Entwicklung
Konferenz zur Anregung von Investitionen aus der Diaspora
Geschäftsleute aus der Diaspora stossen oft auf Schwierigkeiten, die ihre Unternehmenslust in Kosova beeinträchtigen. Nun wurden Unterstützungsmechanismen zur Beseitigung dieser Barrieren geschaffen, sagt Kujtim Dobruna, Leiter des Instituts EKICS in Wien
An der Konferenz „Institutionelle Unterstützung für Unternehmen aus der Diaspora“, die am 17. März in Winterthur stattfinden wird – albinfo.ch ist Mitorganisator – werden auch die Präsidentin Kosovas, Atifete Jahjaga, sowie die kosovarische Handels- und Industrieministerin Hykmete Bajrami und Diasporaminister Valon Murati teilnehmen.
Vor der Konferenz sprach albinfo.ch mit Kujtim Dobruna, dem Leiter des Instituts ECIKS (Wirtschaftsinitiative für Kosovo) in Wien. Das Institut realisiert diese und weitere Konferenzen zum gleichen Thema, die nächstens an verschiedenen Orten im deutschsprachigem Raum stattfinden.
albinfo.ch: Am 17. März findet in Winterthur die Konferenz zum Thema „Institutionelle Unterstützung für Unternehmen aus der Diaspora“ statt. Können Sie uns das Thema und die Ziele der Konferenz erläutern?
Kujtim Dobruna: Das Ziel der Konferenz ist, in der Diaspora die Unterstützungsprogramme und die konkrete Hilfe bekannt zu machen, die die kosovarischen Behörden, die ausländischen Donatoren und die anderen internationalen und einheimischen Wirtschaftsinstitutionen jenen Geschäftsleuten der Diaspora anbieten, welche sich aktiv am privaten Sektor in Kosovo beteiligen wollen. Diese Teilnahme kann über ausländische Direktinvestitionen oder über Kooperationen mit lokalen Geschäftsleuten erfolgen, natürlich sind dabei auch die Projekte des öffentlichen Sektors nicht ausgeschlossen.
albinfo.ch: Bis jetzt wurden in der Schweiz und in andern westlichen Staaten eine Anzahl Konferenzen organisiert, um potentielle Investoren unserer Diaspora, aber auch andere aus den jeweiligen Ländern, anzuziehen. Stellt sich diese jüngste Konferenz damit in eine Reihe? Was unterscheidet sie von den bisherigen?
Dobruna: Es gab eine Reihe von Konferenzen, um westliche Investoren, vor allem solche aus dem deutschsprachigen Raum, für die Potenziale und Investitionsmöglichkeiten in Kosova zu sensibilisieren. In erster Linie angesprochen durch diese Konferenzen waren die ausländischen Investoren, und es wurden in der Regel Investitionsmöglichkeiten und -klima in Kosova erläutert. Zwischendurch gab es auch speziell für die Geschäftsleute aus der Diaspora organisierte Konferenzen, wo auch letztere über Investitionsmöglichkeiten und Geschäftsklima informiert wurden.
Verschiedene Forschungen zeigten, dass die Geschäftsleute aus der Diaspora trotz ihres enormen Potentials oft auf Schwierigkeiten und Barrieren stossen, die ihre Geschäftstätigkeit in Kosova behindern. Jetzt wurden über verschiedene Programme der Donatoren und der kosovarischen Regierung eine Reihe von unterstützenden Beratungs- und Finanzierungsmechanismen geschaffen, die so gehalten sind, dass sie diese Barrieren beseitigen und die Geschäftstätigkeit der Unternehmer aus der Diaspora in Kosova erleichtern sollten. Der hauptsächliche Unterschied besteht also darin, dass wir der Meinung sind, dass die Unternehmerinnen der Diaspora genügend Bescheid wissen über die Lage in Kosova, und wir ihnen jetzt die für sie geschaffenen Unterstützungsmechanismen bekanntmachen möchten. Ähnliche Konferenzen finden auch in Wien am 8. März und in Düsseldorf am 19. März statt.
albinfo.ch: Welche Rolle spielt das Programm KOSME bei dieser Konferenz und in welcher Beziehung steht es zu ECIKS?
Dobruna: Die Organisation dieser Konferenzen erfolgt über das Programm zur Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen (KOSME), das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (OEZA/ ADA)und der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA/ SDC) finanziert und vom Ministerium für Handel und Industrie der Republik Kosova mitfinanziert wird. Das Programm wird von der Wirtschaftsinitiative für Kosova (ECIKS) und dem österreichischen Forschungsinstitut KMU Forschung Austria umgesetzt und will der Kosovarischen Agentur für Investitionen und Unternehmertum (KIESA) direkte Unterstützung in der Entwicklung von Kapazitäten bieten und das Voucher-System wieder zum Funktionieren bringen, um so zur Bildung eines echten Unternehmensberatungssektors beizutragen. Ein weiteres Ziel dieses Projekts ist es, zur Bildung eines Systems für Kreditgarantie beizutragen.
albinfo.ch: Zum ersten Mal nimmt an einer solchen Konferenz auch die Staatspräsidentin teil. Welche Rolle hat sie und weshalb gerade die Präsidentin?
Dobruna: Die Konferenz findet zu einer Zeit statt, in der Staatspräsidentin Jahjaga auf Einladung der Schweizer Bundespräsidentin Sommaruga zu einem Staatsbesuch in der Schweiz weilt.
Durch ihre Teilnahme an der Konferenz möchte Präsidentin Jahjaga den grossen Einsatz von ihr und den Behörden der Republik Kosova zur Erleichterung und Ermöglichung von Geschäftstätigkeit und Investitionen unserer Diaspora in Kosova zum Ausdruck bringen.
albinfo.ch: ECIKS steht hinter den meisten bisherigen Investitionskonferenzen. Welche Rolle hat ECIKS an dieser Konferenz? Und albinfo.ch?
Dobruna: ECIKS und albinfo.ch unterzeichneten letztes Jahr ein Zusammenarbeitsabkommen, das auch die Koordination von Förderaktivitäten zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung Kosovos vorsieht. Unsere Zusammenarbeit mit albinfo.ch ist eine sehr erfolgreiche Geschichte. Wir haben in der Schweiz bis jetzt mehrere gemeinsame Aktivitäten organisiert, immer mit dem Ziel, die ökonomische Entwicklung Kosovos zu fördern.
Zusätzliche Erleichterungen für Investoren aus der Diaspora
Über verschiedene Programme der Donatoren und der kosovarischen Regierung wurden eine Reihe von unterstützenden Beratungs- und Finanzierungsmechanismen geschaffen, die so gehalten sind, dass sie diese Barrieren beseitigen und die Geschäftstätigkeit der Unternehmer aus der Diaspora in Kosova erleichtern sollten. Der hauptsächliche Unterschied besteht also darin, dass wir der Meinung sind, dass die Unternehmerinnen der Diaspora genügend Bescheid wissen über die Lage in Kosova, und wir ihnen jetzt die für sie geschaffenen Unterstützungsmechanismen bekanntmachen möchten. Ähnliche Konferenzen finden auch in Wien am 8. März und in Düsseldorf am 19. März statt.
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