Rassistische Diskriminierung betrifft alle Lebensbereiche und wird immer mehr als ernstes gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Das zeigt der neueste Monitoringbericht der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) für die Periode 2019/2020. Gemeldete Diskriminierung nahm in der Berichtsperiode weiter zu, besonders auch im Internet.
Die Zahl der gemeldeten Diskriminierungserfahrungen ist in den letzten Jahren gestiegen, besonders bei jüngeren Menschen: 40% aller 15- bis 24-Jährigen (+2%) und 39 Prozent der 25- bis 39-Jährigen (+4%) haben in den letzten fünf Jahren Diskriminierung erlebt. Betroffen sind alle Lebensbereiche, besonders häufig steht Diskriminierungserfahrung im Zusammenhang mit der Arbeit. Diese Zunahme zeugt von einem grösseren Problembewusstsein. Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure haben zu verbesserten Meldemöglichkeiten und erhöhter Meldebereitschaft geführt.
Rassistische Hassrede und Verschwörungstheorien im virtuellen Raum nehmen zu
Rassismus und Hassrede verbreiten sich heute besonders über das Internet und die sozialen Medien. Befeuert durch die Covid-19-Pandemie, hat die Verbreitung insbesondere von antisemitischen Verschwörungstheorien zugenommen. Systematische Gegenmassnahmen stehen derzeit noch am Anfang. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure, Internetnutzende und Plattformbetreiber müssen gemeinsam Wege finden, eine sichere, diskriminierungs- und rassismusfreie Umgebung zu schaffen. Die FRB hat deshalb ihre Finanzhilfen für die kommenden Jahre schwerpunktmässig auf Projekte ausgerichtet, welche sich mit Rassismus im Netz auseinandersetzen.
Wahrnehmung von Rassismus als ernstes gesellschaftliches Problem
Rassismus wird von der Mehrheit der Bevölkerung (58%) als ernstes gesellschaftliches Problem wahrgenommen und knapp ein Drittel ist der Ansicht, dass mehr dagegen unternommen werden muss. Aktuelle Ereignisse tragen zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung bei, wie Bundesrat Alain Berset in seinem Vorwort schreibt: «Die Covid-19-Pandemie sowie die ‘Black Lives Matter’-Bewegung haben auch bei uns Ungleichheiten und gesellschaftliche Bruchlinien sichtbar gemacht. Sie rücken Chancengerechtigkeit sowie soziale, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe ins Zentrum der Aufmerksamkeit; und damit auch strukturelle Ursachen von Rassismus und Diskriminierung.»
Monitoring gesellschaftlichen Zusammenlebens
Der alle zwei Jahre von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) publizierte Bericht zeigt anhand aktueller Daten wie sich strukturelle Diskriminierung auf das gesellschaftliche Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirkt. Als Monitoringinstrument leisten die Berichte einen wichtigen Beitrag zur Rassismusbekämpfung. Sie dienen Fachpersonen und Interessierten als Nachschlagewerk und bieten als Instrument zur Langzeitbeobachtung rassistischer Diskriminierung eine Grundlage für die sachliche Diskussion und die Entwicklung nachhaltiger Lösungen.
Die Datenanalyse der Periode 2019-2020 umfasst die Ergebnisse der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» des Bundesamtes für Statistik (BFS), statistische Daten zu zentralen Lebensbereichen und spezifischen Bevölkerungsgruppen (u.a. Integrationsindikatoren), sowie Angaben zu Rechtsurteilen und aus der Beratungspraxis.
Die Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, Jacqueline Fehr, fand sich nach der Absage des Alba Festivals im Gefecht der Medien. Sowohl von der SP als auch von der SVP erntete die Direktorin der Justiz des Innern des Kantons Zürich harsche Kritik. Wieso die Entscheidung für eine kurzfristige Absage fiel und inwiefern sie sich dafür entschuldigen sollte, verriet sie uns im Exklusivinterview.
albinfo.ch: Was war der ausschlaggebende Grund für die Absage des Alba-Festivals?
Jacqueline Fehr: Der Hintergrund ist die bedrohliche epidemiologische Lage. Die Intensivpflegestationen sind stark belegt, die Spitäler sind an der Belastungsgrenze angekommen. In dieser Situation war eine Bewilligung des Alba-Festivals aus zwei Gründen problematisch. Erstens, weil es sich dabei um ein grosses Festival mit vielen Besucherinnen und Besuchern handelt, welche auf einem begrenzten Gelände zirkulieren, tanzen, singen und laut miteinander sprechen. Ähnliche Anlässe wie die Ersatzveranstaltung für das Openair Frauenfeld oder das Zurich Openair wurden von den Veranstaltern oder den Behörden abgesagt. Zweitens richtet sich das Alba-Festival an eine aktuell besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe. Wer im nahen Umfeld von Menschen lebt, die einen Teil des Sommers in Ländern Südosteuropas verbracht haben, ist aktuell einem überdurchschnittlich hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Das zeigen die Zahlen aus dem Contact Tracing und Rückmeldungen aus unseren Spitälern.
Unter welchen Umständen hätte die Absage umgangen werden können?
Wir mussten rasch entscheiden, weshalb die Zeit fehlte, um zusammen mit den Veranstaltern andere Lösungen zu prüfen.
Die Gemüter sind auch aufgrund der Tatsache erhitzt, dass an diesem Samstag einige Technopartys und sogar die Pride mit mehreren zehntausend Teilnehmer*innen stattfinden durften. Inwiefern unterscheiden sich diese Events zum Alba-Festival?
Ich verstehe sehr gut, dass es schwierig ist, das zu unterscheiden. Die Pride ist als politische Veranstaltung eingestuft; solche dürfen laut Covid-Vorschriften immer stattfinden. Anders ist es bei kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen. Diese müssen abgesagt werden, wenn das Risiko zu hoch ist. Und das war beim Alba-Festival nach Einschätzung der Fachleute der Fall.
Sie erhalten zurzeit harsche Kritik von Seiten der SVP und sogar der SP, betreffend der kurzfristigen Absage des Festivals, die Widerrufung der Bewilligung sei höchst irritierend, möchten Sie hierzu Stellung nehmen?
Ich kann den Unmut über den Widerruf sehr gut verstehen. Ich bedaure sehr, dass wir das Festival absagen mussten. Und es tut mir auch sehr leid, dass das so kurzfristig geschah. Dieser Umstand macht die Situation besonders schwierig, sowohl für die Veranstalter als auch für das Publikum, welches sich auf ein tolles Festival gefreut hatte. Wir haben uns den Entscheid nicht leicht gemacht. Doch wir kamen, nachdem wir alle Aspekte sorgfältig abgewogen hatten, zur Überzeugung, diesen Schritt tun zu müssen.
Der albanische Rat verlangt hinsichtlich der kurzfristigen Absage eine Entschuldigung Ihrerseits, inwiefern sind Sie, als Repräsentantin dieser Entscheidung, dazu bereit?
Ich bin sehr unglücklich darüber, dass wir die Bewilligung erst zwei Tage vor dem Anlass zurückgezogen haben. Rechtlich kann ich mich nicht entschuldigen, weil das Gesetz sagt, dass eine Veranstaltung von den Behörden jederzeit, also sogar am Tag der Veranstaltung selber, abgesagt werden kann. Das wissen alle Veranstalter, weil das auf jeder Bewilligung so steht. Persönlich möchte ich mich aber sehr wohl dafür entschuldigen, dass wir die Bewilligung nicht bereits eine Woche früher widerrufen haben.
Dass unsere Begründung des Widerrufs als diskriminierend wahrgenommen wird, nehme ich sehr ernst. Ich habe mich mein ganzes politisches Leben lang für eine inklusive Gesellschaft, für die Integration und Chancengleichheit aller Menschen in der Schweiz und gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus eingesetzt. Dementsprechend schmerzt mich der Diskriminierungsvorwurf. Ich möchte deshalb unser Vorgehen unter dem Diskriminierungsaspekt unabhängig überprüfen lassen und habe die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus um eine Beurteilung gebeten. Damit können wir hoffentlich alle aus den gemachten Erfahrungen lernen.
Gibt es weitere Events, die kurz vor einer Absage stehen, sollte sich die Situation nicht verbessern?
Die zuständigen Fachleute sind laufend daran, die bewilligten Veranstaltungen unter dem Gesichtspunkt der epidemiologischen Lage zu überprüfen. Wir bemühen uns, dies so frühzeitig wie möglich zu tun. Es soll kein zweites Mal zu einem so kurzfristigen Widerruf kommen.
Welchen Stellenwert hat die Impfbereitschaft der albanisch sprechenden Bevölkerung?
Die Impfung ist der beste Schutz gegen die Pandemie. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto normaler wird unser Leben wieder. Der Kanton Zürich strebt darum eine möglichst hohe Impfquote an. Der Regierungsrat versucht auf den verschiedensten Wegen an die Menschen zu gelangen und sie zum Impfen zu motivieren. Insofern hat für uns die Impfbereitschaft aller Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons einen sehr hohen Stellenwert – also auch jene der albanisch sprechenden Bevölkerung.
Haben Sie konkrete Zahlen vorliegen, die aufzeigen, wie viele Albaner*innen sich schon geimpft haben?
Die Spitäler, die am nächsten an der Situation dran sind, melden uns, dass neun von zehn Patienten, die wegen einer Covid-Erkrankung hospitalisiert werden müssen, ungeimpft seien. Und die wissenschaftliche Taskforce des Bundes schrieb in ihrem Update vom 24. August, dass von den 40 Prozent aller Hospitalisierten, die Angaben zum vermuteten Ansteckungsort gemacht haben, 80 Prozent den Kosovo oder Nordmazedonien genannt haben. Das lässt Rückschlüsse auf eine tiefe Impfquote zu.
Welche Massnahmen werden ergriffen, um die albanische Community besser aufzuklären und zur Impfung zu animieren?
Es läuft viel und das seit dem Frühling 2020. Die Fachstelle Integration meiner Direktion hat alle wichtigen Behördeninformationen in zahlreiche Sprachen übersetzt und der Gesundheitsdirektion zur Verfügung gestellt. Diese hat Plakate und Flyer in verschiedenen Sprachen gedruckt – auch auf Albanisch. Die Gemeinden versuchen über ihre Kanäle die einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Es gibt ausserdem Bemühungen von Sportvereinen, Religionsgemeinschaften und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft. Und vor allem gibt es auch starke Anstrengungen aus der albanischen Community selber – ich denke etwa an den Impfaufruf, den albinfo.ch zusammen mit prominenten Frauen und Männern realisiert hat. Für dieses Engagement möchte ich mich im Namen der Regierung herzlich bedanken.
Wie gravierend ist die Covid-Situation im Kanton Zürich zurzeit?
Die Situation ist angespannt. Über 90 Prozent der Intensivbetten sind im Kanton Zürich besetzt. Das Triemlispital muss Operationen verschieben. Wir befinden uns weiterhin in einer kritischen Lage. Wir alle stehen in der Verantwortung, mitzuhelfen, dass sich die Situation nicht weiter verschärft, sondern wieder entspannt. Wir alle können einen Beitrag dazu leisten: Lassen wir uns impfen und motivieren wir unsere Eltern, Freundinnen und Fussballkollegen dazu. Ich danke allen, die sich impfen lassen.
Am 18. September 2021, ab 16:00 Uhr, im Kirchgemeindehaus Bethlehem, Eymattstrasse 2b, 3027 Bern, wird die Jahresversammlung von den Mitgliedern und Förderern des von der verstorbenen Humanistin Fatime Mahmuti initierten Vereins “së bashku” organisiert, in dessen der Vorstand über die arbeit für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Mitrovica berichtet wird zusätzlich werden Expertenberichte und Ziele für die Zukunft ermittelt.
Neben dem formellen Versammlung haben Sie die Möglichkeit, das laufende Projekt “së bashku” für Menschen mit Behinderung in Mitrovica sich zu informieren und zu unterstützen.
Am Ende wird ein Buffet mit traditionellen kosovarischen Speisen angeboten.
Ihre Anwesenheit wird uns Kraft geben, mit Fatimas Abwesenheit und ihrem ständigen Lächeln mit der unermüdlichen Hilfe im Dienst der Menschheit fertig zu werden. Auch Ihre finanzielle Unterstützung wird unsere Arbeit beim Aufbau des Zentrums für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Mitrovica erleichtern.
“Lasst euch impfen, rettet Leben” ist die Hauptbotschaft dieser Kampagne, die voraussichtlich mit anderen Persönlichkeiten fortgesetzt wird, mit dem Hauptziel, die Zahl der von der albanischen Gemeinschaft geimpften Personen zu erhöhen.
Die Kampagne soll auch das Vertrauen der Menschen in die wissenschaftlich nachgewiesenen Ergebnisse und positiven Wirkungen des Impfstoffs stärken und parallel dazu Falschmeldungen und Verschwörungstheorien bekämpfen, die von unbekannten Quellen und anonymen Autoren mit böswilliger Absicht veröffentlicht und verbreitet werden.
Sowohl von den Spitzenpolitikern der Republik Kosovo als auch der Schweizerischen Eidgenossenschaft werden ständig Impf Forderungen gestellt.
Lukas Mandl ist ein ÖVP-EU-Abgeordnete der sich stets mit Stärke und Enthusiasmus für die Positionierung sowie Zukunft des Kosovo und des Westbalkans in die EU einsetzt. Durch seine Arbeit versucht er unermüdlich die Inklusion und Integration des Westbalkans zu fördern, nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem konzeptuell durch das forcieren der demokratisch-europäischen Wertedimensionen. Sein neuestes Werk „Kosovo and the EU – state of play“ veröffentlichte er am 17. Februar 2021 am Nationalfeiertag des Kosovo.
„Österreich und der Kosovo sind eng verbunden: Die Bevölkerung kosovarischer Abstammung in Österreich wächst…Außerdem kommen weit überdurchschnittlich viele Investitionen im Kosovo aus Österreich. Viele heimische Unternehmen setzen auf kosovarische Arbeitskräfte“,- so Mandl über die enorme Wichtigkeit den Kosovo näher kennen zu lernen. Über den Vorwort des Bundeskanzerls Sebastian Kurz hinaus, eröffnet das Buch für die LeserInnen zahlreiche Perspektiven und verrät viele politische und strategische Details über den Kosovo und den Westbalkan. Das lexikalische Nachschlagewerk hat 300 Seiten und ist auf Deutsch, Englisch, Albanisch und Serbisch erhältlich.
In einem Interview mit Albinfo.at spricht Mandl über manche Themen die in seinem Buch behandelt werden.
Albinfo.at: Ihr neuestes Buch (sprich Sammelband) „Kosovo and the EU – state of play“ haben Sie an den Kosovo gewidmet, was soll das Buch bewirken und welche sind die zentralen Themen?
Das Buch führt Menschen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und verschiedenen politischen Parteien zusammen, die zu zentralen Begriffen für die europäische Perspektive der Republik Kosovo Statements abgeben. Man kann das Buch lesen wie ein Lexikon. Man kann einzelne Begriffe nachschlagen und nachlesen, was beispielsweise der kosovarische Verteidigungsminister, der Vorsitzende des Außenpolitik-Ausschusses im Europaparlament oder auch der Serbien-Berichterstatter des Europaparlaments zu einem Begriff zu sagen haben. Die Themen reichen von der Visaliberalisierung, die seitens der EU längst überfällig ist, über die nötigen Reformen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit, die der Kosovo für Investitionen und Jobs machen muss, bis zu Zukunftschancen im Bereich der Digitalisierung und anderen Bereichen.
Albinfo.at: Die politische Prominenz in dem Buch ist sehr stark, steckt da eine Strategie dahinter die Sie uns verraten wollen oder entstand das spontan während der Recherche?
Da war nicht viel zu entscheiden. Es geht darum, Entscheidungsträgerinnen und -träger, die jetzt für die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger des Kosovo und für die Erfüllung des europäischen Traums für ganz Europa, dass alle Europäerinnen und Europäer unter einem Dach sein werden, sehr viel Verantwortung tragen, mit ihrer jeweils persönlichen Sichtweise in einem Buch zu versammeln. Sie alle sind Partnerinnen und Partner meiner parlamentarischen Arbeit in verschiedenen Bereichen. Sie alle habe ich um Beiträge zum Buch gebeten. Die meisten haben zugesagt. So entstand diese Momentaufnahme und dieser Blick in die Zukunft.
Albinfo.at Die europäische Gesinnung in Kosovo ist sehr hoch, was würde passieren, wenn dieser Widerhall der jungen KosovarInnen von der EU weiterhin nicht erwidert wird? Wie wird das in dem Buch behandelt?
Ja, mehrere Mitautorinnen und -autoren gehen darauf ein, dass die Zukunftsthemen nicht nur wichtig sind, sondern auch dringend. Wir müssen alles dafür tun, dass die Zukunft, die alle Menschen guten Willens sich für die Menschen des Westbalkan und speziell des Kosovo wünschen müssen, jetzt beginnt. Die Zukunft beginn jetzt. Daran arbeiten wir. Ich will auch, dass die jungen Menschen im Kosovo wissen, dass sie starke Partner in Europa und in aller Welt haben, denen die Zukunft dieser Generation ein ehrliches Anliegen ist. Diese starken Partner werden immer für die Kosovarinnen und Kosovaren da sein und wissen, dass die Menschen des Kosovo eine große Bereicherung für Europa und die Menschheitsfamilie sind.
Albinfo.at: Kosovo ist „quasi“ Ihr Baby, Sie sind auch der Gründer von der österreichisch- kosovarischen Freundschaftsgesellschaft, haben Sie eine besondere Bindung zu dem Land oder interessiert es Sie nur politisch?
Die Zusammenarbeit mit dem Kosovo ist für mich als österreichischer Abgeordneter im Europaparlament nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Freude und eine Tätigkeit, in der ich sehr viel Sinn erkenne, die mich erfüllt und motiviert, weiterzumachen. Es ist von allergrößter Bedeutung für Österreich und ganz Europa, dass sich der Kosovo und der gesamte Westbalkan gut entwickeln. Dazu kommt, dass ich die Gastfreundschaft, den Zukunftsoptimismus, die Weltoffenheit und die Hands-on-Mentalität der Kosovarinnen und Kosovaren unglaublich schätze. Außerdem ist einer meiner besten persönlichen Freunde ein Österreicher albanischer Herkunft. Er heißt Arber Marku, stammt aus Diber in Nordmazedonien und lenkt die Geschicke unserer Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft als Generalsekretär.
Albinfo.at: Israel hat Kosovo endlich auch als eigenständiges Land anerkannt. Was bedeutet dies für Kosovos Zukunft?
Es sollten endlich die fünf Mitgliedsstaaten der EU, die noch nicht zur großen weltweiten Mehrheit der Anerkennerstaaten gehören, die Republik Kosovo ebenfalls anerkennen. Die Anerkennung durch Israel war und ist eine freudige Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass Israel vor den restlichen EU-Mitgliedsstaaten an der Reihe sein wird. Es ist auch eine persönliche Freude für mich, weil mich auch mit dem Staat Israel und seinen Menschen ganz viel Freundschaft und enge Beziehungen verbinden. Israel hat Durchblick und Übersicht bewiesen, eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen und so Spanien, der Slowakei, Rumänien, Zypern und Griechenland vorgezeigt, wie es geht. In keinem dieser Staaten hat die
Position gegen die Anerkennung mit dem Kosovo zu tun, vielmehr sind es in jedem einzelnen Fall innenpolitische Gründe, die mit dem Kosovo nichts zu tun haben und nicht vergleichbar sind. Die Entscheidung Israels ist eine große Aufwertung für den Kosovo und erhöht den Druck auf diese kleine Minderheit der EU-Mitgliedsstaaten, deren Anerkennung für den Kosovo noch aussteht.
Albinfo.at: Sie meinen die EU müsse ihre Versprechungen einhalten; z.B. die Visaliberalisierung die ständig hinausgeschoben wird, genehmigen. Schließlich dürfen alle EU-BürgerInnen auch visafrei in den Kosovo reisen und die anderen Westbalkanstaaten haben die Visafreiheit jetzt schon länger.Warum wird das weiterhin blockiert, obwohl Kosovo längst die Kriterien dafür erfüllt hat?
Es ist extrem ärgerlich und unfair. Aber es ist auch leicht zu verstehen: Die EU- Verträge – also quasi die Verfassung der EU – verlangt, dass die Entscheidungen im EU-Parlament und auch von den Mitgliedsstaaten getroffen werden müssen. Das EU-Parlament hat für die Visaliberalisierung gestimmt. Und die EU-Kommission hat gleichsam amtlich festgestellt, dass der Kosovo die Kriterien für die Visaliberalisierung erfüllt hat. Bei den Mitgliedsstaaten gibt es aber das Problem, dass Entscheidungen im Bereich Außenpolitik einstimmig getroffen werden. Es müssen also ausnahmslos alle dafür sein. Und diese Einstimmigkeit haben die Mitgliedsstaaten noch nicht zusammengebracht. Ich als Parlamentarier und eine Mehrheit des Parlaments drängt die Mitgliedsstaaten, endlich zu der Entscheidung zu kommen.
Albinfo.at: Sie waren 2019 Wahlbeobachter in Kosovo und sagten darüber: „…es war die bestorganisierte Wahl in diesem jüngsten Staat Europas, der seit 11 Jahren eine Republik ist…“ Sie haben bestimmt auch die letzten Wahlen Feb. 2021 näher verfolgt, meinen Sie hat sich etwas im Vergleich zu damals verändert?
Zusammen mit mehreren EU-Abgeordneten, die enge Kontakte mit dem Kosovo pflegen, habe ich den Parlamentspräsidenten gedrängt, die Pandemie-Regeln aufzuweichen und eine Abgeordneten-Delegation in den Kosovo reisen zu lassen. Der Hauptgrund dafür war, dass ich dazu beitragen wollte, dass nicht nach der Wahl falsche Vorwürfe über deren Verlauf erhoben werden können. Es gibt in der Pandemie keine offiziellen Delegationsreisen des Europaparlaments und auch diese Reise wurde nicht genehmigt. Aber wir konnten erreichen, dass es eine technische Beobachtung seitens der EU – also ohne Abgeordnete – gab. Und auch verschiedene internationale Organisationen haben Beobachtung gemacht. Ich bin froh, sagen zu können, dass mir bis jetzt keine gröberen negativen Berichte über die Durchführung der Wahl zu Ohren gekommen sind. Ich habe daher allen Grund, anzunehmen, dass auch diese Wahl gut organisiert war. Die Demokratie im Kosovo funktioniert sichtlich.
Albinfo.at: Und gleich im Anschluss darauf, wird Albin Kurti sein Job gut meistern, wie schätzen Sie das ein?
Albin Kurti und Vjosa Osmani traue ich zu, als Team einen guten Job zu machen. Die beiden sind eine Allianz eingegangen, die ganz klar das Wählervertrauen bekommen hat. Sie können das schaffen, was ich den Bürgerinnen und Bürgern des Kosovo so sehr wünsche, was sie verdienen: nämlich Stabilität in den Strukturen und auch in
den Ansprechpartnern, und damit viel Kraft für Reformen nach innen und auch außenpolitische Erfolge. Alles das wird wichtig sein. In allen diesen Dingen haben Albin Kurti und Vjosa Osmani so wie auch alle Kolleginnen und Kollegen im kosovarischen Parlament von vielen Seiten viel Unterstützung, natürlich auch von meiner Seite. Überparteiliche Zusammenarbeit wird sowohl für Albin Kurti als auch Vjosa Osmani absolute Pflicht sein, um jene Einigkeit zu schaffen, die für den erwähnten Erfolgsweg für die Kosovarinnen und Kosovaren unbedingt notwendig ist.
Albinfo.at: Wie schätzen Sie die Zukunftsvisionen und die Chancen für die KosovarInnen in den kommenden Jahrzehnten ein?
Es ist politisch viel zu tun. Die Lebensqualität, und natürlich auch die Bildungschancen, die Gesundheitsversorgung und vieles mehr, hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Auch das Miteinander mit den Nachbarstaaten und mit ganz Europa hat sehr viel mit den wirtschaftlichen Beziehungen zu tun. Weil Menschen, die miteinander wirtschaften, haben auch ein besseres Verhältnis. Und die Zukunftschancen der Jungen hängen fast ausschließlich von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Wenn es Rechtsstaats-Reformen gibt, werden mehr Investitionen fließen, werden Jobs geschaffen, werden auch begabte junge Menschen viele Möglichkeiten haben, in ihrem eigenen Land etwas aufzubauen. Es gibt kaum tradierte Industrie. Es gibt eine funktionierende und gute Landwirtschaft. Darüber hinaus braucht es Zukunftschancen in neuen, wachsenden Sektoren. Ein solche Sektor kann und muss jener der Digitalisierung sein. Der Kosovo und der gesamte Westbalkan können so etwas wie das „Silicon Valley Europas“ werden. Dafür braucht es keine tradierte Industrie. Aber es braucht junge Menschen mit jener Energie, jenem Bildungshunger, jenem Wissensdurst und jenem Arbeitsfleiß, wie es die meisten jungen Kosovarinnen und Kosovaren zeigen.
Albinfo.at: Ein Zitat von Karl Dedecius lautet: „Die ganze Misere unserer Geschichte beruhte immer darauf, dass wir den Osten zu wenig kannten.“ Wie würden Sie die Kluft zwischen dem Westen und Osten bzw. Südosteuropa beschreiben und worauf würden Sie einen starken Akzent diesbezüglich setzen?
Das ist ein starkes Zitat, das ich noch nicht kannte. Ich verstehe es sehr gut. Und es ist viel Wahres daran, denke ich. Ich erlebe im Europaparlament auch echte Mentalitätsunterschiede zwischen West- und Osteuropa. Ich sage das ohne jede Wertung. Alle sind Europäerinnen und Europäer, gehören zusammen und sind in einer Schicksalsgemeinschaft auf diesem Kontinent. Von Österreich sagt man gerne, es sei das östlichste Land des politischen Westens. Das hat auch viel fürsich. Ich finde mich auch innerhalb des Europaparlaments immer wieder in einer Vermittlungsrolle, die ich dann auch sehr gerne ausübe. Brücken zu bauen macht Freude. Und das muss auch zwischen West und Ost sowie zwischen Nord und Süd in Europa und darüber hinaus das Motto möglichst vieler Beteiligter sein. Einander zu kennen – und als Westeuropäer den Osten und speziell Südosteuropa zu kennen – ist eine wichtige Vorsorge für dauerhaften Frieden und ein gutes Miteinander. Akzente dafür kann man nicht nur in der parlamentarischen Arbeit setzen, sondern jede und jeder kann das im eigenen Lebensumfeld. Als Österreicher oder Westeuropäer versäumt man viel, wenn man sich für den Osten oder Südosten zu wenig interessiert.
Albinfo.at: Als wichtigste Baustellen für alle 6 Westbalkanstaaten gelten nach wie vor Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Kampf gegen die Korruption. Wie schätzen Sie die Zukunft und die Veränderungen ein, sind die Länder genug bemüht daran zu arbeiten? Wie sieht die EU das?
In der EU gibt es viele Sichtweisen. Diese kommen zusammen in einem neuen Beitrittsprocedere, das für zukünftige Aufnahmen gilt, das wir vor einem Jahr erarbeitet und beschlossen haben. Die einzelnen Verhandlungskapitel werden verhandelt, aber abgeschlossen wird jedes einzelne Kapitel erst, wenn alle Kapitel fertig verhandelt sind. Rechtsstaatlichkeit wird das bei allen sechs Westbalkanstaaten ganz wichtig sein. Vielleicht sollten wir die Gründe für die Wichtigkeit der Rechtsstaatlichkeit in ihrer Gesamtheit aufzählen, das gesamte Spektrum ausleuchten. Denn es geht hier nicht um Bürokratie und Papierkram. Es geht um den Kern und die Seele des europäischen Lebensmodells. Weil ein gutes Miteinander ist dann möglich, wenn Recht gilt und Recht gesprochen wird, und natürlich wenn dieses Recht demokratisch und entlang der grund- und freiheitsrechtlichen Orientierungspunkte zustande kommt. Wenn Recht gilt und Recht gesprochen wird, fließen Investitionen und werden Jobs geschaffen. Rechtsstaatlichkeit hat also unmittelbar damit zu tun, dass es wirtschaftlich aufwärts geht. Und der Kampf gegen Korruption und Organisierte Kriminalität erhöht das gegenseitige Vertrauen in einer Gesellschaft. Das ist für den Frieden und die Haltung der Bürgerinnen und Bürger entscheidend.
Lukas mit Arber Marku, sekretär von Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft
Albinfo.at: Sie betonen die Wichtigkeit der Balkanstabilität für die EU immer und immer wieder, können Sie für uns das nochmal ganz kurz und simpel erklären?
Nur die EU vertritt das europäische Lebensmodell. Die USA vertreten ähnliche Werte, sind aber weit weg, dabei aber dennoch ein willkommener Partner der EU in vielen Fragen. Die EU sucht die Kooperation mit anderen Teilen der Welt. Aber andere Teile der Welt suchen eher die Konfrontation und versuchen, Europa zu schwächen; und zwar durch Spaltung unserer Gesellschaften und der EU als Gemeinschaft. Diese Spaltung lassen wir nicht zu. Der Konfrontation begegnen wir mit Abwehr. Aber gleichzeitig suchen wir weiterhin die Konfrontation. Der Westbalkan ist eine Region, in der manche Teile der Welt, die gegen die europäischen Werte ankämpfen und die Konfrontation suchen, die uns spalten wollen, noch immer versuchen, Fuß zu fassen. Das dürfen wir nicht erlauben. Es ist für ganz Europa wichtig, dass die bewundernswerte und positiv ansteckende proeuropäische Haltung der meisten Bürgerinnen und Bürger des Westbalkan auch in eine echte EU- Integration münden wird. Dafür müssen sich die Führungsebenen in der EU als auch in den sechs Westbalkanstaaten sehr anstrengen. Die Europäerinnen und Europäer verdienen das.
Albinfo.at: Die USA sowie der Westen brauchen das albanisch-amerikanische Bündnis, um die Balkankonflikte und Spannungen unter Kontrolle zu halten, und um die russische Einflussnahme auf die slawischen Völker auf dem Balkan im Blick zu behalten. Wie steht da die EU dazu?
Die Westbalkanstaaten gehören zu Europa, nicht zu den USA. Sie werden hoffentlich Mitgliedsstaaten der EU, nicht Bundesstaaten der USA. Die USA sind der größte und wichtigste Verbündete der EU und unter der neuen Administration im Weißen Haus gibt es auch Signale für ein neues, besseres Miteinander. Ich bin der festen
Überzeugung, dass die EU im Gespräch bleiben muss, niemals Türen zuschlagen darf, sondern aus einer Position der Stärke den Kontakt aufrechterhalten und die Kooperation anbieten muss, auch mit Russland. Gleichzeitig muss die EU das Überschreiten roter Linien von Regimen wie jenem in Russland oder auch jenem in der Türkei mit aller Klarheit sanktionieren. Wir haben einen neuen Sanktionsmechanismus beschlossen, durch den Sanktionen gegen Einzelpersonen besser möglich sind. Damit wird unsere Abwehr gegen Angriffe und Spaltungsversuche zielgenauer. Die EU hat viele Brandherde in ganz Europa über Jahrzehnte hinweg gelöscht. Einst waren auch Deutschland und Frankreich in einer erbitterten Gegnerschaft verhaftet. Heute ist es ganz anders. Und das trifft auf unzählige kleinere und größere frühere Konfliktzonen zu. Das wird auch am Westbalkan gelingen – nicht weil die EU das alleine macht, sondern weil die EU den Rahmen bietet, die den Europäerinnen und Europäern jene Freiheit und jene Wertigkeit gibt, in denen sie selbst den Frieden bauen können. Die USA waren dabei in der Geschichte eine große Hilfe und werden das meiner Meinung nach unter der neuen Administration sein.
Albinfo.at: Auswirkungen der Pandemie auf dem Westbalkan und die Intentionen und Pläne der EU den Ländern aus der Krise zu helfen?
In der Pandemie hat die EU-Kommission die Länder des Westbalkan vom ersten Tag an in Sachen Hilfen beinahe wie EU-Länder behandelt. Das hatte ich aus dem EU- Parlament auch dringend eingefordert. Auch für die Phase der Impfungen gilt, dass im Rahmen der EU-Hilfen und im Rahmen der weltweiten Hilfe für ärmere Regionen unter dem Titel Covax auch die Westbalkanstaaten unterstützt werden. Für den Kosovo stellt Österreich 600.000 Impfdosen zur Verfügung. Vorläufig sind Impfstoffe aber überall knapp. Das gilt auch für China und Russland, die uns vormachen, sie hätte Impfstoffe für uns. Das ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Erstens braucht die Produktion auch dort ihre Zeit und die eigene Bevölkerung ist auch in diesen Ländern noch lange nicht durchgeimpft. Zweitens werden wir mit diesen Behauptungen gefoppt. Das Ziel ist auch hier, unsere Gesellschaften zu spalten. Die Behauptungen sollen Menschen glauben machen, China und Russland seien weiter in der Impfstoffentwicklung oder -verteilung als Europa. Das stimmt aber nicht. Drittens sind diese so genannten Impfstoffe gar nicht zugelassen. Bei der Zulassung geht es nicht um irgendwelche Formalfragen, sondern um unser aller Leib und Leben, um unsere Gesundheit. Deshalb sind Zulassungsverfahren so wichtig. Sie sollen schnell sein, so schnell wie irgendwie möglich. Aber sie sind unumgänglich. China und Russland haben aber bisher keine Anstalten gemacht, ihre Impfstoffe zur Zulassung einzureichen. Und damit bleibt es dabei, dass Propaganda gemacht wird. Es macht mich traurig, dass Teile Europas –innerhalb und außerhalb der EU – dabei mitmachen und einfach mit Notzulassungen – also ohne korrekten Check – diese Impfstoffe verwenden. Das ist in gesundheitlicher Hinsicht falsch und spaltet Europa. Ich bin absolut dafür, gerne auch chinesischen oder russischen Impfstoff zu verwenden, wenn er verfügbar und zugelassen ist. Ersteres ist nur in sehr geringem Ausmaß der Fall, zweiteres gar nicht. Für den korrekten Impfplan sind die Westbalkanstaaten berücksichtigt. Die Krise hat auch eine gravierende wirtschaftliche Dimension, die uns alle länger beschäftigen wird als die gesundheitliche. Hier werden die enge Zusammenarbeit und die Voraussetzungen für Investitionen am Westbalkan wichtiger sein als je zuvor.
Albinfo.at: Welche politischen Ziele haben Sie nie aus den Augen verloren?
Immer für andere Menschen da zu sein, nicht nur für mich; Dinge zu tun, in denen ich einen echten Sinn sehe; Freude an der politischen Arbeit zu haben; gegen Aggression und Hass sowie für Verständigung und Deeskalation, für ein gutes Miteinander mit Respekt vor der Würde jedes Menschen, für Freiheit und Frieden zu kämpfen. Ich bin für jede kleine Hilfe und jede große Unterstützung auf diesem Weg sehr dankbar. Und ich bin froh, wenn hin und wieder etwas gelingt, das sinnvoll und von Dauer ist.
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Albin Kurti und Vjosa Osmani können gemeinsam viel erreichen
Albin Kurti und Vjosa Osmani traue ich zu, als Team einen guten Job zu machen. Die beiden sind eine Allianz eingegangen, die ganz klar das Wählervertrauen bekommen hat. Sie können das schaffen, was ich den Bürgerinnen und Bürgern des Kosovo so sehr wünsche, was sie verdienen: nämlich Stabilität in den Strukturen und auch in den Ansprechpartnern, und damit viel Kraft für Reformen nach innen und auch außenpolitische Erfolge.
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Albinfo.at: Welche politischen Ziele haben Sie nie aus den Augen verloren?
Lukas Mandl: Immer für andere Menschen da zu sein, nicht nur für mich; Dinge zu tun, in denen ich einen echten Sinn sehe; Freude an der politischen Arbeit zu haben; gegen Aggression und Hass sowie für Verständigung und Deeskalation, für ein gutes Miteinander mit Respekt vor der Würde jedes Menschen, für Freiheit und Frieden zu kämpfen. Ich bin für jede kleine Hilfe und jede große Unterstützung auf diesem Weg sehr dankbar. Und ich bin froh, wenn hin und wieder etwas gelingt, das sinnvoll und von Dauer ist.
Omer Dzemali leitet die Herzchirurgie am Zürcher Stadtspital. Der in Nordmazedonien geborene Albaner sagt in einem Interview für Tageseinzeiger, warum die Impfquote unter seinen Landsleuten tief ist und was sich dagegen tun lässt.
Sie sind Herzchirurg, Ihre Patienten müssen oft auf die Intensivstation. Jetzt liegen dort wieder viele Covid-Patienten, darunter viele Menschen, die wie Sie aus dem Balkan stammen. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?
Als Herzchirurg bin ich abhängig von der Intensivstation. Es ist enorm wichtig, dass wir dort Kapazitäten haben, um unsere Patienten behandeln zu können. Es ist beunruhigend, wenn jetzt die Zahlen wieder steigen, wenn die nächste Welle kommt und wir unseren Patienten allenfalls nicht mehr die Qualität bieten können, die ihnen zusteht. Zudem berührt mich natürlich das Schicksal jedes einzelnen Patienten, unabhängig von seiner Herkunft.
Ein Viertel der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt
Albanischstämmige Menschen stecken sich überproportional oft mit Corona an, weil sie nicht geimpft sind, und erkranken so schwer, dass sie ins Spital und häufig sogar auf die Intensivstation müssen. Wie ist das für Sie, der Sie selber aus dem Balkan stammen?
Es stimmt, dass bei uns im Triemli relativ viele albanischstämmige Personen liegen, die gerade aus den Ferien zurückgekommen sind, und zwar unterschiedlichen Alters. Ich finde es unverantwortlich, wenn man sich nicht impfen lässt. Als Mediziner sehe ich keine Gründe, sich nicht zu impfen. Die Impfskepsis existiert allerdings nicht nur in der albanischen Community, sondern ist leider ziemlich weit verbreitet. Auch in der Schweiz insgesamt ist die Impfquote der vollständig geimpften Personen immer noch viel zu tief – in einer Vielzahl von Kantonen unter 50 Prozent.
Es fällt auf, dass die Impfquote inden Balkanstaaten sehr tief ist, besonders in Kosovo, Nordmazedonien, Bosnien und Albanien. Woher kommt die Impfskepsis dort?
Man muss zwei Dinge unterscheiden: einerseits die Impfskepsis. Die gibt es sicher, aber ich glaube in nicht viel grösserem Ausmass als bei Schweizern. Andererseits ist die Impfquote so niedrig, weil die westeuropäischen Länder nicht rechtzeitig Impfstoff geliefert haben. Länder wie Serbien stehen etwas besser da, weil sie von Russland oder China beliefert wurden. Nordmazedonien und Kosovo hingegen sind westeuropäisch orientiert, sie erhielten sehr spät Biontech-Impfungen, und Moderna haben sie immer noch nicht im Angebot. Deswegen verzögerte sich das Impfen, und deswegen kam es durch die Besuche aus der Diaspora im Sommer zu vielen Ansteckungen.
Waren Sie selber ebenfalls in Ihrer alten Heimat in den Ferien?
Ja, ich war in den Sommerferien dort. Ich bin oft wandern gegangen, wie ich das auch in der Schweiz gern tue. Nordmazedonien und Kosovo sind auch bergige Länder. In den Hauptstädten waren die Regeln recht streng, in den Läden galt Maskenpflicht. Je weiter aufs Land hinaus man ging, desto weniger wurden die Schutzmassnahmen eingehalten. Am wenigsten bei Festen und Hochzeiten. Da trafen viele Menschen ungeschützt aufeinander. Inzwischen haben die Behörden in Kosovo die Regeln deutlich verschärft – das Land steht kurz vor einem Lockdown.
Zurück zur Impfskepsis. Was sind die Gründe dafür?
Die Leute sind falsch informiert. Sie glauben Berichten, wonach mit der Impfung ein Mikrochip implantiert wird. Oder sie trauen der neuen Impftechnologie nicht. Es gab also einerseits diese kritischen Berichte, und andererseits wurden die Menschen zu wenig aufgeklärt. Mich haben immer wieder Personen aus der Albaner-Community kontaktiert und gefragt, was ich von der Impfung halte. Ich sagte dann: Meine Kinder sind geimpft, ich bin geimpft, meine Frau ist geimpft. Das ist meine Haltung. Zudem stellte ich die Leute vor die Wahl: Corona-Infektion mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen oder eine Impfung, bei der wir bisher die üblichen Nebenwirkungen, aber kein Desaster gesehen haben. So konnte ich die Skepsis der Leute schnell aus dem Weg räumen, und sie liessen sich impfen.
Kosovarisches Konsulat plant Kampagne mit Zürcher Regierung
Haben Sie sich über Ihre persönlichen Kontakte hinaus fürs Impfen engagiert?
Ich habe mich an einer Kampagne der Gesellschaft albanischsprachiger Ärzte beteiligt. Wir haben per Zoom Statements für die Impfung abgegeben, und die wurden dann auf staatlichen und privaten Fernsehkanälen in Kosovo, Nordmazedonien und Albanien ausgestrahlt. Zudem gibt es Youtube-Videos davon. Das wirkt. Ebenfalls wirkungsvoll ist, wenn die Hausärzte unserer Gesellschaft ihre Patienten direkt ansprechen.
Es braucht also persönliche Überzeugungsarbeit. Was halten Sie von der Kampagne des Kantons, der die Menschen mit Migrationshintergrund mit Plakaten und Videos zum Impfen bewegen will?
Das hat nicht alle, aber doch einige erreicht – vor allem die junge Generation. Und die Secondos haben die Möglichkeit, die ältere Generation zu überzeugen, indem sie diese richtig informieren.
Während der zweiten Welle mussten Sie wegen Überlastung der Intensivstation geplante Herzoperationen verschieben. Wurden Patientinnen oder Patienten dadurch geschädigt?
Zum Glück hatten wir keine gravierenden Komplikationen. Wir mussten zwar Operationen verschieben, doch wir konnten ziemlich gut triagieren. Je nach Schwere der Erkrankung konnten wir die Patienten schneller oder weniger schnell operieren. Schwieriger war es, ihnen zu erklären, dass sie warten müssen. Denn oft haben sie Angst, dass während der Wartezeit etwas passieren könnte. Mittlerweile sind alle behandelt worden, die auf einer Warteliste waren.
Können wir eine erneute Überlastung der Spitäler noch abwenden?
Ich hoffe es sehr, aber die Anzahl der Impfungen muss jetzt wieder deutlich zunehmen. Es ist jetzt sehr wichtig, dass wir die gesamte Bevölkerung erreichen. Wir sind auf deren Mitwirkung angewiesen, damit wir für die Gesundheit der Menschen im Kanton Zürich und darüber hinaus sorgen können. Unsere Gesellschaft hat es selber in der Hand, sich aus der Fessel von Covid zu befreien. Wir alle wollen zu unserer alten Freiheit zurück.
Nicht nur mit angenehmem Geschmack und Aroma, sondern auch wohltuend für Körper, Geist und Seele. “Bliff Organik” Tee, hergestellt aus verschiedenen aromatischen Heilpflanzen, die alle im Kosovo angebaut und biologisch zertifiziert sind, sind eine der Besonderheiten des Marktes im Kosovo.
Erblina Avdijaj zeigt, dass sie umgeben von der Kultur der Heil- und Aromapflanzen aufgewachsen ist. Ihre Familie in Istog beschäftigt sich seit langem mit der Sammlung, dem Anbau, der Verarbeitung und dem Export dieser Pflanzen. Daher war die Idee, ein eigenes Teegeschäft aus aromatischen Heilpflanzen zu gründen, ein absehbarer Schritt.
2019 hat Erblina die Marke „Bliff Organik“ ins Leben gerufen, eine Idee, an der sie seit 2016 arbeitet. Die Impulse für die Umsetzung ihrer Idee kamen aus vielen Richtungen. Neben der Tätigkeit ihrer Familie mit diesen Pflanzen recherchierte Erblina den Markt im In- und Ausland, nahm an Messen ausserhalb des Kosovo teil und gelangte Schritt für Schritt zur richtigen Formel für hochwertige und gesunde Produkte, die auf dem Markt einzigartig sind.
Anfangs umfasste die Linie sieben Produkte – Tees aus verschiedenen Blumen. Anfang dieses Jahres wurde das Sortiment erweitert, die Qualität hat sich immer weiter erhöht und Erblina ist ständig auf der Suche nach Innovationen.
Tee «Relaksohu»
„Ich habe die Aktivität mit sieben Teesorten begonnen: Minze, Linde, Bergfrucht, Grüner Tee, Bergtee, Kamille und Obst. Alle Zutaten werden im Kosovo angebaut und gesammelt“, sagt Erblina. Die Vision von ” Bliff Organik” ist es, etwas anderes auf den Markt zu bringen.
Jetzt ist ” Bliff Organik ” mit 14 Produkten in verschiedenen Geschmacksrichtungen, und passenden Verpackungen auf dem Markt. Neben Filtertee hat Erblina als Innovation „Umschlagverpackungen“ eingeführt, die für Cafés und Restaurants geeignet sind, sowie Ausschussverpackungen. Das verwendete Filtermaterial ist kunststofffrei, entsprechend den Anforderungen des Bio-Standards.
Die besondere Innovation dieser Linie ist der „Relaksohu“-Tee, eine Rezeptur, die nicht nur für guten Geschmack, sondern auch mit entspannender Wirkung kreiert wurde. Die Eigenschaften von Lavendel, Melisse und Kamille wurden zu einem einzigartigen Produkt zusammengeführt.
Tatsächlich werden, wie der Markenname schon sagt, alle Produkte aus biologisch angebauten Pflanzen hergestellt. Beim Sammeln, Trocknen und Weiterverarbeiten als Zutaten der Teesorten beachtet das Unternehmen alle Prozesse des Bio-Standards.
„Das Besondere an unseren Produkten ist die Kettenverfolgung vom Anbau bis zur Endverarbeitung. Produkte werden saisonal frisch angenommen und sofort verpackt. Aus diesem Grund bleiben Qualität, Aroma und Nährwerte erhalten“, sagt Erblina.
Auch bei der Produktlagerung werden alle Standards eingehalten, die den Verbraucher:innen ein Qualitätsprodukt garantieren.
Erblina Avdijaj
Beispiel für erfolgreiche, von Frauen geführte Unternehmen
Derzeit ist die Produktpalette von „Bliff Organik“ nur im Kosovo zu finden: in Märkten, Cafés, Restaurants, Apotheken und kann auf deren Website online bestellt werden. Das Unternehmen bereitet sich mit sicheren Schritten auf die Einführung und den Export vor. „Dafür brauchen wir erhöhte Produktionskapazitäten“, sagt Erblina.
Bliff Organic ist ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches Unternehmen, das von Frauen im Kosovo gegründet und geführt wird. Erblina führt das Unternehmen gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Fitore und Fatbardha und beschäftigt Frauen für jeden Arbeitsprozess.
Auch dieses Unternehmen ist ein gutes Beispiel, welches dank der Unterstützung lokaler Institutionen und ausländischer Organisationen wie Swisscontact, den richtigen Impuls für neue Unternehmer:innen mit Ideen und dem Willen gibt, im Kosovo Geschäfte aufzubauen und Arbeitsplätze zu schaffen.
An der Produktionsstätte von “Bliff Organik” gibt es keinen freien Tag und kein Tag gleicht dem anderen. Der Erfolg dient als Sprungbrett, um mit neuen Ideen und Produkten voranzukommen. Erblina ist ständig auf der Suche nach der nächsten Herausforderung – sei es ein neuer Geschmack, attraktiveres Design oder Märkte in Europa und der Welt.
Elegante Verpackung mit Pastellfarben, um ein Gefühl von Ruhe und Geschmack zu erzeugen. Alle Details der „Bliff Organic“-Produkte sind durchdacht und vermitteln die Botschaft hochwertiger Bio-Produkte.
Das neueste Produkt auf dem Markt von “Bliff Organik” ist die Verpackung, die zehn verschiedene Geschmacksrichtungen enthält, für jede Vorliebe: Kamille, Minze, Bergfrucht, Bergtee, Linde, Grüner Tee, Lame ‘relax’, Feige, Hibiskus und Salbei. Also welchen Tee trinkst du?
Ein paar Tage im Herzen unberührter Natur, abseits des Alltags, ohne Handy und ohne Internet zu verbringen, frisches Quellwasser zu trinken, die frischen Produkte der Stände zu geniessen, ist definitiv ein unvergessliches Erlebnis. Die Reise für ein solches Abenteuer führt zu den Gasthöfen, in denen die jahrhundertealte Tradition der Berggastfreundschaft bewahrt wird.
Das Ziel dieses Sommers ist der Ort Zllanopoja, Roshkodol in der Nähe der Verfluchten Berge. Meistens erreichen Tourist:innen diesen fernen Punkt zu Fuss oder mit dem Pferd, da die Gasthöfe und Stände hier auf der Reiseroute der “Gipfel des Balkans” und der “Via Dinarica” stehen. In den Sommermonaten können Sie mit dem Jeep dorthin fahren, und die Strasse, die vom Ausgangspunkt Deçan gefolgt wird, ist ein Wunder der wilden Natur, das Sie nicht verpassen sollten.
Die Fahrt von Deçan dauert ca. 1,5 Stunden über, von Menschenhand unberührte ,Bergstraßen, um das Gästehaus “Lojza” zu erreichen. Seit mehreren Jahren begrüsst dieses Gästehaus Tausende von Tourist:innen, die auf der Suche nach Abenteuern, neuen Kulturen sind.
Sobald es vor den Augen erscheint, erzeugt das Guesthouse “Lojza” sofort das Gefühl von Gastfreundschaft. Die überwiegend aus Holz erbaute Pension bietet auf zwei Etagen alles, was die Urlauber benötigen: bequeme Betten, Platz zum stundenlangen Plaudern, frische Milchprodukte von den umliegenden Ständen, traditionelles Essen und vor allem eine entspannte Atmosphäre. Die Veranda des Gästehauses ist der ideale Ort, um sich nach ein paar Stunden Fussmarsch hierher abzukühlen.
Vor der Pandemie über tausend Besucher:innen
Zeki Ahmetgjekaj, der Besitzer des Gästehauses, verbringt hier mindestens sechs Monate im Jahr und empfängt Gäste aus aller Welt. Er sagt, dass vor der Pandemie bis zu tausend Besucher:innen gezählt wurden und alle mit den besten Eindrücken von der Schönheit, Kultur und Gastfreundschaft des Kosovo wieder abgereist sind. Nicht selten bringt die Post nach Peja, wo er im Winter wohnt, Postkarten und Souvenirs von Gästen. “Ein japanischer Tourist hat mir das Gemälde geschickt, das er vom Gasthaus und der umgebenden Landschaft inspiriert hat”, sagt Zekiu.
Mit langjähriger Erfahrung in der Gastronomie und als Fan von Natur und Bergurlauben hat sich Zekiu vor einigen Jahren entschieden, Teil der Entwicklung des Bergtourismus im Kosovo zu sein. Zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen leiten sie von Mai bis Oktober die Herberge, empfangen und begleiten Tourist:innen und fördern in der ganzen Welt den Kosovo und die verfluchten Berge als Reiseziel, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.
Das Leben in der Pension “Lojza” ist einfach. Das Frühstück beginnt früh mit leckeren und nahrhaften Gerichten, damit Tourist:innen die nötige Energie für ein paar Stunden Wanderung durch die Berge erhalten: Brot, Eier, Käse, Marmelade, Milch, alles frische Produkte des Landes. Zekiu bereitet Sandwiches vor, die für den Tag mitgenommen werden können. Das reichhaltige Abendessen entfaltet auch die Bandbreite der traditionellen Geschmacksrichtungen: Bohnen, Fleisch, Fli, verschiedene Pite, Joghurt und frische Salate.
„Hier gibt es kein Internet, kein Signal fürs Handy. Es sind wir und die Natur. Wir verbringen alle Zeit miteinander. Ausländische Touriste:innen lernen gerne wie wir Essen zubereiten und helfen mir beim Zubereiten von Frühstück oder Abendessen. „Nach dem Abendessen spielen wir hier auf dem Rasen Musik, trinken, spielen mit Pfeil und Bogen“, beschreibt Zekiu einen typischen Tag bei „Lojza“.
Das Jahr 2021, ein hartes Jahr
„Oft wollen Tourist:innen draussen schlafen, hier auf der Wiese vor dem Gästehaus. Sie sagen “lass uns geniessen, im Gästehaus mit Millionen von Sternen zu schlafen”, sagt Zekiu.
Neben Erholung und Unterschlupf für Besucher:innen sind Gasthöfe wie “Lojza”, die kürzlich in den Bergen dieser Gegend entstanden sind, eine Ankurbelung für die lokale Wirtschaft, insbesondere die Stände und Bewohner:innen der umliegenden Dörfer, die ihre Produkte verkaufen.
Der Sommer 2020 war für das Gästehaus “Lojza” sowie für die gesamte Tourismusbranche weltweit schwieriger. Aufgrund der Pandemie und der Schliessung von Reisemöglichkeiten haben Gruppen abgesagt und es gab nur sehr wenige Spontanreisende.
In diesem Jahr hofft Zekiu, dass die Situation sich verbessert. Die Zeit ohne Gäste hat er genutzt, um das Gästehaus zu renovieren und eine neue Küche zu bauen. „Im vergangenen Jahr haben wir mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts Beschäftigungsförderung in der Privatwirtschaft die Küche so gestaltet, dass sie den Tourist:innen noch bessere Bedingungen bietet“, sagt Zekiu.
Der Mittag auf dem Rasen von “Lojza” scheint ein magischer Moment zu sein. Die verfluchten Berge, die sich über dem Gasthaus erheben, der stille und dichte Wald, der Strom klaren Quellwassers ähneln Märchenlandschaften und Sie werden nicht überrascht sein, wenn Sie die Bergzwerge- und feen sehen, die mit den umliegenden Felsen spielen. Das perfekte Ziel, um einige ruhige und unvergessliche Tage mit Familie oder Freunden zu verbringen.
Zeki Ahmetgjekaj – Lojza
Für die Reservation im “Lojza” kontaktieren Sie direkt Zeki Ahmetgjekajn:
Als starke Unterstützerin des nachhaltigen Tourismus fördert Lendita Hyseni und ihr Unternehmen – Reiseveranstalter „Kosova Outdoor“ Angebote, die das Kulturerbe des Kosovo präsentieren. Durch diese Angebote soll auch die Steigerung des Wohlergehens der an der Tourismuskette beteiligten Menschen im Land positiv beeinflusst werden.
Geboren wurde ich in Peja, oder der “grünen Stadt”, umgeben von faszinierenden Bergen. Peja ist bekannt für seine reiche kulturelle Tradition. Seit meiner Kindheit bin ich mit einer Liebe zu Bergen und einer Leidenschaft für die traditionelle Küche geboren. Der Wunsch, diese Schönheiten um uns herum und die Werte, zu teilen, hat mich dazu gebracht, mich im Tourismus zu engagieren.
So beschäftige ich mich seit 2010 intensiv mit verschiedenen Projekten zur Entwicklung der ländlichen und bergtouristischen Infrastruktur, aber auch anderer attraktiver touristischer Attraktionen, die Tourist:innen nach Peja und in die Rugova-Schlucht bringen sollen. Im Jahr 2014 habe ich beschlossen, mein eigenes Geschäft zu eröffnen, welches einer der ersten “Inbound”-Reiseveranstalter im Westkosovo ist.
Die Hauptaktivitäten, die ich durch anbiete, sind grenzüberschreitende Expeditionen, die einen nachhaltigen Tourismus fördern und lokale Anbieter:innen unterstützen. Wir fördern auch traditionelle Küche und lokale Produkte.
Wo üben Sie hauptsächlich Ihre Tätigkeiten aus?
Da ich aus Peja komme, beginne ich meine Aktivitäten in meiner Stadt, die viele attraktive Produkte bietet, voller Adrenalin, Abenteuer, Kultur und Tradition. Peja hat für jedes Alter viel zu bieten. Für diejenigen, die Extremsportarten bevorzugen, haben wir Via Ferratat, Zipline, Adventure Park und verschiedene Wanderwege in der Rugova-Schlucht. Aber auch für Fans von Kulturdenkmälern oder Verkostungen traditioneller Gerichte bieten wir in der Stadt und in den Gasthäusern in Rugova und Peja viel.
Meine Angebote sind hauptsächlich grenzüberschreitende Bergwanderungen, wobei unser Hauptziel ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Tourismus ist. Unser Ziel ist es, den Besucher:innen die Tradition und Kultur der Länder, die wir durchqueren, näher zu bringen. Wir beherbergen sie in Gasthäusern und Ständen entlang des Weges. Andererseits trägt diese Art des Tourismus zum Wohlergehen und zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der Bevölkerung in Berg- und Landgebieten bei.
Zu den attraktivsten Angeboten gehört auch die Verkostung lokaler Produkte und traditioneller Gerichte.
Terra Madre Balkans-Tirane
Woher kommen die Tourist:innen hauptsächlich?
Wir haben Tourist:innen aus verschiedenen Teilen der Welt, hauptsächlich aus Italien, Deutschland, Türkei und England.
“Kosova Outdoor” ist einer der grössten Förderer von traditionellem Essen und “Slow Food”. Erzählen Sie uns auch von diesem Aspekt Ihrer Arbeit.
2015 haben wir die Bewegung „Slow Food Dukagjini“ gegründet. Diese Bewegung wurde von einer Gruppe von Freiwilligen ins Leben gerufen, welche aus Landwirt:innen, Köch:innen, Umweltexpert:innen, Hostelbesitzer:innen, Tourismusfachleute und andere besteht. Alle von ihnen haben eine Leidenschaft für lokale Produkte und traditionelle Gerichte. Unsere Gruppe unterstützt die Philosophie von Slow Food, die “OOD, CLEAN AND FAIR” ist (gut, sauber und durch richtige Praktiken hergestellt).
Über die Jahre haben wir eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Balkanländern. Wir waren sehr aktiv bei verschiedenen Veranstaltungen, um lokale Produkte zu fördern. Erwähnenswert ist die Aktion „Terra Madre Balkans“, die 2018 im Europäischen Parlament in Brüssel stattfand. Ich habe auch an verschiedenen internationalen Messen teilgenommen, wie zum Beispiel “SALONE DEL GUSTO” in Italien oder an verschiedenen Aktionen von “Slow Food International”, bei denen wir mit traditionellen Produkten und Gerichten für den Kosovo geworben haben. Als Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit “Slow Food International” habe ich ein grenzüberschreitendes touristisches Angebot “Taste Trail” geschaffen, bei dem Besucher:innen die Möglichkeit haben, Produkte zu probieren, die in der “Taste Ark” gelistet sind, sowie auf landwirtschaftlichen Betrieben untergebracht werden, die diese speziellen Produkte herstellen.
Shtegu i Shije
Die Herberge “ARIU” in Reka von Allaga und die Herberge “Eagle” in Drelaj sind die ersten, die seit 2008 Familienunterkünfte anbieten. Beide Herbergen sind Teil von “Slow Food Dukagjini”. Diese Gasthöfe befinden sich in den Dörfern, an denen der grenzüberschreitende Weg “Balkangipfel” und “Via Dinarica” vorbeiführt und im Laufe der Jahre von Tourist:innen sehr frequentiert wurden.
Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Gasthöfen, da sie das Konzept des nachhaltigen Tourismus praktizieren und die Werte und Traditionen von Rugova fördern. Diese Praxis bereichert unser touristisches Angebot erheblich. Die Pandemie hat sich negativ auf den Tourismussektor ausgewirkt und den Unternehmen in diesem Bereich schwere Schäden zugefügt. Wir hoffen weiterhin, dass in diesem Sommer die Stabilisierung der globalen Lage beginnt und die Arbeit, die wir mit Freude und Professionalität leisten, zurückkehrt.
Gästehaus “Shqiponja“
Was bietet das Gästehaus “Bär”?
Das Gästehaus “ARIU” verfügt über einen Bauernhof mit 30 Kühen und produziert hochwertige Milchprodukte. Die Besitzerin dieser Pension und Farm, Fetije Nikqi, verwendet diese Bio-Produkte in ihren traditionellen Gerichten, die sehr lecker sind und von ausländischen, aber auch einheimischen Tourist:innen sehr geschätzt werden.
Gästehaus “Shqiponja“
Das Gästehaus “Shqiponja” verfügt über einen kleinen Bauernhof und einen Garten, in dem Bio-Gemüse und -Obst angebaut werden. Die Besitzerin, Xhevahire Shala, ist eine ausgezeichnete Köchin und Gastgeberin.
Wenn Sie sich mit Paragliding im Kosovo beschäftigen, führen alle Wege nach Prizren, sagt Ardall Celina von “Paragliding Kosova”. Ardalli, der leidenschaftlich gern fliegt, hat diese Leidenschaft zu einer Tourismusattraktion gemacht und erstmals im Kosovo Paragliding als ein weiteres Angebot für Tourist:innen und Besucher:innen eingeführt.
Paragliding wird seit 2018 Tourist:innen in Prizren angeboten. Ursprünglich eine Initiative von Enthusiast:innen des Sportclubs “Aeroklub Shkaba” in Prizren, der 2010 von einer Gruppe von Freunden gegründet wurde, die diesen Adrenalinsport lieben. Dies diente dazu das touristische Angebot der Stadt zu verbessern. Seit seiner Gründung hat “Aeroklub Shkaba” an mehr als 40 Paragliding-Wettbewerben teilgenommen, bei denen Mitglieder:innen des Clubs tolle Ergebnisse erzielt und sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Wettbewerben Medaillen erhalten haben.
Prizren ist eine Touristenstadt die viel Anerkennung geniesst, denn sie beherbergt nicht nur viele Outdoor-Aktivitäten sondern lässt Besucher:innen auch traditionelle und zeitgenössische Kunst geniessen. In der Nähe von Prizren befinden sich die Sharr Berge, die äusserst gute Bedingungen bieten, um den Paragliding-Sport auszuüben.
Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit Paragliding?
Ich bin seit 2010 aktiv im Gleitschirmfliegen tätig. In den ersten Jahren habe ich diesen Sport als Amateur praktiziert, aber im Laufe der Zeit hat mich die Liebe zum Gleitschirmfliegen und der Wunsch, mich im Sport zu beweisen, dazu veranlasst, mich professionell damit auseinanderzusetzen und an vielen Wettbewerben teilzunehmen. National so wie auch international.
Wie kam es zur Leidenschaft für diese Aktivität?
Adrenalinsport, habe ich stets bevorzugt. So beschäftigte ich mich seit meiner Kindheit aktiv mit Skifahren und Bergsteigen, bis ich mit Paragliding und dem Gefühl des Fliegens vertraut wurde. Vom ersten Flug an hatte ich eine besondere Verbindung zu diesem Sport und zum Fliegen im Allgemeinen. Mit anderen Worten, ich erkannte, dass dies meine wahre Leidenschaft war. Vielleicht war er bis dahin ohne mein Bewusstsein in mir gewesen.
Was hat Sie dazu veranlasst, Paragliding als Tourismusattraktion zu vermarkten?
Alle Paraglider:innen sind bestrebt, ihre Leidenschaft mit anderen Menschen zu teilen. Es gibt kein besseres Gefühl, als jemandem das Gefühl des Fliegens zu übermitteln. Wir haben immer versucht, all unseren Freunden und Verwandten dieses Gefühl zu bieten, und jeder Flug war für uns und für diejenigen, die es versucht haben, ein aussergewöhnliches Erlebnis.
Das Teilen von Fotos und Videos von unseren Paragliding-Ausflügen auf den sozialen Netzwerken, hat dazu beigetragen, dies die Anzahl Interessent:innen sich verdoppelt hat. Dies hat dazu geführt, dass wir viele Anfragen nach Flügen aus dem gesamten Kosovo erhalten haben, die wir aufgrund des Mangels an Personal und Ausrüstung nicht erfüllen konnten.
Aus dieser Situation entstand natürlich das Tourismusangebot von “Twin Paragliding”. So organisierten sich einige Verbände unter dem Namen “Paragliding Kosova” und begannen mit dem kommerziellen Angebot von Doppelflügen. Später gelang es uns mit finanzieller Unterstützung der Schweizer Organisation Swisscontact und der Gemeinde Prizren, unsere Mitarbeiter:innen international auszubilden und zu zertifizieren und angemessene Ausrüstung für diese Dienstleistungen bereitzustellen.
Aus welchen Standpunkten im Kosovo aus fliegen Sie?
Wir bieten hauptsächlich kommerzielle Flüge von Cvileni nach Prizren, von Lipa nach Peja und von Shymeku nach Istog an. Alle diese Standorte bieten sehr gute Flugbedingungen.
Welche Organisation oder Firma verwaltet das Paragliding?
Kommerzielle Doppelflüge werden von “Paragliding Kosova” verwaltet, darunter professionelle Pilot:innen aus verschiedenen im Kosovo tätigen Clubs.
Welche Tourist:innen, nutzen das Angebot des Paragliding?
Das Paraglidin-Angebot wird sowohl von Einheimischen als auch von Besucher:innen gebucht, die im Kosovo verweilen. Auf dem Höhepunkt der Gleitschirmsaison, also in den Sommermonaten, wird das Angebot hauptsächlich von Kosovar:innen die ausserhalb leben genutzt, welche auch die Haupttourist:innen des Landes sind.
Welche anderen Aktivitäten bieten Sie in Kombination mit Paragliding an?
Ein weiteres Angebot in unserem Portfolio ist Camping mit der Familie in der Natur. In diesem Jahr werden wir den Klettersteig “Via Ferrata” in Prizren anbieten. Neben der Weiterentwicklung des Paragliding-Angebots als Freiflug, hoffen wir, bald ein weiteres flugbezogenes Angebot auf den Markt zu bringen. Es geht darum, mit Paratrike zu fliegen, das den Flug nicht nur von den Bergen, sondern auch vom Feld aus ermöglicht.
Prizren als Stadt bietet viel. Wir sind zuversichtlich, dass Aktivitäten, die aussergewöhnliche Erinnerungen für Besucher:innen schaffen, wie paragliding, klettern, kajakfahren und andere Angebote, die dieser Stadt hinzugefügt werden, diesen Ort zu einem beliebten Ziel für Wochenenden für lokale Tourist:innen machen werden, sowohl regional als auch international.
So finden Sie “Paragliding Kosovo”
Kontakte werden hauptsächlich über soziale Netzwerke oder über die Plattform zur Buchung von Tickets für Outdoor-Aktivitäten www.KosovoPass.com hergestellt. Jetzt werden immer mehr Reservierungen über www.KosovoPass.com vorgenommen und verwaltet, da die Plattform neben Informationen zum Angebot auch die Möglichkeit bietet, die Möglichkeit für die professionelle Kommunikation zwischen dem Dienstanbieter:innen und Nutzer:innen.
Allen Teilnehmer:innen wird ein Transport von der Stadt zur Landebahn, ein Doppelflug über die Stadt, Videos aus ihrer Erfahrung und schliesslich ein Rücktransport vom Landepunkt in die Stadt angeboten.
In Kürze auch mit Paratrike fliegen
Neben der Weiterentwicklung des Paragliding-Angebots als Freiflug hoffen wir, bald ein weiteres flugbezogenes Angebot auf den Markt zu bringen. Es geht darum, mit Paratrike zu fliegen, das den Flug nicht nur von den Bergen, sondern auch vom Feld aus ermöglicht.
Die Zuwanderung in die Schweiz nahm im ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,9 Prozent zu. Die Auswanderung stieg um 8,4 Prozent. Diese Entwicklungen sind hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vergleich zur ersten Pandemiewelle vom Frühjahr 2020 wieder mehr Personen aus Drittstaaten in die Schweiz ein- und ausgewandert sind. Der Wanderungssaldo lag bei 26 008 Personen und ist damit im Vergleich zur Vorjahresperiode konstant geblieben. Per Ende Juni 2021 lebten 2 128 812 Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz.
Die Zuwanderung in die ständige ausländische Wohnbevölkerung nahm zwischen Januar und Juni 2021 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 um 2314 Personen zu (+3,9 %). Während die Zuwanderung aus der EU/EFTA gegenüber der Vorjahresperiode um 1627 Personen zurückging, nahm diejenige aus Drittstaaten um 3940 Personen zu. Im gleichen Zeitraum haben 33 723 Ausländerinnen und Ausländer die Schweiz verlassen, 8,4 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die Auswanderung von Drittstaatsangehörigen zurückzuführen, die um 2185 Personen zugenommen hat (+33 %).
Der Wanderungssaldo der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung lag mit 26 008 Personen praktisch auf dem gleichen Niveau wie im ersten Halbjahr 2020 (25 995 Personen). Der Wanderungssaldo der EU/EFTA-Staatsangehörigen nahm um 9,9 Prozent ab, derjenige der Drittstaatsangehörigen um 1712 Personen zu.
Der Vergleich mit dem Vorjahr ist bei den Wanderungsflüssen und beim Wanderungssaldo insofern leicht verzerrt, als dass das Vereinigte Königreich bis am 31. Dezember 2020 zur Kategorie EU/EFTA gezählt wurde. Seit dem 1. Januar 2021 gehört es zum Drittstaatsbereich. Im ersten Halbjahr 2021 betrug die Zuwanderung aus dem Vereinigten Königreich in die ständige ausländische Wohnbevölkerung 1297 Personen. Aus der Schweiz ausgewandert sind 1068 Personen.
Zusammengezählt kamen beim Kurz- und beim Langzeitaufenthalt 64 157 Personen in die Schweiz, um eine Erwerbstätigkeit auszuüben, der Grossteil davon aus der EU/EFTA (56 103 Personen). Das sind 122 Personen mehr als im ersten Halbjahr 2020 (+0,2 %). Von den kontingentierten Aufenthaltsbewilligungen für Erwerbstätige aus Drittstaaten wurden bis Ende Juni 2021 36 Prozent der Kurzaufenthaltsbewilligungen L und 37 Prozent der Aufenthaltsbewilligungen B ausgeschöpft.
Zwischen Januar und Juni 2021 wurden 29 279 Grenzgängerbewilligungen erteilt. Im Vergleich zur Vorjahresperiode hat dieser Wert um 1,5 Prozent zugenommen. Die Anzahl meldepflichtiger Kurzaufenthalter nahm um 11,9 Prozent auf 116 924 Personen ab. Meldepflichtige Kurzaufenthalte umfassen kurzfristige Stellenantritte bei Schweizer Arbeitgebern (65%), entsandte Arbeitnehmende (25%) sowie selbständige Dienstleistungserbringer (10%) bis zu drei Monaten oder 90 Arbeitstagen im Kalenderjahr.
In der Schweiz haben zum jetzigen Zeitpunkt rund zwei von drei Erwachsenen ab 18 Jahren mindestens die erste Covid-19-Impfung erhalten. Jene, die bisher damit zugewartet haben sich impfen zu lassen, werden nun ganz direkt angesprochen: «Nicht verpassen: Impfen lassen».
Denn wer sich noch vor dem Herbst impfen lässt, hilft mit, einer neuen Pandemiewelle entgegenzuwirken und leistet einen Beitrag, die Freiheiten des Alltags zurück zu bringen. Mit dem Appell will das BAG daran erinnern, dass die Impfung das wirksamste Mittel ist, sich und andere vor einer Covid-19-Erkrankung und einem allfälligen schweren Verlauf zu schützen. Die Covid-19-Impfung ist nach wie vor die wichtigste Massnahme, um die Konsequenzen der Pandemie zu reduzieren. Jede Impfung zählt. Die Impfung ist ab 12 Jahren zugelassen.
Die Kampagne erinnert alle bisher ungeimpften und zögernden Erwachsenen und Jugendlichen daran, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Impfung ist, auch im Hinblick auf steigende Fallzahlen und Virusmutationen. In allen Regionen der Schweiz gibt es noch freie Impftermine, häufig in der Nähe des Wohn- oder Arbeitsorts. Wer noch im August die Erstimpfung wahrnimmt, wird bis zu den Herbstferien den vollständigen Impfschutz geniessen.
Die Informationskampagne wird breit mit Plakaten, Social Media-Werbemitteln, Onlinemassnahmen und Fernsehspots publiziert.
Sämtliche Informationen zur Anmeldung für die Covid-19-Impfung finden Sie auf den Websites der Kantone.
Bis zum 10. August 2021 wurden 5’304 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) durch Covid-19 Impfungen in der Schweiz ausgewertet. In den meisten Meldungen wird über mehr als eine Reaktion berichtet. Mit 3’466 (65,3 %) war der grössere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 1’838 (34,7 %) Meldungen wurden als schwerwiegend eingestuft.
Die Mehrzahl der Meldungen erfolgten durch medizinische Fachpersonen, 1’612 Meldungen (30,4 %) kamen direkt von Betroffenen bzw. Patientinnen oder Patienten. Die Betroffenen waren im Mittel 57,7 Jahre alt (Spanne 16–101), wobei 21,9 % 75 Jahre oder älter waren. In den als schwerwiegend eingestuften Fällen lag das mittlere Alter bei 61,3 Jahren und bei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einem Todesfall bei 80,7 Jahren. In 133 der schwerwiegenden Fälle sind Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. Trotz einer zeitlichen Assoziation gibt es in keinem Fall konkrete Hinweise, dass die Impfung die Ursache für den Todesfall war.
Der grössere Teil der Meldungen bezog sich auf Frauen, in einigen Meldungen wurde das Geschlecht nicht angegeben. 3’279 (61,8 %) der Meldungen beziehen sich auf den Covid-19 Impfstoff von Moderna und 1’934 (36,5 %) auf den Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech. In 91 (1,7 %) der Fälle wurde der Impfstoff nicht spezifiziert.
Die bisher eingegangenen und analysierten Meldungen über unerwünschte Wirkungen ändern das positive Nutzen-Risiko-Profil der in der Schweiz verwendeten Covid-19 Impfstoffe nicht. Bekannte Nebenwirkungen der Covid-19 Impfstoffe sind in den Arzneimittelinformationen aufgeführt. Diese werden laufend aktualisiert und auf www.swissmedicinfo.ch publiziert.
Um zu zeigen und demonstrieren, dass die Kunst systemrelevant ist und mit ihr nicht einfach herumgespielt werden darf, lassen Die Diebe, also Lili Vanilly und Bujar Berisha, mit Shuk Orani einen Skulpturenpark entstehen. Während der architektonische Entwurf von der Architektin Ardiana Orani realisiert wird. Die ersten Skulpturen werden Anfang 2022 erwartet. Der Startschuss hat stattgefunden und die Vorbereitungen haben schon begonnen. Holz, Steine, Metalle und andere Materialien stehen zur verfügung. Es wird geschnitzt, gebohrt, gehämmert und gemeisselt. Keiner Disziplin soll was im Wege stehen. Komplett sind wir nie, denn nur in der ständigen Erneuerung ist die Stabilität und somit auch die Zukunft gesichert. Somit sind wir stets offen für neue Kunstschaffende. Der Park hat viel Platz und dem künstlerischen Wachstum sind keine Grenzen gesetzt, im Gegensatz zu den natürlichen Ressourcen auf unserer Erde.
Die Kunst ist systemrelevant, weil sie die Möglichkeit hat, ausserhalb des Systems das System zu kritisieren.
Kopernikus war ein Künstler. Wäre er im oder nach dem System gegangen, hätte er niemals ein System über den Haufen geworfen. Es war eines der ego- oder homozentrischen Systeme, ziemlich wirkungsvoll ausser Kraft gesetzt mit dem Kunstwerk des Fernrohrs als Beweismittel. Mittlerweile begrenzt uns dieses Fernrohr schon wieder und befreit uns nicht mehr, es traut sich kaum mehr wer daraus heraus.
Kunstschaffende sichern den Fortschritt, die Verbesserung oder Überwindung eines Systems. Nicht nur, dass sie es dokumentieren (Picasso, Guernica, spanischer Bürgerkrieg, Darstellung des Bürgerkrieges auf künstlerische Art und Weise), berauben (Banksy, Hacker, Marylin Manson), kritisieren (Dali, Beuys, Einstein, Chaplin) und Trends setzen (Marx, die Beatles). Sondern, sie glauben gar nicht erst an das System. Sie schaffen eine Distanz zwischen sich und dem System und seinen Systemen, um zu reflektieren und so hinterfragen zu können. Darum leben sie auch gefährlich. Denn das trennende – besonders dank Macchiaveli – und bewertende System hat den Vorteil, dass es den Systemumsetzenden, also den Herrschenden, Raum und Zeit verschaffen kann und jegliche Kritik daran ist eine Gefahr ihrer Macht: Raum und Zeit.
Somit sind die Kunst und die Kunstschaffenden nicht nur systemrelevant sondern auch ein Regulierungsmechanismus; und kein System überlebt, wenn es abgeschlossen zur Aussenwelt ist, also wenn es keinen Regulierungsmechanismus hat. Die Kunst ist die Membran der Systeme, ständig mit der Aussenwelt in Berührung und somit im Austausch, um zu verstehen, um besser zu leben und überleben. Durch die Interaktion ausserhalb der Systeme können Kunstschaffende feststellen, dass bspw. das Geldsystem nicht mehr wichtig oder sogar schädlich ist und erarbeiten eine neue Idee.
Dies zu erreichen ist auch ausserhalb der Wege der Systeme möglich, also auch ohne anerkannt studiert oder einen Doktortitel zu haben, denn die systemische Bildung ist wiederum ein Mechanismus anderer zu meiner Zeit und meinem Raum, dem ich mich entziehen muss, um zu sein. Die Hinterfragung des Systems geht im gewöhnlichen Bildungsweg recht leicht vergessen, obwohl das der eigentliche Sinn der Bildung ist: Sich zu bilden, um hinterfragen zu können – mit der Liebe zum Wissen.
So können wir uns entscheiden, ob wir Werkzeuge oder Kunstschaffende sein möchten.
In diesem Sinne und mit diesem Ziel entsteht der Skulpturenpark «too big to fail».
Mit diesem Bewusstsein, dass die Kunst Systemrelevant war und immer noch ist, sollen Werke entstehen um zu demonstrieren und aufzuzeigen, dass die Kunst systemrelevant ist. Die Art und Weise der Darstellung und die Herangehensweise sind den Kunstschaffenden freigestellt. Auf jeden Fall sollen sich alle diese Frage stellen: Warum ist und sollte mein Werk systemrelevant sein und bleiben?”
Um die Skulpturen, in ihrer neuen Form, der Natur zurückzugeben und sie mit jener erneut in Einklang zu bringen, bedarf es der Eröffnung einer architektonischen Dimension. Dabei würde die Architektin Ardiana Orani zunächst eine sensible Analyse der Umgebungssituation, alle Räumlichkeiten gründlich durchleuchten, bevor sie im Anschluss die Gestaltung und kreative Entwicklung des Standortes übernimmt. Ziel ist es die transformierten Skulpturen der Natur, Stück für Stück und ganz bewusst, zurückzugeben, damit sich der Skulpturenpark harmonisch ins Waldgefüge integriert. Hinter dem Analyse der Umgebungssituation durchführen.
Die Kunst ist systemrelevant, weil sie die Möglichkeit hat, ausserhalb des Systems das System zu kritisieren.
Kopernikus war ein Künstler. Wäre er im oder nach dem System gegangen, hätte er niemals ein System über den Haufen geworfen. Es war eines der ego- oder homozentrischen Systeme, ziemlich wirkungsvoll ausser Kraft gesetzt mit dem Kunstwerk des Fernrohrs als Beweismittel. Mittlerweile begrenzt uns dieses Fernrohr schon wieder und befreit uns nicht mehr, es traut sich kaum mehr wer daraus heraus.
Kunstschaffende sichern den Fortschritt, die Verbesserung oder Überwindung eines Systems. Nicht nur, dass sie es dokumentieren (Picasso, Guernica, spanischer Bürgerkrieg, Darstellung des Bürgerkrieges auf künstlerische Art und Weise), berauben (Banksy, Hacker, Marylin Manson), kritisieren (Dali, Beuys, Einstein, Chaplin) und Trends setzen (Marx, die Beatles). Sondern, sie glauben gar nicht erst an das System. Sie schaffen eine Distanz zwischen sich und dem System und seinen Systemen, um zu reflektieren und so hinterfragen zu können. Darum leben sie auch gefährlich. Denn das trennende – besonders dank Macchiaveli – und bewertende System hat den Vorteil, dass es den Systemumsetzenden, also den Herrschenden, Raum und Zeit verschaffen kann und jegliche Kritik daran ist eine Gefahr ihrer Macht: Raum und Zeit.
Somit sind die Kunst und die Kunstschaffenden nicht nur systemrelevant sondern auch ein Regulierungsmechanismus; und kein System überlebt, wenn es abgeschlossen zur Aussenwelt ist, also wenn es keinen Regulierungsmechanismus hat. Die Kunst ist die Membran der Systeme, ständig mit der Aussenwelt in Berührung und somit im Austausch, um zu verstehen, um besser zu leben und überleben. Durch die Interaktion ausserhalb der Systeme können Kunstschaffende feststellen, dass bspw. das Geldsystem nicht mehr wichtig oder sogar schädlich ist und erarbeiten eine neue Idee.
Dies zu erreichen ist auch ausserhalb der Wege der Systeme möglich, also auch ohne anerkannt studiert oder einen Doktortitel zu haben, denn die systemische Bildung ist wiederum ein Mechanismus anderer zu meiner Zeit und meinem Raum, dem ich mich entziehen muss, um zu sein. Die Hinterfragung des Systems geht im gewöhnlichen Bildungsweg recht leicht vergessen, obwohl das der eigentliche Sinn der Bildung ist: Sich zu bilden, um hinterfragen zu können – mit der Liebe zum Wissen.
So können wir uns entscheiden, ob wir Werkzeuge oder Kunstschaffende sein möchten.
In diesem Sinne und mit diesem Ziel entsteht der Skulpturenpark «too big to fail».
Mit diesem Bewusstsein, dass die Kunst Systemrelevant war und immer noch ist, sollen Werke entstehen um zu demonstrieren und aufzuzeigen, dass die Kunst systemrelevant ist. Die Art und Weise der Darstellung und die Herangehensweise sind den Kunstschaffenden freigestellt. Auf jeden Fall sollen sich alle diese Frage stellen: Warum ist und sollte mein Werk systemrelevant sein und bleiben?”
Die Folgen der Corona-Krise führen weiterhin zu finanziellen Einbussen im öffentlichen Verkehr. Um sie abzufedern, schlägt der Bundesrat wie 2020 vor, die höheren Defizite im Regionalen Personenverkehr abzugelten. Hingegen lehnt er eine finanzielle Unterstützung des Bundes für den Ortsverkehr und für touristische öV-Angebote ab, da dies gemäss Gesetz Aufgabe von Kantonen und Gemeinden ist. Das hat er an seiner Sitzung vom 11. August 2021 beschlossen. Für den Güterverkehr auf der Schiene beantragt der Bundesrat dem Parlament einen Kredit in der Höhe von 25 Millionen Franken.
Das vom Bundesrat vorgeschlagene zweite Massnahmenpaket zur Unterstützung des öffentlichen Verkehrs ergänzt die vom Parlament im Herbst 2020 im Rahmen des ersten Pakets beschlossen Unterstützungsgelder. Der Bundesrat erfüllt damit Motionen aus dem Parlament.
Gemäss der nun in die Vernehmlassung gegebenen Vorlage übernehmen Bund und Kantone im Regionalen Personenverkehr (RPV) auch für dieses Jahr die Defizite 2021 des bestellten Angebots. Dies weil die Einnahmen der Transportunternehmen aufgrund der coronabedingten Einschränkungen nach 2020 auch 2021 tiefer ausfallen als geplant. Bund und Kantone sollen daher das Defizit 2021 – wie 2020 – nachträglich durch einen zusätzlichen einmaligen Beitrag decken. Die Transportunternehmen müssen sich ihren finanziellen Möglichkeiten entsprechend aber ebenfalls an den Kosten beteiligen. Der Bundesrat schlägt zudem eine Unterstützung für den Güterverkehr auf der Schiene vor, indem vor allem im Binnengüterverkehr Ertragsausfälle ausgeglichen werden.
Verzichten will der Bundesrat hingegen auf eine bundesseitige finanzielle Unterstützung des Ortsverkehrs und des touristischen Verkehrs. Dafür sind laut Gesetz die Kantone, Gemeinden und allenfalls weitere öffentliche Körperschaften zuständig. Aufgrund der Erfahrungen aus dem letzten Jahr und der groben Abschätzungen über das voraussichtliche Ausmass der finanziellen Folgen der Corona-Krise auf diese beiden Bereiche sieht der Bundesrat keinen Anlass, von diesen Regeln abzuweichen.
Für den Fall, dass das Parlament eine Ausnahme beschliessen möchte, zeigt der Bundesrat in der Vernehmlassungsvorlage zum zweiten Massnahmenpaket einen Weg dafür auf. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Parlament eine Ausnahme beschlossen und den Orts- und touristischen Verkehr mit Bundesgeldern unterstützt.
Die Finanzierung der Unterstützungsmassnahmen ist bundesseitig mehrheitlich bereits gesichert. Für den Güterverkehr beantragt der Bundesrat einen zusätzlichen Kredit in der Höhe von 25 Millionen Franken.
Nicht Teil des Massnahmenpakets ist eine allfällige Unterstützung des Fernverkehrs der SBB. Aufgrund der Dringlichkeit wird die Vernehmlassung zum zweiten Massnahmenpaket in einem verkürzten Verfahren durchgeführt. Ziel ist, dass das Parlament bereits in der Wintersession das Geschäft beraten kann.
Registrierte Arbeitslosigkeit im Juli 2021 – Gemäss den Erhebungen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) waren Ende Juli 2021 128’279 Arbeitslose bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschrieben, 3’542 weniger als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 2,8% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich die Arbeitslosigkeit um 20’591 Personen (-13,8%).
Jugendarbeitslosigkeit im Juli 2021
Die Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-Jährige) erhöhte sich um 438 Personen (+3,7%) auf 12’201. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einem Rückgang um 5’694 Personen (-31,8%).
Arbeitslose 50-64 Jahre im Juli 2021
Die Anzahl der Arbeitslosen 50-64 Jahre verringerte sich um 1’291 Personen (-3,2%) auf 39’142. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht dies einer Abnahme um 388 Personen (-1,0%).
Stellensuchende im Juli 2021
Insgesamt wurden 219’183 Stellensuchende registriert, 7’454 weniger als im Vormonat. Gegenüber der Vorjahresperiode sank diese Zahl damit um 16’579 Personen (-7,0%).
Gemeldete offene Stellen im Juli 2021
Auf den 1. Juli 2018 wurde die Stellenmeldepflicht für Berufsarten mit einer Arbeitslosenquote von mindestens 8% schweizweit eingeführt, seit 1. Januar 2020 gilt nun neu ein Schwellenwert von 5%. Die Zahl der bei den RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im Juli um 3’905 auf 56’812 Stellen. Von den 56’812 Stellen unterlagen 43‘219 Stellen der Meldepflicht.
Abgerechnete Kurzarbeit im Mai 2021
Im Mai 2021 waren 257’467 Personen von Kurzarbeit betroffen, 46’817 Personen weniger (-15,4%) als im Vormonat. Die Anzahl der betroffenen Betriebe verringerte sich um 5’502 Einheiten (-13,4%) auf 35’517. Die ausgefallenen Arbeitsstunden nahmen um 4’988’144 (-23,8%) auf 15’985’544 Stunden ab. In der entsprechenden Vorjahresperiode (Mai 2020) waren 57’933’292 Ausfallstunden registriert worden, welche sich auf 890’890 Personen in 109’988 Betrieben verteilt hatten.
Aussteuerungen im Mai 2021
Gemäss vorläufigen Angaben der Arbeitslosenversicherungskassen belief sich die Zahl der Personen, welche ihr Recht auf Arbeitslosenentschädigung im Verlauf des Monats Mai 2021 ausgeschöpft hatten, auf 46 Personen. Jede versicherte Person, die am 01.03.2021 ihren Taggeldanspruch noch nicht ausgeschöpft hatte, erhält für den Zeitraum vom 01.03.2021 bis zum 31.05.2021 maximal 66 zusätzliche Taggelder.
Swissmedic hat das von Moderna Switzerland GmbH eingereichte Gesuch für die Indikationserweiterung sorgfältig geprüft und hat die befristete Zulassung des Covid-19 Impfstoffs Spikevax von Moderna zur Prävention der Coronavirus-Krankheit für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren erweitert.
Swissmedic prüfte das am 11. Juni 2021 eingereichte Gesuch für die Indikationserweiterung beschleunigt im rollenden Verfahren. Die Resultate einer fortlaufenden Studie mit 3’732 Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren wurden eingereicht und begutachtet.
Bei der untersuchten Altersgruppe und bei gleicher Dosierung wie bei Erwachsenen hat der Impfstoff in dieser klinischen Studie eine vergleichbare Immunreaktion (gemessen am Antikörperspiegel gegen SARS-CoV-2) wie bei jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren gezeigt. Auch ähneln die häufigsten Nebenwirkungen bei den Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren denjenigen von Personen ab 18 Jahren. Dieser Impfstoff zeigte in der klinischen Studie bei der untersuchten Altersgruppe ab 14 Tage nach Dosis 2 eine Wirksamkeit gegen symptomatischer Krankheit (mindestens ein Symptom und positiver PCR Test) von gegen 93 Prozent. Die Nebenwirkungen dauerten in der Regel ein bis drei Tage und können nach der zweiten Dosis ausgeprägter sein.
Der Impfstoff muss – wie auch bei Personen über 18 Jahren – zweimal in einem Abstand vom 4 Wochen verabreicht werden.
Wir sind hier im Kanton Waadt, auf dem Glacier 3000 im Herzen des Diablerets-Massivs. Hier in meinem Kanton bin ich nah an meinen Wurzeln. Von hier aus sehe ich bei wolkenlosem Himmel in alle Himmelsrichtungen, in die Kantone Bern und Wallis und damit in andere Regionen. Nicht weit von hier entspringt die Saane – sie verbindet die Romandie mit der Deutschschweiz. Das bedeutet andere Sprachen, andere Mentalitäten, aber immer ein und dasselbe Land: die Schweiz, unsere Heimat.
Seit vielen Monaten sind wir von der Corona-Pandemie betroffen. Meine Gedanken sind bei allen, die darunter leiden oder gelitten haben, und bei allen, die sich unermüdlich für unsere Gesundheit einsetzen. In gleicher Weise bin ich besorgt um alle, die von den Unwettern und Überschwemmungen der vergangenen Wochen betroffen sind. Ich bin allen dankbar, die aktiv daran arbeiten, die Situation zu verbessern.
Ich bewundere die Bemühungen unserer Bevölkerung, solche Krisen gemeinsam zu bewältigen – besonders am heutigen Tag, an dem wir aufgerufen sind, den Stolz auf unser Land zu bekräftigen.
Trotz den nicht einfachen Zeiten dürfen wir auf uns stolz sein. Wir waren in der Lage, ein grosses internationales Gipfeltreffen in Genf mit Würde durchzuführen. Im Sport hat unsere «Nati» an der Fussball-Europameisterschaft uns alle mit grossen Emotionen erfüllt. Wir dürfen uns auch über solche Erfolge freuen.
In unserer Bundesverfassung ist der Gedanke der Solidarität verankert. Solidarität heisst für mich, wir teilen nicht nur den Erfolg, sondern ebenso die Schwierigkeiten. Wir stehen unseren Nächsten unter allen Umständen bei, so wie wir es während der Pandemie und während der Unwetterperiode getan haben.
Der Nationalfeiertag ist für viele ein Höhepunkt im Kalenderjahr. Nicht nur wegen der Feuerwerke, die kleine und grosse Kinder so entzücken. Heute ist auch die Gelegenheit, über unsere Zukunft nachzudenken.
Bei meinen Begegnungen mit den Menschen im Land bin ich immer wieder überrascht von der Entschlossenheit, sich neu anzustrengen.
Die Schweiz hat ihren Erfolg klaren Entscheidungen zu verdanken. Nicht Vermutungen, Zufall, Arroganz oder Leichtsinn. Unser Land ist mit harter Arbeit, mit gegenseitiger Hilfe, mit Mut und Optimismus aufgebaut worden. Dieses Rezept hat sich in den letzten 730 Jahren bewährt. Ich bin überzeugt, dass das Erfolgsrezept der Schweiz seine Gültigkeit behält. Das ist auch nötig: Wir stehen vor grossen gesundheitlichen, ökologischen, sozialen und geopolitischen Herausforderungen. Nur wenn wir uns als Team verstehen, in dem sich jeder für den anderen einsetzt, wird es unserem Land gelingen, diese Herausforderungen zu meistern. So wie eine Seilschaft hier in den Bergen, die einen Gipfel bezwingen will.
Wir sollten uns dabei auch an das philosophische «bon-mot» erinnern: Das Ziel einer Reise ist die Reise selbst. Lassen Sie uns Schritt für Schritt vorangehen – mit sicherem Fuss und im Vertrauen auf unsere Fähigkeiten.
An der Konferenz zur Wiederauffüllung des Fonds der Globalen Bildungspartnerschaft am 28. und 29. Juli 2021 in London hat die Schweiz für den Zeitraum 2021–2025 einen Beitrag von 52 Millionen Franken angekündigt. Gerechte, inklusive und krisenresistente Bildungssysteme sind ein Schwerpunkt des Engagements der Schweiz in der Global Partnership for Education.
«Raise your hand» (hebe deine Hand), so lautet der Appell der Globalen Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education, GPE), des weltweit grössten Fonds zur Stärkung und Finanzierung der Bildung in einkommensschwachen Ländern. Er bezweckt die Schaffung eines besseren Zugangs zu qualitativ hochwertiger Bildung in Entwicklungsländern, wo die Covid-19-Pandemie die bestehende Bildungskrise zusätzlich verschärft hat. Am 11. Juni 2021 hat der Bundesrat entschieden, die GPE weiterhin zu unterstützen und dem Fonds 52 Millionen Franken zur Verfügung zu stellen. Patricia Danzi, Direktorin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), kündigte den Beitrag der Schweiz am 29. Juli 2021 am Globalen Bildungsgipfel in London an. «Ohne Bildung gibt es keine Gleichberechtigung, keinen Wohlstand, keine nachhaltige Entwicklung», betonte Patricia Danzi. Die GPE spielt bei der Umsetzung des Ziels zur Bildung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung eine zentrale Rolle und gilt in der Strategie der internationalen Zusammenarbeit (IZA) 2021–2024 der Schweiz als prioritärer multilateraler Bildungsfonds.
Die Ziele der Schweiz werden auf multilateraler Ebene geteilt
Trotz grosser Fortschritte beim Zugang zu hochwertiger Grund- und Sekundarschulbildung für alle haben gemäss Zahlen der UNO nach wie vor 258 Millionen Kinder und Jugendliche, davon 127 Millionen in Krisen- und Konfliktgebieten, keinen Zugang zu Bildung. Auch die Bildungsqualität bleibt eine Herausforderung: In Subsahara-Afrika beispielsweise können laut Weltbank rund 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der Primarschule kaum lesen und schreiben. Gemäss Schätzungen wird bis 2050 die Hälfte der Bevölkerung Afrikas jünger als 15 Jahre alt sein, weshalb ein rascher Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung für alle umso dringlicher ist.
In ihrer IZA-Strategie hält die Schweiz fest, dass Bildung ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung ist. Bildung ist ein massgebender Faktor bei der Reduktion von Armut und die Basis für Geschlechtergleichstellung, gleichberechtigte Teilhabe am sozialen und politischen Leben und wirtschaftlichen Fortschritt. Die Stärkung des Bildungswesens, Chancengleichheit und Mobilisierung öffentlicher und privater Akteure für die Innovation und Finanzierung der Bildung sind Prioritäten der Schweiz, die auch den Zielen der GPE entsprechen.
Prioritäten der Schweiz in der GPE für den Zeitraum 2021–2025
Im Zeitraum 2021–2025 wird sich die Schweiz im GPE-Verwaltungsrat namentlich für die Inklusion marginalisierter Kinder von Minderheiten und Flüchtlingen, die Bildung von Mädchen und die verstärkte Verknüpfung von humanitärer Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit einsetzen. Letzterer soll es Kindern auch während humanitären Krisen oder Konflikten ermöglichen, einen hochwertigen Unterricht zu besuchen. Die UNESCO geht davon aus, dass aufgrund der Schulschliessungen während der Covid-19-Pandemie über 20 Millionen Kinder die Schule ganz abbrechen werden und die Gesamthilfe für Bildung angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise bis 2022 um 12 Prozent zurückgehen könnte. Das Engagement für den Zugang zu einer gerechten und hochwertigen Bildung wird vom Grundsatz «leave no one behind» (niemanden zurücklassen) geleitet. Die Aufstockung der Bildungsfinanzierung, eine wirksamere Gouvernanz und Bildungsinhalte, die sich positiv auf eine nachhaltige Entwicklung auswirken, sind weitere Schwerpunkte des Schweizer Engagements in der GPE.
An der GPE sind etwa 70 Entwicklungsländer, rund 30 Geberländer, multilaterale Organisationen, NGO und andere Organisationen der Zivilgesellschaft wie Lehrerverbände sowie Stiftungen und Unternehmen des Privatsektors beteiligt. Als Reaktion auf die Covid-19-Pandemie mobilisierte die GPE 500 Millionen Dollar, was es rund 355 Millionen Schülerinnen und Schülern ermöglicht, weiterhin die Schule zu besuchen. Die Schweiz leistet seit 2009 einen finanziellen Beitrag an den GPE-Fonds.
Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ueli Maurer haben am 29. Juli 2021 in Bern den Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) getroffen. Bei den Gesprächen ging es insbesondere um die neue Zukunftsvision für die OECD, an deren Ausarbeitung die Schweiz aktiv beteiligt war. In einem bilateralen Gespräch unterstrich Bundesrat Maurer erneut die Forderungen der Schweiz an die künftige internationale Unternehmensbesteuerung.
Am 29. Juli 2021 haben Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ueli Maurer im Rahmen eines Arbeitstreffens Mathias Cormann, den seit dem 1. Juni 2021 amtierenden Generalsekretär der OECD, zu einem Austausch über verschiedene aktuelle Themen der OECD empfangen. Die Schweizer Seite nutzte die Gelegenheit, um die gute Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der OECD zu unterstreichen und brachte ihren Wunsch zum Ausdruck, diese unter dem neuen Generalsekretär fortzusetzen.
Bei den Gesprächen ging es insbesondere um die Zukunftsvision für die OECD. Es handelt sich dabei um eine Initiative, die Staatssekretärin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch im November 2019 an einem Treffen der Global Strategy Group lanciert hatte, als sie diese präsidierte. Die Mitgliedsländer bekräftigen in dieser neuen Vision die hohe Bedeutung, die sie den Gründungsgrundsätzen der Organisation beimessen, nämlich der auf Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten basierenden Demokratie sowie den Prinzipien einer offenen und transparenten Marktwirtschaft. Diese Vision wird im Oktober 2021 anlässlich des 60-jährigen Bestehens der OECD von den Ministerinnen und Ministern verabschiedet werden. Ausserdem lobte der Bundespräsident die hohe Qualität und den grossen Nutzen der Analysen und Empfehlungen des neuen Wirtschaftsberichts der OECD über die Schweiz, der Ende Jahr veröffentlicht wird.
Bundesrat Ueli Maurer seinerseits traf OECD-Generalsekretär Cormann, um mit ihm gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen der internationalen Steuerpolitik zu diskutieren. Bei dieser Gelegenheit wiederholte Bundesrat Maurer die Bedingungen, unter denen die Schweiz den Eckwerten des Inclusive Framework zugestimmt hatte: Die Schweiz erwarte konkrete Massnahmen, um den Interessen kleiner, innovativer Länder angemessen gerecht zu werden. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Mitgliedsländer die Regeln einheitlich anwenden und dass bei der Mindestbesteuerung eine ausgewogene Lösung zwischen Steuersatz und Bemessungsgrundlage gefunden wird.
“Das ‘Safe Travels’-Protokoll ist aufgrund der COVID-19 Situation für den Tourismussektor von wesentlicher Bedeutung. Es garantiert die Sicherheit von Tourist:innen, Besucher:innen und Mitarbeiter:innen sowie den weiteren Betrieb von Hotels, Restaurants und Reiseveranstaltern”, sagte Baki Hoti, Präsident der Kosovo Tourismus Union Im Kosovo. Unternehmen haben im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der Kosovo Tourismus Union und der Schweizer Organisation Swisscontact, diesen Stempel erhalten.
WAS IST DER STEMPEL „SAFE TRAVELS“?
Das Siegel „Safe Travels“ wurde erstellt, um Reisenden Ziele und Unternehmen auf der ganzen Welt vorzustellen, die weltweit standardisierten Gesundheits- und Hygieneprotokolle „SafeTravels“ umgesetzt haben.Der World Tourism and Travel Council (WTTC) arbeitet zusammen mit seinen Mitglieder:innen, Regierungen, Gesundheitsexpert:innen und anderen Verbänden der Tourismusbranche daran, wirksame Protokolle zur Erholung des Tourismus zu erreichen, indem er Aktionspläne entwickelt, die dies fördern und die Sicherheit von Passagier:innen und Arbeitnehmer:innen in diesem Sektor gewährleisten. Die Welt bewegt sich in Richtung des neuen Zustands der Normalität.
WIE HAT DIE KOSOVO TOURISMUS UNION IHRE VERPFLICHTUNG ZUR KOORDINIERUNG DER AUSGABE DES STEMPELS “SAFE TRAVELS” AUFGENOMMEN?
Angesichts der Auswirkungen der COVID-9-Pandemie auf den Tourismussektor und der Empfehlungen der Welttourismusorganisation (WTO) und des Welttourismus- und Reiserats (WTTC) beschloss die Tourismusunion des Kosovo, Unterstützung von Swisscontact anzunehmen. Jetzt ist UTK der WTTC-Ehrenbotschafter für die Marke „Safe Travels“ im Kosovo.
WER KANN DIESEN STEMPEL BEKOMMEN?
Die Kosovo Tourismus Union hat das Recht, alle Hotelunternehmen, Restaurants, Cafés, Reisebüros, Transportagenturen, Flughäfen, Mietwagenfirmen, Beherbergungsbetriebe, Taxiunternehmen, Kulturdenkmäler und Touristenattraktionen zur Verfügung zu stellen. Also alle Räume, die von Tourist:innen besucht werden können.
WELCHEN PROZESS MÜSSEN INTERESSENT:INNEN BEFOLGEN, UM DEN STEMPEL “SAFE TRAVELS” ZU ERHALTEN?
Alle, die sich für den Stempel „Safe Travels“ interessieren, äussern ihr Interesse zunächst in einer E-Mail an die Tourismusunion des Kosovo. Das Unternehmen muss Mitglied von UTK sein. Nach der E-Mail leiten wir alle erforderlichen Protokolle und Dokumentationen weiter und besuchen dann den betreffenden Ort. Dort führen UTK-Expert:innen die erforderlichen Schulungen und Ausarbeitungen für die benötigten Protokolle und Standards durch. Sobald das Unternehmen die Anforderungen erfüllt, führt ein Team von UTK die Überprüfung durch und gibt dieser Entität den Stempel.
WIE VIELE UNTERNEHMEN HABEN BISHER DIESES SIEGEL ERHALTEN?
Bisher hat das Kosovo 14 Unternehmen gestempelt und 28 weitere sind im Ausrüstungsprozess.
WELCHEN NUTZEN BRINGT DIESER STEMPEL DEN WIRTSCHAFTSTEILNEHMER:INNEN, DIE IHN ERHALTEN?
Angesichts der epidemiologischen Situation durch die COVID-19-Pandemie sowie der Gesundheitsrisiken für Touris:innen weltweit ist das Wichtigste die Gesundheit und Sicherheit. Daher verbessern „Safe Travels“ -Protokolle die Sicherheits- und Hygienebedingungen. Dann haben wir auch den Marketing-Teil, weil wir als UTK diese Unternehmen fördern, die in sozialen Netzwerken gestempelt sind. Das WTTC macht das Gleiche.
WIE LANGE IST DER STEMPEL „SAFE TRAVELS“ GÜLTIG?
Der Hauptzweck dieses Siegels ist Sauberkeit, Hygiene, Abstand und andere Elemente, die die Vorbeugung der COVID-19-Pandemie beeinflussen, sodass es während der gesamten Pandemiesituation gültig ist. Sicherheitsmassnahmen sind jedoch immer willkommen, sodass sie noch lange gültig sind.
WAS IST MIT IHNEN ALS UTK? WIE BEURTEILEN SIE DEN WERT DIESER AKTIVITÄT?
Für die Tourismusunion des Kosovo sind die Werte dieser Aktivität aus vielen Gründen von grosser Bedeutung. Botschafter einer Weltmarke wie „Safe Travels zu sein ist eine Ehre und auch eine Verantwortung.
Virgine Masserey ist seit über fünf Jahren Leiterin der Sektion Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit BAG. Wir haben Frau Masserey getroffen, um über die Impfbereitschaft der Gesellschaft und Prognosen der Pandemie zu besprechen. Die Skepsis gegenüber der Impfung bleibt weiterhin bestehen und das BAG muss nun auch auf Social-Media-Kampagnen ausweichen, um jede Bevölkerungsgruppe zu erreichen.
Welche Impfzentren stehen unter Ihrer Obhut und wo sind diese für Reisende?
Das BAG betreibt keine Impfzentren, sondern die Kantone. Die Anzahl der Impfzentren variiert, denn es gibt auch solche, die nur am Wochenende in Betrieb sind oder mobil bei Einkaufszentren oder Anlässen im Einsatz stehen. Jeder Kanton entscheidet selbst, wie die lokalen Bevölkerungsgruppen am besten erreicht werden mit dem Impfangebot. Das BAG ist im ständigen Kontakt mit den Kantonen und unterstützt diese in ihren Bestrebungen, möglichst viele Personen in der Bevölkerung zu erreichen. In der Schweiz wird kürzlich von einer deutlich geringeren Zahl an Impfungen berichtet, wird sich dieses Phänomen Ihrer Meinung nach auf eine andere mögliche Pandemiewelle negativ auswirken?
Das lässt sich heute noch nicht sagen. Die Impfkampagne in der Schweiz ist auf gutem Weg, ein Grossteil der Bevölkerung hatte die Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Es ist davon auszugehen, dass die Sommerferienzeit zu einer kleineren Nachfrage nach Impfterminen führt, weil vor den Ferien oft nicht die beiden nötigen Impftermine wahrgenommen werden können. Dies steht nicht in Verbindung mit der generellen Impfbereitschaft, die in den vergangenen Monaten kontinuierlich zugenommen hat, je nach Umfrage beträgt sie zwischen 70 und 80%. Es ist naheliegend, dass das «Impftempo» in den kommenden Wochen etwas abnimmt. Wir gehen davon aus, dass sich weitere impfbereite Menschen bis im Herbst impfen lassen werden.
Als Impfprognose wurde gesagt, dass bis September etwa 60% der Bevölkerung die Impfung erhalten werden, halten Sie diesen Prozentsatz mit diesem Tempo, das sich derzeit entwickelt, für möglich?
Wir sind zufrieden mit dem Impffortschritt. 51% der Erwachsenen in der Schweiz sind doppelt geimpft, hier liegen wir deutlich über dem Durchschnitt in der EU. 63% der Erwachsenen haben mind. 1 Impfdosis erhalten. Das BAG ist zuversichtlich, dass sich die Impfquote weiter steigern wird. Gewisse Menschen benötigen mehr Zeit für ihren Impfentscheid als andere, dafür haben wir Verständnis.
Das BAG meldet seit Beginn der Pandemie tägliche Statistiken zu Infektionen und Todesfällen, aber eine genaue Zahl von Heilungen haben wir nicht kennengelernt. Gibt es Statistiken zur genauen Zahl, wie viele von Covid genesen sind?
Darüber führt das BAG keine Statistik. Aber wir publizieren täglich neue Zahlen über die Fälle und die Todesfälle.
Wie viele Personen wurden bisher in der Schweiz insgesamt getestet und wie viele Personen wurden genau geimpft?
Vom 8. Juni 2020 bis 14. Juli 2021 gab es in der Schweiz 8’012’269 Tests, davon 675 748 positive Covid-19-Fälle. 4’563’894 Menschen hatten mindestens eine Impfdosis erhalten.
Einige Ausländer:innen sind sehr skeptisch gegenüber der Impfung eingestellt. Wie ist die Arbeit mit deren Impfbereitschaft und speziell Albaner:innen (Kosovar:innen etc.)?
Zum heutigen Zeitpunkt liegen uns noch zu wenig Informationen über die Impfbereitschaft in den verschiedenen Migrationsgruppen vor. Für Migrantinnen und Migranten der Schweiz stellt das BAG Informationen in diversen Sprachen zur Verfügung. Auch die Kampagnenwebseite zum Coronavirus ist in 24 Sprachen übersetzt. Zudem arbeitet das BAG mit verschiedenen Organisationen sowie mit Diaspora-TV zusammen, um die Migrationsbevölkerung mit den nötigen Informationen zu versorgen, damit sie ihren Impfentscheid treffen kann.
In den letzten Wochen haben wir eine deutliche Abnahme der Impfbereitschaft, auch bei den Schweizer:innen wahrgenommen. Wie erklären Sie sich das und haben Sie Pläne, diese Stimmung zu ändern?
Das ist nachvollziehbar: Viele Menschen haben bereits die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Zudem ist Sommerferienzeit. Unsere Statistiken zeigen, dass die Impfquote in den jüngeren Altersgruppen weiterhin steigt. Es ist normal, dass gewisse Menschen mehr Zeit benötigen, um sich zu entscheiden.
Wir nutzen weiterhin jede Gelegenheit, um die Wichtigkeit der Impfung, insbesondere vor Reisen und angesichts der Delta-Variante, zu vermitteln. Zudem unterstützen wir die Kantone in ihren Bemühungen all jene zu erreichen, die den Schritt zur Impfung noch nicht getan haben (bspw. Impfungen in Betrieben, in mobilen Bussen, Walk-in-Impfungen)
Ausserdem ist der Anteil der Jugendlichen, die sich impfen lassen möchten, sehr gering. Wie erklären Sie das und gibt es eine Idee für eine Sensibilisierungskampagne?
Die Erfahrungen in der Covid-19-Pandemie haben gezeigt, dass Kinder und Jugendliche nur ein geringes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken. Junge Menschen standen am Anfang nicht im Fokus der Impfkampagne, dieser galt älteren Menschen und jenen mit chronischen Krankheiten. So können sich 12- bis 15-Jährige erst seit kurzem sich schützen lassen.
Um diese zu erreichen, klärt das BAG insbesondere in den sozialen Medien über die Covid-19 Impfung auf, damit sich junge Menschen eine Meinung bilden können. Die Impfzahlen in den jüngeren Altersklassen zeigen weiterhin nach oben, wir gehen davon aus, dass sich weitere junge Menschen in den kommenden Wochen für eine Covid-19 Impfung entscheiden werden. Auch, weil sie Delta-Variante des Virus auf dem Vormarsch ist. Und die jungen Leute erkennen, dass die Impfung die Rückkehr ins normale Leben erleichtert: Reisen und die Teilnahme an kulturellen und sportlichen Veranstaltungen erfordern ein Gesundheitszeugnis.
Wir haben einen Anstieg der Zahl der Infizierten, aber die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle hat sich nicht erhöht. Wie wird das erklärt?
Einerseits liegt zwischen der Infektion und ihren Folgen, also einem möglichen Krankenhausaufenthalt oder im schlimmsten Fall dem Tod, eine Zeitspanne. Andererseits werden gefährdete Personen heute sehr häufig geimpft. Die Wirksamkeit der in der Schweiz verfügbaren Impfstoffe gegen schwere Formen der Krankheit ist ausgezeichnet, so dass die Auswirkungen auf Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bei diesen Menschen begrenzt sind. Dies wird auch durch Daten, insbesondere aus Großbritannien, bestätigt. Da das Virus jedoch weiterhin in der ungeimpften Bevölkerung zirkuliert, kann ein Einfluss auf Krankenhausaufenthalte und sogar Todesfälle nicht ausgeschlossen werden.
Sieht das BAG angesichts der Zunahme der Delta-Mutation ein Risiko für einen neuen Pandemieausbruch, ähnlich wie im letzten Herbst?
Bis im Herbst wird ein relativ grosser Teil der Bevölkerung in der Schweiz noch nicht geimpft sein. Unter diesen Menschen wird das Coronavirus zirkulieren. Die Variante Delta wird mit seiner besseren Übertragbarkeit wohl einen Betrag zur raschen Ausbreitung in der nicht-immunen Bevölkerung leisten. Ob und in welchem Umfang eine weitere Welle die Schweiz treffen wird, ist gegenwärtig nur schwer vorhersagbar. Dies wird vor allem davon abhängen, dass diejenigen geimpft werden, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts am größten ist (Erwachsene ab dem 40. Lebensjahr).
Das BAG arbeitet mit verschiedenen Organisationen sowie mit Diaspora-TV zusammen, um die Migrationsbevölkerung mit den nötigen Informationen zu versorgen, damit sie ihren Impfentscheid treffen kann.