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Doppelmord in Peja – mögliche Verbindung zum Mord in Fribourg

Die Stadt Peja wurde am Samstagabend durch einen Mordfall erschüttert. Zwei Personen wurden mit einer Kalaschnikow ermordert, während sie in einem Lokal in der Nähe vom Kulturhaus der Stadt sassen.

Die Schüsse kamen von einem Auto, das mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort entfernte. Xhevdet Kelmendi und Kastriot Kukaj verloren dabei ihr Leben.

Die Familie Kelmendi sei mehrmals Ziel von Angriffen in den letzten 14 Jahren gewesen, schreibt die Zeitung Zëri. Viele Personen dieser Familie sind ermordert worden – die Angreifer sind bis heute unbekannt.
 
Kastriot Kukaj befand sich in dem Lokal, das Eigentum der Familie Kukaj ist. Schwer verletzt wurde ins Krankenhaus geliefert, wo er später seinen Verletzungen erlag.
 
In der Nacht startete die Kosovo Polizei die Suche nach den Tätern.
 
Wie Polizeisprecher Xhevat Ibra sagte, hat die Polizei kurze Zeit nach dem Mordanschlag ein brennendes Fahrzeug am Waldrand ausserhalb der Stadt in Richtung Maja e Zezë gefundet. Es wird vermutet, dass die Täter dieses Fahrzeug benutzt haben könnten.
 
Die Familie Kelmendi steht seit einigen Jahren in der Blutrache mit der Familie Elshani von Dorf Ozdrim in Peja. Die Polizei habe aber bisher nicht herausfinden können, ob die zwei Familien in den Mordanschlägen der letzten Jahre verwickelt waren.
 
Vor einigen Monaten wurde in Fribourg vor den Augen seiner Frau und Kinder Selim Jusuf Elshani ermordet – albinfo.ch berichtete über diesen Fall. Die Medien in Kosovo meldeten zu dieser Zeit, dass die Mafia in dem Mord in der Schweiz verwickelt ist; das Motiv sei die Blutrache gewesen.
 
Zwei Monate vor dem Mord in Fribourg, wurde in Peja Shefqet Kelmendi erschossen. Auch der Sohn von Shefqet Kelmendi, Valon, wurde ermordet. Durch eine Explosion in der Nähe des Hauses der Famile Kelmendi wurde auch die Tochter von Shefqet getötet. 
 
Trotz dieser Morde hat die Polizei bisher kein Täter gefasst; keine Person wurde bisher verurteilt. Und somit leben diese zwei Familie in den Zwängen vom Kanun des Lekë Dugagjini und der Blutrache.
 
Auch wenn es als archaisch gilt, wird der Kanun im Norden Albaniens und in Teilen von Kosova weiter gelebt.