Voraussetzung erfolgen, dass die positiven Entwicklungen der epidemischen Situation anhalten. Das bedingt die weitere konsequente Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln.
Mit der schrittweisen Lockerung der Einreise- und Zulassungsbeschränkungen und den wirtschaftlichen Öffnungsetappen erwartet die Eidgenössische Zollverwaltung eine weitere Erhöhung des Grenzverkehrs. Um einen möglichst reibungslosen Verkehrsfluss sicherzustellen öffnet die EZV weitere Grenzübergänge in den Kantonen Graubünden, Tessin und Solothurn sowie in der Westschweiz. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten bereits geöffneter Grenzübergänge verlängert. Dieser Entscheid erfolgt in enger Abstimmung mit den in- und ausländischen Partnerbehörden. Die risikobasierten Kontrollen an der Grenze werden weitergeführt.
Eine Liste mit den geöffneten Grenzübergängen ist auf der Webseite der EZV publiziert (www.ezv.admin.ch). Die aktuellen Einreise- und Zulassungsbeschränkungen sind auf der Webseite des Staatssekretariats für Migration ersichtlich (www.sem.admin.ch). Reisenden wird ausserdem empfohlen, sich über die aktuellen Bestimmungen der jeweiligen Nachbarländer zu informieren.
Übersicht über die zusätzlich geöffneten Grenzübergänge ab Montag, 11. Mai 2020
Genf
Certoux, Chancy I, Croix-de-Rozon: Einreise in die Schweiz 06:00-09:00, Montag bis Freitag, ausgenommen Feiertage
Landecy: Einreise in die Schweiz 06:00-09:00, Ausreise nach Frankreich 17:00-19:00; Montag bis Freitag, ausgenommen Feiertage
Graubünden
Spiess: zu/nach Samnaun geöffnet 08:00-11:00, Montag bis Freitag
Jura
Fahy: Einreise in die Schweiz 05:00-08:00, Ausreise nach Frankreich 16:00-19:00, Montag bis Freitag, ausgenommen Feiertage
Neuenburg
Biaufond: Einreise in die Schweiz 05:00-08:00, Ausreise nach Frankreich 16:00-20:00; Montag bis Freitag, ausgenommen Feiertage
Mit dem Lift fahre ich in den fünften Stock und laufe den Gang runter, eine Tür öffnet sich. Mit locker hochgestecktem Haar und ungezwungener Kleidung steht sie mir gegenüber und grüsst mich herzlich. Mirlinda Dinaj, 24 Jahre alt, hat auf Instagram mit ihrem Profil Linda’s universe ein beachtliches Publikum für ihre Illustrationen gewonnen und ist Mitgestalterin des Online-Magazins OG – «o gocë». Sich deshalb eine Künstlerin zu nennen, fällt ihr schwer – aber sie weiss, was sie will: Mit ihrer farbenfrohen Kunst Menschen anziehen und sie merken lassen: Hey, da läuft etwas falsch!
Es ist das zweite Mal, dass ich Linda treffe. Während Sie beim ersten Treffen zurückhaltend war, strahlt sie heute trotz leichter Grippe und teilt aufgeregt ihre Gedanken mit mir. Wir unterhalten uns in einem Sprachdurcheinander von Englisch, Albanisch und einzelnen Französisch- und Deutschschnipseln. In der Nähe von Lausanne aufgewachsen, macht Linda nun ein Praktikum in Zürich. Das Leben in dieser neuen Stadt stellt eine Herausforderung für sie da: Als Frau, Albanerin und frankophone Schweizerin gäbe es nämlich kein Entkommen vor steter Rechtfertigung: Zuerst müsse mensch erklären, warum mensch Französisch spricht, dann, woher der Vorname kommt und sich schliesslich Fragen anhören wie: Ob die albanischen Eltern es denn okay finden, dass sie als Frau so spät noch ausgeht? Ob sie nach Kosovo in die Ferien gehe, um zu heiraten? Unter all diesen Fragen lauert der Gedanke: Du bist ja nicht Schweizerin.
Obwohl Linda in diesem Land aufgewachsen ist und sich als 100% Schweizerin und 100% Albanerin beschreiben würde. Warum da aufteilen oder eines ausschliessen, fragt sie. Sie nähme das Gute von beiden Kulturen und kritisiere das, was sie stört. Wie sie es auch in ihren Illustrationen tut: Da sieht mensch Catcalling, genervte Frauen und lechzende Männer. Ihre Bilder sind Antworten auf was Linda zufolge falsch läuft: Zwangsehe, die Position der Frau in der Gesellschaft, der Druck auf die Kinder albanischer Migrationsfamilien in der Schweiz, der Umgang mit psychischen Krankheiten und die albanische traditionell unmögliche Erbschaftsannahme für Frauen.
Dabei ist es ihr wichtig zu betonen, dass sie damit nicht alle anklagen möchte. Es sei aber Realität, dass immer noch viele Menschen und vor allem Frauen unter unterdrückenden, patriarchalen Strukturen leiden und keine Wahlmöglichkeiten haben. Dies diene ihr als felsenfestes Argument gegen sie treffende Kritik.
Aussagen wie «Ja, wenn du nicht heiraten möchtest, mach es einfach nicht – Wozu der Krawall?» fänden keinen Halt in einer Welt, in der es nicht allen gewährleistet ist, einfach mal «nein» zu sagen. Ansonsten seien die Reaktionen sehr positiv, wobei Personen jeglichen Geschlechts Unterstützung ausdrücken. So ist Linda nämlich ganz unerwartet zu ihrem Publikum gekommen – durch Reposting ihrer Beiträge auf den sozialen Medien und auffordernde Nachrichten und Kommentare: «Mach weiter, es hilft!» Auch ihre Eltern unterstützen sie in ihrem Vorhaben, wobei sie lange keinen Einblick in ihr Kunstschaffen bekommen haben. Linda zeichnete nämlich schon als Kind, aber eben nur für sich. Was sie erlebt und beschäftigt hat, wurde farbenfroh auf Papier gebracht. Was sie als Kind verstörte, klingt heute nach. Fragen wie «a po të lypin?» übersetzte sie ins Französische und fand es falsch – es könnte doch nicht sein, dass solche Ausdrucksweisen in Bezug auf Menschen verwendet wurden. Sie suchte das Gespräch mit ihren Eltern, welche zustimmten und mit ihr darüber sprachen.
Dieses sensible Bewusstsein der albanischen Sprache gegenüber bringt sie heute in ihren Illustrationen zum Ausdruck, wobei es nicht immer kritisch gemeint ist. Ausdrücke wie «ta hongsha zemrën», welche sie wörtlich verstanden zeichnet – ein Mann, der ein Herz isst-, fände sie einfach witzig und etwas makaber. Lindas Kunst beginnt nämlich immer bei ihr – was ihr auffällt, was sie belustig oder stört. Dabei sind es oft gesellschaftliche Probleme, die sie am meisten bewegen. Genau diese Verzahnung von Politischem und Persönlichem zeichnet ihre Illustrationen aus – Es ist wahrlich Linda’s universe, welches wir bei Betrachtung ihrer Kunst betreten.
Das schnelle Wachstum des Tourismus im Kosovo folgt den globalen Trends in diesem Sektor, insbesondere in den letzten zehn Jahren. Es werden ständig neue Tourismusprodukte eingeführt, das Angebot an inländischen Reisezielen verbessert und die Dienstleistungen im Allgemeinen sind modernisiert und diversifiziert. So Tourismus verwandelt sich in einen Sektor, der Impulse für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes gibt.
Laut der Welttourismusorganisation sind 2018 mehr als 700 Millionen Touristen in europäischen Destinationen angekommen, und es wird geschätzt, dass jede Person während ihres Aufenthalts durchschnittlich 800 US-Dollar ausgegeben hat. Im selben Jahr, nach der Kosovo-Agentur für Statistik, im Land waren 192,761 ausländische Touristen. Diese Besucher kommen hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum, der Türkei und unserer Diaspora. Interessanterweise kommen viele Asiaten im Rahmen von Balkanreisen in den Kosovo.
Neben ausländischen Touristen sind einheimische Besucher, dh Einwohner des Kosovo, die Wochenenden oder Feiertage an verschiedenen Orten im Land verbringen, sind eine wichtige Gruppe von Nutzern von Tourismusdienstleistungen. Auch diese Gruppe wächst von Jahr zu Jahr. Aber nach Kosovo Agentur für Statistik, im Jahr 2018 die Zahl der inländischen Besucher, die verschiedenen Destinationen innerhalb des Landes besuchen war 108,043.
Kleinere Wohneinheiten (wie Airbnb)
Nicht nur Zahlen …
Das schnelle Wachstum des Tourismus im Kosovo folgt den globalen Trends in diesem Sektor, insbesondere in den letzten zehn Jahren. Es werden ständig neue Tourismusprodukte eingeführt, das Angebot an inländischen Reisezielen verbessert und die Dienstleistungen im Allgemeinen sind modernisiert und diversifiziert. So Tourismus verwandelt sich in einen Sektor, der Impulse für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes gibt.
Laut der Welttourismusorganisation sind 2018 mehr als 700 Millionen Touristen in europäischen Destinationen angekommen, und es wird geschätzt, dass jede Person während ihres Aufenthalts durchschnittlich 800 US-Dollar ausgegeben hat. Im selben Jahr, nach der Kosovo-Agentur für Statistik, im Land waren 192,761 ausländische Touristen. Diese Besucher kommen hauptsächlich aus dem deutschsprachigen Raum, der Türkei und unserer Diaspora. Interessanterweise kommen viele Asiaten im Rahmen von Balkanreisen in den Kosovo.
Neben ausländischen Touristen sind einheimische Besucher, Einwohner des Kosovo, die Wochenenden oder Feiertage an verschiedenen Orten im Land verbringen, sind eine wichtige Gruppe von Nutzern von Tourismusdienstleistungen. Auch diese Gruppe wächst von Jahr zu Jahr. Aber nach Kosovo Agentur für Statistik, im Jahr 2018 die Zahl der inländischen Besucher, die verschiedenen Destinationen innerhalb des Landes besuchen war 108,043.
Weltbekannte Köche erfinden neue lokale Speisen und unterstützen die Landwirten
Köche können Treiber des Wandels sein: nicht nur im Geschmack und in den Essgewohnheiten, sondern auch zur Unterstützung der lokalen Landwirten. Durch die Einführung von frischen Zutaten des Landes in ihren Rezepten, schaffen Köche stärkere Verbindungen zwischen den Landwirten und Restaurants, sowie zwischen Landwirten und Kunden. Im Jahr 2019 weltbekannte Köche Fejsal Demiraj
und Entiana Osmenzeza organisierten die Veranstaltung “Taste of Kosovo”, bei der zubereitete Gerichte serviert wurden, die ausschließlich aus Zutaten bestehen, die im gesamten Kosovo angebaut oder gesammelt wurden. Die Veranstaltung war Teil der albanischen Gastronomieexpedition, einem Projekt der RRNO Foundation, um die albanische Küche zu dokumentieren und neu zu entdecken. Die Expedition legt einen besonderen Schwerpunkt auf lokale Landwirten und Produzenten. In der Natur gibt es so viele köstliche und gesunde Sachen zu essen, brauchen wir nur zu suchen und sie zu finden!
Die Outdoor-Aktivitäten, aber auch in städtischen Zentren, sind eine Notwendigkeit für ein beliebtes touristisches Angebot, das sich positiv auf die Entscheidung der Touristen auswirkt, ihren Aufenthalt im Reiseziel zu verlängern. Das touristische Angebot des Kosovo ist interessant und vielfältig für jede Art von Touristen und und es wird reicher.
In Peja können Touristen bereits den Nervenkitzel der Tibetame-Brücke erleben
Neue Produkte im letzten Jahr eingeführt
Erst im Jahr 2019 brachte das Kosovo neue Tourismusprodukte auf den Markt, darunter: einen Klettersteig in Prizren; ein weiterer Klettersteig in Peja neben zwei bestehenden; In Peja können Touristen bereits den Nervenkitzel der Tibetame-Brücke erleben. Fallschirmspringen, Kajakfahren auf den Flüssen, Mountainbiken, Wandern kombiniert mit Yoga, Wintersport sind einige der beliebtesten Outdoor-Aktivitäten. Modernere Produkte wie der “escape romm”, das Museum der Illusionen und kulturelle Veranstaltungen sind mittlerweile Teil des Angebots von Pristina.
In der Zwischenzeit wird das bestehende Angebot des Kosovo um eine lange Liste neuer Produkte erweitert. In der Nähe von Pristina wird der Bärenwald bald den Wege-Pfad mit sechs Atraktionen für Familien und Kinder eröffnen. In der Nähe des Flusses Lumbardh in Peja wurde ein Campingplatz mit sechs Produkten und Aktivitäten gebaut, und Prizren arbeitet an der Eröffnung eines Filigranmuseums. Dies sind einige der neuesten Investitionen.
Kajakfahren auf den Flüssen
DieTouristen und Besucher finden es jetzt noch einfacher, das touristische Angebot des Kosovo zu erleben, dank eines neuen Dienstes, der auf dem Markt entwickelt wird: lokale Führer oder Stadtführer. Diese Fachleute haben Informationen über die Geschichte, Mythen und Schönheit von Reisezielen und wissen, wie man Touristen an die richtigen Orte bringt.
„Abgesehen vom finanziellen Aspekt sind die Auswirkungen des Anstiegs der Zahl ausländischer Touristen und inländischer Besucher des Ziels Kosovo auch in anderen verwandten Sektoren zu spüren, die direkt oder indirekt zu einem Beschäftigungswachstum, einer inländischen Produktion und einem Wachstum führen. über die Anzahl und Qualität von Dienstleistungen verschiedener Art, aber auch zur Verbesserung des Images des Kosovo in der Welt “, sagt Blerina Batusha Xerxa von Swisscontact, die seit 2014 mit lokalen Institutionen für die Entwicklung des Tourismussektors im Kosovo kooperiert, dank der finanziellen Unterstützung der Schweizerischen Agentur für Entwicklung und Zusammenarbeit
Hotels, Kapazitäten und Besucher
22% sind größere Hotels, die auch Restaurants haben.
Es gibt über 11.680 Zimmer im Kosovo. Die tägliche Kapazität beträgt also ca. 11.680 Zimmer.
In großen Hotels sind etwa 50,6% der Gäste internationale Touristen, etwa 22,7% stammen aus der Diaspora und 11,8% sind inländische Besucher.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus auf Wohneinheiten und Restaurants werden wie folgt geschätzt: 153 Mio. EUR im Jahr 2017 und rund 202 Mio. EUR im Jahr 2018.
‘Die Nutzungsrate ‘ in Hotels werden auf rund 49%, während in kleineren Wohneinheiten (wie Airbnb) auf etwa 60% geschätzt
Der erste “Fluchtraum” im Kosovo wird eröffnet
Um dazu beizutragen, dass in Pristina mehr zu tun ist – für RAZ-Besucher, Touristen und Stadtbewohner ist der RAZ-Fluchtraum (escape room) eine Investition einer Gruppe junger Menschen aus der Tourismuswelt. Die Idee der Eröffnung dieses Rettungsspielraums sollte der Nachfrage der Besucher in Pristina nach mehr Aktivitäten bei ihrem Besuch in der Stadt gerecht werden, indem sie die Stadt besuchen. Der Raum wird das lokale Angebot verbessern und sich auf die Erhöhung der Besucherzahl, der Aufenthaltsdauer und der Höhe der Ausgaben auswirkt.
“Dieser Artikel wurde in unserem Magazin albinfo.ch (Printform) veröffentlicht. Das war am Anfang März, bevor die neueste Entwicklungen infolge von COVID-19 statgefunden haben”
Ab dem 27. April 2020 können Spitäler wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen und ambulante medizinische Praxen sowie Coiffeur-, Massage- und Kosmetikstudios ihren Betrieb wieder aufnehmen. Baumärkte, Gartencenter, Blumenläden und Gärtnereien dürfen wieder öffnen. Der Schutz des Publikums und der Arbeitnehmenden muss dabei sichergestellt sein. Dies hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 16. April entschieden. Wenn es die Entwicklung der Lage zulässt, sollen am 11. Mai die obligatorischen Schulen und die Läden wieder öffnen. Am 8. Juni sollen dann Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen. Der Bundesrat hat zudem den Schutz besonders gefährdeter Arbeitnehmenden präzisiert.
Aufgrund der epidemischen Entwicklung und gestützt auf Empfehlungen der Wissenschaft, lockert der Bundesrat ab dem 27. April die Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor dem neuen Coronavirus. Um Planungssicherheit zu schaffen, gibt er auch bekannt, wie er die weiteren Lockerungsschritte bis Anfang Juni plant.
Für die Reihenfolge der Lockerungen hat der Bundesrat mehrere Risikofaktoren berücksichtigt. Dazu gehören die Zunahme enger Personenkontakte, die Zunahme von Personenströmen, die Zahl der betroffenen vulnerablen Personen oder die Möglichkeit Schutzmassnahmen zu ergreifen. Zudem hat der Bundesrat den wirtschaftlichen Nutzen der einzelnen Lockerungen bewertet.
Schutz der Gesundheit und Vermindern der wirtschaftlichen Schäden
Der Bundesrat verfolgt mit der Lockerungsstrategie mehrere Ziele: Er will weiterhin in erster Priorität die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung schützen, insbesondere der besonders gefährdeten Personen. Die Lockerungen werden durch Schutzkonzepte begleitet. Diese können je nach Branche eine Empfehlung oder Pflicht zum Maskentragen beinhalten. Der Bundesrat will weiter die wirtschaftlichen Schäden möglichst gering halten und die Einschränkungen der Grundrechte wo möglich verringern. Die Strategie soll schweizweit einheitlich und unter Berücksichtigung der Massnahmen der Nachbarländer umgesetzt werden.
Erste Etappe am 27. April 2020
In der ersten Etappe lockert der Bundesrat ab dem 27. April die Massnahmen bei Einrichtungen, die nur eine geringe Anzahl direkter Kontakte aufweisen, Schutzkonzepte einfach umsetzen können und keine bedeutenden Personenströme verursachen. Die Massnahmen im stationären medizinischen Bereich werden gelockert, Spitäler dürfen wieder alle Eingriffe vornehmen. Ebenso können ambulante medizinische Praxen ihren normalen Betrieb wiederaufnehmen und wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen. Dazu gehören unter anderem Praxen für Zahnmedizin, Physiotherapie und medizinische Massage. Damit sollen auch negative Folgen verhindert werden, die durch einen Verzicht auf Behandlungen und Untersuchungen entstehen könnten.
Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt können ebenfalls wieder öffnen, zum Beispiel Coiffeurgeschäfte, Massagepraxen, Tattoo-Studios und Kosmetiksalons. Geöffnet werden auch Bau- und Gartenfachmärkte sowie Gärtnereien und Blumenläden. Zudem können auch unbediente öffentliche Einrichtungen wie Waschanlagen wieder öffnen. Schliesslich wird die Limitierung auf den engen Familienkreis bei Beerdigungen wieder aufgehoben.
Ab dem 27. April werden zudem die Sortimentsbeschränkungen in Lebensmittelläden aufgehoben. Wenn sich Güter des täglichen Bedarfs und weitere Güter auf der Verkaufsfläche der Lebensmittelläden befinden, dürfen sie verkauft werden.
Zweite und dritte Etappe: 11. Mai und 8. Juni 2020
In der zweiten Etappe sollen ab dem 11. Mai die obligatorischen Schulen sowie die Einkaufsläden und Märkte wieder öffnen. Den Entscheid darüber will der Bundesrat am 29. April fällen. Am 8. Juni sollen in einem dritten Schritt die Mittel-, Berufs- und Hochschulen wieder Präsenzveranstaltungen abhalten dürfen. Gleichzeitig sollen Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe wie Museen, Bibliotheken, botanische Gärten und Zoos wieder öffnen und das Versammlungsverbot gelockert werden. Die Details zu dieser Etappe will der Bundesrat am 27. Mai beschliessen. Über weitere Etappen hat der Bundesrat noch keine Beschlüsse gefasst. Ab wann Grossveranstaltungen wieder möglich sein werden, entscheidet er in einer seiner nächsten Sitzungen.
Etappen je nach Entwicklung der Epidemie
Der Übergang von einer Etappe zur nächsten erfolgt dann, wenn es zu keinem deutlichen Anstieg von COVID-19-Fällen gekommen ist. Zwischen den einzelnen Schritten muss genügend Zeit verstreichen, um die Auswirkungen der Lockerungen beobachten zu können. Kriterien sind die Anzahl Neuinfektionen, Spitaleinweisungen und Todesfälle sowie die Spitalbelegungszahlen.
Sobald die Fallzahlen in der Schweiz ausreichend gesunken sind, werden die Kantone die konsequente Rückverfolgung von Infektionsketten wieder aufnehmen: infizierte Personen sollen frühzeitig entdeckt, behandelt und isoliert, die Übertragungsketten eruiert und weitere Übertragungen verhindert werden. Dazu werden eine erweiterte Teststrategie, ein Contact Tracing-Konzept und eine App entwickelt, die über Kontakte mit infizierten Personen informiert. Die Massnahmen zum Abstandhalten und zur Hygiene bleiben gültig und wichtig. Besonders gefährdete Personen sollen weiterhin zu Hause bleiben.
Schutz von besonders gefährdeten Arbeitnehmenden
Bei der schrittweisen Öffnung gewisser Dienstleistungen und Betriebe sollen besonders gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umfassend geschützt werden. Der Bundesrat hat deshalb die Definition der besonders gefährdeten Personen und die Schutzmassnahmen präzisiert.
Der Arbeitgeber ist in der Pflicht, besonders gefährdete Personen von zu Hause aus arbeiten zu lassen, wenn nötig durch eine angemessene Ersatzarbeit. Ist die Präsenz vor Ort unabdingbar, muss der Arbeitgeber die betreffende Person schützen, indem er die Abläufe oder den Arbeitsplatz entsprechend anpasst. Eine besonders gefährdete Person kann eine Arbeit ablehnen, wenn sie die Gesundheitsrisiken als zu hoch erachtet. Ist eine Arbeitsleistung zuhause oder vor Ort nicht möglich, hat der Arbeitgeber die Person unter Lohnfortzahlung freizustellen. Der Arbeitgeber kann ein ärztliches Attest verlangen, das aufzeigt, weshalb eine angestellte Person zu einer besonders gefährdeten Personengruppe gehört.
Der Bundesrat hat aufgrund der epidemiologischen Situation den Kanton Tessin ermächtigt, die Einschränkungen von Wirtschaftsbranchen bis am 26. April zu verlängern.