Kosova
Europa steigert die Nachfrage nach albanischen Fachkräften, Deutschland bleibt das wichtigste Zielland
Europa zieht Talente an, Hunderte qualifizierte junge Menschen wandern in die EU ab

Nach Deutschland zählen Italien und Österreich zu den weiteren Ländern, die albanische Fachkräfte anziehen, allerdings mit deutlich geringeren Zahlen. Italien stellte 2022 insgesamt 23 Blaue Karten aus, 41 im Jahr 2023 und 20 im Jahr 2024. Österreich verzeichnete 11 Genehmigungen im Jahr 2022, 30 im Jahr 2023 und 18 im Jahr 2024. Ein weiteres wachsendes Zielland ist Polen, das 2023 elf Blaue Karten an Albaner vergab und 2024 dreizehn.
Deutschland hat sich zu einem Magneten für albanische Fachkräfte entwickelt, insbesondere in den Bereichen Informationstechnologie und Gesundheitswesen. Die hohe Nachfrage nach spezialisierten Arbeitskräften in der größten europäischen Volkswirtschaft, verstärkt durch die alternde Bevölkerung und den Mangel an qualifiziertem Personal, hat diesen Trend maßgeblich beeinflusst.
Gleichzeitig wirkt sich die Abwanderung von Fachkräften auch in Albanien spürbar aus. Laut dem jüngsten Bericht der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) sind rund 23 Prozent der Menschen mit Hochschulbildung aus dem Land ausgewandert. Albanien verzeichnet in den Jahren 2023 und 2024 weiterhin hohe Auswanderungsraten von gut ausgebildeten Personen, während ihre Rückkehr im Vergleich zu anderen Ländern der Region gering bleibt.
Zudem ist Albanien im Globalen Talentwettbewerbsindex 2025 um sieben Plätze zurückgefallen und belegt nun Rang 63. Dies weist auf Herausforderungen bei der Entwicklung beruflicher Kompetenzen, der Qualität des Bildungssystems und der Bindung von Humankapital hin.
Auf europäischer Ebene berichtet Eurostat, dass im Jahr 2023 rund 89.000 Blaue Karten ausgestellt wurden. Deutschland dominierte mit etwa 69.000 Genehmigungen, was 78 Prozent des Gesamtwerts entspricht, gefolgt von Polen mit rund 7.000 und Frankreich mit knapp 4.000. Betrachtet man die Empfänger nach Staatsangehörigkeit, stehen indische Staatsbürger an erster Stelle, gefolgt von Russland, der Türkei und Belarus. Dies spiegelt die hohe Nachfrage des europäischen Arbeitsmarktes nach qualifizierten Fachkräften in technischen und wissenschaftlichen Bereichen wider.
Die EU Blaue Karte ist ein Aufenthalts und Arbeitstitel für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige. Sie soll Fachkräfte in Sektoren mit Arbeitskräftemangel anziehen und bietet den Inhabern Möglichkeiten zur Familienzusammenführung, Mobilität innerhalb der EU und einen langfristigen Aufenthalt. Die Erteilung erfolgt auf Grundlage eines Arbeitsvertrags sowie der Erfüllung eines Mindestgehalts, das je nach Land und Beruf variiert. Für das Jahr 2025 liegt das jährliche Mindestgehalt für die Blaue Karte in Deutschland bei 48.300 Euro für allgemeine Berufe und bei rund 43.760 Euro für Mangelberufe wie Informationstechnologie, Ingenieurwesen und Gesundheitswesen./Albinfo.ch
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