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Shaqiri und Co brauchen die Erlaubnis ihrer Klubs für das Freundschaftsspiel in Kosova
"Der SFV würde bestimmt niemandem die Teilnahme an einem Fussballspiel mit Symbolcharakter verbieten. Für ein solches Spiel braucht es aber die Einwilligung ihrer Klubs und der entsprechenden Landesverbände ...", sagt Marco von Ah, Mediensprecher des Schweizerischen Fussballverbands, zu albinfo.ch.
Inzwischen äusserte sich auch die FIFA gegenüber albinfo.ch. In einer schriftlichen Antwort von David Noemi von der Medienabteilung der Weltfussballorganisation finden sich keine Details, ausser dass auf den Entscheid der FIFA vom 13. Januar erinnert wird.
“Wie Sie wissen, bestätigte die Kommission für Dringliches am 13. Januar die Modalitäten für die Durchführung von Freundschaftsspielen der Nationalmannschaft und der Fussballklubs von Kosovo. Hinsichtlich anderer Themen, die mit den Klubs und Mannschaften der Nationalmannschaft im Rahmen des Fussballverbands von Kosovo zu tun haben, können wir nicht spekulieren.”
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Einige Tage zuvor gab das weltweit höchste Fussballbüro, die FIFA, grünes Licht, dass die Fussballmannschaft Kosovas Freundschaftsspiele mit allen Nationalmannschaften der Welt, die FIFA-Mitglieder sind, austragen könne. Dieser Beschluss wurde in Prishtina begrüsst und als ein Schritt in die richtige Richtung beurteilt, auch wenn er Kosova nicht eine vollberechtigte Aufnahme ermöglicht.
In der enthusiastischen Stimmung über den neuen Entscheid kam es in Prishtina auch zu Spekulationen darüber, wo und mit wem das erste Freundschaftsspiel der Nationalmannschaft A stattfinden werde und, noch wichtiger, wer in dieser Nationalmannschaft sein werde. Bestimmt am meisten Neugierde in der dortigen fussballliebenden Öffentlichkeit weckt folgende Frage: Werden Shaqiri und seine Kollegen aus der Schweizer Nationalmannschaft Teil des “Traumteams” beziehungsweise der kosovarischen Nationalmannschaft sein?
In Interviews mit verschiedenen kosovarischen Medien teilte der Präsident des Fussballverbands von Kosovo Fadil Vokrri mit, für das erste Spiel, dem auch symbolischer Wert zukomme, sei vorgesehen, auch jene Spieler, die jetzt für andere Nationalmannschaften spielen, einzuladen, wobei in erster Linie an Shaqiri, Behrami und Xhaka gedacht werde.
“Mein Wunsch ist es, für dieses Spiel all jene einzuladen, die für andere Landesmannschaften spielen, auch jene, die beispielsweise für die Weltmeisterschaftsspiele qualifiziert sind, und dass sie für Kosova spielen sollen”, sagte Vokrri in einem Interview für die Deutsche Welle.
“Betreffend Shaqiri und die andern müssen wir uns zuerst mit der FIFA verständigen und abklären, ob die Klubs verpflichtet sind, diese Spieler, laden wir sie ein, für 48 Stunden freizustellen. In normalen Situationen ist der Klub verpflichtet, die Spieler für diese Zeit freizugeben. Es gibt kein rechtliches Problem für keinen Spieler, der aus Kosovo stammt, um für Kosovo zu spielen, auch wenn er für andere Landesmannschaften gespielt hat. Dies haben uns inoffiziell auch Sepp Blatter und andere FIFA-Vertreter gesagt.” So äusserte sich Vokrri gegenüber der Deutschen Welle und ähnliches sagte er auch zu rtv21 und anderen kosovarischen Medien.
Doch welche Haltung nimmt die andere Seite in dieser “heissen” Angelegenheit ein?
Diesbezüglich fragte albinfo.ch im Schweizerischen Fussballverband SFV und in der FIFA beziehungsweise in den Medienbüros der beiden Organisationen nach. Wir fragten, ob sie Gesuche vom Kosovarischen Fussballverband oder von einzelnen Spielern betreffend ein eventuelles Engagement im ersten Spiel der kosovarischen Nationalmannschaft erhalten und falls ja, was sie geantwortet hätten.
Der Pressesprecher des SFV, Marco von Ah, hat unsere Frage schriftlich beantwortet, hingegen fehlt bis jetzt eine Antwort von der FIFA.
“Der SFV würde bestimmt niemandem die Teilnahme an einem Fussballspiel mit Symbolcharakter verbieten. Für ein solches Spiel braucht es aber die Einwilligung der Verbände jener Länder, in welchen die Klubs der betreffenden Spieler an Meisterschaften teilnehmen . Das heisst im Fall von Shaqiri konkret: Der Fussballverband Kosova muss beim FC Bayern ein Gesuch machen und auch die Einwilligung vom Deutschen Fussballverband (DFB) einholen”, erklärt SFV- Kommunikationschef Marco von Ah, Sportexperte und langjähriger Sportjournalist. Er betont jedoch, dass dies für das erste, symbolische Spiel gelte.
Im Übrigen stützen sich die Schweizer auch auf das Versprechen, das der Präsident des Kosovarischen Verbandes, Fadil Vokrri, dem SFV gegeben hatte, nämlich keine Lockangebote zu machen an die Spieler kosovarischer Herkunft, die für die Schweiz spielen, für die kosovarische Nationalmannschaft zu spielen.
“Wir glauben den Worten des Präsidenten des Kosovarischen Verbands, die er letztes Jahr anlässlich eines Besuchs bei den Spielern im Hotel unserer Nationalmannschaft gesagt hatte. Er hatte versprochen, Spieler wie Shaqiri oder Xhaka nicht anzufragen, für Kosovo zu spielen. Natürlich verfolgen wir jedoch die Entwicklung, auch die politische, und machen alles was möglich ist, damit die erwähnten Spieler von uns eine korrekte und richtige Antwort auf alle Fragen erhalten”, schliesst Marco von Ah.
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