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Rassistische Diskriminierung in der Schweiz: vierter Bericht der Fachstelle für Rassismusbekämpfung
Rassistische Diskriminierung kennt vielfältige Erscheinungsformen und kommt in al-len Lebensbereichen vor. Der heute publizierte, vierte Bericht der Fachstelle für Ras-sismusbekämpfung (FRB) analysiert die aktuelle Datenlage und präsentiert staatliche und zivilgesellschaftliche Massnahmen der Rassismusbekämpfung
«Rassistische Diskriminierung muss als solche erkannt und benannt werden», schreibt Bundesrat Alain Berset im Vorwort des Berichts: «In vielen Lebensbereichen sind Veränderungen nötig, damit alle Menschen, unabhängig von Herkunft, religiöser Zugehörigkeit oder Nationalität, gleichwertig am gesellschaftlichen Leben teilhaben können – ob bei der Arbeit, bei der Wohnungssuche oder im öffentlichen Raum».
Rassistische Hassrede im Netz hat stark zugenommen
Mit dem Internet und den sozialen Medien hat der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung eine neue Dimension erhalten. Entsprechend enthält der Bericht erstmals ein eigenes Kapitel zu Online-Rassismus. Die rassistische Hassrede im Netz hat ein quantitatives und qualitatives Ausmass erreicht, das die demokratische Auseinandersetzung behindert. Es braucht deshalb geeignete Strategien und Massnahmen zur Intervention, zur strafrechtlichen Ahndung und zur Prävention.
Arbeitswelt und jüngere Menschen besonders betroffen
In der Beratung machen Fälle aus der Arbeitswelt den grössten Teil aus, am häufigsten wird Diskriminierung bei der Stellensuche und im beruflichen Alltag gemeldet. Weil die Arbeitswelt als der wichtigste Integrationsmotor gilt, wird Diskriminierung im beruflichen Kontext als besonders einschneidend erlebt.
Jüngere Menschen erleben besonders häufig Diskriminierung – der Anteil der 15-24-Jährigen, die in der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» angaben, in den letzten 5 Jahren Diskriminierung erfahren zu haben, ist seit der letzten Befragung von 28% auf 38% gestiegen. Über alle Altersgruppen hinweg berichten 28% der Befragten von Diskriminierungserfahrungen.
Diskriminierungsschutz ist noch keine Selbstverständlichkeit
Der Bericht bietet eine umfassende Übersicht der Massnahmen zum Diskriminierungsschutz, die in den verschiedenen Lebensbereichen und für spezifische Zielgruppen umgesetzt werden. Dabei wird deutlich, welche Vielzahl an Massnahmen mit viel Innovation und Engagement in allen Lebensbereichen umgesetzt wird. Gleichzeitig ist aber festzustellen, dass diese Tätigkeiten oft punktuell und nicht nachhaltig sind. Das betrifft auch die Beratungsangebote der kantonalen Integrationsprogramme (KIP). Oft fehlt es ihnen an den nötigen Ressourcen, um die Qualität der Beratung und die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Angebote zu gewährleisten.
Rassismus findet im Alltag statt
Rassismus findet im Alltag statt – etwa in Form von Bemerkungen oder Gesten, die subtil, aber trotzdem beleidigend sind. Das zeigen die Daten aus der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» und neue Studien zum Anti-Schwarzen-Rassismus. Obwohl dieser Alltagsrassismus für die Betroffenen einschränkend und verletzend ist, ist es schwierig, ihn zu benennen und darauf zu reagieren. Rassismusbekämpfung muss sich deshalb vermehrt mit den Auswirkungen von diskriminierenden Handlungen und Strukturen befassen und weniger auf die Absichten konzentrieren.
Eine positive Entwicklung ist in diesem Zusammenhang die zunehmende Präsenz von Personen mit Rassismuserfahrung in zivilgesellschaftlichen Bewegungen. Mit ihren Erfahrungen und Aktivitäten tragen sie zu einer breiteren gesellschaftlichen Debatte bei – etwa im Widerstand gegen Racial Profiling, in den Forderungen nach einer postkolonialen Perspektive auf die Schweiz oder in Vorschlägen für einen neuen Diskurs über Migration.
Monitoring des gesellschaftlichen Zusammenlebens
Die Berichte der FRB sind ein Monitoringinstrument des gesellschaftlichen Zusammenlebens in der Schweiz und dienen Fachpersonen und Interessierten als Nachschlagewerk. Die Datenanalyse der Periode 2017-2018 umfasst die Ergebnisse der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» des Bundesamtes für Statistik (BFS), statistische Daten zu zentralen Lebensbereichen und spezifischen Bevölkerungsgruppen (u.a. Integrationsindikatoren), sowie Angaben aus der Beratungspraxis und zu Rechtsurteilen.
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