Genf: Diskussion über die Integration albanischer Frauen in der Schweiz und Vorstellung der Initiative “Zëri i Gruas LIRA”

Die Integration albanischer Frauen in die Schweizer Gesellschaft sowie ihre Rolle im sozialen und beruflichen Leben der Diaspora standen im Mittelpunkt eines Diskussionsabends, der Frauen aus der albanischen Gemeinschaft in der Schweiz zusammenbrachte. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Internationalen Frauentags statt und wurde als Raum für Reflexion über Erfahrungen, Herausforderungen und Erfolge albanischer Frauen in der Diaspora konzipiert.

Die Veranstaltung wurde am 6. März in Genf abgehalten, wo auch die Initiative “Zëri i Gruas LIRA” vorgestellt wurde, die Teil der Plattform e-drejtajote.ch ist. Diese Initiative soll den Dialog, das Bewusstsein und die Stärkung albanischer Frauen in der Diaspora fördern.

Das Programm wurde von der Moderatorin Nerxhivane Sejdiu Ferati eröffnet, während die einleitende Rede von Linda Rexhaj Maliqi gehalten wurde, der Gründerin der Initiative und juristischen Beraterin der Schweizer Gewerkschaft Unia. In ihrer Ansprache betonte sie, dass diese Initiative aus dem Bedürfnis entstanden sei, die Erfahrungen und den Beitrag albanischer Frauen in der Diaspora klarer zu artikulieren.

“Heute sind wir hier zusammengekommen, um den 8. März zu begehen und eine Initiative vorzustellen, die aus Erfahrungen und aus dem Bedürfnis entstanden ist, die Stimme der albanischen Frau in der Diaspora stärker hörbar zu machen. ‘Zëri i Gruas LIRA’ möchte Themen behandeln, die mit den Rechten der Frauen, der Geschlechtergleichstellung, dem sozialen Wohlbefinden und der Integration zusammenhängen, indem Räume für Dialog und Reflexion geschaffen werden”, sagte Rexhaj Maliqi.

Bei der Erklärung des Konzepts der Initiative betonte sie, dass der Name LIRA eine doppelte Bedeutung hat: die Freiheit, die Stimme der Frauen auszudrücken und zu bekräftigen, aber auch den Wert, den sie in der Familie, in der Gemeinschaft und in der Gesellschaft darstellen.

“Der Name LIRA wurde nicht zufällig gewählt. LIRA als Freiheit, die Freiheit unsere Stimme zu erheben und unseren eigenen Weg zu wählen. LIRA als Wert, denn die albanische Frau ist ein wertvoller Beitrag für die Familie, für die Gemeinschaft und für die Gesellschaft”, sagte sie.

In ihrer Reflexion über den Integrationsprozess albanischer Frauen in der Schweiz betonte Linda Rexhaj Maliqi, dass dieser Weg verschiedene Phasen durchlaufen hat und oft von zahlreichen Herausforderungen begleitet war. “Die Integration der albanischen Frauen in die Schweizer Gesellschaft war ein langer und keineswegs einfacher Prozess. Anfang der 1980er Jahre kamen viele Frauen durch Familienzusammenführung oder aus wirtschaftlichen Gründen, oft isoliert und mit begrenzten Sprachkenntnissen. Heute, nach Jahrzehnten von Anstrengungen und Opfern, sind albanische Frauen integriert und in vielen Bereichen des Lebens erfolgreich”, betonte sie.

Die Anwesenden wurden auch von der Leiterin des Generalkonsulats der Republik Kosovo in Genf, Floreta Kabashi Ademaj, begrüßt. Sie würdigte den Beitrag albanischer Frauen zum öffentlichen und beruflichen Leben der Diaspora. “Heute hören wir das Wort Integration häufig in öffentlichen Diskussionen, doch hinter diesem Begriff stehen Geschichten von Opferbereitschaft, schwierigen Entscheidungen und kontinuierlichen Bemühungen, ein neues Leben aufzubauen”, sagte sie.

Ihr zufolge ist die albanische Frau heute eine wichtige Akteurin im gesellschaftlichen und beruflichen Leben. “Albanische Mädchen und Frauen finden wir in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens: als Ärztinnen, Juristinnen, Lehrerinnen, Ingenieurinnen, Unternehmerinnen, Künstlerinnen und erfolgreiche Fachkräfte”, betonte Kabashi Ademaj.

Einer der zentralen Momente des Abends war die Diskussionsrunde, bei der vier albanische Frauen aus unterschiedlichen Generationen und beruflichen Bereichen ihre Erfahrungen über Integration und ihren persönlichen Weg in der Schweizer Gesellschaft teilten.

Am Panel nahmen Luljete Hoxha Sylejmani, Sozialarbeiterin; Rrezarta Sejdiu Shatri, sozialpädagogische Animatorin und Koordinatorin des Vereins Rinia Contact; Fortesa Mehmeti, klinische Leiterin und Verantwortliche der Pädiatrischen Intensivstation an den Universitätsspitälern Genf; sowie Elda Gashi, Studentin der Erziehungswissenschaften und Präsidentin des Vereins der albanischen Studierenden in Genf, teil.

Die Diskussion konzentrierte sich auf mehrere wichtige Dimensionen der Integration: den persönlichen Weg in einer neuen Gesellschaft, die Bemühungen zum Aufbau einer beruflichen Karriere, die Bewahrung der albanischen Sprache und der kulturellen Identität sowie die Balance zwischen Familienleben und beruflichem Engagement.

Die Teilnehmerinnen teilten konkrete Erfahrungen aus den ersten Jahren der Integration in der Schweiz und betonten dabei die Bedeutung von Bildung, sozialer Teilhabe und der Unterstützung durch die Gemeinschaft. Ein besonderer Teil der Diskussion war auch der Rolle der Familie und der Gemeinschaft bei der Weitergabe der albanischen Sprache und Kultur an die jungen Generationen gewidmet, die in der Diaspora aufwachsen.

Zum Abschluss der Diskussion war die Botschaft der Panelteilnehmerinnen an die jungen Menschen klar: an ihr eigenes Potenzial zu glauben, in Bildung zu investieren und sich den Herausforderungen mit Entschlossenheit zu stellen, während sie gleichzeitig die Verbindung zu ihrer Identität und ihren kulturellen Wurzeln bewahren. Die Debatte wurde auch durch Beiträge der anwesenden Teilnehmer erweitert, die persönliche Erfahrungen über die Integration und die Beteiligung albanischer Frauen in der Schweizer Gesellschaft teilten.

Das Programm wurde zudem durch einen künstlerisch kulturellen Teil bereichert. Die Cellistin Laura Goga interpretierte die Werke “Për ty atdhe”, ein Stück von Astor Piazzolla sowie “Après un rêve”. Anschließend trug Fatime Kallimashi das Gedicht “Ti, grua” vor. Am Ende des Programms hatte das Publikum auch die Gelegenheit, die Flötistin Vesa Ilazi zu hören, die die Stücke “Baresha” und Clair de lune interpretierte. Der Abend endete mit einem Apéro und einem freien Austausch zwischen den Anwesenden.

Diese Diskussionsrunde hat gezeigt, dass der Weg der albanischen Frau in der Diaspora nicht nur eine Geschichte persönlicher Anstrengungen ist, sondern auch eine gemeinsame Erfahrung, die durch Unterstützung, Zusammenarbeit und den Beitrag albanischer Frauen geprägt wird, die in der Schweizer Gesellschaft leben und aktiv sind.

Photo: TvAlbSwiss

Arbër Bullakaj ist ab dem 27. April Abgeordneter im Schweizer Parlament

Arbër Bullakaj, einer der präsentesten und erfolgreichsten Politiker mit albanischen Wurzeln auf der politischen Bühne der Schweiz, wird ab dem 27. April Abgeordneter im Schweizer Parlament sein. Dies ist kein unerwartetes Ereignis, sondern die Krönung eines langjährigen und inhaltlich konsequenten Engagements, schreibt albinfo.ch. Bullakaj ist seit mindestens 15 Jahren in der Schweizer Politik aktiv, zunächst auf lokaler Ebene in Wil im Kanton St. Gallen.

Mit diesem Erfolg wird er nach Islam Alijaj der zweite Albaner, der einen Sitz im höchsten legislativen Organ der Schweiz erhält. Beide gehören der Sozialdemokratische Partei der Schweiz an.

Zunächst jedoch zu seinem jüngsten Erfolg, der Wahl in den Nationalrat der Schweiz.

Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2023 belegte Bullakaj den ersten Platz auf der Warteliste, was ihm die Wahl im Falle eines Rücktritts eines gewählten Abgeordneten ermöglichte. Dieselbe Position hatte er auch bei den Wahlen im Jahr 2019 erreicht, zwei bedeutende Erfolge für einen Politiker mit “Migrationshintergrund”.

Die Medienplattform albinfo.ch verfolgt seit Jahren den erfolgreichen Weg von Arbër Bullakaj und sieht in ihm einen profilierten Politiker mit dem Potenzial, Teil der nationalen Institutionen in der Schweiz zu sein.

Nun zieht sich die bisherige Bundesabgeordnete der Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Claudia Friedli, nach 33 Jahren politischem Engagement aus dem Parlament zurück. Ihren Platz übernimmt Arbër Bullakaj, der auf der Warteliste an erster Stelle stand. Er wird am 27. April 2026 Mitglied des Nationalrat.

Im Folgenden ein Auszug aus dem Beitrag von Arbër Bullakaj, in dem er die Nachricht über seinen Einzug ins Parlament bekannt gibt.

“33 Jahre in der parlamentarischen Politik, im Gemeinderat, im Kantonsparlament und seit 2013 im Nationalrat. Ein Leben voller politischer Leistungen, die ich zutiefst respektiere. Danke Claudia. Ich werde ihren Platz am 27. April einnehmen.

Ich muss kurz innehalten.

Das Jahr 2015. Ich kandidierte zum ersten Mal für den Nationalrat. Nummer 9 auf einer Liste mit 12 Kandidaten. Fast unbekannt. Ohne großes Budget. Ohne einen Familiennamen mit politischer Tradition in der Schweizer Politik. Und dann passiert etwas Unerwartetes.

Hunderte Menschen, viele ohne vorherige politische Erfahrung, hängen freiwillig Plakate an die Wände ihrer Häuser. Sie organisieren sich selbst. Sie überzeugen ihre Nachbarn. Nicht, weil sie von einer Partei geschickt werden, sondern weil sie sich im Nationalrat nicht vertreten sehen. Und weil sie das ändern wollen.

Das ist keine Kampagne. Das ist eine Bewegung. Was folgt, ist eine Reise, getragen von der Energie, die entsteht, wenn viele Menschen zusammenkommen, um etwas Größeres zu erreichen als das, was im Moment möglich erscheint.”

Drei Wahlkampagnen. Im Jahr 2015 ein aussergewöhnliches Ergebnis, obwohl ich auf Platz neun der Liste stand. 2019 wurde ich bester neuer Kandidat und erster Ersatzkandidat. Dasselbe auch im Jahr 2023, berichtet albinfo.ch.

Diese elf Jahre haben mir gezeigt, dass Politik kein Sprint, sondern ein Zehnkampf ist. Ausdauer allein reicht nicht aus. Man muss strategisch denken, Durchhaltevermögen zeigen, dem Druck standhalten können und immer wieder aufstehen.

Aus dieser Energie entstand der Verein “Aktion Vierviertel”. Und aus dieser Arbeit entstand auch die Demokratieinitiative, mit der tiefen Überzeugung, dass vier Viertel die Schweiz ausmachen und nicht nur drei, wenn ein Viertel der Bevölkerung von der Teilnahme ausgeschlossen ist.

Auf diesem Weg war ich nie allein. Danach dankt Bullakaj allen, die ihn auf dem Weg zu seinem grössten politischen Erfolg unterstützt haben.

Weiter erklärt er, dass er im Nationalrat für faire Bürgerrechte ohne Willkür für alle eintreten wird, die dieses Land ihr Zuhause nennen. Für eine Schweiz, die ihre Beziehungen zu Europa und zur Welt glaubwürdig und mit Überzeugung gestaltet. Für eine Gesellschaft, die gegen Diskriminierung nicht nur als Slogan lebt, sondern als grundlegendes Prinzip.

Für eine Schweiz, in der es keine Rolle spielt, woher man kommt, woran man glaubt oder wen man liebt.

Riola Xhemaili führt Schweiz zum Sieg zum Auftakt der Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft

Die Nationalmannschaft der Schweiz hat ihre Qualifikationskampagne für die Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Sieg begonnen und die Nordirische Frauen-Nationalmannschaft mit 2 zu 0 besiegt.

Die Hauptprotagonistin der Begegnung war die Fußballerin albanischer Herkunft Riola Xhemaili, die das Führungstor erzielte und damit den Weg zum Erfolg der Schweizer Mannschaft ebnete, berichtet albinfo.ch.

Nach zwei Niederlagen in Freundschaftsspielen gegen die Belgische Frauen-Nationalmannschaft und die Walisische Frauen-Nationalmannschaft im Dezember bedeutet dieser Sieg zugleich den ersten Erfolg für Trainer Rafael Navarro an der Spitze der Schweizer Auswahl. Die Schweiz dominierte das Spiel von der ersten Minute an, kontrollierte das Geschehen und ließ dem Gegner kaum Raum.

Nach etwa 20 Minuten nutzte Xhemaili die erste große Chance und brachte die Schweiz mit einem präzisen Schuss in Führung. Ihr Treffer gab der Mannschaft Sicherheit, die den Vorsprung anschließend kontrollierte, wenn auch mit etwas geringerer Offensivintensität. Den endgültigen Schlusspunkt setzte die eingewechselte Svenja Fölmli mit dem zweiten Tor kurz vor Spielende.

Nordirland zeigte eine eher schwache Leistung und konnte das Schweizer Tor nur selten gefährden, da die Defensive nahezu jeden Angriff neutralisierte. Zwar gab es am Ende einen Moment der Verwirrung, als die Schiedsrichterin das Spiel etwa eineinhalb Minuten zu früh beendete, doch hatte dies keinen Einfluss auf das Endergebnis.

Mit diesem überzeugenden Sieg startet die Schweiz selbstbewusst in die Qualifikation für die Weltmeisterschaft, während Riola Xhemaili erneut ihre wichtige Rolle in der Schweizer Nationalmannschaft bestätigt. /Albinfo.ch

IV. Gipfel der albanischen Diaspora: “Through Roots We Rise”, ein neues Kapitel in den Beziehungen zur Diaspora

Der IV. Gipfel der albanischen Diaspora findet in diesem Jahr unter dem zentralen Motto “Through Roots We Rise” statt und spiegelt den neuen Ansatz der Regierung Albaniens wider, die strategische Beziehung zur albanischen Diaspora neu zu beleben, zu stärken und weiterzuentwickeln. Die Diaspora gilt als eines der wertvollsten Potenziale des Landes für Image, Reputation und langfristige Entwicklung.

Der Gipfel ist nicht als bloß symbolisches Treffen konzipiert, sondern als neuer politischer und institutioneller Schritt, um die Art und Weise zu überdenken, wie der albanische Staat seine Diaspora unterstützt, ihre Anliegen anhört und die Erfolge von Einzelpersonen, Fachkräften, Unternehmern und Gemeinschaften weltweit sichtbar macht.

Das H.E.A.R.T Modell – fünf strategische Wurzeln

Die thematische Architektur des Gipfels basiert auf dem H.E.A.R.T Modell, das fünf zentrale strategische Säulen umfasst:

TWINNING – Die praktische Dimension der Zusammenarbeit mit dem Ziel, Projekte zu vernetzen, Fachwissen auszutauschen und Institutionen, Städte sowie Fachkräfte miteinander zu verbinden. Ziel ist es, die Beziehung zur Diaspora in einen kontinuierlichen und messbaren Prozess zu überführen.

REPUTATION – Diese Säule betrifft die Stärkung des internationalen Ansehens Albaniens. Durch Digitalisierung von Dienstleistungen, Förderung von Erfolgsgeschichten und mehr institutionelle Transparenz soll ein positives Narrativ über Albanien und die Albaner in der Welt aufgebaut werden.

ALLIANCES – Fokussiert auf die Stärkung der Diplomatie und den Aufbau strategischer Partnerschaften. Die Diaspora wird als aktiver Faktor in den internationalen Beziehungen, in der öffentlichen Diplomatie und bei der Schaffung langfristiger Allianzen gesehen.

ECONOMY – Spiegelt den Ansatz wider, die Diaspora als Entwicklungspartner zu betrachten, etwa durch Investitionen, Rücküberweisungen, finanzielle Bildung und Einbindung in die nationale Wirtschaft. Ziel ist es, konkrete Brücken zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg der Diaspora und dem Entwicklungspotenzial des Landes zu schlagen.

HERITAGE – Stellt die Bewahrung und Förderung des albanischen kulturellen, sprachlichen und spirituellen Erbes in den Mittelpunkt, als Grundlage der Identität über Grenzen hinweg. Das Erbe wird als aktives identitäres und diplomatisches Kapital verstanden.

Auf dem Weg zu Albanien 2030

Nach Angaben der Organisatoren bilden diese fünf Wurzeln das strategische Herzstück des IV. Gipfels der albanischen Diaspora und spiegeln eine Vision wider, in der die Diaspora nicht nur emotional mit ihrer Geschichte verbunden ist, sondern konkret am Aufbau einer gemeinsamen Zukunft mitwirkt.

Der Gipfel markiert damit einen neuen Moment der Einheit und Neuorganisation, einen Dialograum, in dem die Stimmen der Diaspora gehört und funktionalere politische Maßnahmen im Hinblick auf das langfristige Ziel Albanien 2030 entwickelt werden sollen.

Die Europäische Kommission fordert kostenloses Roaming auch für die Westbalkan

Die Europäische Kommission gab am Mittwoch bekannt, dass sie vom Europäischer Rat ein Mandat beantragen wird, um Verhandlungen mit sechs Staaten des Westbalkan, darunter dem Kosovo, aufzunehmen, damit diese der EU – Roamingzone beitreten können.

In der Praxis würde dies Reisenden ermöglichen, Internet zu nutzen, Anrufe zu tätigen und Nachrichten zu versenden, ohne zusätzliche Kosten.

Die EU – Roamingzone erlaubt es Bürgerinnen und Bürgern, Mobilfunkdienste innerhalb der EU ohne zusätzliche Gebühren zu nutzen. Zum 1. Januar sind auch die Ukraine und Moldau diesem System beigetreten, schreibt telegrafi.com.

Kommt eine Einigung zustande, „werden Menschen, die zwischen der EU und dem Westbalkan reisen, Anrufe tätigen, Nachrichten senden oder das Internet ohne Roaminggebühren nutzen können“, heißt es in der Mitteilung der Kommission.

Allerdings wird der Prozess Zeit in Anspruch nehmen, da die Staaten des Westbalkans ihre Roamingvorschriften an die EU-Standards anpassen und bilaterale Abkommen mit jedem einzelnen EU-Mitgliedstaat abschließen müssen.

Einige Mobilfunkanbieter in der EU und im Westbalkan haben die Roamingtarife bereits gesenkt, doch diese Maßnahmen sind bislang freiwillig und nicht verpflichtend.

Nun muss der Europäische Rat das Mandat der Kommission billigen, bevor die bilateralen Verhandlungen beginnen können.

Von der Ausweitung der Roamingzone könnten der Kosovo, Albanien, Nordmazedonien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina und Serbien profitieren.

Der albanische Regisseur Renis Hyka triumphiert bei der Berlinale mit dem Siegerprojekt “The Dream Makers”

Das albanische Kino hat bei der 76. Ausgabe des Berlin International Film Festival einen weiteren bedeutenden Erfolg erzielt. Der albanische Regisseur Renis Hyka wurde als Gewinner des Programms “The Dream Makers” ausgezeichnet und teilt sich den Preis mit dem britischen Regisseur Alfie Baker, berichtet albinfo.ch.

Hykas Projekt wird von Studio Babelsberg produziert, einem der renommiertesten Filmstudios Europas. Diese Zusammenarbeit garantiert hohe Produktionsstandards und eine starke Präsenz auf dem internationalen Filmmarkt.

Der Erfolg gilt als Beleg für den wachsenden Einfluss des albanischen Kinos in der globalen Filmindustrie. Er ebnet den Weg für neue Projekte mit internationalem Anspruch und stärkt die albanische Präsenz auf der weltweiten Bühne der Filmkunst.

Eine Leistung, die nicht nur den Regisseur ehrt, sondern auch die Position Albaniens in der internationalen Filmwelt weiter festigt./Albinfo.ch

Goldify organisiert ein Seminar über soziale Netzwerke in der Schweiz, von der Online Präsenz zum Unternehmenswachstum

In einem zunehmend digitalen Markt ist die Präsenz in sozialen Netzwerken keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit. Viele Unternehmen sind online aktiv, doch nur wenige nutzen dieses Potenzial strategisch und strukturiert. Genau aus diesem konkreten Bedarf heraus organisiert Goldify ein Seminar zu sozialen Netzwerken, eine wertvolle Gelegenheit für Unternehmen.

Dieses Seminar ist als intensive und praxisorientierte Schulung konzipiert, die Unternehmerinnen, Unternehmer und Fachpersonen dabei unterstützt, die Funktionsweise sozialer Netzwerke klar zu verstehen und eine Präsenz aufzubauen, die reale Ergebnisse erzielt.

Zweisprachiges Seminar mit erfahrenen Referierenden

Das Seminar wird in zwei Sprachen durchgeführt:

Auf Deutsch referiert Xhelal Deari mit Erfahrung in Management, Strategie und Unternehmensentwicklung.

Auf Albanisch referiert die bekannte Journalistin Naile Dema, eigens aus dem Kosovo eingeladen, mit Erfahrung in Kommunikation und sozialen Medien.

Das zweisprachige Format macht das Seminar für ein breiteres Publikum zugänglich und schafft echte Möglichkeiten für professionelles Networking.

Seminarinhalte

Während der Schulung werden folgende Themen behandelt:

Wie Plattformen wie Instagram und Facebook tatsächlich funktionieren

Wie eine klare Content Strategie aufgebaut wird

Wie die organische Sichtbarkeit gesteigert wird

Wie eine Marke professionell positioniert wird

Wie messbare und erreichbare Ziele definiert werden

Der Fokus ist praxisnah, konkret und unmittelbar im eigenen Unternehmen umsetzbar.

Goldify, reale Erfahrung im digitalen Marketing

Goldify ist ein Unternehmen, das sich auf Digital Marketing und Graphic Design spezialisiert hat und zahlreiche Firmen auf ihrem Weg zum Online Erfolg begleitet hat. Aus der direkten Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen entstand der Bedarf nach strukturierter Weiterbildung im Bereich Social Media.

CEO von Goldify ist Lume Deari, die mit ihrer Vision und ihrem Engagement eine Marke aufgebaut hat, die für Professionalität, Ästhetik und konkrete Ergebnisse steht.

Seminardetails

Datum: 28. März 2026

Dauer: 4 Stunden

Ort: Wiesendangen, Schweiz

Sprache: Deutsch und Albanisch

Preis: 280 CHF

Jetzt anmelden

Interessierte können sich direkt über den offiziellen Link anmelden:

https://www.goldify.ch/socialmediaseminar

Die Plätze sind begrenzt. Die Anmeldung erfolgt online und wird nach Bestätigung gültig.

Entela Zhuta, eine führende Ingenieurin im Bereich Energie und IT

Dieses Mal stellt Ihnen das Magazin Albinfo.ch eine weitere Erfolgsgeschichte vor, die einer Albanerin mit hohem Bildungsniveau und ausgeprägter Arbeitsethik.

Es handelt sich um Entela Zhuta, ein beeindruckendes Beispiel einer Albanerin, die in Albanien aufgewachsen und ausgebildet wurde und heute bei einem der führenden Unternehmen der Schweiz, Schneider Electric AG, im Bereich Energie und IT tätig ist.

Anfänge in Albanien und berufliche Entwicklung

Entela Zhuta absolvierte ihr Studium der Elektrotechnik an der Polytechnischen Universität Tirana. Schon früh zeichnete sie sich durch ihre Leidenschaft für Technologie und innovative Lösungen aus. Nach dem Studium stellte sie sich beruflichen Herausforderungen in Albanien und im Kosovo und legte damit den Grundstein für ihre Karriere.

Nach mehreren Jahren als Ingenieurin in der Zementindustrie überzeugte Entela durch ihre Managementfähigkeiten und internationale Zusammenarbeit.

Sie übernahm die Rolle als Sales Managerin und Projektberaterin für deutsche und österreichische Unternehmen und verband dabei technisches Know how mit betriebswirtschaftlichen Kompetenzen.

Ein MBA an der Mittelmeer Universität Tirana vermittelte ihr die notwendigen Werkzeuge zur Leitung komplexer Projekte und grenzüberschreitender Teams und ebnete ihr den Weg zum internationalen Erfolg.

Die Schweiz als Ausgangspunkt eines neuen Weges zwischen Integration und Herausforderungen

Im Jahr 2020 zog Entela in die Schweiz und begann als Sales Technical Managerin in einem internationalen Unternehmen zu arbeiten.

Die Integration in einen neuen, mehrsprachigen Markt war anspruchsvoll, doch dank ihrer Kenntnisse in vier Fremdsprachen, darunter drei offizielle Landessprachen der Schweiz, sowie ihrer schnellen Auffassungsgabe gewann sie rasch das Vertrauen und den Respekt von Kollegen und Kunden.

Heute ist Entela Account Manager Datacenter Ecosystems bei Schneider Electric AG, wo sie Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure in der ganzen Schweiz koordiniert und unterstützt. Sie bietet innovative Lösungen für Rechenzentren und IT Infrastruktur und vereint technische, managementbezogene und kommunikative Fähigkeiten in einer Schlüsselposition.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit engagiert sich Entela aktiv bei AES, der Vereinigung albanischer Ingenieurinnen und Ingenieure in der Schweiz, und bringt dort ihre Erfahrung und Energie für die Gemeinschaft ein.

Privat begeistert sie sich für Sportarten wie Tennis und Schwimmen und zeigt damit, dass ihre Energie und ihr Engagement keine Grenzen kennen.

Entela Zhuta ist mehr als eine erfolgreiche Fachfrau. Sie ist eine inspirierende Persönlichkeit im Netzwerk albanischer Frauen in der Diaspora und ein Beweis dafür, dass Leidenschaft, harte Arbeit und internationale Zusammenarbeit echten Einfluss schaffen. Ihr Profil zeigt, dass das Talent der Albanerinnen und Albaner überall auf der Welt glänzen kann.

Technische, managementbezogene und kommunikative Kompetenzen in einer Person

Heute ist Entela Account Manager Datacenter Ecosystems bei Schneider Electric AG, wo sie Elektroingenieurinnen und Elektroingenieure in der gesamten Schweiz koordiniert und unterstützt. Sie bietet innovative Lösungen für Rechenzentren und IT Infrastruktur und vereint technische, managementbezogene und kommunikative Kompetenzen in einer zentralen Rolle.

 

Përparim Avdili: Die anderen verteidigen den Status quo, ich stehe für Veränderung

Përparim Avdili ist in den letzten Jahren ein häufig genannter Name in der Zürcher Politik und darüber hinaus. Er ist Finanzexperte, seit drei Jahren Präsident der FDP der Stadt Zürich und seit mehreren Jahren Mitglied des Stadtparlaments. Das ist ein Teil des offiziellen Portfolios des 38 jährigen Politikers mit albanischen Wurzeln aus Nordmazedonien.

Doch mehr noch als durch diese Funktionen erklärt sich seine aktuelle mediale Präsenz und seine starke Rolle in den politischen Debatten in Zürich durch seine Kandidatur für das Amt des Stadtpräsidenten der größten Stadt der Schweiz. Ein mutiger Schritt für einen jungen Politiker mit Migrationshintergrund, aber keineswegs überraschend angesichts seines Profils als Kämpfer, der Stillstand herausfordert und Veränderung anstrebt. Eine Identifikation mit seinem eigenen Namen: Fortschritt.

Mit Përparim Avdili sprachen wir über seine Kandidatur als Stadtpräsident von Zürich, über die Stereotype, mit denen er als unkonventioneller Politiker mit albanischen Wurzeln häufig konfrontiert wird, sowie über das politische Angebot, mit dem er die etablierte Stadtpolitik herausfordert, und über die “Missverständnisse”, die ihn in Bezug auf seinen Wahlkampfstil begleiten.

Albinfo.ch: Beginnen wir mit der Beschreibung in den Schweizer Medien, die Sie als rechten, liberalen FDP Politiker darstellen, der der Linken “die Themen wegnimmt”. Dabei wird vor allem Ihre ausländische Herkunft erwähnt, Ihre Eltern aus der Arbeiterklasse und die Tatsache, dass Sie selbst Mieter sind, was nicht dem typischen Bild eines klassischen Liberalen entspricht, schon gar nicht eines vom “Züriberg”. Wie reagieren Sie auf diese stereotypen Zuschreibungen?

Përparim Avdili:  Zu den Stereotypen in den Schweizer Medien : Ich bin liberal, weil ich an individuelle Freiheit, Chancengleichheit und Marktwirtschaft glaube und nicht, weil ich einem klassischen “Züriberg” Bild entspreche. Meine Herkunft als Kind von Arbeitereltern vom Balkan, mein Aufwachsen in Altstetten als Mieter, haben mir gerade die liberalen Werte vermittelt: harte Arbeit, persönliche Verantwortung und möglichst geringe staatliche Einmischung. Ich bin nicht “links vom Erscheinungsbild her”, sondern liberal mit echten, nicht elitären Wurzeln. Das ist meine Stärke, nicht meine Schwäche.

Albinfo.ch: In diesem Zusammenhang steht auch Ihr Engagement für bezahlbaren Wohnraum und gegen die Konzentration von Privilegien nach 35 Jahren linker Macht. Was hat die Linke konkret im Bereich Wohnen getan, dass ein rechter Politiker wie Sie sie angreift, und mit welchen Argumenten widersprechen Sie?

Përparim Avdili: Die Linke, insbesondere die Sozialdemokratische Partei und die Grünen, hat jahrelang Bauland blockiert, Verfahren erschwert und Investoren durch hohe Abgaben und übermäßige Vorschriften abgeschreckt. Das Resultat : Wohnungsmangel, hohe Mieten, Familien, die die Stadt verlassen. Ich sage: mehr bauen, weniger Bürokratie, Anreize für Eigentümer und Investoren, damit die Preise sinken. Die Angriffe gegen mich kommen daher, dass sie das Monopol auf “soziale Lösungen” behalten wollen, doch die Realität zeigt, dass ihre Politik gescheitert ist.

Albinfo.ch: Sie sind mit einer sehr lebendigen Kampagne aufgefallen, die für die FDP eher untypisch ist, und fordern damit das Establishment heraus, das in Zürich an der Macht ist. Entspricht das Ihrem üblichen Stil in politischen Auseinandersetzungen oder haben Sie dieses Mal bewusst mehr Gas gegeben, um auch schlafende Wähler zu mobilisieren, die Sie dringend brauchen, zumal Ihr Gegner sehr stark ist?

Përparim Avdili: Ja, ich bin aktiver und direkter als der Durchschnitt der FDP, weil ich die Menschen wachrütteln will. Die Schweiz und Zürich verdienen mehr Dynamik und weniger “Weiter so”. Das Establishment zu provozieren ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel, um reale Probleme sichtbar zu machen: Wohnen, Wirtschaft, Sicherheit. Die schlafenden Wähler müssen mobilisiert werden und das tue ich mit Energie und Klarheit.

Albinfo.ch: Auf den Wahlplakaten an stark frequentierten Orten in Zürich, von denen Ihr Porträt lächelt, fällt neben dem herausfordernden Stil auch die häufige Wiederholung des Buchstabens “ë” auf. Gibt es dafür eine konkrete Erklärung und steht das in Zusammenhang mit dem “ë” im albanischen Alphabet?

Përparim Avdili: Ja, das ist bewusst gewählt und steht im Zusammenhang mit dem albanischen Alphabet. Es ist ein kleines, aber bedeutungsvolles Zeichen : Ich bin stolz auf meine albanischen Wurzeln und möchte, dass auch die Leser das spüren. Es ist ein Gruß an die Gemeinschaft, ohne den Wahlkampf ausschließlich auf sie auszurichten. Es ist eher ein Versprechen, dass mit Përparim als Stadtpräsident Veränderung kommen wird.

Albinfo.ch: Neben der traditionellen FDP Basis setzen Sie sicher auch auf die albanische Gemeinschaft in Zürich. Glauben Sie, dass diese Gemeinschaft den Unterschied machen kann ? Ist sie groß und ausreichend integriert ? Wie wollen Sie sie für Ihre Kandidatur als Stadtpräsident mobilisieren ? Haben Sie öffentliche Treffen mit stimmberechtigten Albanern organisiert oder planen Sie solche?

Përparim Avdili: Sie ist groß, rund 10 000 Stimmberechtigte in der Stadt Zürich, und zunehmend gut integriert, mit vielen hier geborenen, gut ausgebildeten und beruflich erfolgreichen jungen Menschen. Sie kann den Unterschied machen, wenn sie zahlreich zur Wahl geht. Ich mobilisiere die Gemeinschaft mit offenen Treffen, einige haben bereits stattgefunden, weitere sind geplant, über Medien wie Albinfo.ch, emotionale Spots und klare Botschaften: Ich bin einer von euch, aber mit einer liberalen Vision für die ganze Stadt.

Albinfo.ch: Sie haben sich bereits mehrfach für die albanische Gemeinschaft und für Ausländer allgemein engagiert, sowohl im Stadtparlament von Zürich als auch als Vizepräsident von Secondos. Glauben Sie dennoch, dass das traditionell eher links orientierte albanische Wählersegment Sie dieses Mal als Liberalen unterstützen wird?

Përparim Avdili: Traditionell stand unsere Gemeinschaft aus sozialen und migrationspolitischen Gründen eher der Linken nahe. Doch viele erkennen inzwischen, dass erfolgreiche Integration auch eine starke Wirtschaft, Arbeitsplätze und Bildung braucht und nicht nur Unterstützung. Ich biete eine Alternative: liberal, aber sensibel für die Anliegen von Ausländern und Secondos. Ich bin überzeugt, dass die überwältigende Mehrheit der Albaner mein Engagement für die Gemeinschaft schätzt.

 

Albinfo.ch: Ihr Aufstieg von einem Kind aus bescheidenen Verhältnissen in Altstetten zu einem Politiker, der das Stadtpräsidium von Zürich anstrebt, wird oft als Beweis dafür gesehen, dass die Schweiz ein Land der Möglichkeiten ist. Schreiben auch Sie diesen Erfolg dem Umstand zu, dass Sie in Zürich und in der Schweiz leben?

Përparim Avdili: Ja, zu 100 %. Mein Weg vom Kind in Altstetten zum Präsidenten der FDP Stadt Zürich und Kandidaten für das Stadtpräsidium zeigt, dass das System hier funktioniert, wenn man arbeitet und nicht aufgibt. Das ist ein Verdienst der Schweiz, ihrer klaren Regeln, der Meritokratie und der Chancen für alle. Dabei darf man die Diskriminierungsprobleme, mit denen Menschen leider weiterhin konfrontiert sind, nicht ausblenden.

Albinfo.ch: Neben der Linken stellt für Sie als Liberalen mit Migrationshintergrund auch die weiter rechts stehende SVP eine Herausforderung dar. Die FDP hat in der Vergangenheit oft mit der SVP kooperiert. Sind für Sie persönlich, als Schweizer Politiker mit albanischen Wurzeln, frühere Kampagnen der SVP gegen Albaner ein Tabu für eine Zusammenarbeit?

Përparim Avdili: Als Partei hat die FDP mit der SVP in gewissen Fragen zusammengearbeitet, etwa in Wirtschafts oder Steuerfragen, ebenso wie mit anderen Parteien im Parlament. Persönlich lehne ich Kampagnen ab, die Albaner dämonisiert haben, sie waren falsch und schädlich. Dennoch sehe ich eine Zusammenarbeit nicht als Tabu, wenn sich Interessen überschneiden, zum Beispiel im Kampf gegen übermäßige Bürokratie. Politik ist pragmatisch, meine Werte bleiben jedoch unverrückbar.

Albinfo.ch: Als ambitionierter Politiker mit Migrationshintergrund sind Sie Zielscheibe von Provokationen aus rechtsextremen Kreisen geworden. Ein Publizist schlug Ihnen vor, Ihren Namen zu ändern, ein anderer forderte Sie auf, dorthin zurückzukehren, wo Sie herkommen. Wie reagieren Sie darauf?

Përparim Avdili: Ich weise das kategorisch zurück. Mein Name ist Përparim Avdili, das ist meine Identität und mein Stolz. Wer eine Namensänderung oder Rückkehr fordert, zeigt eine enge und rassistische Denkweise. Ich bin hier, weil die Schweiz mein Zuhause ist, und ich will sie für alle besser machen, auch für jene, die provozieren.

Albinfo.ch: Sie haben sich mit der wohl proaktivsten Kampagne um das Stadtpräsidium von Zürich hervorgetan. Beobachter sehen Sie als wichtigsten Herausforderer von SP Kandidat Raphael Golta. Dennoch darf das politische Establishment nicht unterschätzt werden. Wo sehen Sie Ihren Trumpf im Duell mit diesen politischen Schwergewichten?

Përparim Avdili: Ich bringe neue Energie, einen Blick von außen auf das Establishment und konkrete Ideen für Wohnen und Wirtschaft. Golta und die anderen stehen für das Status quo, ich stehe für Veränderung. Meine Kampagne ist proaktiver, sichtbarer und die Menschen nehmen das wahr. Der Sieg kommt durch die Mobilisierung jener, die etwas Neues wollen.

Eine Botschaft an die stimmberechtigten Albaner in Zürich

Die albanische Gemeinschaft ist groß, rund 10 000 Stimmberechtigte in der Stadt Zürich, und zunehmend gut integriert, mit vielen hier geborenen, gut ausgebildeten und beruflich erfolgreichen jungen Menschen. Sie kann den Unterschied machen, wenn sie zahlreich zur Wahl geht.

Ich mobilisiere die Gemeinschaft durch offene Treffen, einige haben bereits stattgefunden, weitere sind geplant, über Medien wie Albinfo.ch, emotionale Spots und klare Botschaften: Ich bin einer von euch, aber mit einer liberalen Vision für die ganze Stadt.

 

 

 

Die Veranstaltung “Krone der Freiheit”, Erinnerung, die Generationen in der Schweiz verbindet

La manifestation commémorative avec programme artistique “Couronne de la Liberté”, qui se tiendra le 14 mars à Berne, représente un acte important d’hommage au sacrifice sublime de la famille Jashari et de tous ceux qui ont contribué au cheminement vers la liberté et la dignité du peuple albanais.

“Couronne de la Liberté” est un témoignage vivant que la mémoire historique n’est pas seulement un devoir moral, mais aussi une source inépuisable d’inspiration pour notre avenir commun”, indique un communiqué de presse transmis par le Conseil d’organisation de cette manifestation.

Organisée dans un esprit de respect et de responsabilité historique, cette manifestation devient un espace de réflexion où la mémoire collective se renforce et où les valeurs qui nous unissent prennent une nouvelle dimension dans la conscience nationale.

En Suisse, où la diaspora albanaise demeure un pont vivant entre l’histoire et l’avenir, “Couronne de la Liberté” revêt une signification particulière en tant que symbole d’unité, de solidarité et d’engagement envers notre héritage national.

Le sacrifice de la famille Jashari reste une lumière guide, un rappel permanent que la liberté est une valeur qui exige un engagement constant et une responsabilité partagée.

Par la participation d’institutions, d’associations, d’artistes, de clubs et de représentants de notre nation, cette manifestation témoigne de la force de l’unité et de l’importance de préserver la mémoire historique dans une société démocratique et multiculturelle”, poursuit le communiqué.

Ein starkes Kooperationsnetzwerk mit über 70 albanischen Vereinen und Organisationen ist ein Beweis für die Einheit und das gemeinsame Engagement zur Bewahrung der Erinnerung und der nationalen Werte.

Ein gemeinsamer Beitrag

Der Organisationsrat der albanischen Kulturvereine “Krone der Freiheit” spricht allen, die mit Einsatz und Engagement zur Umsetzung dieses Projekts beitragen, institutionellen Partnern, Vereinen, Sponsoren, Künstlern, Sportlern und Mitwirkenden, seinen tiefen Dank aus.

Die Veranstaltung wird zudem durch die Teilnahme des Nationalensembles für Lieder und Tänze “Shota” aus der Republik Kosovo sowie durch den medialen Sponsor Radio und Fernsehen Kosovo geehrt.

Die unsichtbare Kraft der Diaspora

Allen Freiwilligen, die mit Engagement, Energie und einem tiefen Verantwortungsbewusstsein zu jedem Aspekt der Organisation beigetragen haben, spricht der Organisationsrat höchste Anerkennung und Wertschätzung aus.

Indem sie die Erinnerung bewahrt und die Verbindungen zwischen den Generationen stärkt, zeigt die albanische Diaspora in der Schweiz, dass Freiheit nicht nur ein errungenes Recht ist, sondern ein Vermächtnis, das uns verbindet und mit Würde und Verantwortung in die Zukunft führt”, heißt es abschließend in der Mitteilung des Organisationsrates der Veranstaltung “Krone der Freiheit”.

Teilnehmende und Unterstützer

Organisator
Rat der albanischen Kulturvereine in der Schweiz

Ehrengast
Nationalensemble für Lieder und Tänze “Shota” aus der Republik Kosovo

Sponsoren
A.Dibra, Autohandel
BB Gerüstbau
Dion Bau
Securion, Bern
Polissage marbre Genève
Rénovations salr Thaqi

Medienpartner
RTK, Radio und Fernsehen Kosovo
Albinfo.ch
Besainfo
Alb Radio

Institutionelle Partner und Netzwerke
Dora d’Istria, Kulturverein
Union der LUGINAS Vereine, über 30 Vereine
Albanische Liga in der Welt
Club pour l’Unesco
Albanisches Intellektuellen Netzwerk
Verein Bashkimi, Uster
Verein GJERGJ KASTRIOTI, Schweiz
Verein Racaku, Nyon
Verein RNH, Rinia nuk harron
Verein Skënderbej
Humanitärer Verein Papuçarët
Kultur und Kunstverein Dona
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Hora e Skënderbeut, Schweiz
Art Plisi
Kunststudio Fenix
Studio Aktrimi
Studentenverein
Verein “Studenti” Zürich
ANEA, Neuchâtel
Föderation der albanischen Studierenden in der Schweiz
Verein der albanischen Studierenden, Universität Lausanne

Vereine und Ensembles mit künstlerischem Programm
Ensemble Arbëresha
Ensemble Trojet
Ensemble VATRA
Sh.K.A. Ilirët
Sh.K.A. Dardania
Sh.K.A. Teuta
SH. M. SH. Atdheu
Verein Albakult
Verein Bashkimi, Bern
Ensemble Shqiponja
Chor Lulëkuqet
Chor Lyra
Lahutari
Artband

Die Veranstaltung “Krone der Freiheit” findet in der Kursaal Arena in Bern statt.

Datum: Samstag, 14. März 2026
Zeit: 15:00-18:30
Adresse: Kursaal Bern, Kornhausstrasse 3, 3013 Bern, Schweiz
Eintritt frei
Info: +41 79 607 46 74
E Mail: [email protected]

Mail: [email protected]

 

 

Sich in der Sprache der Seele öffnen, warum Therapie in der Muttersprache tiefer heilt

Migration wird häufig als Prozess wirtschaftlicher und sozialer Integration verstanden. Auf psychologischer Ebene stellt sie jedoch eine zutiefst komplexe Erfahrung dar, die Identität, Zugehörigkeitsgefühl und seelisches Wohlbefinden unmittelbar beeinflusst.

In ihrer klinischen Praxis in Zürich in der Schweiz beobachtet Dr. Valbone Miftari, dass Migration für einen erheblichen Teil der Menschen mit unausgesprochenen Traumata verbunden ist. Diese emotional nicht verarbeiteten Erfahrungen äußern sich häufig in psychosomatischen Symptomen, Angststörungen und depressiven Episoden und spiegeln die psychische Belastung wider, die mit dem Prozess der Verlagerung und der Anpassung an eine neue Realität einhergeht.

“Das Migrationstrauma endet nicht mit dem Wechsel des Wohnortes. Es bleibt im Gedächtnis, im Körper und in der Art und Weise, wie die alltägliche Realität erlebt wird”, betont Dr. Miftari.

Eines der häufigsten Phänomene in der klinischen Praxis ist die Somatisierung emotionalen Leidens, also die Umwandlung seelischer Erfahrungen in körperliche Symptome. Unter Bedingungen der Migration können chronischer Stress, der Verlust sozialer Unterstützung und der Druck, dauerhaft funktionieren zu müssen, nicht auf symbolischer Ebene verarbeitet werden und zeigen sich in Form körperlicher Schmerzen.

Der Ausdruck seelischen Leidens durch den Körper

“Viele Landsleute drücken ihr Leiden nicht mit Worten, sondern mit dem Körper aus. Körperliche Schmerzen sind oft die Form, in der die Psyche gehört werden möchte”, sagt sie.

Das klinische Spektrum der Beschwerden umfasst psychosomatische Störungen, körperliche Schmerzen ohne nachweisbare organische Ursache, anhaltende Muskelverspannungen, Schlafstörungen und chronische Erschöpfung. Hinzu kommen Formen einer verdeckten Depression hinter scheinbar normalem Funktionieren und starkem Arbeitseinsatz sowie Angststörungen, die von einem dauerhaften inneren Unruhezustand begleitet sind. In der klinischen Praxis begegnet man zudem Fällen von Diskriminierung und Mobbing am Arbeitsplatz, psychophysischer Erschöpfung im Sinne eines Burnout, Generationenkonflikten, langanhaltendem emotionalem Missbrauch, Scheidungen, Suchtproblemen sowie schwereren psychiatrischen Störungen, einschließlich wahnhafter Störungen und Psychosen. All dies macht das Migrationstrauma zu einer vielschichtigen Erfahrung.

Die Entscheidung, eine Therapie in Anspruch zu nehmen, ist nicht zwangsläufig an eine akute Krise gebunden. In vielen Fällen stellt sie einen Ausdruck von Bewusstsein und Verantwortung gegenüber der eigenen psychischen Gesundheit dar. Dennoch erfordert der therapeutische Prozess die Bereitschaft zur Selbstreflexion und zur Auseinandersetzung mit sich selbst, was für einen Teil der Gemeinschaft weiterhin eine kulturelle Hürde darstellt.

Die Sprache hat in der Psychotherapie einen besonderen Stellenwert

Im therapeutischen Prozess spielt die Sprache eine zentrale Rolle. Dr. Miftari betont, dass die Verwendung der Muttersprache günstige Bedingungen für den Ausdruck emotionaler Erfahrungen schafft. “Viele Patienten können ihre Symptome in einer anderen Sprache erklären, aber nur in der Muttersprache erreichen sie den Kern des Schmerzes. Dort erscheinen Worte, die sich nicht übersetzen lassen, Emotionen ohne Entsprechung und Geschichten, die genau so erzählt werden müssen, wie sie erlebt wurden”, führt sie weiter aus. “In der Muttersprache gelingt es dem Patienten, die emotionale Erfahrung zu strukturieren und die persönliche Erinnerung zu verarbeiten. Das schafft stabilere Voraussetzungen für den therapeutischen Prozess”, stellt sie fest.

Das Migrationstrauma und die Frauen

Ein besonderer Abschnitt des Migrationstraumas betrifft die Erfahrung albanischer Frauen in der Diaspora. Für sie stellt die Therapie oft den ersten Raum dar, in dem sie persönliche Erlebnisse und ihre emotionale Belastung ohne den Druck traditioneller familiärer und gesellschaftlicher Rollen artikulieren können. “Für viele Frauen ist die Therapie das erste Mal, dass sie über sich selbst außerhalb der auferlegten Rollen sprechen. Das ist ein Schritt hin zu einer bewussteren und autonomeren Identität”, betont Dr. Miftari.

Der therapeutische Prozess hilft dabei, psychologische Grenzen zu setzen und ausgewogenere Beziehungen zu sich selbst und zu anderen aufzubauen. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die emotionale Stabilität der Familie und auf ein gesünderes Funktionieren sozialer Beziehungen aus.

Eine weitere wichtige Dimension des Migrationstraumas zeigt sich bei albanischen Männern in der Diaspora. Traditionelle Männlichkeitsmodelle, die auf emotionaler Zurückhaltung und familiärer Verantwortung beruhen, erschweren häufig die Inanspruchnahme professioneller Hilfe.

Migration und Identitätskrise

“Bei Männern zeigt sich eine Depression häufig durch Reizbarkeit und Rückzug. Hilfe wird meist erst gesucht, wenn die Symptome nicht mehr zu leugnen sind”, erklärt sie.

Migration geht mit dem Verlust sozialen Status und mit einem Rückgang des Selbstwertgefühls einher. Aus einer Autoritätsfigur im Herkunftskontext wird in der Aufnahmegesellschaft ein anonymer Arbeitnehmer. Diese Identitätskrise lässt sich nur schwer in Worte fassen.

Ein zentrales Thema der Migrationserfahrung ist das Leben zwischen zwei Realitäten. Die Menschen leben körperlich in der Aufnahmegesellschaft, bleiben emotional jedoch mit ihrem Herkunftsland verbunden. Dieser Zustand erzeugt ein Gefühl der Nichtzugehörigkeit und eine anhaltende psychische Spannung.

“Zwischen zwei Realitäten zu leben bedeutet, sich keiner Seite wirklich zugehörig zu fühlen. Das führt zu einer Identitätsmüdigkeit, die den Menschen über Jahre begleitet”, betont Dr. Miftari.

Im öffentlichen Diskurs wird Migration oft als Erfolgsgeschichte und als Zeichen wirtschaftlicher Stabilität dargestellt. Hinter diesem geordneten Bild verbirgt sich jedoch ein langer Weg voller Opfer und traumatischer Erfahrungen, die sich allmählich in Form von Schlaflosigkeit, Angst und Depression äußern. “Das Trauma endet nicht mit dem Überschreiten von Grenzen. Es lebt weiter durch das Gefühl der Nichtzugehörigkeit und sozialen Ausgrenzung und betrifft nicht nur die erste Generation, sondern auch die nachfolgenden”, unterstreicht Dr. Miftari.

Selbstfürsorge heute ist ein Geschenk für die Generationen von morgen

Sie erklärt, dass intergenerationale Traumata eine wissenschaftlich belegte Realität sind und über die Eltern Kind Beziehung, emotionale Muster und biologische Stressmechanismen weitergegeben werden, einschließlich neuroendokriner und epigenetischer Veränderungen, die die Anfälligkeit für Angst und Depression erhöhen. So tragen viele junge Menschen einen namenlosen Schmerz in sich, ein Erbe unverarbeiteter Familiengeschichten. Therapie hilft, die Mechanismen der intergenerationalen Weitergabe von Trauma zu erkennen und diesen Kreislauf zu durchbrechen und hat damit eine präventive Bedeutung für die emotionale Stabilität der Familie.

Nach Dr. Miftari entsteht der Generationenkonflikt aus dem Aufeinandertreffen der Opferkultur der Eltern und dem Bedürfnis der Kinder nach persönlicher Autonomie. “Eltern handeln häufig aus einem Überlebenssystem heraus, das von Trauma, Angst und Kontrolle geprägt ist, während Kinder in einer anderen sozialen Realität nach Identität und Selbstbestimmung suchen. Zwischen ‘vergiss nicht, woher du kommst’ und ‘ich möchte ich selbst sein’ entsteht eine innere Spannung, die sich als Angst, Identitätskrise oder emotionale Distanz zeigt, während Therapie Eltern lehrt, dass es nicht bedeutet, ihre Kinder zu verlieren, wenn sie ihnen erlauben, ihren eigenen Weg zu gehen, sondern ihnen zu vertrauen, und dass Liebe nicht durch Kontrolle, sondern durch Unterstützung gemessen wird.”

Abschließend erinnert Dr. Miftari daran, dass psychische Gesundheit das Fundament menschlichen und gesellschaftlichen Wohlbefindens ist und keine rein individuelle Angelegenheit darstellt. “Wenn der Einzelne heilt, heilt die Familie und wenn die Familie gestärkt wird, wird die Gemeinschaft gestärkt”, betont sie. Auch wenn unser Volk über eine außergewöhnliche Resilienz verfügt, liegt wahre Resilienz ihrer Ansicht nach nicht nur im Aushalten und Überleben, sondern im Mut, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Selbstfürsorge heute ist ein Geschenk für die Generationen von morgen.

Profil von Dr. Med. Valbone Miftari

Dr. med. Valbone Miftari ist Fachärztin FMH für Psychiatrie und Psychotherapie und übt ihre berufliche Tätigkeit in Zürich aus, wo sie die Praxis VM Praxis | Psychiatrie und Psychotherapie leitet. Sie verfügt über umfassende klinische Erfahrung in der Behandlung eines breiten Spektrums psychischer Erkrankungen. Ihre Arbeit mit Patienten aus der albanischen Diaspora verbindet einen zeitgemäßen wissenschaftlichen Ansatz mit ausgeprägter kultureller Sensibilität. Neben ihrer klinischen Tätigkeit ist Dr. Miftari Vizepräsidentin des Verbands albanischer Ärzte in der Schweiz und engagiert sich aktiv für die Förderung der psychischen Gesundheit durch Publikationen und Buchübersetzungen sowie für die Stärkung der beruflichen Zusammenarbeit innerhalb der Gemeinschaft.

email: [email protected]
Web: www.vmpraxis-zürich.ch

 

 

Die Flagge des Kosovo im Himalaya, ein erfüllter Traum von Uta Ibrahimi

In einer Welt, in der physische und mentale Grenzen immer unerbittlicher erscheinen, tauchen nur selten Geschichten auf, die sie mit Ruhe, Würde und tiefem menschlichem Sinn überwinden. Die Geschichte von Uta Ibrahimi ist nicht nur ein Bericht über extremen Alpinismus oder das Besteigen von Gipfeln über 8.000 Meter. Sie ist eine Geschichte von Identität, Zugehörigkeit und Opferbereitschaft, Schritt für Schritt geschrieben zwischen Eis, Gefahr und Einsamkeit, getragen von der Liebe zum Kosovo und zu seinen Menschen. Acht Jahre lang hat Uta Ibrahimi nicht nur die gefährlichsten Berge der Welt herausgefordert, sondern auch die Grenzen von Körper, Geist und Seele.

Jede Expedition war eine Konfrontation mit Angst, Verlust, Erschöpfung und Unsicherheit, zugleich aber auch ein außergewöhnlicher Beweis menschlicher Widerstandskraft. Auf jedem Gipfel, auf dem sie stand, waren die Flagge des Kosovo und die Nationalflagge präsent, nicht als formales Symbol, sondern als emotionale Last und moralische Verantwortung, ein kleines Land mit schmerzhafter Geschichte, aber außergewöhnlicher geistiger Stärke zu vertreten.

Dieses Interview ist keine Aufzählung von Erfolgen oder sportlichen Rekorden. Es ist ein ehrlicher Bericht über den Schmerz des Verlustes, über persönliche Opfer, die unsichtbar bleiben, über Vorurteile, Einsamkeit und über jene Momente, in denen die Rückkehr nach Hause wichtiger war als das Erreichen des Gipfels. Uta Ibrahimi spricht offen über ihren Vater, über das Trauma von Shishapangma, über Jahre der Unsicherheit und über den persönlichen Preis, den sie dafür gezahlt hat, sich selbst treu zu bleiben.

Gleichzeitig ist es eine Geschichte der Hoffnung. Ein Beweis dafür, dass aus einem kleinen Land wie dem Kosovo Geschichten entstehen können, die die Welt berühren. Dass Frauen stark sein können, ohne ihre Sensibilität zu verlieren. Und dass große Träume, selbst wenn sie unmöglich erscheinen, verwirklicht werden können, wenn Arbeit, Liebe und Mut gemeinsam voranschreiten.

In diesem exklusiven Interview für Albinfo.ch erzählt Uta Ibrahimi alles, ungefiltert, ohne Ausschmückung und ohne Kompromisse, und teilt mit den Leserinnen und Lesern nicht nur die Gipfel, die sie bestiegen hat, sondern auch die Last, die sie während dieses gesamten Weges in ihrem Herzen getragen hat.

Albinfo.ch: Was bedeutet der Kosovo für Sie auf diesem Weg?

Uta Ibrahimi: Für mich war und bleibt der Kosovo die wichtigste Motivation hinter jeder Besteigung, die ich unternommen habe. Jeden Schritt zu den höchsten Gipfeln der Welt bin ich gegangen, indem ich den Kosovo bei mir getragen habe, im Herzen, im Geist und auf der Flagge. Die Unabhängigkeit des Kosovo ist einer der schönsten und unvergesslichsten Momente meines Lebens. Die Erinnerung an diesen Tag ist noch sehr lebendig, ebenso wie die große Freude auf dem Mutter Teresa Platz, wo eine seltene Energie von Einheit, Hoffnung und Stolz spürbar war.

Albinfo.ch: Was empfinden Sie in dem Moment, wenn Sie den Gipfel erreichen?

Uta Ibrahimi: In diesen Momenten kommen mir alle Menschen des Kosovo in den Sinn, als wären sie eine einzige Person. Es ist, als würde ich sie alle in einem symbolischen Sack mit mir hinauftragen. Vor meinen Augen erscheinen die leuchtenden Augen der Kinder, die ich bei Schulbesuchen treffe. Ihre Energie, ihre Träume und ihr reiner Glaube an das Leben sind bei jedem Atemzug bei mir. In diesem Augenblick bin ich nicht allein, ich bin erfüllt von ihrer Kraft, ihrer Hoffnung und ihrem Licht.

Albinfo.ch: Wie wichtig war Ihre albanische Identität auf Ihrem Weg?

Uta Ibrahimi: Meine Identität als Albanerin war eine sehr wichtige Säule meines gesamten beruflichen und persönlichen Weges. Aus einem kleinen Land mit einer schmerzhaften Geschichte, aber mit außergewöhnlich starken Menschen zu kommen, lehrt einen, dass Widerstandskraft, Geduld und Beharrlichkeit keine Wahl sind, sondern eine Lebensweise. Als Albanerin bin ich mit dem Gefühl aufgewachsen, doppelt so hart arbeiten zu müssen, um mich zu beweisen, aber auch mit dem Stolz, ein Volk zu vertreten, das sich niemals ergeben hat. Diese Identität hat mir die Kraft gegeben, an mich selbst zu glauben, selbst wenn die Bedingungen ungleich waren, die Zweifel groß und der Weg sehr schwierig. Auf jedem Gipfel war meine albanische Identität nicht nur eine nationale Zugehörigkeit, sondern eine Quelle von Kraft, Verantwortung und Inspiration, um zu zeigen, dass auch aus einem kleinen Land große Geschichten entstehen können.

Albinfo.ch: Was waren die größten Herausforderungen dieses Projekts?

Uta Ibrahimi: Ich habe viele äußerst schwierige Momente bei den Besteigungen der höchsten Berge der Welt erlebt. Dieses Projekt dauerte acht Jahre, Jahre ununterbrochener Arbeit zur Sicherung von finanziellen Mitteln, kontinuierlichen Trainings und endlosen Konfrontationen mit sehr schweren Besteigungen, sowohl körperlich als auch mental. Auch wenn ich immer versuche, die Motivation hochzuhalten und selbst in den dunkelsten Momenten etwas Positives zu finden, gab es Zeiten, in denen Müdigkeit, Angst und Zweifel real waren. In genau diesen Momenten waren meine Familie, meine Freunde und ihre bedingungslose Unterstützung meine größte Kraft, ebenso wie die Kinder und das gesamte Volk des Kosovo, die ich stets mit Vertrauen an meiner Seite gespürt habe. Der Gedanke, dort oben nicht allein zu sein, dass jeder Schritt Hoffnung, Inspiration und eine Botschaft für andere bedeutet, gab mir die Kraft weiterzugehen, selbst wenn mein Körper stehen bleiben wollte.

Albinfo.ch :Welcher Gipfel war für Sie der schwierigste?

Uta Ibrahimi: Ohne Zweifel war der emotional schwierigste Gipfel für mich der Dhaulagiri. Es ist ein Berg voller tiefer Emotionen, und jedes Mal, wenn ich daran denke, kommen mir die Tränen. Ich habe den Dhaulagiri beim dritten Versuch bestiegen. Beim ersten Versuch starb mein Vater, mein Held, während ich auf Expedition war. In diesem Moment brach ich die Expedition sofort ab und kehrte nach Hause zurück. Kein Gipfel war mehr wichtig. Der zweite Versuch scheiterte an extremen Bedingungen, der Berg ließ uns nicht weiter. Es war eine weitere Lektion in Geduld und Akzeptanz. Beim dritten Versuch bekam alles eine andere Bedeutung. Ich erreichte den Gipfel am 17 und 18 Mai, genau an seinem Geburtstag. Wir waren nur vier Personen auf dem Gipfel. Der Aufstieg war beinahe unmöglich, doch während des gesamten Weges fühlte ich meinen Vater bei mir, als würde er mich Schritt für Schritt führen, als würde er meine Hand bis zum Gipfel halten. Dieser Berg hat mich doppelt wachsen lassen, als Mensch und als Frau. Er hat mich tief verändert, gestärkt und zugleich weicher gemacht. Der Dhaulagiri war nicht nur eine Besteigung, sondern ein Heilungsprozess, ein stiller Dialog zwischen mir und dem Schmerz und ein Beweis dafür, dass Liebe und geistige Verbundenheit selbst in den extremsten Höhen nicht enden.

Körperlich gesehen waren die schwierigsten Gipfel für mich der K2 und die Annapurna. Beide Berge gelten weltweit als einige der schwierigsten und gefährlichsten, aufgrund des extremen Geländes, der unvorhersehbaren Bedingungen und der ständigen Gefahr. Jeder Schritt in diesen Bergen war eine direkte Konfrontation mit den Grenzen von Körper und Geist. Aus diesem Grund bin ich Mutter Natur für immer dankbar, dass sie mir erlaubt hat, diese Gipfel zu besteigen und vor allem gesund und sicher nach Hause zurückzukehren. Am Ende bedeutet wahrer Erfolg nicht nur, den Gipfel zu erreichen, sondern die Möglichkeit zu haben, zurückzukehren und das Leben mit noch größerem Respekt vor der Kraft und Größe der Berge fortzusetzen.

Albinfo.ch: Was bedeutet es für Sie, heute für viele Frauen eine Inspiration zu sein?

Uta Ibrahimi: Es ist ein sehr schönes und besonderes Gefühl für mich, heute viele Mädchen und Frauen, nicht nur albanische, zu inspirieren. Es erfüllt mich mit Freude zu wissen, dass mein Weg weiterhin inspiriert, nicht unbedingt nur hohe Gipfel zu besteigen, sondern vor allem an sich selbst und an die eigene innere Stärke zu glauben. Als ich diesen Weg zu den Gipfeln der Welt begann, hatte ich nicht die notwendige Unterstützung der Gesellschaft. Es gab viele Zweifel, Vorurteile und mangelndes Vertrauen. Doch durch harte Arbeit, Beharrlichkeit und Engagement habe ich es nicht nur geschafft, mein Projekt abzuschließen, sondern auch zu einem Beispiel zu werden, das heute andere motiviert. Ehrlich gesagt ist es ein Gefühl, das das Herz erfüllt. Ich habe immer geglaubt, dass wir in diesem Leben nicht nur für uns selbst etwas tun, sondern auch für andere. Und heute kann ich mit voller Überzeugung sagen, dass es mir gelungen ist, diesen Glauben in die Tat umzusetzen.

Albinfo.ch: Was waren Ihre größten persönlichen Opfer?

Uta Ibrahimi: Das ist eine sehr umfassende Frage, und ehrlich gesagt könnte ich unendlich darüber sprechen. Am meisten schmerzt es mich jedoch, wenn Menschen aus einem bequemen Leben heraus leichtfertig sagen: „Ja gut, du hast es ja für dich selbst gemacht.“ Solche Worte minimieren oft Jahre unsichtbarer und unverstandener Opfer. Meine Herausforderungen waren nicht nur die Besteigungen. Dieses Projekt dauerte acht Jahre und dauert in gewisser Weise noch an. Es war ein Leben fern von geliebten Menschen, fern von finanzieller und familiärer Stabilität. Heute bin ich 42 Jahre alt und habe fast mein ganzes Leben in Bewegung und Unsicherheit verbracht, indem ich einen Weg gewählt habe, den nur wenige bereit sind zu gehen. Ich glaube, Frauen verstehen das besonders gut, vor allem in einer Gesellschaft, die oft Sicherheit und festgelegte Rollen erwartet, nicht Risiko und dauerhafte Unsicherheit. Trotz all dieser Opfer ist mein Herz erfüllt. Ja, es gibt Momente der Einsamkeit, und sie sind real. Aber am Ende weiß ich, dass mir dieser Weg etwas sehr Wertvolles gegeben hat: das Gefühl, mit Sinn, Mut und Treue zu mir selbst gelebt zu haben.

Albinfo.ch: Gab es Momente tiefen Zweifels oder großer Angst?

Uta Ibrahimi: Ich hatte nicht viele Momente, in denen ich an mir selbst gezweifelt habe, weil ich immer versucht habe, selbst in den schwierigsten Situationen etwas Positives zu finden, um weiterzugehen. Aber es gibt einen Moment, der mich tief erschüttert hat und den ich noch immer in mir trage. Er hängt mit Shishapangma zusammen, als ich dem Tod sehr nahe war. Eine Lawine ging direkt vor meinen Augen nieder, und in dieser Tragödie verloren wir vier Teammitglieder. Dieses Erlebnis hat mich emotional und psychologisch gebrochen. Danach war es äußerst schwierig für mich, wieder auf Expedition zu gehen, geschweige denn an eine Rückkehr auf denselben Gipfel zu denken. Als ich nach Hause zurückkehrte, waren Körper und Geist völlig erschöpft. Ich verbrachte viel Zeit in der Physiotherapie, um nicht nur körperlich, sondern auch mental wieder Kraft zu gewinnen. Das Trauma war und ist real. Die Überwindung kam nicht schnell und nicht leicht. Sie kam mit Zeit, Akzeptanz, intensiver Arbeit an mir selbst und dem Respekt vor der Angst. Ich habe nicht verleugnet, was mir passiert ist, sondern es als Teil meines Weges angenommen. Und vielleicht hat mir genau das geholfen weiterzugehen: voranzuschreiten, nicht indem ich vergesse, sondern indem ich mit dem lebe, was ich erlebt habe.

Albinfo.ch: Welche Botschaft haben Sie für die jungen Albanerinnen und Albaner?

Uta Ibrahimi: Meine Botschaft an die jungen Albaner ist einfach, aber wahr: Mit Arbeit erreicht man alles. Kontinuierliche Arbeit, engagierte Arbeit und oft viel mehr Einsatz, als wir glauben leisten zu können. Doch Arbeit allein reicht nicht. Es braucht auch viel Liebe, Liebe zu dem, was ihr träumt, zu euch selbst, zu dem Weg, den ihr wählt, und zu den Menschen um euch herum. Es wird Unsicherheit, Zweifel und Momente geben, in denen niemand an euch glaubt. In diesen Augenblicken macht euer eigener Glaube an euch selbst den Unterschied. Wartet nicht darauf, bereit zu sein. Beginnt. Arbeitet. Macht Fehler. Lernt. Und macht weiter. Denn große Träume verlangen großen Mut, aber ihre Belohnung ist ein Leben mit Sinn.

Albinfo.ch: Was möchten Sie, dass Ihre Geschichte der Welt über den Kosovo erzählt?

Uta Ibrahimi: Meine Geschichte hat vielen Ländern der Welt bereits gezeigt, wer der Kosovo ist und wer die Albaner sind. Bei jeder Expedition, nicht nur auf Gipfeln über 8.000 Meter, habe ich die Flagge des Kosovo und die albanische Nationalflagge gehisst, als Symbol für Stolz, Zugehörigkeit und Identität. Ich gehöre zu den wenigen Athletinnen aus dem Kosovo, die Unterstützung von großen internationalen Marken erhalten haben, und auch das war eine Möglichkeit, den Kosovo auf der Weltkarte des Sports und der Abenteuer zu positionieren. Heute wissen viele Menschen, wo der Kosovo liegt. Viele wissen, was für ein Volk wir sind: fleißig, widerstandsfähig, mutig und mit großen Träumen. Was ich mir wünsche, dass meine Geschichte der Welt zeigt, ist, dass aus einem kleinen Land Menschen mit großer Stärke, mit Werten, mit Vision und mit der Fähigkeit hervorgehen können, würdevoll Seite an Seite mit den Besten der Welt zu stehen.

Das ist Uta aus dem Kosovo auf den Gipfeln der Welt…

Die Geschichte von Uta Ibrahimi bleibt eine der kraftvollsten zeitgenössischen Erzählungen darüber, was es bedeutet, mit einem Ziel zu leben. Sie erinnert uns daran, dass Erfolg nicht nur darin besteht, den Gipfel zu erreichen, sondern den Mut zu haben, zurückzukehren, weiterzugehen und sich selbst treu zu bleiben, selbst wenn der Weg einsam und unsicher ist.

Über den Alpinismus hinaus steht Uta Ibrahimi für eine Generation von Frauen und Männern, die sich nicht von Umständen, gesellschaftlichen Erwartungen oder Angst begrenzen lassen. Sie ist ein Beweis dafür, dass Opfer, selbst wenn sie schmerzhaft sind, in Sinn verwandelt werden können, und dass Verlust, auch wenn er tiefe Wunden hinterlässt, zu Stärke werden kann. In jedem Wort dieses Interviews spürt man das Gewicht eines Lebens ohne Kompromisse, aber auch die Ruhe eines Menschen, der weiß, warum er diesen Weg gewählt hat. Ihr Bericht verlangt keine Beifallsrufe, sondern Verständnis. Er sucht kein Heldentum, sondern Respekt vor menschlichem Mut. Am Ende ist die Geschichte von Uta Ibrahimi ein Spiegel für uns alle, ein Aufruf, nicht auf den perfekten Moment zu warten, sich nicht vor schwierigen Wegen zu fürchten und daran zu glauben, dass selbst aus den kleinsten Ländern Geschichten entstehen können, die die Welt bewegen. Dieses Interview ist nicht nur eine persönliche Erzählung. Es ist ein lebendiges Kapitel der modernen Geschichte des Kosovo, geschrieben in extremen Höhen, aber mit festem Stand auf dem Boden und mit offenem Herzen für die kommenden Generationen.

Rame Lahaj und die Fondacioni Rame Lahaj, eine Weltstimme im Dienst einer nationalen Mission

Anlässlich des achtzehnten Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo bringt dieses exklusive Interview ein vertieftes Gespräch mit dem renommierten Tenor Rame Lahaj, einer der repräsentativsten Persönlichkeiten der albanischen Kunst auf den internationalen Opernbühnen. In einem Gespräch, das über die persönliche Biografie hinausgeht und in die Dimension kultureller Verantwortung eintaucht, spricht Lahaj über seinen Weg von einer durch Krieg und Mangel geprägten Realität zu den renommiertesten Bühnen der Welt, über Identität als kreativen Kern sowie über die Fondacioni Rame Lahaj als langfristige Mission im Dienst der Kunst und der jungen albanischen Generationen.

albinfo.ch: Wie definieren Sie Ihren künstlerischen Weg von einem gesellschaftlichen Umfeld, das von Krieg und Entbehrung geprägt war, hin zu den elitärsten Institutionen der internationalen Oper?

Rame Lahaj: Mein künstlerischer Weg ist untrennbar mit dem Kontext verbunden, in dem ich aufgewachsen, erzogen und geprägt wurde. Ich bin in einer kleinen Provinz Ende der 90er Jahre unter sehr eingeschränkten Lebensbedingungen aufgewachsen, und der Mangel war die Kraft und der wichtigste Motor für alles, was danach kam. In jener Zeit schienen viele Dinge beinahe unmöglich, nicht nur sie zu verwirklichen, sondern sie überhaupt zu träumen. Gerade in diesem Kontrast zwischen Unmöglichkeit und dem starken Wunsch, das Leben, den Beruf und mich selbst zu entdecken, habe ich die Grundlagen meiner künstlerischen Persönlichkeit aufgebaut. Mein Weg war nicht geradlinig, sondern ein langer Prozess von Auseinandersetzungen, Opfern und Selbstdisziplin, der mich schrittweise zu den elitärsten Institutionen der internationalen Oper geführt hat.

albinfo.ch: In welchem Ausmaß hat Ihre albanische kulturelle Identität die Gestaltung Ihrer Interpretationsästhetik und die internationale Rezeption Ihrer Kunst beeinflusst?

Rame Lahaj: Meine albanische kulturelle Identität war niemals ein künstlich hinzugefügtes Element meiner Kunst. Ich bin mit Volksliedern, folkloristischen, patriotischen und Liebesliedern aufgewachsen, ehrlichen Ausdrucksformen, die nicht aus großen europäischen Schulen stammten, sondern aus gelebter Erfahrung. Diese Authentizität hat meine Interpretationsästhetik tief geprägt. Als ich mich dem anspruchsvollen Opernrepertoire stellte, wirkte dieses kulturelle Gepäck als innerer Reichtum und verlieh meiner Interpretation eine Aufrichtigkeit und emotionale Färbung, die das internationale Publikum als Originalität wahrnimmt.

albinfo.ch: Gibt es einen paradigmatischen Moment in Ihrer Karriere, in dem sich persönliche Anerkennung in kollektive kulturelle Repräsentation verwandelte?

Rame Lahaj: Ich würde keinen einzelnen Moment hervorheben. Von Anfang an existierten zwei Säulen nebeneinander, meine persönliche Entwicklung und die Repräsentation der nationalen Identität. Überall, wo ich auftrat, ging es nicht nur um künstlerische Qualität, sondern auch darum, wie die albanische Kultur vertreten wurde. Das war keine bewusst geplante Strategie, sondern ein tief in mir verankerter Zustand.

albinfo.ch: Wie bewahren Sie Ihre künstlerische Autonomie und ästhetische Integrität in einem globalen System, in dem institutionelle Standards und Konkurrenz maßgeblich sind?

Rame Lahaj: Ich bin überzeugt, dass ein Künstler nur dann einzigartig ist, wenn er seine eigene Originalität kompromisslos einbringt. In einem globalen System, in dem die Gefahr der Vereinheitlichung groß ist, erfordert die Bewahrung künstlerischer Autonomie Bewusstsein und Mut. Ich habe nie das Bedürfnis verspürt, mich gezwungen an Trends oder äußere Regeln anzupassen. Mein Lebensweg, mein innerer Reichtum und meine berufliche Disziplin haben meinen eigenen Standard geschaffen und mir ermöglicht, meine ästhetische Integrität auch in sehr wettbewerbsintensiven Umfeldern zu bewahren.

albinfo.ch: Wer ist Rame Lahaj außerhalb der Bühne im Alltag?

Rame Lahaj: Außerhalb der Bühne bin ich ein einfacher und reflektierter Mensch, ohne das Bedürfnis, eine öffentliche Fassade aufzubauen. Respekt vor der Arbeit, vor den Menschen und vor Disziplin gehört zu meiner Erziehung. Ich habe nie gehandelt, um eine künstliche Immunität zu schaffen oder mich über eine Position zu beweisen. Alles, was ich aufgebaut habe, ist aus der Liebe zur Entwicklung und aus dem Wunsch entstanden, mein Land würdevoll zu vertreten.

albinfo.ch: Wenn Sie auf Ihren Lebens und künstlerischen Weg zurückblicken, welche Momente haben Sie am tiefsten geprägt?

Rame Lahaj: Meine Prägung ist nicht mit einem einzigen Höhepunkt verbunden, sondern mit einer Kontinuität von Erfahrungen. Die Kindheit Ende der 90er Jahre, das Trauma des Krieges, die Konfrontation mit schwierigen sozialen Realitäten und später die beruflichen Herausforderungen in internationalen Umfeldern haben sich natürlich miteinander verwoben. Gerade diese schwierigen Phasen haben eine Persönlichkeit geformt, die heute im Frieden mit sich selbst lebt und das Leben als einen fortlaufenden Entwicklungsprozess versteht.

Rame Lahaj, FB

albinfo.ch: Wie interpretieren Sie heute die Situation im Jahr 2019 mit dem geplanten Konzert in Skopje?

Rame Lahaj: Heute sehe ich diese Situation mit professioneller Klarheit. Es handelte sich nicht um einen institutionellen Boykott, sondern um die Folge von Unprofessionalität einiger Personen, die versuchten, eine kulturelle Initiative zu destabilisieren. In einem sensiblen gesellschaftlichen Kontext beruhte meine Reaktion auf einem klaren Prinzip, null Toleranz gegenüber mangelnder professioneller Disziplin. Das Konzert fand schließlich statt, wenn auch in einem anderen Format, und zeigte, dass Kunst nicht von destruktiven Energien aufgehalten werden darf.

albinfo.ch: Wie sehen Sie die Beziehung zwischen Ihrer Kunst und der albanischen Diaspora, insbesondere in der Schweiz?

Rame Lahaj: Die albanische Diaspora gehört zu den aufrichtigsten und sensibelsten Publika. Über Jahrzehnte war sie Musikformen ausgesetzt, die nicht immer authentisch waren. Durch Konzerte und Festivals habe ich versucht, einen Dialog zwischen urbaner klassischer Musik und albanischem Lied zu schaffen. Die Diaspora ist offen für neue Erfahrungen, solange sie Respekt und Aufrichtigkeit in dem spürt, was ihr angeboten wird.

albinfo.ch: Denken Sie, dass Sie sich künftig institutionell für die Unterstützung junger albanischer Talente engagieren werden?

Rame Lahaj: Dieses Engagement wird bereits durch die Fondacioni Rame Lahaj umgesetzt, die junge Talente unterstützt und Brücken zwischen lokalen und internationalen Künstlern schafft. Die Stiftung ist nicht nur ein kulturelles Projekt, sondern eine langfristige Mission, um eine nachhaltigere künstlerische Infrastruktur aufzubauen und eine institutionelle Lücke zu schließen, die in unserer kulturellen Realität noch besteht.

albinfo.ch: Abschließend, wer ist Rame Lahaj heute und was ist Ihre Botschaft an die jungen albanischen Generationen?

Rame Lahaj: Wir leben in einer Zeit voller digitalem Lärm und Frustration, die uns oft dazu bringt, Bildung und Opferbereitschaft aufzugeben. Ich glaube, dass der Mensch sich selbst nur durch Arbeit, Studium und kontinuierliche Selbstreflexion findet. Das ist meine Botschaft an die jungen albanischen Generationen, im In und Ausland, gebt diesen Prozess nicht auf, denn nur so entsteht eine klare Vision für das Leben, den Beruf und den Beitrag zur Gemeinschaft. Da dieses Interview auf albinfo.ch erscheint, einer Plattform der albanischen Diaspora, möchte ich die Leser, insbesondere jene in der Schweiz und in der Diaspora, einladen, an den Aktivitäten der Fondacioni Rame Lahaj im Juli teilzunehmen. Das Programm umfasst Festivals, Konzerte, Masterclasses, Workshops und Bildungsprojekte für alle Generationen und schafft Räume, in denen Musik, Wissen und Erfahrung auf natürliche Weise zusammenwirken. Durch diese Aktivitäten wollen wir nachhaltige Brücken zwischen dem Kosovo, der Diaspora und dem europäischen Kulturraum bauen und Kultur als eine der beständigsten Formen der Verbindung und Repräsentation positionieren. Vielen Dank.

Dieses Gespräch zeigt Rame Lahaj als eine Persönlichkeit, die durch einen kontinuierlichen Prozess von Arbeit und Erfahrung geprägt wurde, aufgebaut auf Disziplin, Engagement und einem klaren Bewusstsein für die Verantwortung, die Kunst im öffentlichen Raum trägt. Sein Bericht verdeutlicht, dass künstlerische Tätigkeit und Bühnenpräsenz integrale Bestandteile eines umfassenderen Prozesses kultureller Repräsentation und einer bewussten Beziehung zur Gesellschaft sind.

Im Kontext des achtzehnten Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo behandelt dieses Interview Kultur als ein wesentliches Element gesellschaftlichen Aufbaus und öffentlicher Repräsentation. Lahajs Engagement durch die Fondacioni Rame Lahaj steht für eine klare Ausrichtung auf die Schaffung nachhaltiger Unterstützungsmechanismen für junge Generationen und verschiebt den Schwerpunkt von individueller Leistung hin zu institutioneller Verantwortung. In diesem Rahmen wird Kunst als eine Tätigkeit mit langfristiger Funktion verstanden, eng verbunden mit Bildung, kulturellem Erbe und der Konsolidierung einer nachhaltigen Zukunftsvision.

Die Diaspora, eines der aufrichtigsten Publika

Die albanische Diaspora ist eines der aufrichtigsten und sensibelsten Publika. Über Jahrzehnte war sie Musikformen ausgesetzt, die nicht immer authentisch waren. Durch Konzerte und Festivals habe ich versucht, einen Dialog zwischen urbaner klassischer Musik und albanischem Lied zu schaffen. Die Diaspora ist offen für neue Impulse, solange sie Respekt und Aufrichtigkeit in dem erkennt, was ihr angeboten wird.

Diaspora: 15 Milliarden Euro in 18 Jahren für den Kosovo

Seit der Ausrufung der Unabhängigkeit am 17. Februar 2008 hat die albanische Diaspora das Land mit Überweisungen unterstützt, die nahezu alle Bereiche des wirtschaftlichen und sozialen Lebens erreicht haben und zur Verbesserung des Lebensstandards der Familien und des Landes insgesamt beigetragen haben.

In diesem Jahr feiert der Kosovo 18 Jahre Unabhängigkeit, ein historischer Weg, der auf Opferbereitschaft, Mut und Engagement aufgebaut ist. Ein wesentlicher Teil dieses Weges sind die Landsleute im Ausland, die sich besonders über die Unabhängigkeit und den Staatsaufbau gefreut und in zahlreiche Bereiche investiert haben.

Die Diaspora hat von 2008 bis 2025 mehr als 15 Milliarden Euro an Überweisungen in den Kosovo gesendet. Diese kontinuierliche Unterstützung ist nicht nur finanzieller Natur, sie spiegelt auch starke emotionale Bindungen, Solidarität und Verantwortung gegenüber den Familien und dem Heimatland wider, schreibt albinfo.ch.

Die Diaspora als tragende Säule der Wirtschaft

Über die familiäre Unterstützung hinaus haben die Überweisungen der Diaspora die Wirtschaft des Kosovo nachhaltig geprägt. Die aus dem Ausland kommenden Gelder werden für Lebensmittel, Kleidung, Bildungs und Gesundheitsleistungen verwendet und verbessern das Leben tausender Familien. Sie beleben den Binnenmarkt, unterstützen lokale Unternehmen, erleichtern den Zugang zu Finanzdienstleistungen und schaffen neue Investitionsmöglichkeiten. Jeder Euro aus der Diaspora hat direkte Auswirkungen auf den täglichen Bedarf, reduziert Armut und trägt dazu bei, dass Familien besser leben können.

Das Magazin Albinfo.ch hat Daten der Zentralbank des Kosovo erhalten, wonach die Überweisungen stetig gestiegen sind, von 608,7 Millionen Euro im Jahr 2008 auf über 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2025.

Diese Zahlen zeigen, dass die Diaspora eine der wichtigsten Stützen der kosovarischen Wirtschaft war, insbesondere in den Sommer und Wintermonaten, wenn viele Landsleute das Land besuchen und zusätzliche finanzielle Mittel an ihre Familien bringen.

Die emotionale und soziale Verbindung zum Kosovo

Neben dem wirtschaftlichen Einfluss hat die Diaspora Identität, Kultur und Traditionen des Kosovo bewahrt. Viele Familien erwarten die Rückkehr ihrer Angehörigen während der Ferien, um Geschichten zu teilen, gemeinsam zu feiern und die familiären Bindungen zu stärken, berichtet albinfo.ch weiter.

Investitionen und Überweisungen sind nicht nur Geld, sondern Ausdruck von Fürsorge, Liebe und Verantwortung gegenüber dem Herkunftsland.

Achtzehn Jahre Unabhängigkeit zeigen, dass die Erfolge des Kosovo nicht nur politische Errungenschaften sind, sondern auch das Ergebnis des kontinuierlichen Engagements der Diaspora.

Durch ihre Überweisungen haben die Albaner im Ausland dazu beigetragen, dass das Land wächst, seine Wirtschaft stärkt und das Leben jedes Bürgers verbessert.

Die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte des Kosovo ist daher auch die Geschichte des Engagements und der Opferbereitschaft der Diaspora. Sie war, ist und bleibt ein Symbol der untrennbaren Verbindung mit dem Kosovo. /Albinfo.ch

 

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Ab sofort kann albinfo.ch kostenlos online gelesen werden, auch während der Flüge von der Schweiz nach Pristina und Skopje, und wird damit zum informativen Begleiter der Reise, sogar über den Wolken.

Dieser Schritt in Richtung Digitalisierung bedeutet keinen Abschied von der Tradition. Im Gegenteil. Das Magazin albinfo.ch wird weiterhin in gedruckter Form erscheinen und an verschiedenen Orten verteilt, an denen die albanische Gemeinschaft in der Schweiz präsent ist, darunter Botschaften und Konsulate, Hotels, Restaurants sowie an unsere regelmässigen Abonnentinnen und Abonnenten. Die Printausgabe bleibt ein fester Bestandteil unserer redaktionellen Identität.

Seit Jahren bringt die Printversion von albinfo.ch Reportagen, Analysen und Geschichten aus der albanischen Diaspora und hat damit Vertrauen und Kontinuität bei unseren Leserinnen und Lesern aufgebaut. Heute wird diese Erfahrung durch den digitalen Zugang an Bord der Flüge mit Chair Airlines weiter ausgebaut.

Dank der modernen Plattform CHAIRtainment haben die Passagiere die Möglichkeit, das Magazin albinfo.ch jederzeit während des Fluges direkt über ihr Smartphone oder Tablet zu lesen, ohne persönliche Internetverbindung oder zusätzliche Geräte. So wird die Lektüre von albinfo Teil eines flexibleren Erlebnisses, das dem modernen Lebensstil entspricht.

Die Weiterentwicklung zur Onlineversion war ein notwendiger Schritt. Wir möchten, dass unsere Inhalte immer in der Nähe der Leserinnen und Leser sind, ohne geografische Grenzen und ohne zeitliche Barrieren. Vom Print zur Online Plattform bleibt albinfo.ch dieselbe verlässliche Stimme der albanischen Diaspora, nun auch an Bord der Flüge von Chair Airlines.

Dieser Übergang ist kein Ersatz, sondern eine Bereicherung unseres medialen Angebots, bei dem wir unsere redaktionelle Identität bewahren und uns zugleich den Bedürfnissen der heutigen Leserinnen und Leser anpassen.

Sevdail Tahiri
CEO, albinfo.ch

 

Die albanische Community als Brücke in einem multikulturellen Winterthur

Winterthur gehört zu den Schweizer Städten mit einem besonders hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund – darunter eine grosse und gut vernetzte albanische Community. Albinfo sprach mit FDP-Stadtrat und Stadtpräsidiumskandidat Stefan Fritschi  über die Bedeutung dieser Community, politische Teilhabe und die Zukunft einer vielfältigen Stadt.

 

albinfo: Herr Fritschi, Winterthur hat eine grosse albanische Community. Welche Bedeutung hat diese für Sie?

Stefan Fritschi:Die albanische Gesellschaft ist ein wichtiger Teil von Winterthur. Sie bereichert unsere Stadt in vielfältiger Weise und ist in vielen verschiedenen Berufen und gesellschaftlichen Bereichen engagiert.

albinfo: Stehen Sie im direkten Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der albanischen Community in Winterthur?

Stefan Fritschi:Ich kenne einige Leute mit albanischem Hintergrund. Viele davon arbeiten in meinem Departement (Stadtwerk, Stadtbus und Stadtgrün). Andere kenne ich aber auch privat oder über die Politik.

albinfo: Wie gestalten Sie den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der albanischen Community konkret?

Stefan Fritschi:Ich suche das regelmässige Gespräch mit ihnen. Dabei lerne ich jedes Mal etwas Neues über die Albanische Community. Vor zwei Wochen durfte ich zum Beispiel eine albanische Moschee in Winterthur besuchen.

albinfo: Welche Anliegen oder Themen werden von Menschen mit albanischem Hintergrund besonders häufig an sie herangetragen?

Stefan Fritschi:Fast alle von ihnen möchten Teil unserer Gesellschaft sein. Sie tragen zu unserer Vielfalt bei. Für die meisten von ihnen ist die Schweiz eine zweite Heimat, und sie fühlen sich als Schweizerinnen und Schweizer.

albinfo: Wie beurteilen Sie die politische und gesellschaftliche Beteiligung der albanischen Community – und wo sehen Sie Potenzial für eine stärkere Mitwirkung?

Stefan Fritschi:Die albanische Community ist gesellschaftlich stark engagiert. Politisch jedoch stehen viele Schweizer Bürgerinnen und Bürger mit albanischem Migrationshintergrund noch am Anfang ihrer politischen Aktivität. Ich würde eine zunehmende Teilnahme begrüssen.

albinfo: Was kann die Stadtpolitik konkret tun, um Menschen mit Migrationshintergrund – insbesondere auch die albanische Community – stärker einzubinden?

Stefan Fritschi:Die Stadt Winterthur leistet bereits wichtige Arbeit im Bereich Integration und Partizipation. Einen zentralen Beitrag leisten dabei auch die Schulen, insbesondere durch die Förderung der deutschen Sprache, die eine wesentliche Grundlage für gesellschaftliche und politische Teilhabe ist. Darauf aufbauend kann die Stadtpolitik weiterhin durch gezielte Information, niederschwellige Beteiligungsangebote und aktive Ansprache zusätzliche Impulse setzen. Entscheidend ist, politische Prozesse verständlich zu vermitteln und den Zugang möglichst einfach zu gestalten.

albinfo: Beobachten Sie ein wachsendes politisches Interesse bei der jungen Generation von Secondos und Secondas?

Stefan Fritschi:Ich nehme wahr, dass sich viele Secondos und Secondas aktiv integrieren möchten, und zwar auch politisch.

albinfo: In welchen Bereichen – etwa Bildung, Quartierentwicklung oder Unterstützung von KMU – könnte die albanische Community besonders profitieren?

Stefan Fritschi : Es gibt einiges an Bildungsangeboten (auch für Erwachsene). Auch die Quartierentwicklung macht einen wichtigen Job. Ich würde mich freuen, wenn das Angebot auch genutzt wird.

albinfo: Welche Rolle spielt Chancengleichheit in Ihrer politischen Agenda?

Stefan Fritschi:Chancengleichheit werden wir nie erreichen. Aber ich bin der Meinung, dass wir auf eine Chancengerechtigkeit zielen sollten: v.a. in den Schulen, in der Berufsbildung etc.

albinfo: Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht eine offene, niederschwellige Kommunikation zwischen Stadtregierung und migrantischen Communities?

Stefan Fritschi : Mit dem Migrationsbeirat pflegen wir einen regelmässigen Austausch. Das schätze ich sehr und habe viele spannende Gespräche dabei erlebt.

albinfo: Wie sehen Sie Winterthur heute als multikulturelle Stadt?

Stefan Fritschi: Eine Grossstadt wie Winterthur lebt von der Vielfalt. Für mich ist das eine Bereicherung.

albinfo: Welche Rolle spielen migrantische Communities für den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt?

Stefan Fritschi: Auch wenn sich viele in der Schweiz integrieren, soll auch weiterhin ein gesellschaftliches Leben innerhalb der Communities gepflegt werden.

albinfo: Welchen Beitrag kann die albanische Community zur Zukunft Winterthurs leisten?

Vielleicht könnte sie eine Vermittlung übernehmen zwischen der Stadtverwaltung und den Menschen mit albanischem Hintergrund.

albinfo: Welche Botschaft möchten Sie den albanischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern in Winterthur mit auf den Weg geben?

Stefan Fritschi: Die aktive Beteiligung am politischen Leben ist ein zentraler Pfeiler unserer direkten Demokratie. Die albanische Community bringt sich in zahlreichen Bereichen engagiert ein. Dieses Engagement auch im politischen Prozess sichtbar zu machen und weiter auszubauen, trägt wesentlich zur Mitgestaltung und Weiterentwicklung Winterthurs bei.

albinfo: In einem Satz: Warum sollte man sich mit ihrer Kandidatur auseinandersetzen?

Stefan Fritschi: Ich liebe diese Stadt. Mit meiner 16jährigen Erfahrung im Stadtrat bin ich bestens gerüstet fürs Stadtpräsidium. Ich konnte in dieser Zeit viele Projekte realisieren und bin auch ein wenig stolz darauf.

albinfo: Wie wichtig ist politische Repräsentation – also sichtbare Vorbilder mit Migrationshintergrund – für eine lebendige Demokratie in Winterthur?

Stefan Fritschi: Eine vielfältige Repräsentation in politischen Gremien trägt zur Glaubwürdigkeit und Stärke unserer Demokratie bei. Vorbilder mit Migrationshintergrund machen politische Teilhabe sichtbar und greifbar. Es wäre ein positives Signal, wenn bei kommenden Wahlen auch Personen mit albanischem Hintergrund politische Verantwortung übernehmen würden.

albinfo: Wo sehen Sie strukturelle Hürden für Menschen mit (albanischem) Migrationshintergrund – etwa im Arbeitsmarkt oder im Bildungsbereich – und wie kann die Stadt darauf reagieren?

Stefan Fritschi: Strukturelle Hürden entstehen häufig dort, wo sprachliche Kompetenzen noch nicht ausreichend gefestigt sind. Die deutsche Sprache ist ein entscheidender Schlüssel für Bildungserfolg und berufliche Perspektiven. Unsere Schulen leisten hier wichtige Arbeit, indem sie die Sprachförderung konsequent in den Mittelpunkt stellen und so faire Startbedingungen schaffen.

Das Interview wurde von Sevdail Tahiri geführt

 

Bildung: Sagt Nordmazedonien “Nein” zu Europa?

Während das offizielle Skopje behauptet, der Beitritt zur Europäischen Union sei die oberste Priorität, beweist der Text des neuen Gesetzentwurfs „Zakon za visoko obrazovanie 2026“ das Gegenteil. Durch die Einführung protektionistischer und bürokratischer Hürden schließt das Land die Türen für regionale Zusammenarbeit und verrät die grundlegenden Prinzipien der freien Wissensbewegung.

Ein Gesetz, das die Jugend “vertreibt” statt Wissen anzuziehen

Anstatt renommierte Institutionen und ausländische Investitionen anzuziehen, wirkt dieser Gesetzentwurf abschreckend. Indem der Bildungsmarkt blockiert wird, schützt die Regierung nicht die Qualität, sondern verurteilt die Jugend zur Auswanderung. Wenn junge Menschen in ihrem eigenen Land aufgrund absurder Hürden keine innovativen Studiengänge wie Cybernetik, Mechatronik oder Künstliche Intelligenz finden, werden sie gezwungen sein, ins Ausland zu gehen. Dieses Gesetz wird zur Maschine, die Emigration produziert und das Land seiner Talente beraubt.

Ein “Eiserner Vorhang” gegenüber den Nachbarn und dem Open Balkan

Artikel 26 steht sinnbildlich für diese Isolation. Indem verlangt wird, dass eine ausländische Universität im „Top 500 des Shanghai Rankings“ gelistet sein muss, um eine Zweigstelle im Land zu eröffnen, schließt die Regierung nahezu alle Eliteinstitutionen der Nachbarländer aus, darunter Albanien, Kosovo, Serbien, Bulgarien und Griechenland.

Wie kann man von Open Balkan oder regionaler Integration sprechen, wenn akademische Investitionen aus den Nachbarländern blockiert werden? Dieses Kriterium dient nicht der Qualität, sondern schützt ein „Kartell“ lokaler Universitäten, die Konkurrenz und Innovation fürchten.

Legalisierte finanzielle Abschreckung

Die Artikel 50 und 51 vervollständigen dieses Abschottungsszenario. Bankgarantien in Millionenhöhe, in Höhe von 100 Prozent der prognostizierten Einnahmen, zu verlangen, ist eine wirtschaftliche Absurdität, die es in keinem EU Land gibt. Diese Maßnahme bindet Kapital und erhöht die Studienkosten für mazedonische Familien, sodass bestehende Monopole gesichert werden. Zudem verhindern die strengen Vorgaben für akademisches Personal in Artikel 50 die Anwerbung internationaler Experten, ohne die technologische Entwicklung nicht möglich ist.

Zeit für die politischen Parteien: eine sofortige Überarbeitung ist erforderlich

Der Gesetzentwurf befindet sich noch in der Phase der öffentlichen Konsultation. Es ist noch nicht zu spät, aber die Zeit drängt. Die politischen Parteien im Land, insbesondere die albanischen, müssen ihr Schweigen brechen und eine vollständige Überarbeitung dieses Gesetzestextes verlangen. Man kann sich nicht als pro europäisch bezeichnen und gleichzeitig Gesetze verabschieden, die in der Praxis antieuropäische Monopole festschreiben.

Es ist zwingend notwendig, die willkürlichen Kriterien durch europäische Standards wie ENQA und EQAR zu ersetzen. Wenn Nordmazedonien die Türen für regionale Institutionen schließt, sendet es ein klares Signal an Brüssel: Das Land stellt alte Machtstrukturen über europäische Werte.

Die Jugend dieses Landes darf nicht Geisel korporatistischer Interessen bleiben. Dieser Gesetzentwurf muss neu geschrieben werden, um das Land zu öffnen und nicht um es zu ersticken./Albinfo.ch

Die Karateka aus dem Kosovo bringt Albanien eine Medaille

Die albanische Karate Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Limassol auf Zypern ihre zweite Medaille gewonnen. Für diesen Erfolg sorgte die Athletin Lanika Rexhepi.

Der Albanische Karate Verband teilte mit, dass Lanika Rexhepi im Rahmen der Karate Europameisterschaft der Kadetten, Junioren und U21 zur Vize Europameisterin in der Kategorie Kadetten +61 kg gekürt wurde.

Die aus dem Kosovo stammende Sportlerin, die für Albanien antritt, gewann damit die Silbermedaille in der Kadettenklasse über 61 Kilogramm.

Rexhepi überzeugte mit starken Auftritten und setzte sich in allen Runden durch. Sie startete mit einem 8 0 Sieg gegen Montenegro, gewann anschließend ebenfalls 8 0 gegen Georgien, danach 6 1 gegen Frankreich und 3 0 gegen Italien.

Erst im Finale wurde Lanika Rexhepi gestoppt, als sie nach einem sehr umkämpften Duell mit 0 1 gegen ihre Rivalin aus Portugal verlor.

Der erste Erfolg für Albanien bei dieser Europameisterschaft kam bereits am Samstag durch Neevis Hasani, der die Bronzemedaille in der Kategorie Kadetten 52 kg gewann. Ein historisches Resultat für den talentierten Karateka aus Tirana, der seit fünf Jahren im blau weißen Verein unter der Leitung von Trainer Bekim Basha trainiert.

Albanien war bei der Karate Europameisterschaft mit insgesamt 14 Athleten vertreten, betreut von den Trainern Mirandi Backa, Lirim Dedej und Jetmir Rexhepi.

Die albanische Karate Nationalmannschaft erzielte damit bedeutende Ergebnisse in Limassol und gewann zwei Medaillen in einem Wettbewerb, an dem rund 1 195 Sportler aus 46 Ländern teilnahmen.

Das Ensemble “Arbëresha” feierte sein 22 jähriges Bestehen

Am 7. Februar 2026 feierte das Ensemble “Arbëresha” sein 22 jähriges Bestehen mit einem lebendigen kulturellen Abend, der Mitglieder der albanischen Gemeinschaft in der Schweiz sowie Liebhaber der traditionellen albanischen Kunst zusammenbrachte.

Bei dieser Feier wurde ein reichhaltiges künstlerisches Programm geboten, das traditionelle Tänze, Volksmusik und verschiedene Darbietungen umfasste und darauf abzielte, das albanische Kulturerbe zu fördern und zu präsentieren. Die Veranstaltung hob zugleich den langen Weg des Ensembles und seinen Beitrag zur Bewahrung der albanischen Identität in der Diaspora hervor.

Seit über zwei Jahrzehnten engagiert sich das Ensemble “Arbëresha” für die Bewahrung und Weitergabe albanischer Traditionen an jüngere Generationen, durch regelmäßige Auftritte, die Tanz, Volksmusik und nationale Trachten in den Mittelpunkt stellen.

Laut dem Leiter des Ensembles, Augustin Ukaj, und dem künstlerischen Leiter, Nue Uka, nahmen an der Veranstaltung Gruppen und Künstler aus der Schweiz sowie aus anderen Ländern mit albanischer Diaspora teil. Das Programm umfasste zudem Premieren von Tänzen und innovative Darbietungen.

In diesem Jahr wurde die Moderation des Abends Moderatoren anvertraut, die direkt aus dem Kosovo angereist waren, während zum Abschluss die städtische Musikgruppe “String String” aus Pristina auftrat.

Die Organisatoren bezeichneten diese 22. Ausgabe als besonders und luden alle Migranten sowie Liebhaber der albanischen Kultur zur Teilnahme ein. Zudem reiste eine große Gruppe aus dem Kosovo an, um dieses Jubiläum des Ensembles “Arbëresha” gemeinsam zu feiern.

Seit 22 Jahren leistet das Ensemble “Arbëresha” einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung der albanischen Tradition und Kultur durch Musik, Tanz und traditionelle Trachten.

Kulturelle und Gedenkveranstaltung ” Krone der Freiheit ” in Bern

Am 14. März 2026 organisiert der Rat der Albanischen Kulturvereine in der Schweiz in der Kursaal Arena in Bern die Gedenk und Kulturveranstaltung “Kurora e Lirisë”, ein Ereignis, das den kulturellen Austausch zwischen zahlreichen Kantonen fördern, die historische Erinnerung bewahren und das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft wie der Schweiz würdigen soll.

Der Rat setzt sich aus über 30 kulturellen und studentischen Vereinen zusammen, die in verschiedenen Kantonen der Schweiz tätig sind. Die Veranstaltung hat kulturellen Charakter und zielt darauf ab, einen Raum für Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit zwischen albanischen Kulturvereinen aus unterschiedlichen Kantonen der Schweiz zu schaffen.

Durch traditionelle Tänze und Lieder tragen die teilnehmenden Vereine zur Förderung des kulturellen Erbes und der künstlerischen Identität bei und spiegeln dabei die Werte der multikulturellen Schweizer Gesellschaft sowie den erfolgreichen Integrationsprozess der albanischen Gemeinschaft wider.

Die Veranstaltung wird zu Ehren des erhabenen Opfers der Familie Jashari und der Märtyrer der Freiheit Kosovos organisiert, im Rahmen der Förderung des historischen Gedächtnisses und des kulturellen Austauschs.

Die Veranstaltung spiegelt die kollektive Geschichte einer Gemeinschaft wider, die heute in der Schweizer Gesellschaft lebt, beiträgt und integriert ist, dabei jedoch ihre Identität und ihr kulturelles Erbe bewahrt. Die Manifestation wird durch die Anwesenheit von Angehörigen der Familie Jashari, Vertretern der Familien der in der Schweiz lebenden Märtyrer, institutionellen und diplomatischen Vertretern aus der Schweiz und aus Albanien sowie von Akademikern, Historikern und Künstlern geehrt.

Die Mitwirkenden dieses Projekts, albanische Studentenvereine, Kulturvereine, Künstler sowie Vereine, die die Integration der Albaner in verschiedenen Lebensbereichen der helvetischen Gesellschaft unterstützen und ihre Erfolge fördern, werden das beste Spiegelbild der Einheit sein.

Die Veranstaltung wird medial begleitet und im Rahmen eines kuratierten Programms mit kulturellen und erinnerungspolitischen Inhalten präsentiert. Das Programm ist auf ein Familienpublikum ausgerichtet und findet im Geist des generationenübergreifenden Respekts statt. In den kommenden Tagen wird das detaillierte künstlerische Programm vorgestellt.

Projektkoordinatoren: Kulturverein Dora d’Istria, Genf und Ensemble Arbëreshët, Thurgau.

Zeit: 14. März, von 15.00 bis 18.00 Uhr

Ort: Kursaal, Bern

Informationen

Mirishahe Limani Hiler: Tel. 079 607 46 74

Aulon Nura, ein Erfolg der kosovarischen Diaspora in der Raumfahrttechnik

Die Botschaft der Republik Kosovo teilt mit Stolz die inspirierende Geschichte von Aulon Nura, einem erfolgreichen jungen Mann aus der kosovarischen Diaspora, der eine herausragende Karriere im Bereich der Raumfahrttechnik aufbaut, berichtet albinfo.ch.

Aulon Nura hat den Master of Science (M.Sc.) in Luft und Raumfahrttechnik (Aerospace Engineering) am renommierten KTH Royal Institute of Technology in Schweden abgeschlossen, einer der bekanntesten europäischen Institutionen im Bereich Wissenschaft und Technologie.

Derzeit arbeitet er als Antriebstechniker bei OHB Sweden, einem der führenden europäischen Unternehmen der Raumfahrtindustrie. In dieser Funktion trägt Aulon direkt zur Entwicklung fortschrittlicher Technologien und zur Umsetzung von Raumfahrtmissionen bei und ist an Projekten von strategischer Bedeutung für die europäische Raumfahrtindustrie beteiligt.

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Seine Erfolge stellen ein inspirierendes Beispiel für die Jugend des Kosovo dar und belegen das große Potenzial unserer Diaspora in den Bereichen Wissenschaft, Innovation und Technologie.

Kürzlich trat Aulon Nura dem Netzwerk der jungen Fachkräfte bei, einer von der Botschaft der Republik Kosovo in Stockholm geschaffenen Plattform mit dem Ziel, junge Fachkräfte aus der Diaspora zu vernetzen und zu stärken.

/Albinfo.ch