Die Schweiz-Albaner und die Wahlen 2015
Bullakaj: Die Geschichte von morgen schreiben wir heute!
Die Sozialdemokraten St. Gallens hoffen auf einen dritten Sitz im Nationalrat mit Arbër Bullakaj
Am Wahlkampf um einen dritten Nationalratssitz für die St. Galler Sozialdemokraten beteiligt sich auch der Wiler Gemeinderat Arbër Bullakaj. Unterstützt wird er von einer grossen GruppeAktivisten, die versuchen, mögliche albanischsprachige Wähler zu sensibilisieren. Der 27-jährige gilt als am meisten ernstzunehmender albanischsprachiger Kandidat, der Chancen hat, einen Sitz im Schweizer Parlament zu gewinnen, wodurch er als erster Politiker mit albanischen Wurzeln in den Hallen des schweizerischen Gesetzgebers in die Geschichte eingehen würde.
Albinfo.ch: Wie wichtig sind diese Wahlen für Sie, wie ernst nehmen Sie ihre Kandidatur um einen Sitz im Nationalrat?
Bullakaj: Diese Wahlen sind äusserst wichtig für mich und ich nehme meine Kandidatur sehr ernst. Ich glaube, dass meine Kandidatur eine gewisse Signalwirkung hat und eine grosse Minderheit in der Bevölkerung dazu bewegt hat politisch aktiver zu werden. Gemeint sind damit vor allem Ausländer oder Schweizer mit Migrationshintergrund, welche sich bis anhin in der Schweizer Politik nicht vertreten gefühlt haben. Aufgrund Rückmeldungen weiss ich, dass meine Kandidatur bereits eine positive Wirkung hervorgerufen hat. Wenn sich MigrantInnen intensiver mit der Schweizer Politik beschäftigen hat dies verschiedene Vorteile: Einerseits ist dies der Integration förderlich, andererseits kann man sich so besser gegen Ausgrenzung wehren.
Albinfo.ch: Was sind Ihre Verpflichtungen gegenüber den Wählern, was bieten sie als Austausch für die Stimmen, warum sollte ich Sie wählen?
Bullakaj: Als Austausch für die Stimmen meiner Wähler werde ich mich für deren Anliegen im Nationalrat einsetzen. Wie schon erwähnt finde ich es sehr wichtig, dass auch die MigrantInnen endlich in der Schweizer Politik vertreten werden. Darüber hinaus verfolge ich als Sozialdemokrat eine Politik, welche allen zugute kommt. Mein grösstes Anliegen ist die Chancengleichheit in der Bildung und die Integration. Zu meinen politischen Schwerpunkten gehören aber auch die Förderung von Jugendlichen, die Rückverteilung, sichere Renten und bezahlbare Wohnungen. Ich setze mich ein für eine soziale Marktwirtschaft, welcher der Bevölkerung Nutzen bringt und nicht nur einigen Reichen. Die soziale Gerechtigkeit liegt mir am Herzen und ich bin überzeugt, dass wir alle von dieser politischen Linie profitieren können.
Albinfo.ch: Gibt es ein No-Go für Sie als Politiker? Etwas, worüber Sie als Politiker nicht verhandeln? Was sind Ihre unerschütterlichen Prinzipien?
Bullakaj: Ich bin grundsätzlich gerne bereit einen Konsens zu finden. Nicht verhandelbar sind für mich jedoch Themen, welche die menschliche Würde in irgendeiner Form angreifen. Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Mensch und Umwelt müssen geschützt werden vor einem ausbeuterischen System – dies sind sicherlich unerschütterliche Prinzipien für mich.
Albinfo.ch: So sehr man auch hofft, dass Sie diese Wahlen gewinnen: Wir wissen, dass Dutzende Kandidaten einen Sitz im Nationalrat in Bern erlangen wollen. Der Kanton St. Gallen kann aber nur 12 schicken und ihre Partei, die SP, konnte bislang nur 2 Sitze davon für sich beanspruchen.
Bullakaj: Durch meine Kandidatur habe ich eine völlig neue Situation hervorgerufen. Hunderte engagierte Leute kämpfen unermüdlich in meinem Unterstützungskomitee – da bedeuten Statistiken aus dem Vorjahr nichts! Wenn wir alle unsere Kräfte bündeln und abstimmen gehen, stehen die Chancen so gut wie nie zuvor. Die Geschichte von morgen schreiben wir immer heute! Deshalb bin ich optimistisch, dass ich 18. Oktober einen dritten Sitz gewinnen kann.
Mein grösstes Anliegen ist die Chancengleichheit
Mein grösstes Anliegen ist die Chancengleichheit in der Bildung und die Integration. Zu meinen politischen Schwerpunkten gehören aber auch die Förderung von Jugendlichen, die Rückverteilung, sichere Renten und bezahlbare Wohnungen. Ich setze mich ein für eine soziale Marktwirtschaft, welcher der Bevölkerung Nutzen bringt und nicht nur einigen Reichen. Die soziale Gerechtigkeit liegt mir am Herzen und ich bin überzeugt, dass wir alle von dieser politischen Linie profitieren können
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