Gesundheit

Prävention und Früherkennung von Brustkrebs

Niemand kann sich hundertprozentig vor Krebs schützen. Mehrere Faktoren sind für die Entstehung von Krebs verantwortlich. An Brustkrebs erkranken in der Schweiz pro Jahr 6200 Frauen und 50 Männer. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen: fast ein Drittel aller Krebsdiagnosen.

Brustkrebs ist ein Tabuthema, obwohl es die häufigste Krebsart bei den Frauen ist, verschliessen viele Menschen die Augen vor der Krankheit. Wenn Sie Erfahrungen mit einer Krebserkrankung gemacht haben, wissen Sie, wie sehr sich die Krankheit auf sämtliche Lebensbereiche auswirkt. Nach einer Krebserfahrung ist das Leben nicht mehr das gleiche wie zuvor, davon berichten Betroffene wie Angehörige gleichermassen. Unsicherheit und Sorgen, aber auch Schmerzen, Müdigkeit und körperliche Veränderungen wiegen schwer. In dieser neuen Wirklichkeit anzukommen ist meist schwierig und dauert für alle Betroffenen unterschiedlich lang.

Die Krebsliga schaut nicht weg, für sie steht die Krankheit und das Wohlbefinden der Menschen im Mittelpunkt. Es gibt viele Faktoren, um den Brustkrebs vorzubeugen. Als unabhängige Patientenorganisation informiert, unterstützt und begleitet die Krebsliga kostenlos Krebsbetroffene und Angehörige. In diesem Text finden Sie Informationen, die für Sie hilfreich sein könnten.

Auch Männer erkranken an Brustkrebs

Das Geschlecht ist der wichtigste Risikofaktor für Brustkrebs. Doch auch Männer erkranken an Brustkrebs, jedoch viel seltener als Frauen. Es gibt folgende Risikofaktoren:

Nicht beeinflussbar: Geschlecht, Alter, familiäre Belastung (wenn bereits eine oder mehrere Verwandte ersten Grades (Mutter, Schwester, Tochter erkrankt sind) oder erbliche Veranlagungen.

Beeinflussbar: Körperliche Aktivität, Alkohol-/Tabakkonsum und Ernährung.

Der natürliche Alterungsprozess des Körpers ist einer der grössten Risikofaktoren für Krebs. Vier von fünf Brustkrebspatientinnen sind bei der Diagnose über 50 Jahre alt. Sind in der Familie einer Frau deren Mutter, Schwester oder Tochter an Brustkrebs erkrankt, hat sie ebenfalls ein erhöhtes Krankheitsrisiko.

Der ausgewogene Lebensstil

Manche Risikofaktoren für Brustkrebs sind eng mit dem persönlichen Lebensstil verbunden und lassen sich oft vermeiden oder zumindest reduzieren: Frauen mit viel Bewegung haben ein tieferes Brustkrebsrisiko. Alkohol- und Tabakkonsum erhöhen das Brustkrebsrisiko wiederum. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, Alkohol nur in kleinen Mengen und nicht täglich zu konsumieren und auf das Rauchen zu verzichten. Eine hohe Fettaufnahme und zuckerreiche Lebensmittel gelten ebenfalls als Risikofaktoren. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Früchten, Gemüse kann mithelfen, Übergewicht zu vermeiden und dadurch das Brustkrebsrisiko zu senken. Frauen, die ihre Babys über einen längeren Zeitraum stillen, haben gegenüber vergleichbaren Frauen, die nicht stillen, ein geringeres Risiko, im späteren Leben an Brustkrebs zu erkranken.

Kann ich das Risiko senken, an Krebs zu erkranken?

Die wichtigste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen ab 50 Jahren ist die Mammografie. Die Krebsliga Schweiz empfiehlt und unterstützt die Brustkrebsfrüherkennung durch Mammografie-Screenings bei Frauen ab 50 Jahren. In vielen Kantonen bestehen Programme, in denen Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre eingeladen werden, eine Früherkennungs-Mammografie machen zu lassen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der Früherkennungs-Mammografie im Rahmen eines Programms oder bei einem familiär erhöhten Brustkrebsrisiko. Die Selbstuntersuchung der Brust ist eine einfache Methode, Veränderungen der Brust wahrzunehmen. Sie ist jedoch kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung oder für eine Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs. Studien zur regelmässigen Selbstuntersuchung konnten nicht aufzeigen, dass diese die Anzahl der Brustkrebstodesfälle zu reduzieren vermag. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass im Einzelfall eine Frau von der regelmässigen Selbstuntersuchung der Brüste profitieren kann. Gehen Sie zu einer ärztlichen Beratung, wenn Sie zu den Frauen gehören, deren Risiko für Brustkrebs erhöht ist. Die erste Anlaufstelle ist Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt. Bei Symptomen wie einem Knoten oder Schmerzen in der Brust handeln Sie rasch. Wird Brustkrebs früh entdeckt, ist die Behandlung oft einfacher und die Überlebenschancen der betroffenen Frau sind im Allgemeinen höher.

Gefühle zulassen

Im Verlauf der Krankheit kann es immer wieder Phasen geben, in denen Gefühle wie Wut, Neid oder Selbstmitleid aufkommen. Solche Gefühle gehören zu einer Krebserkrankung – so, wie sie auch sonst ein Teil des Lebens sind. Sie gehören ganz einfach zu den normalen menschlichen Reaktionen und gehen in den meisten Fällen auch wieder vorbei. Genauso normal wie der Wunsch nach Unterstützung ist das Bedürfnis nach Ruhe und Alleinsein. Als besonders schwierig erleben die meisten den Zeitraum zwischen Diagnose und Behandlungsbeginn. Das Warten auf weitere Untersuchungsergebnisse lässt einen grossen Raum offen für Mutmassungen, Hoffnungen und Ängste. Manchmal ist es jetzt hilfreich, wenn Sie eine gute, geordnete Tagesstruktur aufrechterhalten und sich durch Aktivitäten ablenken. Damit können Sie sich Pausen von den sorgenvollen Gedanken verschaffen. So ist es manchmal eine Unterstützung, zur gewohnten Zeit einzukaufen, zu kochen, die Mahlzeiten einzunehmen oder einen Spaziergang zu machen, genauso wie sie das vor der Diagnose oder Therapie getan haben.

Es gibt während der Behandlung immer auch «gute» Tage, an denen Sie sich besser fühlen. Versuchen Sie, an solchen Tagen etwas zu tun, das Ihnen Energie gibt und Freude macht. Das Akzeptieren der Situation, wie sie nun einmal ist, anstatt dagegen «anzukämpfen», kann dazu verhelfen, dass man den Boden unter den Füssen wieder spüren und von dem Punkt aus, an dem man jetzt steht, neu ausgehen kann.

Haben Sie Fragen? Die Krebsliga bietet kostenlose Beratung und Unterstützung vor Ort:
Die kantonalen und regionalen Ligen sind in Ihrer Nähe. Sie bieten allen krebsbetroffenen Personen und ihren Angehörigen in der ganzen Schweiz gratis individuelle Beratung und Unterstützung:
www.krebsliga.ch/region Die Fachberaterinnen vom «Krebstelefon» helfen bei Fragen zu Krebs weiter:
Telefon: 0800 11 88 11 (gratis)
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Forum: www.krebsforum.ch
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Dorentina Osmani, Krebsliga Schweiz

 


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