18. Jahrestag der Unabhängigkeit Das Konsulat des Kosovo in Genf organisiert ein Konzert mit dem Tenor Rame Lahaj

Das Generalkonsulat der Republik Kosovo in Genf hat bekannt gegeben, dass anlässlich des 18. Jahrestages der Unabhängigkeit des Kosovo ein Konzert mit dem weltweit bekannten Tenor Rame Lahaj organisiert wird.

Laut der Mitteilung ist die Sopranistin Marigona Qerkezi als besondere Gastkünstlerin eingeladen.

Das Konzert findet am 23. Februar um 19.30 Uhr statt, Einlass ist ab 18.30 Uhr, im Victoria Hall, Rue du Général Dufour 14, 1204 Genf, Schweiz.

“Das Abendprogramm umfasst ein vielfältiges Repertoire, das ausgewählte Werke aus der albanischen Musiktradition mit internationaler klassischer Musik verbindet”, berichtet albinfo.ch.

 

Foto FB: Konsullata e Përgjithshme e RKS-së në Gjenevë

Literarische Lesung mit Shqipe Sylejmani und Fatbardh Kqiku im Literaturhaus Zuerich

Das Literaturhaus Zuerich ist am 19. Januar Gastgeber eines besonderen literarischen Abends, bei dem zwei Autoren kosovarischer Herkunft dem Publikum vorgestellt werden: Shqipe Sylejmani und Fatbardh Kqiku, schreibt albinfo.ch.

Shqipe Sylejmani wird ihr neuestes Buch “Stolz und Widerstand. Geschichten zweier Welten” vorstellen, das 2025 erschienen ist. Das Werk erzaehlt Geschichten ueber das Leben zwischen zwei kulturellen Realitaeten und setzt sich mit den Themen Identitaet, Zugehoerigkeit und persoenlicher Widerstandskraft auseinander.

Fatbardh Kqiku ist Autor des Lyrikbandes “zwischen den rissen” und arbeitet derzeit an seinem ersten Roman. Waerend des literarischen Abends wird er Auszuege aus diesem entstehenden Projekt lesen.

Beide Autoren wurden im Kosovo geboren und sind als Kinder mit ihren Familien ausgewandert, jeweils in die Schweiz und nach Deutschland. In ihren Texten thematisieren sie biografische Erfahrungen, den Aufbau von Bruecken zwischen Weggang und Ankunft sowie die Verbindungen zwischen den Generationen.

Die Lesung wird sich auf die Themen Abschied und Ankommen, Identitaet und Naehe konzentrieren und eine tiefgehende Reflexion ueber Migrationserfahrungen und das Leben zwischen zwei kulturellen Welten bieten.

Die Veranstaltung findet am 19. Januar ab 19.30 Uhr im Literaturhaus Zuerich statt. Tickets sind noch erhaeltlich und koennen ueber die offizielle Website des Literaturhaus Zuerich oder direkt in der Bibliothek bezogen werden.

Zuerich bietet kostenlose medizinische Grundversorgung fuer Migranten ohne Papiere an

Das Stadtparlament von Zuerich hat einen Fonds in Hoehe von 1,9 Millionen Schweizer Franken fuer die medizinische Versorgung von Personen ohne Krankenversicherung genehmigt. Kritiker warnen, dass diese Massnahme mehr arme Menschen in die Stadt ziehen koennte.

Zuerich ist damit die erste Stadt in der Deutschschweiz, die eine kostenlose medizinische Grundversorgung fuer Menschen ohne Krankenversicherung anbietet. Dazu zaehlen unter anderem Migranten ohne Papiere oder Personen, deren Krankenversicherung suspendiert wurde, berichtet albinfo.ch.

Mehr Unterstuetzung fuer Migranten ohne Papiere

Die Stadt finanziert dieses System seit 2022 im Rahmen eines Pilotprojekts. Nun hat der Stadtrat die dauerhafte Einfuehrung mit 86 zu 33 Stimmen beschlossen. Das bedeutet, dass Personen ohne Krankenversicherung nicht nur in Notfaellen, sondern auch bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck einen Arzt aufsuchen koennen.

Vor fuenf Jahren hatte die Freisinnig Demokratische Partei (FDP) das Pilotprojekt unterstuetzt, lehnt es nun jedoch ab. Deborah Wettstein von der FDP kritisierte die Stadt Zuerich wegen mangelnder Klarheit darueber, wer waehrend des Pilotprojekts verantwortlich gewesen sei.

“Die Stadt Zuerich greift einfach in die eigene Kasse. Und es stellt sich die grundsaetzliche Frage: Warum sollen Migranten ohne Papiere in Zuerich bessere Bedingungen haben als im restlichen Kanton?”, sagte Wettstein.

Auch die Schweizerische Volkspartei (SVP) sprach sich gegen die Massnahme aus und argumentierte, sie koennte noch mehr Menschen ohne Krankenversicherung nach Zuerich ziehen. Befuerworter betonten hingegen, dass dies waehrend der fuenfjaehrigen Pilotphase nicht eingetreten sei.

Die Gruenen, die Alternative Liste (AL) und die Sozialdemokratische Partei (SP) argumentierten, dass die Massnahme der Stadt langfristig Kosten ersparen werde, da Menschen frueher medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und nicht schwer krank in der Notaufnahme landen wuerden.

“Es geht um die menschliche Wuerde, um die Wuerde der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Zuerich, und wir haben die Pflicht, Solidaritaet zu zeigen”, sagte Nadina Diday, Gemeinderatsmitglied der SP.

Auch die Mitte Partei und die Gruenliberale Partei unterstuetzten die Regelung, unter anderem weil dem Kanton Zuerich die Moeglichkeit fehlt, grundlegende Leistungen fuer besonders vulnerable Personen anzubieten. Die Stadt Zuerich soll den Kanton dazu bewegen, sich an den Kosten von rund 1,9 Millionen Schweizer Franken zu beteiligen.

Die Mehrheit des Stadtparlaments stimmte zu. Die medizinische Grundversorgung in der Stadt Zuerich kann damit auf etwa 11 000 bis 14 000 Personen ohne Krankenversicherung ausgeweitet werden.

Politik bedeutet für mich, Brücken zu bauen

Lieber Andreas wann begann deine politische Karriere und empfindest du es eher als Privileg oder als Verantwortung, eine Person des öffentlichen Lebens zu sein?

Meine politische Laufbahn begann im Jahr 2006 als Gemeinderat in meiner Heimatstadt Korneuburg. Fünf Jahre später, 2011, durfte ich das Amt des Stadtrates für Wirtschaft übernehmen, bevor ich im Oktober 2019 in den österreichischen Nationalrat gewählt wurde. Für mich ist es eine große Ehre und ein besonderes Privileg, eine Person des öffentlichen Lebens sein zu dürfen. Gleichzeitig sehe ich darin auch eine große Verantwortung – nämlich für alle Menschen in Österreich zu arbeiten, unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund. Politik bedeutet für mich, Brücken zu bauen und das Vertrauen der Menschen mit ehrlicher, verlässlicher Arbeit zu rechtfertigen.

Wann war dein erster Kontakt mit den KosovarInnen und welchen Eindruck hattest du von ihnen?

Mein erster direkter Kontakt mit den Albanerinnen und Albanern aus dem Kosovo entstand im Rahmen der Österreichisch-Kosovarischen Parlamentarischen Freundschaftsgruppe im Parlament. Damals ging es insbesondere um das Thema der Anerkennung kosovarischer Führerscheine in Österreich – ein Anliegen, das vielen Menschen wichtig war und über Jahre hinweg bearbeitet wurde. Schon bei diesem ersten Kontakt habe ich die Kosovaren als äußerst engagierte, herzliche und zielstrebige Menschen erlebt, die sich stark für ihre Gemeinschaft einsetzen und gleichzeitig großen Respekt gegenüber Österreich zeigen. Diese Begegnungen haben in mir den Wunsch bestärkt, die Beziehungen zwischen unseren Ländern weiter zu vertiefen.

Der Abgeordnete Andrea Minnich während eines Treffens mit der Präsidentin des Kosovo Vjosa Osmani

Könntest du für unsere LeserInnen kurz die Geschichte der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft schildern: Wann wurde sie gegründet, welche Vision, Mission und Ziele verfolgt sie, und wer sind ihre Mitglieder?

Die Österreichisch-Kosovarische Freundschaftsgesellschaft wurde im April 2016 von meinem Parlamentskollegen Lukas Mandl gemeinsam mit vielen engagierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern gegründet. Von Beginn an hatte die Gesellschaft klare und zukunftsorientierte Ziele: die Unterstützung der Visaliberalisierung für den Kosovo, die Begleitung des Landes auf dem Weg zur EU-Kandidatur, die Förderung der Mitgliedschaft im Europarat sowie die Vertiefung der bilateralen Beziehungen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Einige Jahre nach ihrer Gründung durfte auch ich Teil dieser Freundschaftsgesellschaft werden. Heute setzen wir uns mit großem Engagement dafür ein, die Verbindung zwischen Österreich und dem Kosovo auf politischer, wirtschaftlicher, kultureller und menschlicher Ebene weiter zu stärken und neue Brücken der Zusammenarbeit zu bauen.

 

Wie gestalten sich die Beziehungen zwischen Österreich und dem Kosovo heute, und wie beurteilst du die Rolle der von dir geleiteten Freundschaftsgesellschaft bei der Stärkung und Weiterentwicklung dieser Beziehungen?

Ich glaube, die Beziehungen zwischen Österreich und dem Kosovo befinden sich derzeit auf einem außerordentlich positiven und stabilen Niveau. Es gibt einen intensiven und vertrauensvollen Austausch auf allen Ebenen – politisch, wirtschaftlich und kulturell. Besonders hervorheben möchte ich den regelmäßigen Dialog mit dem kosovarischen Botschafter in Wien, der nicht nur im Rahmen offizieller Veranstaltungen stattfindet, sondern auch in Form eines kontinuierlichen, offenen Gesprächs über aktuelle Themen. Als Vorsitzender der Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft sehe ich unsere Rolle darin, diesen Dialog aktiv zu fördern, neue Impulse zu setzen und gemeinsame Projekte zu initiieren. Wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen unseren beiden Ländern – mit dem Ziel, die bereits bestehenden ausgezeichneten Beziehungen weiter zu vertiefen.

 

Welche Aktivitäten plant die Freundschaftsgesellschaft als Nächstes, und welche langfristigen Pläne gibt es?

Unsere Freundschaftsgesellschaft arbeitet kontinuierlich daran, die Zusammenarbeit zwischen Österreich und dem Kosovo in vielen Bereichen zu vertiefen – sei es in der Politik, der Wirtschaft, der Kultur oder im Bildungswesen. Zu unseren aktuellen Schwerpunkten zählt die Unterstützung des Kosovo auf seinem europäischen Weg. Als Mitglied und Abgeordneter im Europarat ist es mir dabei ein persönliches Anliegen, den Kosovo auch in dieser Institution als vollwertiges Mitglied zu sehen. Die Aufnahme des Kosovo in den Europarat wäre ein starkes Zeichen der europäischen Gemeinschaft und ein wichtiger Schritt für die internationale Anerkennung und Stabilität des Landes. Langfristig wollen wir mit gezielten Projekten, Dialogveranstaltungen und parlamentarischen Initiativen die bilateralen Beziehungen weiter festigen und den Weg des Kosovo Richtung Europa aktiv begleiten.

 

Im September letzten Jahres wurdest du erneut in den österreichischen Nationalrat gewählt. Eine große Anzahl ÖsterreicherInnen kosovarischer Herkunft hat für dich gestimmt. Wie siehst du die Integration der KosovarInnen in das politische Leben Österreichs?

Ich möchte mich auf das Allerherzlichste bei den vielen Kosovo-Albanerinnen und -Albanern in Österreich bedanken, die mir im September des vergangenen Jahres erneut ihr Vertrauen geschenkt und mir ihre Stimme gegeben haben. Dieses Vertrauen ist für mich eine große Ehre und gleichzeitig eine Verpflichtung, auch im österreichischen Parlament eine Stimme für alle Albanerinnen und Albaner sowie für alle Kosovaren in unserem Land zu sein. Die Integration der Menschen kosovarischer Herkunft in Österreich sehe ich insgesamt sehr positiv. Viele sind hervorragend in unsere Gesellschaft eingebunden – beruflich, sozial und zunehmend auch politisch. Es ist wichtig, dass sich immer mehr Menschen mit albanischen oder kosovarischen Wurzeln aktiv in das politische Leben einbringen, denn das stärkt nicht nur ihre eigene Stimme, sondern bereichert auch unsere Demokratie.

Vertreter der albanischen Gemeinde in Österreich, Besuch im österreichischen Parlament und inhaltliches Treffen mit dem Abgeordneten Andreas Minnich

 

Du bist den in Österreich lebenden KosovarInnen insbesondere durch das Projekt „Agenda Kosovo 2030“ bekannt geworden. Worum geht es bei diesem Konzept genau?

Die „Agenda Kosovo 2030“ ist eine Vision und zugleich ein konkretes Ziel: Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern in Österreich und im Kosovo darauf hinarbeiten, dass der Kosovo bis zum Jahr 2030 Mitglied der Europäischen Union werden kann. Dieses Ziel ist ehrgeizig, aber erreichbar – wenn Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam daran arbeiten. Die Agenda steht für einen klaren europäischen Kurs des Kosovo, für Reformbereitschaft, Fortschritt und Stabilität. Österreich spielt dabei eine besondere Rolle, weil wir historisch enge Verbindungen haben und unser Land den Kosovo in seinem europäischen Integrationsprozess aktiv unterstützt. Ich bin überzeugt: Mit vereinten Kräften kann der Traum eines EU-Beitritts des Kosovo Realität werden.

 

Auf Bezirks-, kommunaler und regionaler Ebene in ganz Österreich gibt es PolitikerInnen albanischer bzw. kosovarischer Herkunft. Haltest du es für an der Zeit, dass du einen Kollegen kosovarischer Abstammung im österreichischen Parlament hast?

Ja, absolut. Ich halte es für einen ganz natürlichen und wichtigen nächsten Schritt, dass wir auch im österreichischen Nationalrat Abgeordnete kosovarischer oder albanischer Herkunft begrüßen dürfen. Viele Menschen mit Wurzeln im Kosovo oder in Albanien leisten in Österreich Hervorragendes – in der Wirtschaft, in der Kultur, im Bildungswesen und zunehmend auch in der Politik auf kommunaler und regionaler Ebene. Diese Entwicklung zeigt, dass Integration in Österreich gelingt, wenn Menschen engagiert sind und Verantwortung übernehmen. Eine Vertretung kosovarischer Herkunft im Parlament wäre daher nicht nur ein Symbol für erfolgreiche Integration, sondern auch ein Gewinn für unsere Demokratie. Vielfalt stärkt die Politik – und sie spiegelt das moderne, offene Österreich wider, dass wir gemeinsam gestalten wollen.

Andreas Minnich besuchte zusammen mit kosovarischen und österreichischen Abgeordneten die albanische katholische Mission in Österreich

 

 

Die albanische Violinistin Ina Kosturi gewinnt den Preis “Originalkomposition” in England

Es wurde bekannt gegeben, dass die albanische Violinistin und Komponistin Ina Kosturi, außerordentliche Professorin für Violine an der Universität der Künste, mit dem Großen Preis in der Kategorie “Originalkomposition” in der vierten Saison des Saint-Saëns International Music Competition ausgezeichnet wurde, der in England stattfand, berichtet albinfo.ch.

Kosturi belegte im Jahr 2025 mit ihrem Werk “Konzert für Violine und Orchester” in allen Kategorien dieses renommierten Wettbewerbs den ersten Platz. Damit erzielte sie einen bedeutenden Erfolg für die albanische Musik und wurde zur ersten Albanerin, die bei Wettbewerben der WOMCO ausgezeichnet wurde.

In einer Reaktion in den sozialen Netzwerken zeigte sie sich dankbar für diese Auszeichnung und betonte, dass der Preis eine besondere Motivation und einen schönen Start ins Jahr 2026 darstelle.

Der Saint-Saëns International Music Competition ist Teil der WOMCO, der Weltorganisation für Online Musikwettbewerbe, die international renommierte Juroren und Künstler aus aller Welt vereint und Komposition, Interpretation sowie akademische Forschung bewertet.

Die Kompositionen von Ina Kosturi wurden von ihren Studierenden aufgeführt und vom renommierten Musikverlag Universal Edition in Wien veröffentlicht. Zuvor wurde sie bereits bei internationalen Wettbewerben in Europa und den USA ausgezeichnet./Albinfo.ch

Albin Kurti ist Teil eines internationalen Panels in Davos 2026

Der amtierende Premierminister der Republik Kosovo, Albin Kurti, wird sich dem House of Kosova in Davos 2026 anschließen und an einer Podiumsdiskussion über Demokratie, Sicherheit und Regierungsführung in einer neuen Epoche teilnehmen.

In einer Zeit, in der sich globale Systeme kontinuierlich verändern, wird sich diese Diskussion auf die Rolle demokratischer Führung, Sicherheit und wirksamer Regierungsführung angesichts zeitgenössischer geopolitischer und technologischer Herausforderungen konzentrieren.

Das Panel wird internationale Führungspersönlichkeiten und Expertinnen und Experten zusammenbringen, um darüber zu diskutieren, wie Demokratien gestärkt und an ein zunehmend komplexes globales Umfeld angepasst werden können.

House of Kosova, Davos
20. Januar | 17:00-18:00

Diese Veranstaltung gilt als wichtige Plattform zur Präsentation der Vision des Kosovo auf der internationalen Bühne.

Die Agenda von ” House of Kosovo 2026 ” wird veröffentlicht, nur 25 Staaten verfügen über eigene „Häuser“ in Davos

Kosovo wird zum zweiten Mal erneut Teil des Weltwirtschaftsforums in Davos (WEF) sein, und zwar durch die Initiative ” House of Kosovo “. Damit zählt Kosovo zu nur 25 Staaten weltweit, die während dieses globalen Forums über eine eigene, dedizierte Vertretung in Form eines „Hauses“ verfügen, schreibt albinfo.ch.

Das House of Kosovo ist vom 19. bis 23. Januar 2026 geöffnet, täglich ab 10:00 Uhr, an der Adresse:
Grüenistr. 18, 7270 Davos Platz,
und dient als Treffpunkt für politische Entscheidungsträger, Unternehmer, Investoren sowie Vertreterinnen und Vertreter der Diaspora.

Veröffentlichte offizielle Agenda

Laut der veröffentlichten Agenda umfasst das Programm hochrangige Podiumsdiskussionen, kulturelle Veranstaltungen und Networking Aktivitäten:

Dienstag, 20. Januar

16:00 – 17:00 | Podiumsdiskussion
” Democracy, Security, and Governance in a New Era “
Mit der Teilnahme von Albin Kurti, Premierminister der Republik Kosovo.

Mittwoch, 21. Januar

15:00 – 16:00 | Podiumsdiskussion
” Europe’s Execution Engine: Winning the AI Race Through Specialization “

16:30 – 17:30 | Podiumsdiskussion
” Powering Growth Responsibly: Energy Security and Transition Pathways “

20:00 | Konzert – Asgjë Sikur Dielli, bekannte Alternative Rock Band aus Pristina.

21:00 – 00:00 | Veranstaltung
” Kosovo Night – Where Heritage Meets the Future “, kultureller Abend mit Dialog und traditioneller Küche.

Donnerstag, 22. Januar

16:00 – 17:00 | Podiumsdiskussion
” Construction meets AI: Affordable, Climate Ready Housing at Scale “

19:00 | Konzert – Nationalensemble für Gesang und Tanz ” Shota “.

19:30 – 22:30 | Veranstaltung
” Diaspora goes Davos ” – Vernetzung kosovarischer Unternehmer und Führungspersönlichkeiten aus aller Welt.

Ein diplomatischer und wirtschaftlicher Erfolg für Kosovo

Die Teilnahme Kosovos mit dem House of Kosovo in Davos stellt nicht nur einen diplomatischen Erfolg dar, sondern auch eine strategische Plattform zur Förderung des Landes als Standort für Investitionen, Innovation und internationale Zusammenarbeit.

In einem Forum, in dem nur eine begrenzte Anzahl von Staaten über eigene Präsentationsräume verfügt, unterstreicht die Präsenz Kosovos die wachsende Rolle des Landes auf der globalen Bühne sowie sein Engagement, aktiv an Diskussionen über Demokratie, Sicherheit, Technologie und nachhaltige Entwicklung teilzunehmen.

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Shaqiri darf seine Villa in Rheinfelden unter Auflagen bauen

Der Fußballstar Xherdan Shaqiri darf die geplante Villa in Rheinfelden im Kanton Aargau unter bestimmten Auflagen bauen. Ein entsprechender Entscheid des Aargauer Verwaltungsgerichts ist inzwischen rechtskräftig geworden, berichtet albinfo.ch. Dem Entscheid ging ein langer Rechtsstreit um das Bauprojekt voraus.

Der Neubau, der eine Wohnung, eine Garage, einen Außenpool sowie einen Whirlpool umfassen soll, kann nun realisiert werden, schreibt sda.ch. Allerdings müssen an den Fenstern, einschließlich der Verglasung im Treppenhaus, Vorhänge angebracht werden, wie das Gericht in seinem Entscheid vom 20. Oktober festhielt.

Roger Erdin, Stadtschreiber von Rheinfelden, bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, dass sich der anonymisierte Entscheid des Verwaltungsgerichts auf das Bauprojekt von Shaqiri bezieht.

Rechtsstreit bis vor das Bundesgericht

Gegen das Bauvorhaben, das die Stadt bereits 2022 bewilligt hatte, waren Einsprachen erhoben worden. Im Januar 2024 hatte das Verwaltungsgericht die Baubewilligung aufgehoben, da es festgestellt hatte, dass die zulässige Ausnützungsziffer des Grundstücks um 13 Prozent überschritten worden war.

Im März dieses Jahres entschied das Bundesgericht jedoch zugunsten von Shaqiri in dessen Beschwerde gegen den erstinstanzlichen Entscheid. Es stellte fest, dass das Niveau der Wohnung im Erdgeschoss nicht in die Berechnung der Ausnützungsziffer einbezogen werden dürfe.

Daraufhin wurde der Fall zur Klärung weiterer Fragen an das Verwaltungsgericht des Kantons Aargau zurückverwiesen.

In 25 diplomatischen Vertretungen haben 81,29 % der registrierten Personen gewählt

Die Zentrale Wahlkommission (KQZ) hat bekannt gegeben, dass der Wahlprozess bis 19.00 Uhr in 25 diplomatischen Vertretungen des Kosovo abgeschlossen wurde. Um 01.00 Uhr nach Mitternacht, nach lokaler Zeit im Kosovo, endet die Stimmabgabe in vier weiteren Vertretungen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada.

” Wir informieren Sie darüber, dass bis zu diesem Zeitpunkt die Stimmabgabe in 25 diplomatischen Vertretungen in Ländern wie der Türkei, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Belgien, Norwegen, Österreich, Schweden, Slowenien, Dänemark, Italien, Kroatien, den Niederlanden, der Tschechischen Republik, Ungarn und im Vereinigten Königreich abgeschlossen ist”, berichtet rtklive.com. ” Nach lokaler Zeit im Kosovo wird die Stimmabgabe um 01.00 Uhr nach Mitternacht in vier weiteren Vertretungen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Kanada beendet “, erklärte Radoniqi, Vorsitzender der KQZ.

Er führte aus, dass die KQZ während des gesamten Tages in ständigem Kontakt mit den diplomatischen Vertretungen stand und dass den Wahlbediensteten die notwendigen Anweisungen erteilt wurden, damit die Stimmabgabe gemäß Gesetz und Verfahren durchgeführt wird.

” Insgesamt hat sich der Wahlprozess nach dem fortlaufenden Austausch ohne jegliche Hindernisse vollzogen. Im Namen der KQZ danken wir den Leitern und dem Personal der diplomatischen Missionen sowie den Mitgliedern der Wahlvorstände für ihr Engagement während des heutigen Tages “, betonte er.

Laut den Daten aus den 25 diplomatischen Vertretungen, in denen die Wahl abgeschlossen ist, sowie den Angaben von 13.00 Uhr aus den Vereinigten Staaten und Kanada, teilt die KQZ mit, dass von 19 187 registrierten Wählerinnen und Wählern 81,29 Prozent ihre Stimme abgegeben haben, das sind 15 597 Personen.

Radoniqi erklärte weiter, dass diese Stimmzettel gemäß den Verfahren nicht in den diplomatischen Vertretungen ausgezählt werden. Sie werden in den kommenden Tagen in den Kosovo gebracht, wo ihre Auszählung erfolgen wird.

Der Vorsitzende der KQZ schloss die heutige Pressekonferenz mit einem Appell im Zusammenhang mit dem Wahlprozess am Sonntag im Kosovo.

” Ich appelliere an alle Wahlvorstände und kommunalen Wahlkommissionen, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und das Gesetz sowie die Wahlregeln der KQZ zu respektieren. Morgen erwartet uns ein langer Tag, an dem wir den Bürgerinnen und Bürgern ihr Wahlrecht gewährleisten müssen. Daher hoffen wir, dass alle ihrer Aufgabe gerecht werden und die Regeln sowie das Gesetz einhalten. Ich wünsche allen einen erfolgreichen Tag “, sagte Radoniqi.

 

Mahagoni Küchen – 10 Jahre Qualität und Stolz, „Made in Kosovo“ in der Schweiz

In den vergangenen zehn Jahren hat sich Mahagoni Küchen zu einem der stärksten Beispiele für den Erfolg der albanischen Diaspora in der Schweiz entwickelt. Mit Produktionswurzeln im Kosovo und einer gefestigten Präsenz auf dem schweizerischen und deutschsprachigen Markt hat das Unternehmen Vorurteile überwunden, hohe professionelle Standards bewiesen und eine Marke aufgebaut, die für Qualität und Zuverlässigkeit geschätzt wird. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens sprach albinfo.ch mit dem Firmengründer Mete Gashi über den Werdegang, die Herausforderungen, die Werte und die Vision von Mahagoni Küchen.

albinfo.ch: Herr Gashi, Mahagoni Küchen feiert zehn Jahre auf dem Schweizer Markt. Wie erleben Sie dieses Jubiläum und was bedeutet dieser Erfolg für Sie persönlich ?

Mete Gashi: “Für mich ist dieses zehnjährige Jubiläum weit mehr als ein symbolisches Datum. Es fasst einen langen Weg voller Herausforderungen, Arbeit und Engagement zusammen. Als wir Mahagoni in der Schweiz gegründet haben, war mein Ziel, hochwertige Küchen zu schaffen, aber auch das Vorurteil zu widerlegen, dass Produkte dieses Niveaus nicht aus dem Kosovo kommen könnten.

Heute zu sehen, wie viele Familien uns ihr Vertrauen geschenkt haben und wie geschätzt unsere Marke auf dem Schweizer Markt ist, stellt eine persönliche Belohnung dar, ebenso wie eine Anerkennung für das gesamte Team. Dieses Jubiläum und die zufriedenen Kundinnen und Kunden motivieren uns, auch in den kommenden Jahren mit derselben Leidenschaft weiterzumachen. Es ist ein Gefühl der Dankbarkeit, aber auch der Verantwortung, Mahagoni noch weiter nach vorne zu bringen.“

albinfo.ch: Welche Momente würden Sie in diesen zehn Jahren als die wichtigsten Meilensteine des Unternehmens hervorheben?

Mete Gashi: “Ganz klar die Eröffnung unseres ersten Verkaufsstandortes in Winterthur im Jahr 2017 und anschließend die Eröffnung des zweiten Standortes in La Tour de Trême im Jahr 2020.“

albinfo.ch: Wenn Sie zurückblicken, was waren die größten Herausforderungen für ein Unternehmen, das im Kosovo produziert, aber auf dem Schweizer Markt tätig ist ?

Mete Gashi: “Die Herausforderungen waren vielfältig. An erster Stelle stand die Glaubwürdigkeit. Wir mussten sowohl Schweizer als auch albanische Kundinnen und Kunden davon überzeugen, dass Produkte aus dem Kosovo nicht nur den Standards entsprechen, sondern diese oft sogar übertreffen. Zweitens die Logistik. Die Koordination zwischen der Produktion im Kosovo und der Montage in der Schweiz erfordert perfekte Organisation, Termintreue und ein eingespieltes Team auf beiden Seiten.

Und natürlich das Vorurteil. Schweizerinnen und Schweizer sind mitunter skeptisch gegenüber Produkten aus dem Kosovo. Dieses Bild mussten wir durch Professionalität verändern, ohne Raum für Zweifel zu lassen.“

albinfo.ch: Wie hat sich in diesen Jahren die Wahrnehmung der Schweizer Kundinnen und Kunden gegenüber Produkten ” Made in Kosovo ” verändert?

Mete Gashi: “Heute sind Produkte ‘Made in Kosovo’ überall in der Schweiz zu finden, und ihre Akzeptanz wächst kontinuierlich. Auch die Statistiken beider Länder belegen dies. Ich denke, dass unser Unternehmen eine wichtige Rolle bei der Veränderung dieser Wahrnehmung gespielt hat, indem es auch andere Unternehmen aus dem Kosovo dazu motiviert hat, ihre Produkte auf dem Schweizer Markt zu platzieren.“

albinfo.ch : Sie sprechen häufig von „wirtschaftlichem Patriotismus“. Wie sehen Sie heute die Rolle der Diaspora in der wirtschaftlichen Entwicklung des Kosovo?

Mete Gashi: “Wirtschaftlicher Patriotismus ist überall dort sichtbar, wo Albanerinnen und Albaner in Europa leben. Dennoch dürfen wir nicht stehen bleiben, trotz der Schwierigkeiten, mit denen Produzenten im Kosovo täglich konfrontiert sind. Leider hat die Politik im Kosovo den Produzenten bisher nicht die notwendige Unterstützung geboten, etwa durch Berufsschulen, die Subventionierung von Rohstoffen sowie Unterstützung in Logistik und Technologie, von denen unsere Wettbewerber in den Nachbarländern bereits profitieren.”

albinfo.ch: Wie wichtig ist es für Sie, durch Mahagoni zur Schaffung von Arbeitsplätzen im Kosovo beizutragen?

Mete Gashi: “In den Jahren 2026–2027 wird Mahagoni den Bau der neuen Fabrik mit über 10 000 Quadratmetern Produktionsfläche abschließen. Dadurch werden sowohl die Kapazitäten als auch die Belegschaft um mehr als 50 Prozent erweitert. Unsere derzeitigen Mitarbeitenden ebenso wie jene, die neu hinzukommen, werden von noch besseren Arbeitsbedingungen profitieren.“

albinfo.ch: Was ist das Erfolgsgeheimnis Ihres Unternehmens ? Welche Werte haben Mahagoni stabil und vertrauenswürdig am Markt gehalten?

Mete Gashi: “Meine Antwort ist kurz : Qualität und Zuverlässigkeit. Von diesen beiden Prinzipien sind wir nie abgewichen.“

albinfo.ch: Haben Sie neben dem Schweizer Markt auch Pläne für eine Expansion in andere europäische Länder oder für den Aufbau einer internationalen Marke Mahagoni?

” Mahagoni vertreibt seine Produkte in allen drei deutschsprachigen Ländern. In der Schweiz über unsere zwei Standorte in Winterthur und La Tour de Trême, in Österreich über unseren Standort in Wien und in Deutschland über zwei Agenten in München und Stuttgart. Rund 80 Prozent unserer Produktion exportieren wir, was unsere internationale Positionierung klar unterstreicht.”

albinfo.ch: In einem Jahrzehnt Arbeit haben Sie viele menschliche und berufliche Momente erlebt. Können Sie eine symbolische Geschichte aus diesem Weg teilen ?

Mete Gashi: ” Es gibt viele, aber die schönsten sind jene, wenn zufriedene Kundinnen und Kunden uns ein Gemälde, eine Skulptur, eine Zeichnung oder einen selbst verfassten Dankesbrief schenken. Diese emotionalen Momente bereiten mir eine ganz besondere Freude.“

albinfo.ch: Wie sehen Sie die Zukunft des Unternehmens in weiteren zehn Jahren ? Welche Vision haben Sie für das kommende Jahrzehnt?

Mete Gashi: “Die Zukunft von Mahagoni ist klar und vielversprechend. Wir investieren stark in die menschlichen Ressourcen, sowohl innerhalb unserer Unternehmensfamilie, die täglich wächst, als auch in die zweite und dritte Generation unserer Mitarbeitenden, bei denen inzwischen auch ihre Kinder im Unternehmen tätig sind. Das ist ein starkes Zeichen dafür, dass wir uns auf dem richtigen Weg in die Zukunft befinden.”

Photo: https://www.mahagoni-kuechen.ch

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Lexoni po ashtu:

“Mahagoni” bind zviceranët se edhe në Kosovë punohet me përkushtim

 

 

Fehmi Mahalla: von Ferizaj nach Lausanne, Champion und Trainer von Champions

Fehmi Mahalla, geboren 1981 in Ferizaj und seit 1990 in Lausanne aufgewachsen, zählt zu den herausragendsten albanischen Persönlichkeiten im Karatesport, sowohl als Wettkämpfer als auch als Trainer einiger der erfolgreichsten Athleten der jüngeren Generationen. Sein Weg begann früh unter der Anleitung seines Vaters, Fahri Mahalla, im Karateklub Dardania Lausanne, wo er jene Disziplin, Technik und Charakterstärke entwickelte, die ihn bis heute prägen.

Erfolge als Wettkämpfer, eine Karriere eines echten Champions

Fehmi Mahalla ist Teil der Geschichte des Schweizer Karate und weist Erfolge vor, die nur wenige Sportler in Europa erreichen konnten :

Europameister bei den Senioren in der Schwergewichtskategorie, Teneriffa 2005

Champion der Frankophonen Spiele von 2005 bis 2007

Dreifacher Sieger des weltweit renommiertesten Turniers, der Open de Paris, in der Schwergewichtsklasse und in der offenen Kategorie

Vierzehnfacher Schweizer Meister

Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft während fast zwanzig Jahren

Er trat für die Schweiz zu einer Zeit an, als Kosovo auf internationaler Ebene noch nicht als Staat vertreten werden konnte. In dieser Rolle erzielte Mahalla nicht nur außergewöhnliche Resultate, sondern blieb zugleich ein Vorbild an Würde und Professionalität in der Diaspora.

Fehmi Mahalla, Trainer von Champions

Nach seiner Karriere als Spitzensportler wurde Mahalla zu einem gefragten Trainer in der Schweiz, im Kosovo und in Albanien und entwickelte sich zum Architekten der internationalen Erfolge zahlreicher Athletinnen und Athleten.

Dies sind die Champions, die von Fehmi Mahalla geformt wurden:

 

Alvin Karaqi, Europaspiele Sieger, Vize Europameister und Vize Mittelmeersieger, Gewinner der Premier League (für Albanien)

Orges Arifi, zweifacher Vize Europameister (für Albanien)

Kujtim Bajrami, zweifacher Vize Europameister, dritter Platz bei den Weltmeisterschaften (für die Schweiz)

Herolind Nishevci, dritter Platz bei den Weltmeisterschaften (für den Kosovo)

In seiner Rolle als Trainer der Nationalmannschaften des Kosovo und Albaniens hat er maßgeblich dazu beigetragen, beide Teams auf historische Niveaus zu führen. Mit Albanien gewann er zwei europäische Silbermedaillen, während er mit dem Kosovo das außergewöhnliche Ergebnis eines dritten Platzes in Europa und auf Weltebene erreichte.

” Die größte Belohnung für einen Trainer ist die Medaille des Schülers “

In seiner Erzählung beschreibt Fehmi Mahalla den Erfolg mit einer ihm eigenen Schlichtheit: ” Die größte Zufriedenheit ist nicht nur meine Medaille, sondern die des Athleten. Dort wird die Arbeit des Trainers belohnt “.

An die Jugend richtet er eine klare Botschaft: ” Der Weg führt über Disziplin und Arbeit. Nur Arbeit, Arbeit und die richtigen Menschen um sich herum. Nur so kommt man voran “.

Herausforderungen und Zukunft

Mahalla räumt ein, dass seine beruflichen Verpflichtungen in der Schweiz seine tägliche Präsenz bei den Trainingseinheiten einschränken, doch das Ziel bleibt unverändert : an der Seite jener Athletinnen und Athleten zu stehen, die das Potenzial haben, europäische und weltweite Champions zu werden.

” In der Schweiz ist das Niveau der jungen Albaner im Karate etwas gesunken, während Kosovo und Albanien ein starkes Wachstum und außergewöhnliche Ergebnisse auf internationaler Ebene verzeichnen. Das gibt mir eine kontinuierliche Motivation, dort beizutragen, wo das albanische Talent kraftvoll zum Vorschein kommt “, betont Mahalla.

Drei albanische Räume durch den Sport verbinden

Fehmi Mahalla verkörpert das Vorbild des Sportlers und Trainers der Diaspora: engagiert, fleißig, mit hohen Standards und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein gegenüber der albanischen Jugend. Seine Erfolge in der Schweiz und sein Einfluss in Albanien und im Kosovo machen ihn zu einer beispielhaften Persönlichkeit, zu einer Erfolgsgeschichte, die drei albanische Räume durch den Sport miteinander verbindet.

 

Dr. Përparim Limani an der Spitze der onkologischen Chirurgie in Aarau

Ab dem 1. Dezember 2025 übernimmt PD Dr. med. Dr. sc. nat. Përparim Limani die Leitung der Klinik für Allgemein und Viszeralchirurgie am Kantonsspital Aarau, einem der bedeutendsten chirurgischen Zentren der Schweiz. Seine Ernennung stellt nicht nur einen wichtigen beruflichen Schritt dar, sondern markiert zugleich einen neuen Standard der albanischen Präsenz in der Schweizer Medizin.

Mit zwei Doktortiteln, einem in Medizin und einem in Naturwissenschaften, einer Laufbahn am Universitätsspital Zürich, Tätigkeiten im HPB Labor unter der Leitung von Professor Pierre Alain Clavien sowie einem Fellowship am MD Anderson Cancer Center in Houston bringt Dr. Limani außergewöhnliche Erfahrung in Forschung und klinischer Praxis in diese Position ein. Er hat Studien in Nature Communications, Annals of Surgery und Clinical Cancer Research veröffentlicht und Patienten in den fortschrittlichsten onkologischen und robotischen Programmen der Schweiz behandelt.

Auch auf persönlicher Ebene trägt diese Ernennung eine besondere Bedeutung. Seine Ehefrau ist Gynäkologin, ein seltenes berufliches Gleichgewicht, das ihn bodenständig hält und seinem klinischen Engagement eine ausgeprägte menschliche Dimension verleiht.

Im Folgenden nimmt das Porträt durch das geführte Gespräch Gestalt an.

albinfo.ch : Herr Dr. Limani, Ihre Ernennung an die Spitze der Allgemein und Viszeralchirurgie in Aarau wird als bedeutender Erfolg im Schweizer Gesundheitssystem wahrgenommen. Welche Bedeutung hat dies für Sie ?

Dr. Përparim Limani :
„Diese Rolle ist mit großer Verantwortung verbunden. Die Leitung einer Klinik ist kein persönlicher Höhepunkt, sondern ein klares Bekenntnis, das gesamte Team gemeinsam voranzubringen.“

albinfo.ch : Ihre Karriere verbindet klinische Praxis mit wissenschaftlicher Forschung. Wie sehen Sie das Verhältnis zwischen diesen beiden Bereichen ?

Dr. Përparim Limani :
„Wissenschaftliche Forschung ist kein Luxus. Sie ist der einzige Weg, die Behandlung der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln. Jedes Experiment ist ein Versprechen an jemanden, der morgen an unsere Tür klopfen wird.“

albinfo.ch : Wie begann Ihr wissenschaftlicher Weg in der Medizin und welche Schwerpunkte prägten Ihre Forschungstätigkeit ?

Dr. Përparim Limani :
„Mein wissenschaftlicher Weg begann im HPB Labor in Zürich, wo ich an Modellen der Leberregeneration, an innovativen Therapien gegen gastro intestinale Neoplasien sowie an Studien zum tumoralen Mikroumfeld arbeitete. Dort habe ich zum ersten Mal verstanden, dass wissenschaftliche Forschung aus kleinen, aber entscheidenden Schritten besteht. Wie ich oft sage: ‚Im Labor habe ich gelernt, dass jeder kleine Schritt der Beginn einer großen Veränderung ist.‘“

albinfo.ch : Sie haben an einem der weltweit bedeutendsten onkologischen Zentren, dem MD Anderson, gearbeitet. Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen ?

Dr. Përparim Limani :
„Am MD Anderson habe ich verstanden, dass moderne Chirurgie eine Symphonie der Präzision ist. Jede Bewegung ist eine Entscheidung. Und jede Entscheidung ist Leben.“

albinfo.ch : Sie haben in renommierten Fachzeitschriften publiziert und wissenschaftliche Auszeichnungen erhalten. Wie erleben Sie diesen Teil Ihrer Karriere ?

Dr. Përparim Limani :
„Eine Publikation ist nur die Spitze des Eisbergs. Der eigentliche Kern ist der Weg dorthin, die langen Nächte im Labor, die Diskussionen im Team, die wissenschaftlichen Zweifel. Diese stillen Momente sind die prägendsten.“

albinfo.ch : Auch die robotische Technologie war ein wichtiger Bestandteil Ihrer Arbeit in Zürich. Wie verändert sie heute die chirurgische Realität ?

Dr. Përparim Limani :
„Die robotische Technologie ersetzt den Chirurgen nicht. Sie erweitert die Grenzen dessen, was wir mit Präzision und Schonung erreichen können.“

albinfo.ch : Wie wichtig ist das persönliche Gleichgewicht in einem so intensiven Beruf ?

Dr. Përparim Limani :
„Meine Familie ist mein Ruhepol. Meine Ehefrau ist Gynäkologin; sie versteht den Rhythmus des Berufs, seine Belastung und seine emotionale Tiefe. Das gibt mir die Kraft, auch bei den schwierigsten Entscheidungen fokussiert zu bleiben.“

Er beschreibt die Familie als einen Ort der Rückkehr und das persönliche Gleichgewicht als notwendiges Gegengewicht zu den täglichen klinischen Herausforderungen.

albinfo.ch : Sie gelten als inspirierende Persönlichkeit für die albanische Gemeinschaft in der Schweiz. Wie sehen Sie diese Rolle ?

Dr. Përparim Limani :
„Herkunft ist kein Etikett. Sie ist Verantwortung, Erinnerung und eine Quelle der Stärke. Bei jedem Schritt spüre ich diese Verantwortung.“

Die Ernennung von Dr Përparim Limani an die Spitze der Chirurgie in Aarau ist eine Erfolgsgeschichte von Fachkräften aus der albanischen Diaspora, vor allem jedoch das Porträt eines Arztes, der Brücken zwischen Wissenschaft, Engagement und Menschlichkeit schlägt. Sein Weg, der in Kërçova beginnt und in den modernsten Operationssälen der Schweiz endet, ist ein Beweis dafür, dass mit Ruhe, tiefem Wissen und Integrität Grenzen verschwinden.

In einem Gesundheitssystem, das kompromisslosen Professionalismus und klares Denken verlangt, verkörpert Dr Limani ein klares Modell des modernen Arztes, standfest, engagiert und mit den Wurzeln verbunden, aus denen sein Weg begann.

Foto und Video : Genti Mersinaj

 

Merita Pinta, eine starke Frau mit vielen Verdiensten

Merita Pinta ist heute ein herausragender Name in der albanischen Gemeinschaft in der Schweiz und darüber hinaus. Durch die Gründung und Leitung eines Unternehmens, Prima Pflege, mit zwei Pflegeheimen für ältere Menschen und rund einhundert Mitarbeitenden ist sie zu einer angesehenen Arbeitgeberin in ihrer Region und weit darüber hinaus geworden.

Für diese und viele weitere Verdienste wurde sie von der Medienplattform zur Persönlichkeit des Jahres 2025 im Bereich Gesundheit gewählt. Im Folgenden das interview mit Merita Pinta.

albinfo.ch: Sie haben Ihren beruflichen Weg als Krankenschwester begonnen, während Sie heute ein Unternehmen mit fast einhundert Mitarbeitenden im Gesundheitswesen führen. Wie erleben Sie diesen Wandel und was war das Geheimnis Ihres Erfolgs?

Merita Pinta: Mein Weg von der Position einer Krankenschwester bis hin zur Leitung eines Unternehmens war eine außergewöhnliche und herausfordernde Erfahrung. Jeder Schritt erforderte Engagement, Disziplin und Geduld, gab mir aber zugleich die Möglichkeit, viel zu lernen, nicht nur über meinen Beruf, sondern auch über Führung, Management und den Umgang mit Menschen. Ich erlebe diese Entwicklung als eine Kombination aus Stolz und Verantwortung. Stolz auf das, was ich erreicht habe, und Verantwortung gegenüber meinem Team, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Gemeinschaft, der wir dienen.

Meiner Ansicht nach besteht der Schlüssel zum Erfolg nicht aus einem einzigen Faktor, sondern aus einer Kombination von Elementen, die gemeinsam einen erfolgreichen Weg formen. Ein entscheidendes Element war zweifellos das Vertrauen in mich selbst, die Liebe zu meinem Beruf und eine klare Vision: die Bereitstellung hochwertiger Gesundheits und Pflegeleistungen, verbunden mit Herzlichkeit und Menschlichkeit.

Eine wichtige Rolle spielten auch die Menschen, die mich begleitet haben, diejenigen, die mich unterstützt, inspiriert und auf jedem Schritt meines Weges geführt haben. Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre vieles nicht möglich gewesen.

Darüber hinaus war die Fähigkeit, aus jeder Herausforderung zu lernen, fokussiert auf meine Ziele zu bleiben und die Leidenschaft für meine Arbeit zu bewahren, die Grundlage meines Erfolgs. Dieser Prozess dauert an und motiviert mich jeden Tag, mein Bestes zu geben. Erfolg ist kein Ziel, sondern ein kontinuierlicher Weg aus Einsatz und ständiger Weiterentwicklung.

Albinfo.ch: Sie haben eine erfolgreiche Karriere aufgebaut, die 2016 in der Gründung von Prima Pflege gipfelte. Wie entstand die Idee, dieses Unternehmen zu gründen, und welche waren die ersten Schritte?

Merita Pinta: Nach dem Abschluss der Primarschule in Aarau absolvierte ich ein einjähriges Praktikum im Spital Baden. In dieser Zeit erkannte ich, dass dies das Berufsfeld war, in dem ich meine Karriere fortsetzen wollte. Daher entschied ich mich für die Ausbildung zur Pflegeassistentin. Anschließend heiratete ich Bajram und wir gründeten eine Familie. Wir haben zwei Söhne, einen 22-jährigen und einen 14-jährigen.

Geleitet von meiner Leidenschaft für die Gesundheits und Krankenpflege schloss ich das Studium zur diplomierten Pflegefachfrau ab und erwarb zusätzlich das Diplom als Expertin für Lernende und Studierende. Danach entschied ich mich, mein Wissen zu erweitern, indem ich Management im Gesundheitswesen studierte und parallel dazu ein Diplom in Qualitätsmanagement erwarb. Während all dieser Jahre stellte ich mich zahlreichen Herausforderungen und lernte wertvolle Lebenslektionen, die zu meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung beigetragen haben.

Im Jahr 2016 gründete ich mein eigenes Unternehmen, Prima Pflege. Zuvor arbeitete ich im Bereich ” Betreutes Wohnen”, wo ich zwei Zentren in Tegerfelden und Mellingen leitete. Das Zentrum in Tegerfelden wurde 2016 renoviert und dadurch endete der Vertrag der vorherigen Betreiber. Anschließend äußerten die Eigentümer den Wunsch nach einer langfristigen Zusammenarbeit mit mir. So entstand die Idee, mein eigenes Unternehmen zu gründen und das erste Zentrum in Tegerfelden zu eröffnen.

Ein Jahr nach der Gründung stieg ich in ein Kooperationsprojekt mit dem Regionales Pflegezentrum Baden ein, das es mir ermöglichte, die Kapazitäten des Zentrums zu erweitern, die Zahl der Bewohner zu erhöhen und gleichzeitig neue Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen. Dies war ein bedeutender Schritt in der Entwicklung des Unternehmens und in der Verwirklichung meines Ziels, qualitativ hochwertige Pflege für Menschen in Bedarf anzubieten.

Es war eine Zeit voller Einsatz und Erfolg, und ich bin dankbar, dass ich im Bereich der Gesundheits und Altenpflege einen Beitrag leisten und vielen Menschen Arbeitsplätze bieten konnte.

albinfo.ch: Heute verfügt Prima Pflege über zwei Seniorenpflegezentren und nahezu einhundert Mitarbeitende. Welche Werte und welche Philosophie leiten Ihre Arbeit in diesem Unternehmen?

Merita Pinta: Die Werte, die wir gegenüber unseren Bewohnerinnen und Bewohnern sowie deren Angehörigen pflegen, sind:

Respekt und Würde für jede Person
Lebensfreude und Herzlichkeit
Sicherheit und Verantwortung
Transparenz und Informationspflicht

Diese Werte sind grundlegend, um eine vertrauensvolle und respektvolle Umgebung zu schaffen, in der sich jeder Mensch wertgeschätzt und sicher fühlt.

Und die Werte, die unsere Zusammenarbeit mit unseren Mitarbeitenden leiten, sind:

Anspruch und Unterstützung
Gerechtigkeit und Gleichbehandlung
Interesse und Lernwirkung
Kommunikation und Feedback

Diese Werte prägen unsere Zusammenarbeit und schaffen ein Umfeld, in dem sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter unterstützt fühlt und ermutigt wird, persönlich und beruflich zu wachsen.

albinfo.ch: Ein großer Teil Ihres Teams besteht aus Albanerinnen und Albanern. Was bedeutet das für Sie und wie fühlen Sie sich dabei, Beschäftigungsmöglichkeiten für Ihre Landsleute in der Schweiz zu schaffen?

Merita Pinta: Für mich ist es eine besondere Quelle des Stolzes und der Freude, dass ein großer Teil unseres Personals albanischer Herkunft ist. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen und berufliche Räume für unsere Landsleute hier in der Schweiz zu eröffnen. Einige Mitarbeitende sind seit der Gründung des Unternehmens an meiner Seite, und ich bin ihnen für ihre unermüdliche Arbeit und ihr tägliches Engagement zutiefst dankbar.

albinfo.ch: Der Weg zum Erfolg war sicherlich nicht einfach. Welche waren die schwierigsten Momente und was hat Ihnen die Kraft gegeben, diesen Weg zu meistern?

Merita Pinta: Die größten Schwierigkeiten gab es zu Beginn meiner Karriere, besonders als meine Kinder noch klein waren. Es war nicht einfach, Mutter von zwei Kindern zu sein und gleichzeitig ein Unternehmen mit großer Verantwortung in einem neuen und manchmal herausfordernden sozialen Umfeld aufzubauen. Doch der Wille und der Wunsch, meine Ziele zu erreichen, waren stärker als jedes Hindernis, und genau das hat mich getragen. Nach einer schwierigen Phase und vielen Opfern habe ich es geschafft, dorthin zu gelangen, wo ich heute bin, und jeder Schritt nach vorne war ein bedeutender Erfolg.

albinfo.ch: Wie oft reisen Sie in den Kosovo und welches Gefühl begleitet Sie, wenn Sie in Ihre Heimat zurückkehren? In diesem Jahr haben Sie auch Ihre Mitarbeitenden dorthin geschickt, um die bekanntesten touristischen und kulturellen Orte zu besuchen. Wie entstand diese Idee und wie wurde sie aufgenommen?

Merita Pinta: Meine Reisen in den Kosovo sind ein besonderer und sehr wichtiger Teil meines persönlichen Lebens. Trotz vieler beruflicher Verpflichtungen versuche ich, mehrmals im Jahr für kurze Besuche dorthin zu reisen, denn diese Verbindung zur Heimat gibt mir Kraft und unvergessliche Erinnerungen.

Die Idee, die Studierenden, die ihre dreijährige Praxis bei uns absolviert haben, auf eine Reise in den Kosovo mitzunehmen, entstand aus dem Wunsch, eine besondere Erfahrung zu schaffen, die die Zusammenarbeit und den Teamgeist stärkt. Es war eine Gelegenheit, die Kultur, Geschichte und Traditionen des Kosovo besser kennenzulernen und diese Reise zu einem bereichernden, lehrreichen und emotionalen Erlebnis zu machen. Während unseres Aufenthalts verbrachten wir wunderbare Zeit in Prishtina und genossen die Atmosphäre der Stadt.

Ein besonders eindrucksvoller Moment war der Besuch des Reporting House, eines Ortes, der uns einen tiefen Einblick in die Geschichte und die Ereignisse gab, die das moderne Kosovo geprägt haben. Die Reise führte uns auch nach Prekaz, einen beeindruckenden Ort, der uns an die außergewöhnlichen Opfer im Kosovokrieg erinnerte und unsere Verbindung zur Geschichte des Landes weiter stärkte.

Ein weiterer unvergesslicher Moment war der Besuch in Gjakova, wo wir mit außergewöhnlicher Gastfreundschaft empfangen wurden. Unser Halt im Restaurant der Familie Kryeziu, Avenue, bot Gelegenheit, traditionelle Speisen zu genießen und schöne gemeinsame Momente zu verbringen.

Unsere Reise führte uns außerdem in die wunderschöne Stadt Prizren, wo wir die Liga von Prizren besuchten, einen historischen Ort von großer Bedeutung für die albanische Nation. Wir bewunderten die Schönheit der Stadt und besuchten auch die Gadime Höhle, einen faszinierenden Naturort mit beeindruckenden Formationen.

Diese Reise war für die Studierenden eine außergewöhnliche Erfahrung  nicht nur wegen des kulturellen Wissens, sondern auch wegen der gemeinsamen Momente als Team. Ihre Reaktionen waren durchweg positiv ; sie zeigten Emotion, Respekt und Bewunderung für die Geschichte und die Natur des Kosovo. Für mich ist das besonders wichtig, denn es half ihnen, eine tiefere Verbindung sowohl zum Land als auch zueinander zu entwickeln.

Solche Momente sind schöne Erinnerungen, die wir unser Leben lang mit uns tragen werden. Und ich empfinde große Freude und Stolz darüber, dass ich die Möglichkeit habe, nicht nur Arbeitsplätze zu schaffen, sondern auch eine wertvolle menschliche und kulturelle Erfahrung für diejenigen zu bieten, die Teil meines Teams sind.

albinfo.ch: Dieses Jahr haben Sie eine bedeutende Entscheidung getroffen, eine spezielle Abteilung für albanische Seniorinnen und Senioren zu eröffnen. Wie entstand diese Initiative und was möchten Sie damit erreichen?

Merita Pinta: Die Entscheidung, eine eigene Abteilung für albanische Seniorinnen und Senioren zu eröffnen, entstand aus einer Realität, die ich im Laufe meiner beruflichen Tätigkeit oft miterlebt habe. Viele ältere Menschen aus unserer Gemeinschaft in der Schweiz erhalten zwar eine professionelle und angemessene Pflege, sehen sich jedoch emotional isoliert aufgrund sprachlicher Barrieren, kultureller Unterschiede oder ihrer traditionellen Lebensweise. Sie brauchen warme, verständnisvolle Kommunikation, Menschen, die ihre kulturellen Besonderheiten kennen, und ein Umfeld, in dem Sprache, Essen, Musik, Glaube und Bräuche Teil des Alltags sind.

In unserer Abteilung können sich albanische Seniorinnen und Senioren wie zu Hause fühlen, denn wir betreuen sie auf eine Weise, die ihre kulturelle Identität respektiert. Diese Abteilung ist nicht nur ein Ort zum Leben und zur Pflege, sondern ein Raum, in dem sie ihre Würde, ihre Spiritualität und ihre kulturelle Zugehörigkeit bewahren können – Elemente, die ebenso wichtig sind wie medizinische und professionelle Betreuung.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Opfer früherer Generationen uns erst ermöglicht haben, dorthin zu gelangen, wo wir heute stehen. Als Teil dieser Gemeinschaft empfinde ich es als Pflicht, meinen Beitrag zu leisten und mein Bestes für diejenigen zu geben, die so viel ermöglicht haben. Dieses Projekt ist aus Liebe und Respekt zu unserer Gemeinschaft entstanden und wird unsere älteren Mitmenschen auf die würdevollste Weise unterstützen.

In diesem Zusammenhang möchte ich die albanische Gemeinschaft über die Eröffnung dieser Abteilung informieren und über die Möglichkeiten, die sie jenen bietet, die besondere Pflege und Unterstützung benötigen. Ich hoffe, diese Initiative wird ein weiterer Schritt zur Unterstützung jener sein, die uns so viel gegeben haben.

albinfo.ch: Heute sind Sie ein Beispiel für eine erfolgreiche albanische Frau in der Schweiz. Welche Botschaft möchten Sie jungen albanischen Frauen vermitteln, die hier von Erfolg träumen ?

Merita Pinta: Für junge albanische Frauen, die in der Schweiz erfolgreich sein möchten, lautet meine Botschaft: Glaubt an euch selbst, arbeitet hart und habt keine Angst, bei null anzufangen. Erfolg misst sich nicht an der Geschwindigkeit, sondern an Beständigkeit und Integrität. Geht kalkulierte Risiken ein, investiert in Wissen, bewahrt eure Werte und eure Kultur. Pflegt eine gesunde Kommunikation mit den Menschen, die euch unterstützen. Jede Frau trägt eine außergewöhnliche Stärke in sich – man muss nur daran glauben, sie kultivieren und sie zielgerichtet einsetzen. Wenn wir erfolgreich sind, öffnen wir auch anderen den Weg. Die Schweiz bietet ein hervorragendes Bildungssystem und großartige Möglichkeiten, die genutzt werden können. Zögert also nicht, den ersten Schritt zu machen. Hier gibt es Chancen für diejenigen, die bereit sind, zu arbeiten und sich zu entwickeln, um die beste Version ihrer selbst zu werden.

albinfo.ch: Welche Bedeutung hat es für Sie, von albinfo.ch zur ” Persönlichkeit des Jahres ” gewählt worden zu sein?

Merita Pinta: Für mich ist die Wahl zur ” Persönlichkeit des Jahres ” eine große Ehre, eine Auszeichnung, die ich nicht nur als persönlichen Erfolg sehe, sondern auch als Anerkennung für die Arbeit, die Opfer und die Vision all jener, die Teil meines Weges waren. Diese Auszeichnung motiviert mich, mit noch mehr Engagement und Verantwortungsbewusstsein weiterzumachen, denn sie bestätigt, dass wertvolle Arbeit, Integrität und Ausdauer belohnt werden. Sie erfüllt mich mit Stolz auf meine Herkunft, meine Gemeinschaft und darauf, dass ich nicht nur beruflich, sondern auch für das Bild und die Stärkung der albanischen Diaspora positiv wirken kann.

albinfo.ch: Und zum Schluss  wie sehen Sie sich und Ihren Weg in Zukunft, zum zehnjährigen Jubiläum von Prima Pflege und darüber hinaus?

Merita Pinta: In Zukunft sehe ich mich noch stärker in Projekte des Wachstums, der Innovation und der Professionalisierung eingebunden  nicht nur für Prima Pflege, sondern auch für mich selbst als Führungskraft. Darüber hinaus werde ich mich verstärkt für die Organisation kultureller und künstlerischer Aktivitäten einsetzen. Ich bin entschlossen, weiter aufzubauen, Herausforderungen anzunehmen, zu lernen und neue Möglichkeiten zu schaffen. Im Kern bleibt mein Ziel unverändert: Werte zu schaffen, die Bestand haben, und ein Vorbild für kommende Generationen zu sein.

Abteilung für albanische Seniorinnen und Senioren

In unserer Abteilung können sich albanische Seniorinnen und Senioren wie zu Hause fühlen, denn wir betreuen sie auf eine Weise, die ihre kulturelle Identität respektiert. Diese Abteilung ist nicht nur ein Ort zum Leben und zur Pflege, sondern ein Raum, in dem sie ihre Würde, ihre Spiritualität und ihre kulturelle Zugehörigkeit bewahren können Elemente, die ebenso wichtig sind wie medizinische und professionelle Betreuung.

 

Das landwirtschaftliche Kosovo, ein Potenzial, das es zu entwickeln gilt

Wird man eines Tages in den Lebensmittelgeschäften der Schweiz oder Deutschlands stolz den Hinweis Produced in Kosovo sehen? Wann wird eine großflächige Verteilung kosovarischer Spezialitäten beginnen, die mit jenen aus Kroatien oder Mazedonien konkurrieren können? Die Frage bleibt offen, und manche würden ironisch antworten: an dem Tag, an dem die Kosovaren selbst den Wert ihrer landwirtschaftlichen Produktion anerkennen und der Staat diesen Sektor endlich genauso unterstützt wie andere Bereiche der Wirtschaft

Suhareka im Süden des Kosovo ist eine der wichtigsten landwirtschaftlichen Gemeinden des Landes.

Auch wenn die kosovarische Wirtschaft international zunehmend Bekanntheit durch einen stark wachsenden Dienstleistungssektor erlangt, bleibt ihr historisches und gesellschaftliches Fundament zutiefst ländlich geprägt. Und die Landwirtschaft, obwohl nur gering mechanisiert, ist weiterhin eine wirtschaftliche Säule: Im Jahr 2022 machte sie 7,4 Prozent des BIP aus und beschäftigte 23 Prozent der Erwerbstätigen. Die durchschnittliche Betriebsgröße, die laut FAO (Ernährungs und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) zwischen 1,5 und 3,2 Hektar liegt, spiegelt das Erbe eines Subsistenzmodells wider: Nahezu 50 Prozent der gesamten Ackerfläche, etwas mehr als 420 000 Hektar (etwa die Hälfte des kosovarischen Territoriums), werden von Betrieben bewirtschaftet, die weniger als 5 ha besitzen, und jeder zweite Betrieb überschreitet nicht einmal 1 ha. Die weit verbreitete Präsenz des ehrwürdigen und unverwüstlichen kleinen roten IMT Traktors, perfekt für solche Flächen, ist ein anschaulicher Beweis dafür.

Einige Landwirte konnten in landwirtschaftliche Maschinen investieren, die für große Flächen geeignet sind, wie diese beiden Traktoren in der Umgebung von Suhareka

Dennoch hat sich das landwirtschaftliche Gefüge des Landes innerhalb eines halben Jahrhunderts bemerkenswert entwickelt, was sich an den zahlreichen innovativen Projekten zeigt, die dank kleiner, widerstandsfähiger und fleißiger Unternehmer entstanden sind, die an ihre Konzepte glauben und sich zusammenschließen können, um wirkungsvolle Synergien sowohl auf dem Binnenmarkt als auch im Export zu schaffen. Einige Beispiele davon werden im zweiten Teil dieser dreiteiligen Serie über die kosovarische Landwirtschaft vorgestellt. Inspirierende Modelle, die es verstanden haben, das landwirtschaftliche Potenzial des Landes zu nutzen  eines Landes, in dem in manchen Regionen nahezu jede Familie noch über Ackerland verfügt  und es gleichzeitig zu übertreffen. Und vor allem Unternehmen, denen es gelingt, die zahlreichen strukturellen und sogar gesellschaftlichen Hindernisse zu überwinden, die ihr Wachstum bremsen. Wenn man diese Hindernisse im Detail betrachtet, wird der Verdienst der Landwirte, die an ihrer Berufung festhalten und sie in einen unternehmerischen Erfolg verwandeln, noch deutlicher.

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Der robuste IMT Traktor, ein Überbleibsel der jugoslawischen Ära, perfekt geeignet für die kleinen Flächen der meisten landwirtschaftlichen Betriebe im Kosovo.

Natürlich wäre es unfair zu behaupten, der kosovarische Staat überlasse die Bauern ganz sich selbst. Die Landwirtschaft wird tatsächlich unterstützt, sowohl durch ein System direkter Zahlungen, ähnlich wie in der Schweiz und den Ländern der Europäischen Union, als auch durch Subventionen des Landwirtschaftsministeriums oder auf regionaler Ebene durch die zuständigen Abteilungen der Gemeinden. In der Realität funktioniert diese Unterstützung jedoch nur unvollkommen.

Felder zwischen Suhareka und Mushtishta (Süden des Kosovo).

Zum einen, weil das System der Direktzahlungen an die deklarierte Fläche gebunden ist und daher anfällig für Missbrauch bleibt: Aufgrund einer gewissen Intransparenz, die durch die extreme Zersplitterung der landwirtschaftlichen Flächen entsteht, erhalten viele Eigentümer Unterstützung, ohne tatsächlich etwas auf dem Stück Land anzubauen, das ihnen gehört. Das Landwirtschaftsministerium, das sich des Problems bewusst ist, versucht die Vergabekriterien zu ändern, indem es sich stärker an den tatsächlichen Produktionszahlen orientiert und weniger an der im Kataster eingetragenen Fläche. Eine langwierige Arbeit, die Schritt für Schritt vorangeht.

Zum anderen verfügt das Landwirtschaftsministerium zwar über ein jährliches Subventionsbudget von 30 bis 35 Millionen Euro, das höchste aller Ministerien, doch die Nachfrage übersteigt diese Summe bei Weitem. Naim Kicaj, Projektleiter und Mitbegründer von BIOKS, einem Dienstleistungsunternehmen, das Firmen beim Erhalt staatlicher und ausländischer Fördermittel unterstützt, ist dafür der ideale Ansprechpartner, zumal mehr als ein Drittel seiner Kundschaft aus Landwirten besteht. ” Von acht Anträgen, die beim Ministerium eingehen, erhält nur einer eine Finanzierung”, berichtet der Einwohner von Suhareka, einer der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen des Kosovo. “Und die Einstellung der USAID Finanzierung durch die US Administration wird die Lage nicht verbessern.”

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Wie viele andere landwirtschaftliche Betriebe im Kosovo setzt auch dieser Hof in der Umgebung von Suhareka auf Diversifizierung. Zwischen den dutzenden neu gepflanzten Walnussbäumen weiden Hühner, die im Freien gehalten werden, ganz frei.

Sicher ist, dass die Unterstützung nicht zu unterschätzen ist, wenn ein landwirtschaftlicher Unternehmer es schafft, die Finanzierung für ein bestimmtes Projekt zu erhalten, da der Maximalbetrag zwischen 100 000 und 400 000 Euro liegen kann, etwa für ein Großprojekt in einem spezifischen Bereich wie der Verarbeitung von Fleisch oder Gemüse.

Doch es gilt, sich durch zahlreiche rechtliche und administrative Hürden zu kämpfen, um an die staatlichen Mittel zu gelangen. “Im Gegensatz zu den Direktzahlungen werden staatliche Subventionen nicht automatisch auf Grundlage der bewirtschafteten Fläche oder der Produktion vergeben,” erklärt Naim Kicaj. “Eine der drei folgenden Bedingungen muss zwingend erfüllt sein: entweder der Eigentumsnachweis für das Grundstück, der Nachweis, dass das Grundstück einem direkten Vorfahren gehört hat, oder ein notariell beurkundeter Mietvertrag. Die Privatisierung der staatlichen Kooperativen, die vor dem Krieg das vorherrschende System waren, hatte jedoch zur Folge, dass 75 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Kosovo ohne rechtmäßigen Eigentümer geblieben sind.” Daher haben viele Landwirte überhaupt keine Möglichkeit, eine Subvention zu beantragen. Die Behörden, sich der Problematik bewusst, haben ein Verfahren zur Eigentumszertifizierung eingeführt, das Zeugenaussagen erfordert, doch dieses kann sich schnell als kompliziert erweisen, insbesondere wenn die Erbberechtigten im Ausland leben. “Das ist ein wesentliches Hindernis für Investitionen im Agrarsektor,” betont der Fachmann.

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Hühnerhaltung in der Umgebung von Suhareka.

Die rechtliche Unsicherheit in Bezug auf den Landbesitz hat zudem eine schädliche Nebenwirkung, die seit einigen Jahren spürbar ist: den Rückgang landwirtschaftlicher Flächen zugunsten von Parzellen, die für die Industrie bestimmt sind. “Es gibt zwar einen Nutzungsplan, der festlegt, welche Parzellen Schutzgebiet sind, aber dennoch sieht man häufig, dass auf diesen landwirtschaftlich vorgesehenen Flächen Industriegebäude errichtet werden”, erklärt eine Quelle aus der Abteilung für Eigentum und Kataster in Suhareka. Der Bau von Industriegebieten, die dem Nutzungsplan entsprechen, würde diese Probleme vermeiden, und genau das versucht die Gemeinde umzusetzen.

Kurz gesagt, es ist nicht einfach, unter solchen Bedingungen ein landwirtschaftliches Projekt zu entwickeln. Zumal die ländliche Infrastruktur äußerst unzureichend ist; viele landwirtschaftliche Zufahrtsstraßen sind in schlechtem Zustand oder sogar unpassierbar, und Ausbauanträge stoßen auf die begrenzten Haushaltsmittel der Gemeinden. Was die Bewässerung betrifft, bleibt sie unzuverlässig. Einige Dörfer in ländlichen Gebieten warten seit Jahrzehnten darauf, an ein Wasserversorgungsnetz angeschlossen zu werden und können sich nur auf privat angelegte Brunnen verlassen, die auf eigene Kosten errichtet werden, auch wenn die Kürze der Anbausaison die Auswirkungen sommerlicher Dürren derzeit noch etwas abmildert.

Weinberge in der Umgebung von Suhareka.

Schließlich bremsen auch gesellschaftliche Faktoren die Entwicklung des Sektors. Landwirtschaft wird häufig als wenig attraktiv angesehen im Vergleich zum Immobilien oder Dienstleistungssektor. Frauen sind in diesem Bereich aktiv, teils sogar an der Spitze innovativer Betriebe, müssen jedoch darum kämpfen, als unabhängige Unternehmerinnen vollständig anerkannt zu werden. Was die kollektiven Synergien betrifft, die zumindest notwendig wären, um die finanzielle Belastung durch den Kauf von Produktions oder Verarbeitungsmaschinen für bäuerliche Haushalte zu verringern, so werden diese leider durch ein tief verwurzeltes Misstrauen gegenüber landwirtschaftlichen Genossenschaften behindert, die mit der sozialistischen Ära assoziiert werden.

Die Haltung von Milchkühen sowie der Direktverkauf von Milch und Käse bilden die Grundlage des Betriebs von Drita Kabashi in Sallagrazhde in der Gemeinde Suhareka.

Infolgedessen ist das Land trotz der Dynamik einiger lokaler Initiativen (wie jener, die wir im nächsten Teil vorstellen werden) weit von der Ernährungsselbstversorgung entfernt. Die Abhängigkeit von Importen – insbesondere über Supermarktketten wie VIVA Fresh, SPAR oder CONAD, die sich zunehmend gegenüber Dorfmärkten und kleinen Lebensmittelgeschäften durchgesetzt haben, in einem Land, dessen Bevölkerung immer stärker in den Städten konzentriert ist  stellt ein Problem dar. Sie wirft langfristig Fragen der Ernährungssicherheit auf, aber auch der öffentlichen Gesundheit, da viele importierte verarbeitete Produkte von minderwertiger Qualität sind und aus stark intensivierten Agrarsystemen der Nachbarländer wie Nordmazedonien, Kroatien und anderen stammen. Und dennoch verfügt Kosovo über të gjitha Voraussetzungen, um gut zu produzieren, gut zu essen und gut zu exportieren.

Blaise Guignard

MUSUB: Multikulturelle Suchtberatung – jetzt auch auf Albanisch

Aufgrund der steigenden Nachfrage aus der albanischsprachigen Community in den Kantonen Basel-Stadt und Baselland bietet die Fachstelle MUSUB – Multikulturelle Suchtberatung ihre Dienstleistungen neu auch in albanischer Sprache an.

albinfo.ch hat mit Philippe Schmidt und Sadije Kastrati von der Fachstelle MUSUB gesprochen, um mehr über dieses Angebot und ihre tägliche Arbeit zu erfahren.

Sadije Kastrati

„Wir wollen die Menschen in ihrer Sprache und Kultur abholen“

albinfo.ch: Wer oder was ist MUSUB?

Philippe Schmidt: Wir sind eine spezialisierte Beratungsstelle für Menschen mit Suchtproblemen, wie Alkoholabhängigkeit oder Spielsucht. Unser Team besteht aus Fachpersonen der Psychologie, Psychotherapie, Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik. Die MUSUB gibt es seit 1998. 2018 haben wir uns mit dem Blauen Kreuz beider Basel zusammengeschlossen.

Sadije Kastrati: Ich berate auf Albanisch und Deutsch, Philippe vor allem auf Englisch und Deutsch. Wir begegnen den Menschen da, wo sie stehen – sprachlich und kulturell.

„Wir beraten in 12 Sprachen – jetzt auch auf Albanisch“

albinfo.ch: Was genau machen Sie bei MUSUB?

Schmidt: Wir bieten kultursensible Suchtberatung an – für Menschen mit unterschiedlichen Herkunftsgeschichten. Zurzeit beraten wir in zwölf Sprachen.

Kastrati: Bei Bedarf ziehen wir interkulturelle Dolmetscher*innen hinzu. Sprache ist wichtig, aber genauso das Verständnis für den kulturellen Hintergrund der betroffenen Person.

„Die Beratung ist kostenlos und vertraulich“

albinfo.ch: Für wen ist Ihr Angebot gedacht?

Schmidt: Für alle Menschen mit Wohnsitz in Basel-Stadt oder Baselland. Die Beratung für sie ist kostenlos, weil wir den Zugang so niedrigschwellig wie möglich halten wollen. Alle anderen Personen können gegen einen Kostenbeitrag ebenfalls Beratung von uns erhalten.

Kastrati: Vertraulichkeit ist uns sehr wichtig. Alle Mitarbeitenden unterstehen der Schweigepflicht.

„Wir arbeiten zieloffen – Abstinenz ist nicht immer das Ziel“

albinfo.ch: Wie läuft eine Beratung konkret ab?

Schmidt: Zunächst führen wir ein Orientierungsgespräch. Wir klären die aktuelle Situation und besprechen die Herausforderungen. Dann definieren wir gemeinsam mit den Klient*innen die Ziele.

Kastrati: Wir arbeiten zieloffen. Manche möchten abstinent leben, andere zuerst den Konsum reduzieren. Beides ist in Ordnung – wichtig ist, dass es realistisch und gemeinsam vereinbart ist.

Schmidt: Oft beziehen wir auch das soziale Umfeld mit ein – etwa Partner*innen oder Familienangehörige –, weil Sucht nie nur eine Einzelperson betrifft. Aus diesem Grund beraten wir auch nahestehende Personen.

Warum jetzt Albanisch? Weil der Bedarf da ist“

albinfo.ch: Warum haben Sie sich entschieden, Albanisch ins Angebot aufzunehmen?

Kastrati: Weil viele Menschen mit albanischer Erstsprache in der Region leben – und wir auch direkte Anfragen erhalten haben. Der Bedarf ist da.

Schmidt: albinfo.ch ist eine passende Plattform, um gezielt die albanischsprachige Bevölkerung zu informieren. Wir möchten, dass die Menschen wissen: Es gibt Hilfe – kostenlos, professionell und in ihrer Sprache.

„Ein Anruf oder eine E-Mail genügt“

albinfo.ch: Wie kann man mit MUSUB Kontakt aufnehmen?

Kastrati: Ganz einfach: Ein Anruf oder eine E-Mail reicht. In der Regel erhält man innerhalb von sieben Tagen einen Termin.

Ein Fall aus der Praxis: Zwischen Einsamkeit, Konsum und Neubeginn

Um ihre Arbeit greifbarer zu machen, erzählen die Berater*innen einen anonymisierten Fall aus der Praxis:

Schmidt: „Ein spanischsprachiger Mann, der seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, hat uns kontaktiert. Wegen der Pandemie und der Distanz zur Familie begann er vermehrt Alkohol zu trinken, am Wochenende konsumierte er zusätzlich Kokain. Seine Beziehung litt darunter, ebenso seine Arbeitsleistung. Nach einigen Gesprächen erkannte er, dass sich etwas ändern muss. Gemeinsam mit seinem Hausarzt wurde ein stationärer Entzug organisiert. Die ambulante Beratung wurde danach fortgesetzt. Trotz Rückfällen blieb er dran. Auch seine Partnerin nahm schliesslich Beratung in Anspruch – gemeinsam arbeiteten sie an einer Stabilisierung.“

„Unsere Botschaft: „Mit Uns – Bist Du nicht allein“

Kastrati: „Es ist völlig in Ordnung, sich Hilfe zu holen. Viele Menschen denken, sie müssten alles allein schaffen – das müssen sie nicht.“

Schmidt: „Und jetzt ist Hilfe auch auf Albanisch möglich.“

 

Hier ist das offizielle Programm des Festivals “Tri Net Film Fest”

Das Filmfestival “Tri Net Film Fest” kehrt vom 4. bis 6. Dezember 2025 mit seiner vierten Ausgabe zurück und präsentiert ein ausgewähltes Programm an Kurzfilmen von albanischen, regionalen und europäischen Filmschaffenden. Das Festival findet im Neues Kino in Freienstein statt und verfolgt das Ziel, durch diese Filmform neue Brücken zwischen Kulturen zu bauen, die in der zeitgenössischen Szene zunehmend an Bedeutung gewinnt.

albinfo.ch ist der Medienpartner des Festivals.

Der Kurzfilm bleibt ein Format, in dem Idee und Emotion direkt verdichtet werden. Für die Filmschaffenden ist er ein freier Raum des Experimentierens; für das Publikum eine Möglichkeit, neue Geschichten kennenzulernen, die unterschiedliche Facetten der Realität zeigen. Genau dieses vielseitige Mosaik schafft das Tri Net Film Fest jedes Jahr aufs Neue.

Offizielles Programm 2025

Erste Nacht – Donnerstag, 4. Dezember 2025 (19:30)
“Një histori e parrëfyer” – Sara Hoxhaj
“Emri im është Sonila” – Suela Bako
“Në sytë e Xhelos” – Besa Tusha
“Mbijetesa dhe shkolla” – Ilir Kabashi
“Atje ku qershitë janë gjithmonë të kuqe” – Shqipe Bebe Krasniqi

Zweite Nacht – Freitag, 5. Dezember 2025 (19:30)
“Sharing” – Granit Dragaj
“Në kërkim” – Alban Goranci
“Bleifrei 95” – Tina Muffler & Emma Hütt
“Return to Kosovo” – Emma Strauss, Julius Strauss, Donald Harding & Ben Harding

Dritte Nacht – Samstag, 6. Dezember 2025 (18:30)
“Çarcafët” – Evi Gjoni
“N’rreth” – Bekim Guri
“IMMACULATA” – Kim Lêa Sakkal
“Sorpresa” – Daniel Best Arias
“Rruga” – Mauro Zaçe

Ort und Tickets

Neues Kino, Strickgasse 1, 8427 Freienstein
20 CHF pro Abend
Festivalpass 50 CHF für alle drei Abende (inklusive Afterparty)
Reservierungen über www.neueskino.ch
Ein Getränk ist im Preis inbegriffen.

Der Abschlussabend endet mit einer Afterparty, die von Xhaner Gashi und Bexhet Sallai gestaltet wird.

Das Tri Net Film Fest bietet drei Abende voller neuer Geschichten und frischer filmischer Stimmen. Das Publikum ist eingeladen, Teil dieser kulturellen Begegnung zu sein, in der der Kurzfilm als Dialograum zwischen Filmschaffenden und Zuschauerinnen und Zuschauern wirkt. Merken Sie sich die Daten vor und reservieren Sie rechtzeitig Ihren Platz.

SHKSH “Bashkimi” Uster: Kultureller Nachmittag mit Dr. Elena Kocaqi

Der Albanische Kulturverein “Bashkimi” in Uster organisiert einen besonderen Nachmittag, der seltenen Dokumenten, vertieften Analysen und neuen geschichtlichen Ansätzen gewidmet ist. Die Veranstaltung soll einen reflektierenden Rahmen für alle bieten, die sich für wissenschaftliche Fakten und Debatten interessieren, die das kritische Denken fördern.

Hauptgast dieser Veranstaltung ist Dr Elena Kocaqi, die ihre Bücher vorstellen und ihre neuesten historischen Erkenntnisse präsentieren wird. Nach dem Vortrag haben die Anwesenden die Möglichkeit, sich auszutauschen und ihre Fragen zu stellen.

Die Veranstaltung findet am Sonntag, dem 23. November 2025, im Mehrzwecksaal Kreuz, Apotherkerstrasse 13, 8610 Uster, ab 13:00 Uhr statt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Eintritt frei.

Das Gesamtalbanische Folklorefestival in Lausanne zwischen Stolz und Botschaften der Zusammengehörigkeit

Während einer bedeutenden zweitägigen Veranstaltung brachten die Albaner der Diaspora ein erfolgreiches Folklorefestival ins Herz der Schweiz, bei dem Tradition, Kunst und nationale Identität über drei Generationen hinweg zum Ausdruck kamen.

Das Gesamtalbanische Folklorefestival, das erstmals in Lausanne stattfand, endete mit großen Emotionen und einer unbeschreiblichen Energie und ließ zwei Tage voller Lieder, Tänze, Farben und Heimweh zurück. Dieses außergewöhnliche Ereignis, organisiert vom Ensemble Ilirët unter der Leitung von Ilir Bytyqi in Zusammenarbeit mit Fatime Kalimashi, brachte Ensembles aus der ganzen Schweiz und aus Europa zusammen, um die Kraft des albanischen Kulturerbes in der Diaspora sichtbar zu machen.

Organisatoren des Festivals: Ilir Bytyqi und Fatime Kalimashi

In einer festlichen Atmosphäre, mit der Teilnahme von Hunderten Tänzern aller Altersgruppen, bewies das Festival, dass die albanische Folklore auch fern der Heimat mit Leidenschaft weiterlebt und sich entwickelt. Zwei Tage lang füllte sich die Bühne in Lausanne mit den Klängen der Çiftelia, den Schritten der Opinga und den farbenfrohen Trachten aus allen albanischen Regionen.

Zum Sieger des Festivals wurde das Ensemble Gëzuar aus Genf erklärt, mit dem Tanz Gëzuar 2 des Choreografen Xhemaili Berisha und dem Tanz Mërgimi des Choreografen Ilir Loku, einem kraftvollen Kunstwerk, das den Weg der Albaner in der Diaspora über drei Zeiten beschreibt, gestern, heute und morgen, dargestellt durch drei Generationen, Eltern, Kinder und Enkelkinder. Ihre Darbietung wurde von einer eigens komponierten Musik von Ylber Hasani begleitet.

Fadil Avdiu, Leiter des Ensembles” Gëzuar”, sagte gegenüber Albinfo.ch: ” Seit zwanzig Jahren treten wir in Genf auf, mit der Teilnahme von drei Generationen. Wir haben uns von den Organisatoren Ilirët respektiert und unterstützt gefühlt. Wir haben jeden Tag von 18.00 bis 22.00 Uhr trainiert, ohne Fehlzeiten, trotz Verpflichtungen in Schule oder Arbeit. Der Tanz Mërgimi war eine Premiere, die uns alle emotional berührt hat. Meine Botschaft ist klar: Es lebe die nationale Einheit und verflucht sei derjenige, der uns nicht vereint sehen möchte. ”

Ajet Cërvadiku

Der zweite Platz ging an die Gruppe “AlbaKult” aus Bern, die als Gruppe mit den besten Instrumentalisten ausgezeichnet wurde, dank ihres Engagements für die Bewahrung und Weiterentwicklung der Çiftelia und des traditionellen Volksgesangs. Ihr Leiter, Ajet Cërvadiku, erklärte: ” Die Folklore braucht Erneuerung und eine behutsame Modernisierung, damit sie auch mit den jungen Generationen sprechen kann. Mein Ziel ist es, dass jeder junge Mensch die Çiftelia spielen kann und seine Wurzeln kennt. Dieses Festival war ein wunderbares Treffen zwischen den Generationen und eine außergewöhnliche Gelegenheit, unsere Kultur weiter voranzubringen. ”

Zu den Ehrengästen gehörte Musa Kamenica, Präsident des Gemeinderats von Lausanne, der die Bedeutung solcher Veranstaltungen hervorhob: ” Die Schweiz ist ein Land, das uns erlaubt, unsere Identität zu pflegen. Das ist keine Ablehnung der Integration, im Gegenteil, es ist ein Mehrwert. Die albanische Jugend sollte unsere Kultur als Reichtum sehen und nicht als Last. ”

Dilaver Kryeziu, ethnomusicologue expérimenté, a déclaré pour Albinfo qu’il avait été profondément impressionné par la préservation des détails ethnographiques: ” Ils étaient préparés jusqu’aux opinga et aux foulards. Le public a vu du 100 pour cent albanais, avec enthousiasme. La conservation des costumes, des chants, des danses et des particularités régionales prouve que nous avons un héritage que personne ne peut nous enlever. “

Le festival a également été marqué par la présentation de Flora Balaj, qui a offert un riche aperçu des costumes traditionnels albanais de différentes régions, remportant les applaudissements du public grâce à son élégance et son engagement.

Parmi les personnalités présentes figurait aussi Gzim Rama, représentant de la municipalité de Moudon, qui a déclaré: ” Ce festival est une manière concrète de préserver notre identité. Ma fille fait partie de l’ensemble Ilirët, et cela me rend fier, car elle vit et transmet les valeurs qui appartiennent à son sang. “

In der Zwischenzeit zog Ema Hoti, die unter 250 Teilnehmerinnen zur Miss Sympathy in Switzerland gewählt wurde, die Aufmerksamkeit des Publikums nicht nur durch ihre Schönheit auf sich, sondern auch durch ihr Engagement für die Kultur: ” Ich bin in der Schweiz geboren, aber wenn ich die Tracht anziehe und albanisch tanze, fühle ich mich wie zu Hause. Das ist ein Teil von mir, den ich nicht verlieren möchte. ”

In einer Stellungnahme für Albinfo.ch sagte Ilir Bytyqi, Vorsitzender des organisierenden Ensembles Ilirët, unter anderem: ” Dieses Festival war für mich ein großes emotionales Erlebnis, denn seine Resonanz zeigte, dass unsere Kultur eine außergewöhnliche Kraft besitzt, sowohl in der Diaspora als auch in den albanischen Gebieten. Ich habe es als einen gemeinsamen Erfolg unserer gesamten Gemeinschaft empfunden. Wenn wir vereint sind, gelingt es uns, unsere Kultur mit Würde und Stolz zu bewahren und zu fördern. “

Er fügte hinzu: ” Die albanische Diaspora ist völlig in der Lage, stabile kulturelle Institutionen zu schaffen. Wir haben die Energie, das Talent und das Potenzial  es fehlt nur etwas mehr Struktur und eine langfristige Vision, die auf Professionalität und Zusammenhalt basiert. Wenn wir diese Elemente vereinen, bewahren wir nicht nur unsere Traditionen, sondern schaffen echte Institutionen, die unsere Identität würdig vertreten. “

Für die Organisation dieses Festivals wurden Ilir Bytyqi und seine unermüdliche Mitarbeiterin Fatime Kalimashi von allen Teilnehmern für ihre Ernsthaftigkeit, ihre herzliche Gastfreundschaft und ihre Fähigkeit gelobt, ein Ereignis zu schaffen, das Emotion, Sehnsucht und vor allem albanischen Stolz geweckt hat.

Dieses Festival war nicht nur eine folkloristische Veranstaltung. Es war eine identitätsstiftende Spur, eine Brücke zwischen den Generationen und ein lebendiges Zeugnis unserer Kultur.

Auftritte auf der Bühne

Erster Abend – 15. November:

Verein Bashkimi – Uster
Verein Pavarësia – Deutschland
Iliria – St. Gallen
Kulturverein Sharri – St. Gallen
Tanzgruppe Shqiponjat – Italien
SHKA Ilirët – Lausanne

Zweiter Abend – 16. November:

Ensemble Gëzuar – Genf
SHKA Ilirët – Lausanne
Ensemble Trojet – Winterthur
Verein Etnika – Genf
Verein Bashkimi – Bern
Rinia Contact – Genf
SHKA Ilirët – Lausanne

albinfo.ch
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(Fotot: Butrint Bytyqi)

“Voice of My People” – Ein gemeinschaftliches Werk, das ein wahres Leben erzählt

Der Dokumentarfilm Voice of My People ist das Ergebnis einer seltenen kreativen Zusammenarbeit zwischen drei Regisseuren  Lorenzo Oschwald, Ansgar Wörner und Nico Gerspacher, die ihre Visionen, ihre Beobachtungsethik und ihre erzählerische Verantwortung miteinander verbunden haben, um ein ehrliches Porträt von Islam Alijaj zu schaffen. Mit über einem Jahr Dreharbeiten, mehr als 100 Stunden Filmmaterial und einem ausgewogenen Ansatz zwischen Intimität und öffentlichem Engagement möchte der Film nicht nur die Geschichte eines Kandidaten offenlegen, sondern auch das menschliche, emotionale und gesellschaftliche Wesen von Repräsentation.

Voice of My People war Teil des renommierten Zurich Film Festival ZFF, das Anfang Oktober stattfand. In diesem Interview berichtet das Regieteam über den Entstehungsprozess, die Herausforderungen, die Beweggründe und die Erwartungen, die sie mit diesem Dokumentarfilm verbinden.

albinfo.ch: Was hat Sie inspiriert, die Geschichte von Islam Alijaj zu dokumentieren?

Persönliche Motivation – Oschwald, Wörner, Gerspacher: Wenn man Islams Geschichte zum ersten Mal hört, denkt man: “Das kann sich niemand ausgedacht haben.” Dann begegnet man ihm und merkt: Er meint es vollkommen ernst. Und er zieht es bis zum Ende durch. Für mich war das Spannendste zu sehen, was sich hinter einer politischen Kampagne verbirgt. Da wird dir klar, dass Politiker einfach Menschen sind. Und Menschen mit ihren Geschichten haben mich schon immer angezogen. Die Möglichkeit, ihn aus nächster Nähe zu begleiten und von innen heraus zu verstehen, was es bedeutet, Politiker zu sein, war wirklich faszinierend.

albinfo.ch: Sehen Sie seine Rolle eher als inspirierende Einzelperson oder als Vertreter der Gemeinschaft von Menschen mit Behinderungen?

Wörner: Islam ist eine beeindruckende Figur. Wer unter seinen Bedingungen seinen Weg geht, zeigt großen Willen und Mut. Aber er gibt auch all jenen Mut, die denken, sie hätten nicht “die nötigen Voraussetzungen”, um ihre Ziele zu erreichen.

albinfo.ch: Wie haben Sie den kreativen Ansatz als Co-Regisseure aufgeteilt und welche waren die größten Herausforderungen während der Dreharbeiten?

Gerspacher: Es ist ungewöhnlich, dass drei Personen gemeinsam einen Film drehen. Das hat nur funktioniert, weil wir uns seit vielen Jahren kennen und ein totales Vertrauen zueinander haben. Wir wussten, dass der Film für jeden von uns Priorität hatte und dass wir alle drei auf dieselbe Vision hinarbeiteten.
In der Vorbereitung haben wir Stil, Ansatz und Struktur besprochen. Danach haben wir die Aufgaben verteilt: Lorenzo übernahm Regie und Kamera während der Dreharbeiten. Ansgar und ich haben mehrmals assistiert, aber es war klar, dass Lorenzo am Steuer war. Nach dem Dreh übernahm Ansgar den Schnitt, während ich mich um das Farbkonzept, die Musik und das Sounddesign kümmerte. Jetzt, bei der Distribution des Films, sind hauptsächlich Ansgar und ich verantwortlich.

albinfo.ch: Wie lange dauerte der Drehprozess und welche waren die wichtigsten Etappen?

Oschwald: Wir hatten über 30 Drehtage, verteilt über ein Jahr, mit mehr als 100 Stunden Material. Es gab kein Drehbuch, da es ein Dokumentarfilm ist. Der einzige feste Punkt war die Wahlnacht, die das Ende der Erzählung bestimmte. Wir begleiteten Islam in ganz unterschiedlichen Situationen — persönlichen und beruflichen.
Dann begann der Schnitt, bei dem wir aus kleinen Fragmenten eine zusammenhängende Geschichte formen mussten, die seine verschiedenen Rollen widerspiegelt: Individuum, öffentliche Figur, Vater, Aktivist und Politiker. Es war eine Herausforderung, eine dramatische Spannung zu erzeugen, obwohl das Ende bereits bekannt war, doch gerade das machte den kreativen Prozess so interessant.

albinfo.ch: Wie ist es Ihnen gelungen, zwischen der persönlichen, öffentlichen und politischen Ebene die Authentizität zu bewahren?

Oschwald: Das gelang uns, weil wir Islam in sehr unterschiedlichen Umgebungen begleiteten – von der Wahlkampagne bis zu einem Familienausflug in den Zoo. Der Film blickt hinter die Fassade der öffentlichen Figur und zeigt ihn als Menschen: mit Ängsten, Druck, Ambitionen und familiärer Liebe. Die Herausforderung bestand darin, all diese Aspekte in nur 90 Minuten zu ordnen.

albinfo.ch: War Ihr Ziel, einen historischen Sieg zu dokumentieren oder eine Debatte über Inklusion anzustoßen?

Wörner: Am Anfang stand nicht fest, ob er gewinnen würde. Natürlich macht sein Wahlsieg den Film kraftvoller. Nach den Wahlen brachte ich Islam nach Berlin und organisierte ein Treffen mit der damaligen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken. Dort sprachen sie darüber, wie Parteien Menschen mit Behinderungen mehr Türen öffnen können. Der Film hat also eine mehrfache Wirkung — politisch, gesellschaftlich und menschlich.

albinfo.ch: Haben Sie das Thema der Wahrnehmung des Namens „Islam Alijaj“ behandelt?

Wörner: Ja, auch im Wahlkampf wurde mit seinem Namen gespielt. Für Filmschaffende ist das interessant. Für die meisten Menschen ist es jedoch völlig unwichtig, ob er Islam oder Tobias heißt.

albinfo.ch: Was ist seine stärkste persönliche Eigenschaft?

Oschwald: Seine Ausdauer und die Fähigkeit, sich zu hundert Prozent auf ein Ziel zu konzentrieren. Er hält einen enormen Druck aus. Im Film sagt er, sein Gehirn arbeite “mit 150%”, doch oft sehen die Menschen nur das Äußere.

albinfo.ch: Wie hat das Publikum reagiert?

Gerspacher: Sehr positiv. Die unmittelbare und ehrliche Dimension des Films berührt die Menschen. Bei der Premiere am Zurich Film Festival kamen viele bewegt auf uns zu und bedankten sich. Das ist die größte Anerkennung für ein Filmteam.

albinfo.ch: Welche Wirkung kann dieser Dokumentarfilm haben?

Wörner: Er gibt Mut und baut Barrieren ab.
Gerspacher: Wir möchten den Film nicht nur in der Schweiz zeigen, sondern im gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Wir suchen Partner, die uns helfen, diese Geschichte so weit wie möglich zu tragen.

albinfo.ch: Sehen Sie ihn eher als historisches Dokument oder als Aufruf zur Veränderung?

Wörner: Vor allem soll der Film inspirieren. Er zeigt, dass Barrieren dazu da sind, überwunden zu werden, und dass jeder von uns ein Auslöser für Veränderung sein kann.

albinfo.ch: Werden Sie weiterhin Themen wie Gleichberechtigung und Repräsentation behandeln?

Gerspacher: Ja. Ich bin auch an mehreren anderen Dokumentarfilmen mit sozialen Themen beteiligt, von den Rechten indigener Gemeinschaften bis zur Gleichstellung der Geschlechter.

Voice of My People ist nicht nur eine Dokumentation über einen politischen Erfolg, sondern auch ein intimer Blick auf eine Stimme, die viele andere vertritt. Durch die kreative Harmonie der drei Regisseure vermittelt der Film eine berührende Erzählung, die zum Nachdenken anregt und daran erinnert, dass Repräsentation kein Privileg, sondern ein Recht ist. Die Reaktionen des Publikums zeigen, dass diese Geschichte über das Individuum hinausgeht – sie eröffnet ein neues Fenster für die Schweizer Gesellschaft und für die Rolle, die Menschen mit sichtbaren oder unsichtbaren Herausforderungen im öffentlichen Raum spielen können. Der Dokumentarfilm bleibt damit ein Zeugnis für die Kraft einer Stimme, wenn sie ehrlich gehört und von einem verantwortungsvollen Kreativteam erzählt wird.

Für die Hauptfigur des Films

Der Politiker der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz SP, Islam Alijaj, lebt mit einer körperlichen Behinderung und einer ausgeprägten Sprachbeeinträchtigung. Als er trotz eines wenig aussichtsreichen Listenplatzes in den Zürcher Gemeinderat gewählt wurde, galt dies als ein kleines Wunder. Danach entschied er sich, ein noch höheres Ziel anzustreben ein Mandat im Schweizer Nationalrat. Die Geschichte wiederholte sich, als er mit der Unterstützung vieler Menschen erneut das Unmögliche schaffte.

Der mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne realisierte Dokumentarfilm VOICE OF MY PEOPLE erzählt die Geschichte einer einzigartigen Wahlkampagne. Er gewährt einen seltenen Einblick in die Mechanismen von Wahlkämpfen in der Schweiz und wirft grundlegende Fragen über die wahre Bedeutung von Repräsentation in einer Demokratie auf.

(Luljeta Ademi)

Filmtailer: https://www.youtube.com/watch?v=SW4iuqcICNw&t=3s

Von der Schweiz nach Pristina: albanische Ärzte inspirieren die neue Generation von Medizinstudierenden

Zum ersten Mal fand die “Swiss Medical School” in direkter Zusammenarbeit mit dem Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Pristina statt und markierte damit einen neuen Schritt in der Vertiefung der akademischen Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Albanischen Ärzte in der Schweiz und den Universitäten im Kosovo.

Am 8. und 9. November 2025 fand in den Räumlichkeiten der Medizinischen Fakultät diese bedeutende wissenschaftliche Veranstaltung statt, organisiert vom Verband der Albanischen Ärzte in der Schweiz (LMSHZ) in Zusammenarbeit mit der Organisation der Medizinstudierenden des Kosovo (KOMS).

Die Veranstaltung brachte einige der bekanntesten albanischen Ärzte zusammen, die in der Schweiz tätig sind. Sie hielten Vorträge vor den Studierenden der Medizinischen Fakultät in Pristina, teilten ihre beruflichen Erfahrungen und schufen neue Brücken für die akademische Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und dem Kosovo.

Prof. Dr. Sefedin Muçaj, Dekan der Medizinischen Fakultät

Zur Eröffnung sprachen Prof. Dr. Sefedin Muçaj, Dekan der Medizinischen Fakultät, und Dr. med. Mentor Bilali, Präsident der LMSHZ. Beide betonten die Bedeutung des Erfahrungsaustauschs zwischen den Fachkräften der Diaspora und den Studierenden im Kosovo.

Dr. med. Mentor Bilali, Präsident der LMSHZ

Dr. med. Mentor Bilali, Präsident des Verbands der Albanischen Ärzte in der Schweiz: “Die Swiss Medical School 2025 war eine außergewöhnliche, inspirierende und sehr professionelle Veranstaltung. Unter den Teilnehmenden war eine besondere Energie zu spüren – eine Mischung aus akademischer Motivation und Liebe zur Heimat. Das große Interesse der Studierenden und die enge Zusammenarbeit mit dem akademischen Personal zeigten, dass diese Initiative echte Brücken zwischen Wissen, Erfahrung und unserer beruflichen Identität geschaffen hat. Diese Momente erinnern uns daran, wie viel erreicht werden kann, wenn Wissen, Engagement und unsere Wurzeln vereint werden.”

Laut der LMSHZ “war diese wissenschaftliche Veranstaltung den Absolventinnen und Absolventen der Fakultät für Medizin und Zahnmedizin sowie jungen Ärztinnen und Ärzten gewidmet, mit dem Ziel, den Transfer modernen Wissens und beruflicher Erfahrungen von der Schweiz in den Kosovo zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Universität Pristina bildet eine zentrale Säule dieses Projekts; sie erleichtert den Wissensaustausch und schafft dauerhafte Kooperationsbrücken zwischen albanischen Fachkräften in der Schweiz und jenen im Kosovo und darüber hinaus.”

Nach Abschluss der Veranstaltung teilten mehrere der referierenden Ärztinnen und Ärzte ihre Eindrücke mit Albinfo.ch und äußerten ihre Anerkennung für das Treffen mit den Studierenden in Pristina sowie für deren hohes akademisches Niveau.

Prof. Dr. Alban Y. Neziri, Gynäkologe und Mitglied des Vorstands des Verbands der Albanischen Ärzte in der Schweiz

Prof. Dr. Alban Y. Neziri, Gynäkologe und Mitglied des Vorstands des Verbands der Albanischen Ärzte in der Schweiz.
Vortrag: Prinzipien der Prävention und Behandlung von Gebärmutterhalskrebs
“Die Swiss Medical School 2025 weckte nicht nur das Interesse von Hunderten von Studierenden und Assistenzärzten, sondern wurde erstmals in direkter Zusammenarbeit mit dem Dekanat der Medizinischen Fakultät organisiert. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für die fortschrittliche Zusammenarbeit zwischen dem Verband der Albanischen Ärzte in der Schweiz und den akademischen Institutionen im Kosovo.”

Der Organisation gingen mehrere Treffen zwischen dem Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Sefedin Muçaj, und der Prodekanin für Lehre, Prof. Dr. Aurora Bakalli, voraus.

“Die Veranstaltung wurde in enger Zusammenarbeit mit der Studierendenorganisation KOMS und ihrer Vorsitzenden, Dr. Bardhë Agaj, durchgeführt.
Die Swiss Medical School wurde erstmals von der Ärztekammer des Kosovo akkreditiert. Das Interesse der Studierenden und Assistenzärzte war außergewöhnlich, und die aktive Teilnahme sowie die interaktiven Diskussionen machten diese Veranstaltung zu einem echten akademischen Austausch zwischen Dozenten und Teilnehmenden. Ich wünsche mir, dass diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortgesetzt und weiter vertieft wird”, sagte Dr. Neziri.

Prof. Dr. Përparim Limani

Prof. Dr. Përparim Limani, Chirurg, der das Thema “Zytoreduktive Chirurgie (CRS) und hypertherme intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) bei malignen Erkrankungen der Peritonealoberfläche (PSM)” präsentierte, sagte:
“Es war mir eine besondere Freude, vor den Studierenden der Medizinischen Fakultät in Pristina zu referieren und vertiefte Diskussionen über dieses komplexe, aber äußerst wichtige Thema der modernen Behandlung von Patienten mit Peritonealtumoren zu führen. Besonders beeindruckt hat mich das große Interesse der Studierenden und die kritische Art, mit der sie Fragen und klinische Fälle angegangen sind. Das zeigt, dass im Kosovo eine neue Generation gut ausgebildeter und motivierter Ärztinnen und Ärzte heranwächst.”

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Dr. Durrësim Ramadani, urologe

Dr. Durrësim Ramadani, Urologe, fügte hinzu: “Mein Vortrag behandelte die benigne Prostatahyperplasie, ein sehr häufiges Problem bei älteren Patienten. Es gab eine außergewöhnlich große Teilnahme von Studierenden und jungen Ärztinnen und Ärzten. Es war eine Freude, unser Wissen und unsere Erfahrung mit ihnen zu teilen.”

Dr. Naim Mehmeti

Dr. Naim Mehmeti, Angiologe, betonte: “Ziel meines Vortrags über ‘Tiefe und oberflächliche Venenthrombose’ war es, die Bedeutung der frühen Diagnose und der Vermeidung von Komplikationen hervorzuheben. Die Teilnahme der Studierenden war beeindruckend. Diese Zusammenarbeit zwischen Institutionen und Fachleuten trägt wesentlich zur Weiterentwicklung der Medizin und zur Qualität der Patientenversorgung bei.”

Prof. Dr. Florim Cuculi, Kardiologe, äußerte sich tief beeindruckt von der neuen Generation der Medizinstudierenden im Kosovo: “Ich war begeistert von der Vorbereitung und dem Enthusiasmus der Studierenden. Kosovo hat Hoffnung. Die Politik muss sich um die Zukunft dieser jungen Menschen kümmern, denn der Mangel an Perspektiven für Fachausbildungen treibt sie zur Auswanderung.”

Msc. med. dent. Gazmend Haliti, Zahnarzt, beschrieb diese Ausgabe als ein außergewöhnliches Ereignis: “Die Swiss Medical School in Pristina zeigte ein hohes Maß an Professionalität und Engagement. Die Teilnahme von über 250 talentierten Studierenden zeugte von Leidenschaft und Hingabe für Wissen. Die Zukunft des Gesundheitssystems im Kosovo liegt in dieser Generation. Wir hoffen, dass diese jungen Menschen ihren Beruf im Land ausüben und zum Aufbau eines Gesundheitssystems beitragen, das den Bürgerinnen und Bürgern dient.”

Dr. Bujar Sopi

Dr. Bujar Sopi, Internist, betonte in seiner Erklärung gegenüber Albinfo.ch die Bedeutung der Vermeidung von Komplikationen in der klinischen Praxis: “Akutes Nierenversagen ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Komplikationen in der klinischen Medizin. Mein Ziel war es, die Bedeutung der Prävention hervorzuheben – durch die frühzeitige Erkennung von Hochrisikopatienten und das korrekte Management der Fälle. Nierenversagen ist nicht nur ein Laborproblem, sondern ein klinischer Alarm, der strukturiertes Denken und interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert.”

Die Veranstaltung wurde von praktischen Workshops und interaktiven Sitzungen begleitet, bei denen die Studierenden die Möglichkeit hatten, an klinischen Demonstrationen teilzunehmen und die berufliche Erfahrung der Ärzte aus der Schweiz hautnah zu erleben.

Die “Swiss Medical School” wurde als eine der bedeutendsten Initiativen gewürdigt, die die Verbindungen zwischen der albanischen medizinischen Diaspora und den Hochschulinstitutionen im Kosovo stärkt. Sie schafft dauerhafte Brücken der Zusammenarbeit und des fachlichen Austauschs, die Grenzen überschreiten und die Erfahrung, das Wissen und die menschliche Mission des albanischen Arztes vereinen.

Vorbereitet: Luljeta Ademi / Albinfo.ch