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Die UÇK- Jacke der Schaumschläger

Rat der AlbanerInnen der Schweiz: "Genug mit falscher Rücksichtnahme auf unbegründete Betroffenheit"

Von verschiedenen Medien in der Schweiz wurde am 10. Okt. 2021 über die Reaktionen der serbischen Medien, nach dem vermeintlichen Skandal mit der UÇK-Jacke, die durch eine
unbekannte Person an Xherdan Shaqiri umgehängt wurde, berichtet. Nun wiederholt sich seit
einigen Jahren das gleiche Gejammer von den serbischen Medien, sobald ein Spieler albanischer Herkunft mit den eigenen Wurzeln in Verbindung gebracht wird.

Der Blick versucht in einem Artikel den Hintergrund der Jacke, und der Geschichte, zu erklären. Ihre «kritischen Berichte» stützt der Blick auf die Belgrader Zeitung Kurir und auf die gespielte Empörung dieses Mediums. Vorab ist festzuhalten, dass die Zeitung Kurir ein Sprachrohr des serbischen Regimes ist, welche durch grossserbischen Nationalismus glänzt.

Das Blatt verbreitet Rassismus und Hass gegen Nachbarländer und –Völker. Seit kurzem werden die Artikel von Kurir durch Twitter mit einem Warnhinweis versehen. Uns erstaunt die Leichtigkeit, mit der einige Medien in der Schweiz hasserfüllte Inhalte von einem solchen serbischen propagandistischen Medium weiterverbreiten.

In dem Blick Artikel wird behauptet, die UÇK sei von einigen Ländern für eine terroristische
Organisation gehalten worden. Welche Länder das wären, wird nicht aufgeführt. UÇK war eine Befreiungsarmee, die gegen das mörderische Regime von Slobodan Milosevic und für die Freiheit des eigenen Volkes gekämpft hat. Mit Terrorismus hat dies freilich nichts gemeinsam. Während des NATO-Einschreitens gegen Serbien war die UÇK ein NATO-Verbündeter.

Die Mitglieder der NATO sind demokratische Länder des Westens. Diese Länder hätten sicherlich nicht mit einer terroristischen Organisation kooperiert.

Für Kosovo war das letzte Jahrhundert gekennzeichnet von Unterdrückung und serbischem
staatlichen Terror gegenüber der albanischen Bevölkerung. Dies führte schliesslich zum Aufstand und zum Befreiungskampf der Kosovo-Albaner.

Gegen den Befreiungskampf der UÇK reagierte Serbien 1998 und 1999 mit staatlichem Terror, ethnischer Säuberung und Massenmord gegen die albanische Zivilbevölkerung. In diesem Krieg wurden im Kosovo mindestens 10’812 zivile Albaner von der serbischen Polizei, Armee und Paramilitärs ermordet. Weder Kinder noch Schwangere noch ältere Personen wurden verschont.

Gemäss UNHCR und OSZE sind über 860’000 Albaner in Kosovo durch die serbische Polizei,
Armee, und serbische Paramilitärs ins Ausland vertrieben worden, hinzu kommen weitere
hunderttausende Vertriebenen innerhalb vom Kosovo. Über 20’000 Frauen wurden vergewaltigt – die Dunkelziffer ist dabei viel höher.

Fast die Hälfte der Häuser im Kosovo wurden entweder stark beschädigt oder ganz zerstört. Nach wie vor wissen viele Eltern, viele Kinder, viele Geschwister nicht, ob ihre Töchter und Söhne, ihre Mütter und Väter, ihre Geschwister noch leben oder aber in welchem Massengrab in Serbien sich befinden. Nach wie vor fehlt von diesen 1’643 Verschwundenen jede Spur.

Drahtzieher, Verantwortliche und ja sogar Täter wurden nie zur Verantwortung gezogen. Sie werden vielmehr vom serbischen Staat geschützt, tragen politische Ämter. Verurteilte Kriegsverbrecher werden als Nationalhelden gefeiert und halten Vorträge in serbischen militärischen Akademien. Das sind alles nicht von der Hand zu weisende Fakten. Stattdessen versucht der Aggressor immer wieder, sich als Opfer darzustellen.

Die Graffitis mit vier C’s rund um ein weisses Kreuz sind in vielen verbrannten und zerstörten
Häusern der Albaner im Kosovo, als nationalistische Botschaft zurückgelassen worden. Unter dem Symbol wurde die albanische Bevölkerung im Kosovo ermordet, vergewaltigt, vertrieben und ihr Hab und Gut zerstört. Dieses Symbol ist das serbische Nationalsymbol und Teil der serbischen Flagge geworden.

Dennoch verfallen wir nicht in eine Hysterie, wenn wir das Symbol in einem Fussballspiel oder sonst wo sehen. Die Serben und ihre Medien verfallen jedoch jedes Mal in eine kollektive Hysterie, sobald sie das Nationalsymbol der Albaner, den Doppeladler sehen.

Es erstaunt uns, dass der Blick auch hier erneut das Thema mit dem Doppeladler aufgreift. Diese Geste – die zum Doppeladler geformten Hände – symbolisiert für die Albaner weltweit den Doppeladler der albanischen Nationalflagge, das Symbol der albanischen Identität.

Das Symbol ist gegen niemanden gerichtet, ist nicht beleidigend und sollte von keiner Seite als störend empfunden werden. Vielmehr ist der «flatternde Doppeladler» eine Geste der Freude, eine Grussform, ein Ausdruck und ein Symbol von einem Stückchen albanischer Identität von Secondos, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit.

Jeden Versuch, dieses Symbol zu problematisieren oder zu politisieren, empfinden wir als einen Angriff auf unsere Identität, Kultur und Geschichte.

Weshalb einige Medien dieses Thema immer wieder aufgreifen, kann beim besten Willen nicht nachvollzogen werden.

Wenn der Blick einen angeblichen Aufklärungsartikel veröffentlicht, dann bitte faktenbasiert, gut recherchiert, vollständig und gestützt auf geprüfte Quellen.

Mit freundlichen Grüssen

Lurata Reci
Präsidentin
Rat der AlbanerInnen der Schweiz.


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