Albanische Namen in der Schweizerischen Politik
Bashkim hat es zum zweiten Mal auf einen Sitz im Nationalrat abgesehen
Die kantonalbernischen Sozialdemokraten nominierten den Kosovaalbaner für die Wahl in den Nationalrat
Zehn Monate vor den nationalen Parlamentswahlen gibt der aus Ferizaj stammende 33-jährige Politiker seine Kandidatur für den Nationalrat bekannt.
Die kantonalbernischen Sozialdemokraten nominierten den Kosovaalbaner als Kandidat für die Nationalratswahlen vom kommenden Oktober.
Der Nationalratskandidat Bashkim Rexhepi betont, es sei notwendig und eine Pflicht, eine starke Stimme für die ganze albanischsprachige Bevölkerung der Schweiz zu sein.
Rexhepi sagt, sein gewerkschaftliches Engagement hänge mit seinem politischen Programm in der SP zusammen. „Im Mittelpunkt meines politischen Engagements werden die Löhne der Erwerbstätigen stehen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Löhne sich ändern, auf der Basis richtiger Wertschätzung der Arbeit der Erwerbstätigen in den Schweizer Firmen. Ebenso werde ich mich dafür einsetzen, dass die Migranten nicht nur für Hindernisse gehalten werden und so mit ihnen negative Politik betrieben wird, sondern dass wir sie als Chance im Land sehen“, erklärt der albanoschweizerische Politiker.
Bashkim Rexhepis Kandidatur für den Nationalrat steht für einen veränderten Zugang zu Menschen ausländischer Herkunft. „Vor allem für uns Albaner, die wir jahrelang im Visier einer negativen Sichtweise standen. Meine Wahl oder diejenige eines andern Albaners, einer anderen Albanerin käme einem sehr grossen Schritt in Richtung Anerkennung der albanischsprachigen Bevölkerung in der Schweiz gleich. Ich glaube, auf eine solche Wahl würde ein sehr positives Echo folgen und sie würde allen albanisch-schweizerischen Menschen den Weg für einen vollständigen Einbezug in alle Bereiche des hiesigen Lebens öffnen. Auf dieses Ziel werde ich unablässig hinarbeiten“, sagt Rexhepi.
Dieses Mal ist er besser vorbereitet – Bashkim Rexhepi verlor die letzten Wahlen, doch wagt er es erneut, weil im Kanton Obwalden sein schweizerischer Gegner bei drei Wahlen keinen einzigen Gegenkandidaten hatte. „Jetzt kenne ich die politischen Spielregeln besser und bin besser vorbereitet auf diese Wahlen“, sagt Rexhepi und kündigt eine intensivere, angriffigere Kampagne an.
„Wenn wir das vergangene Jahr analysieren, stellen wir fest, dass die Rechtsparteien, vor allem die SVP, die schwächsten Menschen, die Migrantinnen, die Asylbewerber, die untersten sozialen Schichten etc., ausnützten um Politik zu machen. Diese Tatsache beunruhigt mich, weil nicht Politik mit den aktuellen Problemen, die wir haben, gemacht wird. Täglich landet der Reichtum in den Händen weniger Menschen, oder denken wir an die Tatsache, dass beide Partner für die Familie arbeiten gehen müssen. Doch wenn es um die Ernährung der Familie geht, werden in vielen Kantonen die finanziellen Mittel für das Sozial- und Bildungswesen etc. gekürzt. Das sind die wirklichen Probleme und für diese müssen Lösungen gefunden werden“, betont der Politiker kosovarischer Herkunft.
Er hofft, dass die albanischsprachige Bevölkerung sich dieses Mal stärker zur Teilnahme an den Wahlen mobilisieren lässt. „Allein die Tatsache, dass wir dieses Mal mehr Kandidaten und diese sogar in verschiedenen Parteien haben, zeigt, dass sich die albanischsprachige Bevölkerung bewusst geworden ist, Teil der politischen Prozesse im Land zu sein. Je mehr Albanerinnen aktiv sind, umso mehr albanischsprachige Kreise können zum Wählen mobilisiert werden. Erneut gibt es einen Unterschied zwischen der ersten Generation, die in der schweizerischen Politik sehr wenig aktiv ist, und der zweiten oder dritten Generation, die auch ins politische System integriert sind.
Jetzt liegt es an uns, auch die Angehörigen der ersten Generation dazu zu bewegen, wählen zu gehen und albanoschweizerische Kandidatinnen zu unterstützen“, betont der Gewerkschafter Rexhepi.
Er sagt, die albanische Bevölkerung in der Schweiz sei leider nicht genügend mobilisiert.
„Ich erinnere mich an die 90er Jahre, als ich in die Schweiz kam, da gelang es den Albanern, mit den Emigranten einen Staat im Staat zu organisieren. Das war eine sehr grosse Leistung. Wenn wir einen Vertreter albanischer Herkunft im Schweizer Parlament haben wollen, braucht es noch viel Arbeit“, sagt unser albanischer Gesprächspartner, der Mitglied der höchsten gesetzgeberischen Behörde der Schweiz werden möchte.
Bilden wir unser Bewusstsein aus!
Allein die Tatsache, dass wir dieses Mal mehr Kandidaten und diese sogar in verschiedenen Parteien haben, zeigt, dass sich die albanischsprachige Bevölkerung bewusst geworden ist, Teil der politischen Prozesse im Land zu sein. Je mehr Albanerinnen aktiv sind, umso mehr albanischsprachige Kreise können zum Wählen mobilisiert werden.
Wer ist Bashkim Rexhepi
Bashkim kommt ursprünglich aus Kosovo. Er arbeitet als Teamleiter für die Gewerkschaft Unia in Thun und studierte Kulturwissenschaften in Luzern. Seit 2009 ist er Mitglied der JUSO des Kantons Obwalden und seit 2011 auch SP-Mitglied. Von 2012 bis 2014 lebte er im Aargau und im Kanton Zürich.
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